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ZIMMERS HOLE: „While You Were Shouting At The Devil… We Were In League With Satan“

24. März 2008

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Manege frei für den sehr wahrscheinlich coolsten, kultigsten, kraftstrotzendsten und wahnsinnigsten True-Metal-Act des Universums: fucking ZIMMERS HOLE. Als STRAPPING YOUNG LAD-Ableger von Gitarrist Jed Simon und Bassist Byron Stroud gegründet, wusste eben diese Formation bereits auf „Bound by fire“ (1997) und vor allem „Legion of flames“ (2001) mit ordentlich Dampf auf dem Kessel und herrlich schrägem, diabolischem Humor zu überzeugen. Nun, da STRAPPING YOUNG LAD zunächst einmal auf Eis gelegt zu sein scheinen, rücken ZIMMERS HOLE in den Fokus der Beteiligten, was dem dritten Album der Jungs ungemein gut getan hat. Diese brandheiße Scheibe mit dem grandiosen Titel „While you were shouting at the devil… we were in league with satan“ klingt zwingender, direkter und kompakter als ihre Vorgänger und hat zudem die besseren Songs am Start.

Zimmers Hole (Cover)Die Eröffnung mit dem fantastischen Titeltrack, der vor Adrenalin und ungezügelter Energie fast zu zerplatzen droht, ist ein amtlicher Tritt ins Gemächt aller Tralala-Pussy-Metal-Acts. Das Teil räumt gnadenlos ab, zerstört in sechs Minuten die gesamte Nackenmuskulatur und setzt sich so hartnäckig im Hirn fest, dass man den Kauf dieser Platte schon allein wegen diesem Killer-Song empfehlen möchte. Die folgenden Minuten klingen eben exakt so als habe man PRIESTs „Painkiller“ durch den Devin-Townsend-Wolf gedreht, also mit einer gehörigen Portion teuflischem Irrsinn und Hyperaktivität versehen. SACRED STEEL meets GODDESS OF DESIRE on acid könnte man auch sagen. Ständig nach vorne gepeitscht wird dieser brodelnde Cocktail von Trommel-Gott Gene Hoglan, der auf unnachahmliche Weise seine Schießbude zerlegt und garantiert jeden verdammten Drum-Computer in Grund und Boden hacken könnte. Ganz groß auch die Performance von Frontmann The Heathen, der über eine mächtig aggressive Metal-Sirene verfügt und den Songs damit genau das authentische Old-School-Flair verleiht, das der perfekten, leicht futuristischen Produktion bei aller Urgewalt manchmal abgeht.

Heraus kommen dabei so veritable Kracher wie die stählerne Dampfwalze ‚We rule the fucking land‘, das absolut tödliche Thrash-Geschoss ‚1312‘ mit seinen Riffs zum Niederknien oder das treibende Groove-Monster ‚Devil’s mouth‘. Der grenzdebiler Humor früherer Tage kommt auch nicht zu kurz – ich sage nur ‚The vowel song‘, kann man einfach nicht beschreiben, muss man selbst gehört haben. Eine hymnische Nummer mit feierlich-episch vorgetragenem Chorus heißt da auch schon mal ‚Anonymous esophagus‘. Sehr geil auch die MANOWAR-Hommage (oder Parodie – so klar ist das bei ZIMMERS HOLE nie) mit dem tiefgründigen Titel ‚Hair doesn’t grow on steel‘. Ihr seht schon, man muss diesen sympathischen Haufen einfach mögen. Wer es mehr als alles andere liebt, sich mit gnadenlosem, bretthartem Metal so richtig den Arsch versohlen zu lassen, muss „When you were shouting at the devil…“ einfach unbedingt haben. Und für alle anderen kann sowieso nur gelten: „Wimps and posers: Leave the hall!!“

Homepage: Zimmers Hole

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