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Yeah Yeah Yeahs live @ Columbiahalle, Berlin | 06.05.13

9. Mai 2013

Yeah Yeah Yeahs live in Berlin @ ColumbiahalleEndlich mal wieder ein Gewitter! So lange hatte man darauf gewartet – nach allerhand Konzerten der letzten Zeit. Die einen waren mittelprächtig, die anderen bezaubernd, doch die heutige Show der Yeah Yeah Yeahs vermochte man in die Kategorie „explosionsartig, irre, außergewöhnlich“ einstufen. Vielleicht bis auf die Länge des Konzertes stimmte nämlich einfach alles. Als die Band erstmals die Bühne verließ, waren gerade mal 55 Minuten vergangen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Frontfrau Karen O in Sachen Entertainment allerdings sämtliche Register gezogen. Dass ihr zwischendurch die Puste nicht ausging, grenzte beinahe an ein Wunder.

Einer der frohlockendsten Stücke der Yeah Yeah Yeahs „Gold Lion“ markierte den Beginn, und nach nicht einmal zehn Minuten hatte sich auch schon der erste Konfetti-Ypsilon-Regen aus den Kanonen gelöst. Karen O verbog sich im roten Fransen-Hosenoutfit und Glitzershirt unaufhörlich in allerhand Richtungen. Von wildem Umherfuchteln, breitbeinigem In-die-Knie-gehen, schwindelerregendem Im-Kreis-drehen, ausgiebigem Mikrostretching und natürlich bis hin zu provokativem Posen – mal mit mal ohne dekorativem Kopfschmuck – war alles dabei. Fingerlose Handschuhe ließen den türkisfarbenen Nagellack der energiegeladenen Frontfrau besonders gut zur Geltung kommen, und klassische Chucks an den Füßen unterstrichen, dass wir uns heute auf einem schroff-fidelen Rock-Konzert und nicht auf einer Herzkonfetti-Pop-Show befanden. Das bemerkten auch die anwesenden Fotografen recht schnell, so bekamen sie kurz nach dem ersten Kanonenschoss eine hübsche Wasserdusche serviert.

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Nicholas Zinner an der Gitarre und Drummer Brian Chase gerieten fast ein wenig ins Hintertreffen, wenngleich letzterem förmlich die Freude ins Gesicht geschrieben stand. Als einer der Höhepunkte des Abends geht der Moment durch als Karen O das Publikum zu „Wohohoho“-Gesängen animierte und ihr Mikrofron in die ersten Reihen beförderte, damit jeder in Bühnengrabennähe sein ganz persönliches „Wohohoho“ für alle hörbar zum Besten geben konnte. Dank eines Spaziergang vom rechten zum linken Bühnenrand durften sich recht viele mittlerweile pitschnass getanzte Fans wie ein Fisch am Haken fühlen! Obendrauf bekamen sie allerhand Küsse zugeworfen. Ohnehin stand ausgiebiger Augenkontakt mit den Anhängern und spontanes Draufloslachen – auch inmitten der Songs – auf der Tagesordnung!

Wichtigste Erkenntnis des Abends: Die Songs des neuen Studiowerkes „Mosquito“ kamen auf der Bühne eindrucksvoll zur Geltung. Schade nur, dass das gewöhnungsbedürftige Albumcover einen beinahe vom Kauf abhält. Aber so sind sie halt: Die Yeah Yeah Yeahs lieben nichts mehr als Provokation. Dass Karen O gegen Ende des Konzertes ihre Unterbüx aufblitzen ließ nachdem sie ihr Mikrofron sekundenlang im Schritt hin- und hergeschoben hatte, überraschte demzufolge kaum – aber nicht, dass man sich nicht darüber amüsieren konnte! Nein, man wäre am liebsten mit auf die Bühne gesprungen!

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