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Wye Oak und Callers @ Lido, Berlin | 03.11.2011

7. November 2011

Der Auftakt der Deutschlandtour stand für Wye Oak und deren Supporter Callers offenbar nicht unter dem allerbesten Stern: Tourbus hinüber, Equipment ebenso – trotzdem lief der Abend im Kreuzberger Lido ohne (weitere) Pannen ab. Man möchte fast sagen: ohne besondere Vorkommnisse. Das homogene, hippe Wrangelkiezpublikum feierte die Bands und sich selbst bei Astra-Bier und Rhabarberschorle; das Lido war gut gefüllt. Der Sound war bis auf kleinere Mäkelchen, die auf Jenns Hinweis sofort behoben wurden, großartig. And that was that.

Callers aus New York eröffneten die Show mit wundervoll trippgem Indie-Folk. Besonders die Stimme von Sängerin Sara Lucas hallte noch weit über das Konzert hinaus nach im Hirn. Eine perfekte Einstimmung auf Wye Oak also.

Das Duo aus Baltimore, bestehend aus Jenn Wasner (Gitarre und Gesang) und Andy Stack (Drums und Keyboard – sic), knüpfte nahtlos an die von den Callers vorgelegte Atmosphäre an und gewann das Publikum vom ersten Akkord an für sich. Die Tatsache, dass der Drummer gleichzeitig Keyboarder ist und als Multiinstrumentalist auch mal eben je einhändig trommeln und klimpern kann, mag zunächst beeindrucken. Rechts die Drums. Links das Piano. Was dabei im Endhirn abgeht, das muss man sich mal vorstellen! Doch nach ein paar Songs legt sich die Euphorie über diese Attraktion und ich fragte mich, warum Wye Oak nicht einfach mehr sind. Mehr Leute, mehr Instrumente. Denn obwohl beide Musiker live absolut souverän und brillant sind, wirkte das Ganze eher wie ein Wettstreit als wie ein Zusammenspiel, was den auf der Platte so eingängig organisch daherschwebenden Sounds einiges an Wirkungskraft genommen haben dürfte. Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, statt eines „One Trick Ponys“ mehrere Pferde in den Stall zu holen?

Die Zugabe bestand aus einem einzigen Song und nur Jenn an der Gitarre stand noch auf der Bühne; „Doubt“ – das Schlusslied des aktuellen Albums „Civilian“ – ist ähnlich puristisch auch in der Studioversion. Angeblich, schenkt man Jenns Ansage Glauben, kommt „Doubt“ nicht bei allen Zuhörenden gleichermaßen an. Doch hier war’s perfekt. „Doubt“ entpuppte sich als ein Rausschmeißer im allerbesten Sinn. Als ein Song, der auf dem Heimweg nachhallte, auch als in der U-Bahn längst die Dauerbeschallung der Stadt Überhand genommen hat und die Straßenmusiker das nächtlich belebte Kottbusser Tor mit ganz anderen Konzerten in Beschlag nahmen.

Wye Oak und Callers könnt Ihr noch bei einigen Deutschland-Gigs bewundern:

08-Nov-11 MÜNSTER @ GLEIS 22
09-Nov-11 HEIDELBERG @ KARLSTORBAHNHOF
17-Nov-11 KÖLN @ GEBAUDE

>> Zu allen Bildern von Wye Oak im Lido

Callers im Internet.
MySpace: www.myspace.com/callers

Wye Oak im Internet.
Offizielle Homepage: www.wyeoakmusic.com
Facebook: www.facebook.com/wyeoak
Twitter: www.twitter.com/wyeoak

Wye-Oak-TV.

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