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Woods Of Birnam – Woods Of Birnam (Review)

25. November 2014
Woods Of Birnam

Woods Of Birnam

Tausche Theater gegen Konzertbühne. An Erfahrung was das Spiel vor Publikum betrifft, mangelt es Woods Of Birnam bei weitem nicht. Christian Friedel (unter anderem in „Das weiße Band“ und „Russendisko“ zu sehen) verfügt neben schauspielerischen Qualitäten auch über ein breites musikalisches Spektrum. So gründete er 2011 mit vier Mitgliedern der Dresdener Kombo Polarkreis 18 die Woods Of Birnam. Klanglich machten sie sich vorerst an Shakespeares „Hamlet“ zu schaffen, verpassten dem Stück ein wunderbares Indie-Pop-Gewand und eroberten damit problemlos das Staatsschauspielhaus an der Elbperle. Durch ihre eigene Interpretation des Klassikers wurde der Staub oftmals piefiger Theaterbesuche Stück für Stück abgetragen und sorgte für junges Blut in den Zuschauerrängen. Der Track „I´ll call thee Hamlet“ schaffte es dann auch auf den letztjährigen „5 Jahre TV Noir Sampler“. Dem Bekanntheitsgrad der Formation kam dieser Umstand natürlich zugute. Und so veröffentlichen Woods Of Birnam nun ihr selbstbetiteltes Debütalbum.

Man mag sich die Frage stellen, ob das Erstwerk die Theatralik der Hamlet-Darbietung aufgreift. Jedoch stehen allein die ehemaligen Polarkreis 18-Mitglieder regulär für einen ganz anderen musikalischen Einschlag. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auf den wunderschönen Pathos-Overload von eingangs genanntem „I´ll call thee Hamlet“ eine Mixtur aus eingängigem Pop mit warmen Folkelementen folgt. Aus dem erhabenen Midtempo wird selten ausgebrochen. „Closer“, „Down“, „Dance“ oder auch die erste Singleauskopplung „The Healer“ bilden hier die schönen poppigen Ausnahmen mit tanzbaren Melodien, die sich ihren Weg gleichermaßen in Kopf und Füße bahnen. Der Sound der Woods Of Birnam ist reduziert und opulent zugleich. Fein dosiert entfaltet sich die ganze Vielfalt und Tiefe ihrer leisen Töne. Der Groove ihrer extrovertierten Indiepop-Songs schließt den Kreis und sorgt für ein perfekt ausbalanciertes Album. Klavier trifft auf elektronische Beats, klassische Soundstrukturen auf Pop. Und sobald man mit dem Titeltrack „Woods Of Birnam“ nicht nur an Hamlets Sterbeort, sondern auch an das Ende der Platte gelangt, drehen die Jungs noch einmal Pathos und Theatralik auf (Indie-Pop-Rock-Oper lässt grüßen), dann ist Schluss. Hat irgendwie doch was von Theater, denkt man sich. Und spielt das Album erneut ab.

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Bandcamp

Tourdaten:
10.12.14 Chemnitz – Atomio
05.03.15 Dresden – Beatpol

13.11.14 Dresden – Staatsschauspielhaus (Hamlet)
23.01.15 Dresden – Staatsschauspielhaus (Hamlet)

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