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Will Butler @ Frannz Club, Berlin | 16.04.2015

23. April 2015

Will Butler @ Frannz, Berlin - 16.04.2015Arcade Fire live im kleinen Rahmen zu erleben, ist mittlerweile zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. Umso grandioser, dass sich manche Bandmitglieder von Zeit zu Zeit in Nebenprojekte stürzen, bei denen man ihnen, insofern live vorgetragen, ungewohnt nahe kommen kann. Nach Owen Pallett, Sarah Neufeld und Richard Reed Parry folgte im März nun Will Butler, Bruder von Frontmann Win, mit seinem Solodebüt „Policy“. Auf dem Album geht es musikalisch in eine Vielzahl von Richtungen, was auf den vielseitigen Musikgeschmack des Musikinstrumentalisten zurückgeht, von dem man sich fragt, warum er erst jetzt eine Platte veröffentlicht. Bei Arcade Fire mimt er live das theatralische Energiebündel, dass man ihm während der Performances schon so manches Mal eine eigene Bühne hingestellt hätte.

„This is Sara, this is Julie, this is Miles, together we are Will Butler!“ So ließ es der frech vor sich hingrinsende Solodebütant nach etwa 40 Minuten Spielzeit im Frannz in Berlin verlauten. Er scheint sich nicht allzu ernst zu nehmen, zum Erstaunen aller Anwesenden ist er auch seine eigene Vorband, wenngleich die Songs, die an diesem Abend vorgetragen werden, mehr als nur Hand und Fuß haben. Man spürt so ein Gefühl von Freiheit und auch den Luxus, das machen zu können, worauf man Lust hat. Jeder No-Name-Musiker hätte es schwer diese Art von Musik an die Frau und an den Mann zu bringen. Einfach aus dem Grund, weil sie sich nicht an Regeln hält, alle drei Minuten wird eine neue Schublade aufgemacht. Damit kommen viele nicht klar. Doch hier und jetzt steht Will Butler vor einem, und der darf machen was er will. Man himmelt ihn an, aber eher so auf unkonventionelle Weise. Und spätestens als er seine neongelben- bzw. orangefarbenen Bühnentreter in Bewegung bringt, zu Fuchteleien ansetzt und seine blutjunge Band die ersten „Ohlalas“, „Schalalas“ und „Nanananas“ aus dem mit Vornamen bedruckten Pulloverärmel schütteln, ist es um einen geschehen. Und nach diesem wirklich gelungenen Konzert das zahlreiche unbekannte Nummern bereithielt, fragt man sich, wieso es nicht mehr als acht Songs auf sein Album geschafft haben. Vielleicht ist er im Studio Perfektionist, und auf der Bühne halt eben ausschließlich vergnügt. Und wenn man vergnügt ist, gibt man mehr von sich preis. Man könnte ihm fast zutrauen, dass er so manche Songs erst zehn Minuten vor der Show gebaut hat. Nicht aus der Not heraus, sondern weil er es kann. Wir wollen mehr!

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Videos

Will Butler im Internet:
Homepage: www.butlerwills.com
Facebook: www.facebook.com/butlerwills

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