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Wild Child – The Runaround (Review)

17. Dezember 2014
Wild Child - The Runaround

Wild Child – The Runaround

Noch so ein kleiner Geheimtipp: Wild Child aus Texas veröffentlichten ihr zweites Album „The Runaround“ zwar schon vor einem Jahr drüben, am anderen Ende des Atlantiks-nach einigen langen Monaten des Wartens ist das gute Stück nun aber auch hier offiziell erhältlich. Warum diese Nachricht jeden Freund von schmissiger Folkmusik erfreuen sollte? Wild Child grenzen sich mit ihrer Mischung aus Folk, dessen Südstaateneinfluss immer wieder deutlich durchscheint und poppigen Melodien doch recht spürbar von den lahmen Schnarchnasen ab, die den Stempel Folk in den letzten Jahren in die Einschlafmusik-Ecke gedrängt haben. „The Runaround“ wurde nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne von Ben Kweller produziert. Und hört man das Album mehrfach (was gar nicht so schwer fällt), blitzt dessen Einfluss an der ein oder anderen Ecke gewiss hervor.

Unterstützt von einem wahren Instrumenten-Arsenal (Geige, Cello, Ukulele, Banjo, Klavier, Bass und Bläser) legt der Sechser auf dem Titelsong dann auch ohne Umschweife und Gesäusel los. Uptempo, Klavier, gesanglicher Schlagabtausch zwischen Kelsey Wilson und Alexander Beggins, eingängige Melodie – und fertig ist ein großartiger Track. Das Schöne: „The Runaround“ ist voll von solch schönen Momenten. Die Platte ist abwechslungsreich, bietet sowohl mitreißenden poppigen Nummern („Crazy Bird“, „The Runaround“, „Living Tree“) Raum, beherbergt jedoch auch etliche reduziert-folkige Songs („This Place“, „Anna Maria“, „Here Now“). Das haben vielleicht etliche Folkcombos in der Vergangenheit schon recht erfolgreich praktiziert, Wild Child setzen allerdings einen oben drauf und fügen ihrem Repertoire noch einen theatralischen Einschlag hinzu. Dadurch wirken die Titel nicht etwa kitschig, sondern gewinnen an Tiefe. Ein rundum schönes Album, das keinen Stempel braucht, um beworben zu werden. Der Erfolg gibt Wild Child recht. Sich treiben lassen und einfach die Musik aufnehmen, die der Tag, ein Gedanke, ein Gefühl einem schenkt, bereichert nicht nur den eigenen Geist, sondern auch den derjenigen, die sich in diesem Strom treiben lassen.

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