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Wild Beasts – Present Tense (Review) – Rockzoom

25. Februar 2014
Wild Beasts - Present Tense

Wild Beasts – Present Tense

Die Briten um Wild Beasts folgen ihrem eigenen Algorithmus. Mit jeder Veröffentlichung kommt ein weiteres Jahr hinzu, welches für das Fertigstellen eines neuen Albums benötigt wird. Umso gespannter wartete man auf „Present Tense“, den Nachfolger von „Smother“. Bereits 2002 begannen Hayden Thorpe und Ben Little – damals noch unter dem französischen Wortspiegel zu Wild Beast(s) „Fauve“ – zu schreiben, zu komponieren – und bauten ihren eigenen Popzirkus Stück für Stück weiter aus. Dass sie trotz ihres Einsatzes und der Vielzahl an wunderschönen Melodien im Gepäck bisher nie ihren Indie-Status abstreifen konnten, ist kaum vorstellbar. Vielleicht ändert „Present Tense“ ja etwas an dieser, nun – nennen wir sie einfach Ungerechtigkeit! Wild Beasts haben soviel mehr verdient, als weiterhin im Hinterzimmer vor sich hinzudümpeln.

Was macht diesen britischen Vierer nun so interessant und durch & durch empfehlenswert? Es ist ihre Mixtur aus poppigen Melodien, die sofort ins Ohr gehen – und einer wohl dosierten Prise Schwermut. Etwas Melancholie schwingt in allen Titeln mit. Das macht „Present Tense“ allerdings auf wundersame Weise eher leicht, als zu erdrücken. Wie der Albumtitel bereits vermuten lässt, ist das Hier & Jetzt Wild Beasts textliche, wie auch musikalische Basis. Was zählt, ist der Moment. Kaum greifbar – da in einigen Augenblicken schon wieder Vergangenheit. Hayden Thorpe bildet mit seinem Falsettgesang das luftige Korsett, in welchem Synthies, Pianoklänge, hier und da Gitarrensounds und perfekt akzentuierte Beats ihren Platz finden. Komprimierter Minimalismus, der sich allein durch das Anspielen der Platte ins Unermessliche entfaltet. Hier funktioniert jeder Song auch wunderbar für sich allein. „Present Tense“ geschlossen zu hören, rundet das Gefühl ein Album ohne jedwede Abstriche aufzusaugen, ab. Anspieltipps gibt´s keine. Jedes Stück auf dieser gelungenen Wild Beasts LP lässt das Herz vibrieren und die Füße wippen. Wünsche bleiben keine offen. Außer, dass diese experimentierfreudige Formation endlich aus den Schatten katapultiert wird.

Wild Beasts im Internet:
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Tourdaten:
05.04. – Gebäude 9, Köln
06.04. – Lido, Berlin
07.04. – Knust, Hamburg
09.04. – Strom, München
12.04. – Plaza, Zürich

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