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Warm Graves – Ships Will Come (Review)

22. Oktober 2014
Warm Graves - Ships Will Come

Warm Graves – Ships Will Come

Wenn Musik von mehr lebt, als dem Zusammenspiel von Melodien. Wenn Musik Emotionen in sich trägt, die scheinbar verborgen zu einer wahren Naturgewalt heranwachsen und selbst im Moment des Berstens über allem schweben. Einer von vielen Gedanken, die einem in den Sinn kommen, wenn Warm Graves Debütalbum „Ships Will Come“ seine ganze Schönheit entfaltet. Das Wirken des in Leipzig ansässigen Trios in einer oder mehreren Stilrichtungen anzusiedeln, birgt einige Schwierigkeiten. Zu komplex und detailreich ist das Erstwerk, dessen Konzept laut eigener Aussage dystopischer Science Fiction Literatur entspringt. Dieser Ursprung zieht sich wandlungsfähig, aber nie den Fokus verlierend durch sieben Titel, die sich wie Traumsequenzen um einen herum aufbauen.

Zusammenfassend – und sofern man unbedingt Eckdaten zum außergewöhnlichen Sound von Warm Graves benötigt – kommen Parallelen zu Ambient, gepaart mit Post Rock diesem vielleicht am nähesten. Regulärer Gesang weicht Chorälen, die aus dem Hintergrund wirken. Immer etwas verwaschen, aber nicht minder präsent. „Ships Will Come“ walzt sanft und entschleunigt durch Zeit und Raum. Die Wahrnehmung  jedoch wird schärfer, je tiefer man in diesen Sog aus Midtempoklängen und intensiver Rhythmik sinkt. Kein Titel gleicht dem anderen und doch reihen sie sich nahtlos und ohne Übergänge zu einem Soundtrack aneinander, der keine Bilder oder Szenarien vor dem inneren Auge abspielt, sondern eigene erschafft. Bereits die ersten Auskopplungen „Pe Numbra“ und „Ravachol“ ließen die verschiedensten Facetten erahnen, die Warm Graves ihrem Konzeptalbum eingehaucht haben. Gewiss handelt es sich dabei um kein leichtes Hörvergnügen für Zwischendurch. „Ships Will Come“ nimmt einen auf, legt ab und segelt über Weltmeere, knirschendes Packeis bis hinauf zu den Sternen. Dichte Schwere wird derart ästhetisch mit schwebenden atmosphärischen Klängen verbunden, dass man den Boden unter den Füßen nicht mehr wahrnimmt. Schweben und Versinken zugleich. „Ships Will Come“  ist pure Poesie.

Warm Graves im Internet:
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Soundcloud

Tourdaten:
23.10.2014     OFFENBACH – KAPELLE
24.10.2014     RORSCHACH – TREPPENHAUS
25.10.2014     ESSLINGEN – KOMMA
26.10.2014     WIEN – FLUC
28.10.2014     DRESDEN – OSTPOL
29.10.2014     NÜRNBERG – MUZ

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