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The XX – I See You

20. Januar 2017
The XX - I See You

The XX – I See You

Wenn sich The XX zurückmelden, dann wohl kaum mit einem Paukenschlag. Nicht, dass man es ihnen nicht zutrauen würde. Allerdings passen abrupte Änderungen in Klang und Gesang nicht zu den Briten. Noch nie – und auch zukünftig nicht. Als vor knapp acht Jahren mit ihrem Debüt alles seinen Anfang nahm, rechnete kaum Jemand mit dem rasant ansteigenden Bekanntheitsgrad. The XX selbst wohl am wenigsten. Ein Trio, das so in sich gekehrt agierte und oftmals den Eindruck erweckte, dass der ganze Rummel um sie leider ein hinzunehmender Störfaktor war. Das Zugeknöpfte steht seit jeher im Kontrast zu den intimen Texten und der nicht minder zerbrechlichen Stimmung, die The XX in sich tragen. Mit ihrem dritten Album „I See You“ scheinen sie sich nun von dem immer mitschwingenden Erwartungsdruck befreit zu haben. Die Unsicherheit, die „Coexist“ noch begleitete, ist verschwunden. Und am Ende steht ein Album, das um einige Facetten reicher ist.

Am Bandgefüge hat sich nichts verändert. Da stehen nach wie vor Romy Madley Croft, Oliver Sim und nicht zuletzt Jamie Smith, der – anders kann man es nicht beschreiben – dieser Formation ihr eigenes Gesicht schenkt. Eines, das sie unter Hunderten hervorstechen lässt. Eines, das man sofort erkennt. Eines, das der Bedeutung von Heimat sehr nahe kommt. „I See You“ wirkt losgelöst, entspannt und dennoch intim. Man kann sogar behaupten, dass das Hemd der Introversion ein oder zwei Knöpfe geöffnet wurde. The XX lassen die Welt an sich heran; was im Umkehrschluss zu noch mehr Nähe führt. Croft wechselt den Gesang nach wie vor mit Oliver Sim – und auch traumwandlerische Momente, die so prägnant für dieses Trio sind, kann das Album zu genüge bieten. Was anders ist: Uptempo-Nummern und eine poplastigere Grundstimmung. Das Spartanische tritt in den Hintergrund und bietet somit Raum für mehr Beats, üppigere Melodien und schlichtweg mehr Licht. Es ist, als ob The XX ganz langsam die Vorhänge zur Seite ziehen würden. Behutsam natürlich. Vorsichtig. Aber beständig. Der schönste musikalische Moment in diesem Jahr, bisher. Und das wird er noch lange bleiben.

Tourdaten:
12.02. – Hamburg, Sporthalle Hamburg
24.02. – München, Zenith
25.02. – Berlin, Arena
26.02. – Frankfurt, Jahrhunderthalle
28.02. – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

 

The XX im Internet:
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