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The XX: Coexist

20. Oktober 2012

Sie haben sich Zeit gelassen. Ziemlich genau 3 Jahre sind seit ihrem selbstbetitelten Debütalbum vergangen. Nun schieben The XX mit „Coexist“ den lang ersehnten Abkömmling nach. Es ist wahrlich keine einfache Aufgabe an eine derart preisgekrönte Veröffentlichung wie „The XX“ aus dem Jahr 2009 anzuknüpfen. Das Londoner Trio, bestehend aus Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith stiegen von heute auf morgen in den Olymp des Indiepop auf. Ihres weltumspannenden Erfolgs wurden sie sich wohl erst viel später bewusst. Und ebenso dem Druck gewahr, der auf jedem lastet, dessen Debüt neue Maßstäbe in der Musikwelt gesetzt hat. Etwas Mitleid hatte man schon mit den doch sehr jungen Musikern. Und auch die Befürchtung, dass sie mit „Coexist“ nicht das hohe Niveau des Erstlings halten können. Erwartungen können enttäuscht werden. Und wer kennt sie nicht: diese Situation, wenn die ersten Klänge einer Platte ertönen, auf deren Release man so lange gewartet hat. Und dann gefällt einem das was da aus den Boxen wabert so gar nicht. Man ist also dementsprechend nervös, sobald man „Coexist“ in den Player legt.

Dabei sind alle Zweifel unbegründet. „Angels“, die erste Singleauskopplung, macht den Anfang. Sofort stellt sich ein wohliges „Willkommen Zuhause – Gefühl“ ein. Alles ist genau an seinem Platz, der Sound ist unverkennbar The XX zuzuordnen. Minimalistisch, shoegazig, melancholisch. Vielleicht etwas mehr elektronisch. Die houseartigen Beats passen sich dem durchweg ruhigen XX-Sound jedoch fließend an und geben Titeln wie „Swept Away“ ein überraschend pulsierendes Gewand. Der Wechselgesang von Romy Madley Croft und Oliver Sim verströmt Intimität, die angenehm berührt. So liegt ihren Texten ein Thema zugrunde, das jeden von uns berührt. Liebe. In allen Facetten, mit all ihren schönen und unschönen Momenten. Obwohl kaum etwas anderes auf dieser Welt häufiger besungen wurde, heben sich The XX mit ihrer vertonten Gefühlswelt von der Masse ab. Weil sie verstehen Geheimnisse zu umschreiben, ohne dabei zuviel preiszugeben. Und so läuft „Coexist“ rauf und runter – in Dauerschleife, Tag um Tag. Man entdeckt trotz des reduzierten Klangs auch nach dem x-ten Durchlauf neue Nuancen – und wird relativ schnell ein Teil dieses kleinen zerbrechlichen Kosmos. Allen Befürchtungen zum Trotz erweist sich „Coexist“ als würdiger Nachfolger, der ohne Zweifel auch abgenabelt vom Erstwerk bestehen kann. Glücklicherweise sieht das die Anhängerschar ähnlich; und so wurde die bereits laufende Tour, bei der sie bisher unter anderem von 2:54 unterstützt wurden, um einige Termine erweitert.

 

The XX im Internet:

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Homepage

Termine:

Nov 23     Rockhal – Esch/Alzette, Luxembourg
Nov 28     Sporthalle – Hamburg
Nov 30     Zenith – München
Dec 1       Metropole – CH Lausanne
Dec 3       Volkshaus – CH Zürich
Dec 4       Palladium – Köln

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