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The Thermals: Interview zum neuen Album „Desperate Ground“

15. Mai 2013
The Thermals - Desperate Ground

The Thermals – Desperate Ground

The Thermals existieren nunmehr seit gut zehn Jahren. Ihr sechstes Studioalbum „Desperate Ground“ orientiert sich am Sound ihrer Anfangsjahre. Das Trio aus Portland (Oregon) hatte diese Kehrtwende bereits angekündigt. Verband man mit den letzten Alben eher verspielten Indierock, wirft „Desperate Ground“ allein durch seinen Titel einen langen und düsteren Schatten voraus. Wir haben bei Kathy Foster, Hutch Harris und Westin Glass mal ein wenig nachhaken können. „Desperate Ground“ ist eure mittlerweile sechste Veröffentlichung. Was für ein Gefühl habt ihr bei diesem Album, jetzt da es endlich in den Läden steht?

Wir sind absolut zufrieden, da es bis ins Detail mit unseren Vorstellungen übereinstimmt. Das war stellenweise nicht ganz einfach umzusetzen, aber John Agnello – unser Produzent – hat ganze Arbeit geleistet, um uns bei der Verwirklichung dieser Platte zu unterstützen.

Nun habt ihr allein auf den letzten beiden Releases („Personal Life“ und „Now We Can See“) viel mit eurem Sound gespielt, mal poppig, mal eher rau und kratzig – wart dabei aber schon immer eingängig. Stellt „Desperate Ground“ mit seinem spröden zu den Wurzeln zurückkehrenden No-Fi so etwas wie eure soundtechnische Ur-Substanz dar?

Definitiv! Dieses Album schreit mit jedem Takt „WE ARE THE THERMALS“. Wir verschmelzen sozusagen damit und können nicht genug davon bekommen es immer wieder in die Welt hinauszuschreien.

Sobald man sich die Texte eurer Platten mal etwas genauer anschaut, besitzen gewisse Themen und Gefühlszustände einen festen Platz im thermalschen Kosmos: blutverschmiert, verzweifelt, dunkel, arschcool. So klingt „Desperate Ground“ in vier Worten. Was hat dieses schwermütige Album inspiriert?

Wir SIND verzweifelt! Gewöhnt euch daran. Als Grundideen für dieses Werk dienten beispielsweise Krieg und die menschliche Gewalttätigkeit im Allgemeinen.

Weicht das stark vom regulären Kurs des Textens ab – oder wovon lasst ihr euch prinzipiell beeinflussen?

Das wären die üblichen Themen; Leben, Tod, Liebe, Trennung. Jene Dinge, die einen eben alltäglich umgeben.

Und verpackt in schmissige Titel, wie „Born To Kill“, „Faces Stay With Me“  – oder einfach jedem Song (denn es gibt keine Hänger) – kann man dank dieser rotzigen Scheibe selbst der wabernden Verzweiflung etwas Schönes abgewinnen. Wer jetzt dem verlassenen Pfad zu poppigen Klängen nachtrauert, dem sei gesagt, dass diese Wende auch etwas Gutes mit sich bringt: Musik auf den Punkt, der berühmte Backstein-Charme. Was die Zukunft für diese herrlich schnörkelfreie Formation bereit hält, ist zumindest für die nächsten Monate geklärt. The Thermals werden im Sommer auf einigen Festivals in Deutschland vertreten sein. Alle wichtigen Infos findet man auf der offiziellen Bandseite. Zeit und Lust auf Nebenprojekte haben The Thermals nämlich nicht.

Wir leben unser Innerstes und unsere Wünsche mit und durch diese Band aus. Auf der Bühne, wie auch im Privatleben. Für manche Menschen in unserer Umgebung scheint allein das schon zuviel (Leidenschaft) zu sein. Uns hingegen reicht das nicht einmal annähernd aus. Es ist immer Raum für mehr.

Das ist ein Schlusswort, welches man gerne unkommentiert stehen lässt. The Thermals verwirklichen sich selbst, glauben an ihren Weg, auch wenn sich die Richtung noch nicht bestimmen lässt. Und so pessimistisch wie man meinen mag, kann das Trio gar nicht sein. Wer seine Berufung als Künstler mit soviel Energie und Hingabe auslebt, der weiß genau, was im Leben zählt. Und auch was glücklich macht. Musik zum Beispiel.

The Thermals im Internet:
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