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The Smashing Pumpkins – Monuments To An Elegy (Review)

24. Dezember 2014
Smashing Pumpkins - Monuments To An Elegy

Smashing Pumpkins – Monuments To An Elegy

Selten habe ich mich so schwer damit getan eine Platte zu rezensieren. Wir reden hier schließlich von Jugendhelden, die mit Alben wie „Gish“, „Siamese Dream“ und „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ ein komplettes Leben geprägt haben. Und das zahlreicher Anderer ebenso. Nun sind seit der Veröffentlichung jener Meisterwerke etliche Jahre vergangen, The Smashing Pumpkins trotz einer handvoll Höhen und Tiefen nicht tot zu kriegen. Schuld daran ist Billy Corgan, der noch immer das Leben eines Getriebenen, eines ruhelosen Freigeistes (oder Wahnsinnigen) zelebriert – und letztlich doch immer das tut, was ihm selbst am annehmbarsten erscheint. Die mühsam aquirierten Bandmitglieder, welche seit der Pumpkins Reunion wieder das Gefühl eines abgerundeten Musikergefüges vermittelten, wurden von Corgan abgesägt. Vielleicht aus einer Laune heraus, sehr wahrscheinlich aber aus Gründen, die nur Billy Corgan selbst kennt. Stattdessen sitzt Tommy Lee am Schlagzeug. Dieser Umstand wird meinerseits mit einem Schweigen quittiert. Nun macht ein unterdurchschnittlich begabter Drummer aber weder eine komplette Platte kaputt. Genauso wenig, wie er sie retten könnte. Denn im Reich der Pumpkins regiert nur einer. Und der hat mit „Monuments To An Elegy“ diesen Monat das neunte Studioalbum veröffentlicht.

Wie so oft musste er vorab, kurz nach dem Release, sowie im Nachgang bereits genug Prügel einstecken. Zusammenfassend kann auch „Monuments To An Elegy“ leider nicht an vergangene Glanzzeiten anknüpfen. Aber jetzt mal ehrlich: hat das wirklich Jemand erwartet? Nach all den Jahren? Es gibt allerdings auch gute Nachrichten: bis auf ein paar wirklich sehr kitschige Ausrutscher („Run 2 Me“, „Drum + Fife“) kann ich nichts Schlechtes an diesem Album finden. Grunge ist das zwar schon lange nicht mehr; Synthies und poppige Melodien („Anaise!“, „Dorian“ oder „Monuments“) haben sich dafür zu sehr in den Vordergrund geschummelt. Jedoch greifen auch diese Songs aufgrund ihrer eingängigen, wenngleich simplen Struktur.„Tiberius“, „One And All“ und „Anti-Hero“ rocken ganz gut, lassen die schönen ruppigen Jugendzeiten nochmal aufleben. Er kann es ja. Er will wahrscheinlich einfach nicht mehr. Vielleicht ist es an der Zeit sich von dem unrealistischen Wunsch irgendwann eine Smashing Pumpkins-Platte in den Händen zu halten, welche die Perlen der Anfangsjahre bei weitem übertrifft, zu verabschieden. Stattdessen könnte man einen Platz für den Königskürbis schaffen, der trotz aller Kritik immer noch bessere Musik macht, als 90 Prozent der Veröffentlichungen, die sich gerade im Umlauf befinden. Es ist eben ein bisschen wie mit der ersten großen Liebe. Die bleibt, egal wieviel Zeit vergehen mag.

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