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The Ramona Flowers „Dismantle And Rebuild“ (Review)

2. August 2014
The Ramona Flowers - Dismantle And Rebuild

The Ramona Flowers – Dismantle And Rebuild

Falsettgesang und eingängige Indietronic-Klänge. The Ramona Flowers nutzen den Sommer, um ihr Debütalbum „Dismantle And Rebuild“ unter die Leute zu bringen. Anfängertum kann man ihnen jedenfalls nicht anlasten. Einige Singles und ihr Support für Größen wie den Bombay Bicycle Club, Bastille, Lamb und Foxes, sowie Remixe von alt-J, Hotchip oder Everything Everything  sorgten dafür, dass man The Ramona Flowers in jüngster Vergangenheit immer wieder mal auf dem Schirm hatte. Nun Album Nummer eins. Eine Hürde, an denen schon Einige gescheitert sind. Man will schließlich alles richtig machen, man will Menschen erreichen. Und das geht eben nur, wenn man eine richtig gute Platte vorlegt. Die Wahrscheinlichkeit sich dabei zu verzetteln, zuviel auf einmal zu wollen, steigt in kaum messbare Höhen. Und – um das schonmal vorweg zu nehmen: ein Scheitern an dieser Aufgabe kann man den Briten nicht vorwerfen.

Betrachtet man ihr erstes Album mal in der Summe, findet auf „Dismantle And Rebuild“ natürlich keine spektakuläre Neuerfindung des Popgenres statt. Vielmehr spinnt der Fünfer aus Bristol bereits geschriebene Musikgeschichte weiter. Große Melodien, viel Pathos, viel Drama – und trotzdem eingängig. Neben elektrolastigen Titeln, wie dem Opener „Tokyo“ oder „Skeleton Key“ beheimatet die Platte astreinen Indiepop („Vultures“, „Brighter“) und den ein oder anderen Schmachtfetzen („Lust And Lies“, „World Won´t Wait“). Der Sound ist gespickt mit zahlreichen Klangspielereien, die ihn (meiner Meinung nach) nicht überladen, sondern eher zu einem opulenten Gesamtwerk machen. Eindimensional klingt jedenfalls anders. Allerdings bleibt bei einem derartigen Recken in alle erdenklichen musikalischen Richtungen auch gerne etwas auf der Strecke: der Tiefgang fehlt ein wenig. Vielleicht hätte das Abspecken der britischen Soundbombe, die streckenweise opernhafte Züge annimmt, gut getan. Dieser Kritikpunkt fällt jedoch nicht wirklich ins Gewicht. The Ramona Flowers überzeugen bereits auf ihrer ersten Platte durch hohes musikalisches Niveau und Gespür für wunderschöne Songs.

The Ramona Flowers im Internet:
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Tourdaten:
20.11. – Schuur, Luzern
22.11. – Les Docks, Lausanne
28.11. – Gebäude 9, Köln
29.11. – Mojo, Hamburg
30.11. – Heimathafen, Berlin
06.12. – Strom, München
13.12. – Tauchenthal, Leipzig
14.12. – Central Station, Darmstadt

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