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THE PRETTY FACES: Another Sound

12. Juni 2009

The Pretty FacesPretty Faces, hübsche Gesichter, sind ja so eine Sache: Hand aufs Herz, wir alle mögen schöne Menschen. Darum lächeln die uns (die breite Masse mit der breiten Nase, der einen Augenbraue, den „Bingo Wings“ und dem hängenden Doppelkinn – normale Menschen halt) inflationär von jedem Magazincover an. Mit ihren weißen Zähnen, der clearasilen Haut, vermutlich irgend so ein Photoshop-Filter, und all dieser charakterlosen schamlosen Makellosigkeit. Also wirklich, wer will das denn sehen? Hand aufs Herz? Eben.

Diese Pretty Faces riechen stattdessen nach Benzin und haben Jack Daniel’s getankt, keine Scheu vor akustischer dirtyness und abgebrochenen Fingernägeln. Und mal ehrlich: Nichts ist so sexy wie eine schöne Frau an einer kosmetisch dekorativen E-Gitarre! Die schlechte Nachricht: Gitarristin und Aushilfs-Vocalistin Hannah ist mit Frontmann Jeph verheiratet, dessen Bruder Thomas das Trio an den Drums komplettiert. Klarer Fall: It runs in the family!

Einen hörbaren Einfluss auf die Band haben Punkbands der wilden 70er, avantgardistisch rockige Bands wie The Velvet Underground oder Iggy and The Stooges werden ebenfalls auf der Myspace-Seite der Band genannt. Allerdings biedern die Pretty Faces sich weder an ihre Idole an, noch wird hier stumpf vor sich hin plagiiert. Was das Album „Another Sound“ auszeichnet, ist gutgelaunter Gitarrenrock, made in Florida und mit ordentlich Sonne im Herzen.

Zugegeben, so richtig neu wird das Rad hier nicht erfunden. Ob der Name „Another Sound“ darum so ganz passt, sei dahingestellt. Aber das ist auch gar nicht nötig, statt dessen bekommt die geneigte Hörerschaft einen hohen Spaßfaktor und den perfekten Soundtrack für laue, bierselige Sommernächte. Achso, und das schwarzweißpinke Retro-Artwork ist auch nicht zu verachten. Pretty. Very, very pretty!

The Pretty Faces auf MySpace: myspace.com/theprettyfaces

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