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The Magnetic North und Sarah Neufeld live @ Volksbühne, Berlin | 19.05.2013

25. Mai 2013

The Magnetic North live in Berlin @ VolksbühneDas vergangene Wochenende markierte den Startschuss zu einer ganz besonderen Konzertreihe an der Volksbühne zu Berlin. Das Künstlerkollektiv Stargaze um den Dirigenten André de Ridder präsentiert in der imposanten Theaterstätte von nun an elektrisierende Konzertabende. Mit der Auftaktveranstaltung hat man es sich zur Aufgabe gemacht, brandneue Projekte etablierter Musiker zu featuren und durch ihre Präsenz zu bereichern: Bands, die mit erweiterten Instrumentalensembles kollaborieren bis hin zu Chören, bzw. Künstler aus Bands, die Soloprojekte mit Eigenkompositionen im Zwischenbereich von Pop/Folk/Electronica und klassischer, zeitgenössischer Musik vorstellen.

Die Kanadierin Sarah Neufeld, normalerweise zuständig für das Violinspiel bei der Übergruppe Arcade Fire eröffnete den Abend. Dieses Mal stand allerdings ihr im August erscheinendes Solo-Album im Mittelpunkt. Musikalisch kehrt sie auf jenem zu ihren Wurzeln zurück. „Stream-Of-Consciousness“-Elemente ihrer Zweitband Bell Orchestre treffen auf Folk-Einflüsse und Minimal Music liefert sich einen Schlagabtausch mit barocken Violinsolosonaten. Sarah Neufeld schloss man unvermittelt ins Herz. Sie begann recht früh zahlreiche Geschichten um die Entstehung ihrer Songs zu spinnen. „Ich habe diese Lieder an den abgefahrensten Orten in Berlin eingespielt, aber ich höre besser auf zu erzählen, denn ich möchte euch nicht der Überraschung berauben.“ Energisch trampelte sie während der Darbietung ihrer Lieder auf den Boden, ihrer Violine gönnte sie ungern eine Pause. Schweißperlen liefen. Man war gerührt und wollte sie am liebsten umarmen und sein eigenes Antlitz zeigen, weil sie sich – wie sie selbst anmerkte – während ihrer Show wie in einer Höhle fühlte, konnte sie doch die Gesichter ihres Publikums nur schemenhaft erkennen.

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Nach einer halbstündigen Pause sollte förmlich ein Gewitter ausbrechen – wenn auch nur ein orchestrales. Die Musik des Hauptacts The Magnetic North beeindruckte und ließ sich mit wenig anderem vergleichen, dabei handelt es sich lediglich um ein Side-Projekt der drei Hauptprotagonisten Simon Tong (The Verve, The Good, the Bad & the Queen), Gawain Erland Cooper (Erland & The Carneval) und der elfenhaften Allerounderin Hannah Peel. Ein Chor bestehend aus 20 schlagkräftigen Stimmen, ein Cello, drei Violinen, drei Blasinstrumente und ein Schlagzeuger mit rotgeringelten Drumsticks ergänzten dieses sich durch endlos schöne, gigantische Melodien auszeichnende Bandprojekt – für zwei Songs lugte sogar Sarah Neufeld hinter dem Vorhang hervor. Glücklich schätzen durften sich diejenigen, die an diesem Maisonntag den Weg in die Volksbühne gefunden hatten, denn nicht allzu oft lassen sich die drei Ausnahmemusiker gemeinsam auf einer Bühne blicken – zu aufwendig die Inszenierung. Ihr Album „Orkney: Symphony Of The Magnetic North“ erschien bereits im vergangenen Jahr, heimste großartige Kritiken ein, nur die breite Masse ließ sich nicht so recht beeindrucken. Typischer Fall von: zur falschen Zeit am falschen Ort. Aus diesem Grund wird die Scheibe im Juni neu aufgelegt. Man lernte nicht nur The Magnetic North lieben an diesem Abend, man lernte ebenfalls die zauberhaften Orkney-Inseln kennen, die die Band ins thematische Zentrum gerückt hat. Auf einer großen Leinwand spielten sich atemberaubende Szenen ab, die einen dazu animierten, seinen nächsten Urlaub unbedingt nach Nord-Schottland zu verlegen, um der Legende der besungenen Betty Corrigal selbst nachzugehen und am Rande der rauwindigen Klippen Inspiration zu suchen. Welch großartiger Auftritt, welch großartige Band!

Sarah Neufeld im Internet
Homepage: www.sarahneufeldmusic.com
Facebook: www.facebook.com/Sarah-Neufeld
Twitter: www.twitter.com/sarahkneufeld

The Magnetic North im Internet
Homepage: www.symphonyofthemagneticnorth.com
Facebook: www.facebook.com/themagneticnorth
Twitter: www.twitter.com/magneticgonorth

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