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The Icypoles – My World Was Made For You (Review)

11. Mai 2014
The Icypoles - My World Was Made For You

The Icypoles – My World Was Made For You

„I find myself stayin‘ home to think about you.“ Eine Aussage, die den Sound des australischen Vierers The Icypoles schläfrig schön auf den Punkt bringt. Dieser Tage erschien das Debütalbum der Damen: „My World Was Made For You“. Waren sie in der Vergangenheit eher im Dunstkreis von Architecture In Helsinki anzutreffen, nahm der Wunsch eigene Musik zu komponieren über die Jahre mehr und mehr Gestalt an. Beeinflusst von 60er Garage-Girlgroups und Filmmusik entstand unter anderem 2011 bereits die EP „Promise To Stay“. Die Eis am Stiel-Mädels bleiben ihren Vorlieben auch auf ihrem ersten Album treu: tagträumend, nachdenklich und romantisierend. Isobel Knowles, Tara Shackell, Kim White und Lani Summer singen sich mehrstimmig durch dreizehn Titel, die nach Sommer duften. Üppige Arrangements weichen einer minimalistischen Instrumentierung, die an den richtigen Stellen platziert dafür sorgt, dass man von einer sonnendurchfluteten Trägheit eingelullt wird. Feenhaft wäre die falsche Umschreibung, aber etwas geheimnisvoll Sanftes haftet den Icypoles an. Es ist, als hätte man Warpaint, The XX, die Beach Boys und den wunderbaren Twin Peaks Soundtrack zusammen ins Eisfach gepackt, um ein paar Stunden später diese gefrostete Perle hervorzuzaubern. „You Make Me“ und „Babies“ machen wohlig schleppend den Anfang, „Gotta Stop It“ hingegen trägt 60s Strandflair in sich. Irgendwie eine Reise in die Vergangenheit, andererseits herrlich zeitlos. Und als hätte man es geahnt, taucht aus dem Nichts eine Coverversion von „Just You“ (David Lynch/ Angelo Badalamenti) auf. Double R und das Roadhouse tauchen kurz vor dem inneren Auge auf und reihen sich anschließend in das sirenenhafte Klangspiel der Icypoles ein. Martikas Song „Love Thy Will Be Done“ verwandelt sich durch den vielstimmigen Gesang von einer Popballade in eine kleine Strandsand rieselnde Uptempo-Nummer. „My World Was Made For You“ kommt trotz – oder gerade wegen seiner instrumentalen Kargheit leichtfüßig und unbeschwert daher. So wie ein Eis am Stiel eben klingen würde, könnte es Lieder schreiben.

The Icypoles im Internet:
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Bandcamp

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