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The History Of Apple Pie – „Feel Something“ (Review)

19. Oktober 2014
The History Of Apple Pie - Feel Something

The History Of Apple Pie – Feel Something

Die Geschichte vom Apfelkuchen. Zugegeben, allein der Name macht neugierig und lässt geschmackliche Sehnsüchte aufflammen. Hinter diesem ziemlich appetitlichen Bandnamen verbirgt sich jedoch keine Candypop-Formation, sondern ein Londoner Fünferpack, der mit eingängigen Indiepop-Melodien und shoegazigem Einschlag aufwartet. The History Of Apple Pie veröffentlichten erst im letzten Jahr ihr Debütalbum „Out Of View“. Zeit zum Verschnaufen haben sie sich kaum gegönnt, denn seit kurzem steht der Nachfolger „Feel Something“ im Plattenregal. Gerne mit einer Mischung aus Beck, Warpaint und The Pains Of Being Pure At Heart verglichen, geht das Apfelkuchen-Quintett um Leadsängerin Stephanie Min jedoch seinen ganz eigenen Weg. Die Einflüsse sind relativ schnell auszumachen; so reihen sich etliche Bands der Neunziger mit schrammeligem Garagensound und verträumtem Gesang in die Klangwelt von The History Of Apple Pie ein.

So knarzt und schrammelt auch „Feel Something“ fröhlich vor sich hin, nimmt den ätherischen Shoegaze-Sound inklusive Mins verschwommen sanften Gesang aber nur zu gerne mit auf. Das Ergebnis ist ein kleiner räudiger Straßenhund mit großen Kulleraugen; um mal in sehr verdrehten Metaphern zu reden. The History Of Apple Pie zelebrieren erdigen Indierock, der roh und ungeschliffen perfekt mit poppigen Melodien harmoniert. „Jamais Vu“ lässt beispielsweise Erinnerungen an die Breeders wach werden: groovender Rock, kandiert mit dem feingliedrigen Hauchen der Apfelkuchen-Frontfrau. Klangliche Ausreißer im Sinne vom Kreuzen und Vermischen diverser Musikstile gibt es nicht. Allerdings steht diese Geradlinigkeit auch stellvertretend für den Spaß und die Energie, die diese Formation versprüht. „Feel Something“ wirkt wie aus dem Bauch heraus erschaffen, etwas spröde und ohne viel schmückendes Beiwerk direkt auf Platte gepresst. Sympathisch erfrischend ist diese Reise in die Vergangenheit. Am Abschluss des kleinen Abstechers stellt sich dann auch so etwas wie Genugtuung ein: weil der Indierock der Endneunziger selbst heute noch wirkt. Vielleicht weil er schon immer vollkommen war und durch The History Of Apple Pie so wunderbar umgesetzt wurde.

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Soundcloud

Tourdaten:
01.11. Hamburg – Molotow Bar
02.11. Berlin – Bang Bang Club
03.11. München – Backstage Club
04.11. Frankfurt – Ponyhof

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