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The Courteeners – Concrete Love (Review)

10. September 2014
Courteeners - Concrete Love

The Courteeners – Concrete Love

Wer mit Morrissey Englands größte Diva zum Förderer hat, der muss schon was auf dem Kasten haben. The Courteeners viertes Album „Concrete Love“ stieg in den UK-Charts auf Platz 3 ein. Es ist also mehr als an der Zeit, um sich einmal etwas näher mit dem aus Manchester stammenden Quartett zu beschäftigen. Für Überraschungen ist das musikgeschichtsträchtige Epizentrum jedenfalls immer gut (z.B. Joy Division, Oasis, The Smiths). Erschien das Vorgängeralbum „Anna“ vielen etwas zu glatt, fährt „Concrete Love“ zwar ebenfalls eine gerade Linie, röhrt und dröhnt aber auch ganz gut. Stephen Street (Blur, Cranberries) legte letzte Hand bei der Produktion an und verlieh der aktuellen Platte eine wohldosierte Mischung aus rockigen Hymnen und poppigen Midtempo-Nummern. Absolut stadiontauglich, absolut mit- und hinreißend.

Man tut sich schwer damit einen Lieblingstitel zu benennen. Auch nach mehrmaligem Hören beeindruckt vor allem der Fluss und die detaillierte Abstimmung, der die einzelnen Songs zu einem großen Ganzen wachsen lässt. Der Opener „White Horses“ rummst schön, lässt mit seinem Beat Erinnerungen an Franz Ferdinand und Nine Inch Nails aufleben, mündet dann aber in einem Editors-esken Refrain. Dererlei Stilwendungen innerhalb weniger Minuten sind auf „Concrete Love“ zahlreich vertreten. Wobei man den Courteeners weitaus mehr Drive zugestehen muss, als einige ihrer musikalischen Einflüsse wahrscheinlich jemals besessen haben.

Ecken und Kanten – oder verschachtelte Songstrukturen sucht man vergeblich. Aber das würde auch nicht zu dieser Formation passen. Direkt, hier und da ein wenig verspielt, letztlich aber immer darauf abzielend satte Melodien um ihre Titel zu spannen – das ist schon eher das Faible der Briten. Dass Songs wie „International“ oder „Small Bones“ dennoch nicht an ihrer eigenen Üppigkeit ersticken, sondern eher noch mehr strahlen, ist vor allem einem wesentlichen Aspekt zu verdanken: der Leichtigkeit, die sie umgibt. „Concrete Love“ kommt, geht ins Ohr, bleibt dort und sorgt zur Abwechslung mal für ein angenehmes und unangestrengtes Hörerlebnis.

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