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	<title>Rockzoom &#187; progressive metal</title>
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		<title>MADDER MORTEM: &quot;Eight Ways&quot;</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 15:12:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So ist das manchmal mit den digitalen Promoexemplaren aus diversen &#8220;iPools&#8221; und von Webseiten, von denen der Rezensent wassergezeichnet seine Kopie laden kann: schnell und bequem zieht man sich das gute Stück auf die Festplatte, schaut oder hört kurz rein und rascher als man oft möchte verschwindet das immaterielle Werk hinter vielen virtuellen Fenstern im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ist das manchmal mit den digitalen Promoexemplaren aus diversen &#8220;iPools&#8221; und von Webseiten, von denen der Rezensent wassergezeichnet seine Kopie laden kann: schnell und bequem zieht man sich das gute Stück auf die Festplatte, schaut oder hört kurz rein und rascher als man oft möchte verschwindet das immaterielle Werk hinter vielen virtuellen Fenstern im Einsen-und-Nullen-Nimbus&#8230; Die gute alte CD im Pappschuber mit den Worten &#8220;This cd is property of So-und-so Records and must be returned on demand&#8221; mahnte den Schreiberling mit seiner physischen Präsenz stets an seine Pflicht, seine Eindrücke zeitnah in Worte zu gießen&#8230;</p>
<p>Wie dem auch sei, um ein Haar ereilte eben dieses Schicksal auch ein wahrhaft fantastisches Album jüngerer Vergangenheit. Dabei hatten mich die Norweger Madder Mortem mit ihrem mittlerweile fünfte Album &#8220;Eight Ways&#8221; beim ersten Anhören einfach nur umgehauen. Schon eine Schande, dass ich noch nie zuvor von diesen herrlich unprätentiös spielenden Progressive Metalern gehört hatte.</p>
<p><strong>Madder Mortem: &#8220;Eight Ways&#8221;</strong><br />
 (VÖ: 22.05.2009)<img src="/wp-content/uploads/2009/08/maddermortem.jpg" alt="Madder Mortem: &quot;Eight Ways&quot; (2009)" title="Madder Mortem: &quot;Eight Ways&quot; (2009)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2438" /><br />
Und dass Madder Mortem anders sind als die Frickelfreunde von Dream Theater und Co., merkt man schon an den ersten Tönen des Openers &#8220;Formaldehyde&#8221; (interessanter Titel übrigens): In einem geheimnisvollen Hintergassentreffen begegnen sich audiophil hallend zehenspitzentänzelnde Bassläufe und das vorsichtig tastende Schlagzeug (dann eher ein Tastzeug) und bekommen Gesellschaft von zwei jazzend daherschwankenden, unverzerrten E-Gitarren und trippelnder Percussion&#8230; Und dann diese Stimme! Agnete M. Kirkevaag erinnert herrlich an ihre große Landsfrau Kari Bremnes, welche wiederum mit ihrer warmen Stimme bereits seit Jahrzehnten poppigen Jazz mit diesem &#8220;typisch nordischen&#8221; Touch versieht&#8230; Seelenwärme im rauen Nordklima, ihr wisst schon. Emotional und reif, nicht so ein Gekiekse oder Operngeträller wie bei diesen ganzen Melometalgoten. Es liegt wohl an der ausgereiften vollen Stimme, der es trotz ihres mal ganz vorsichtig formulierten &#8220;mütterlichen&#8221; Klanges nicht an Interessantheit und Intensität mangelt. Mehr Beweise für die verblüffende Ähnlichkeit dieser beiden Damen? &#8220;Riddle Wants to Be&#8221;. Bevor hier nämlich in ein metallös-infernales Riffgeböller abgefeuert wird, darf man in angenehmen Jazzpop baden. Noch eine Kostprobe? &#8220;Armour&#8221;, ohne Worte:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/snRuKKQbmwU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/snRuKKQbmwU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>In den heftigeren Passagen &#8211; und die gibt es nicht zu knapp &#8211; werden übrigens auch Erinnerungen an die großartigen Amaran (R.I.P.) wach. Auch die von uns vor nicht allzu langer Zeit vergötterte Rose Kemp darf hier als Referenz herangezogen werden, so man denn überhaupt schon mit der Musik dieser hervorragenden, nicht eindeutig eintütbaren Garagengöttin machen durfte.</p>
<p>Ihre Wurzeln haben Madder Mortem, die es immerhin bereits seit 1993 gibt, im Doom- und Gothicbereich. Gelegentlich blitzt ein hier und da noch ein Gothicdrive durch, was durchaus nicht unangenehm klingt&#8230; natürlich nicht von der Art Pannesamt und Patchouli, sondern eher Erdigkeit und Endzeitstimmung wie sie in etwa stes bei Sentenced herüberkamen. Gerade solche Melodien sind es dann auch, die gerade bis in die Albummitte hinein gut ins Ohr gehen und für ordentlich Abwechslung sorgen.</p>
<p>Doch leider schwächelt das Album hintenraus auch ein bisschen. Die Songs erscheinen nicht mehr ganz so griffig und man bekommt ein bisschen den Eindruck als wollte man die unausgereifteren, sperrigeren Kompositionen ans Ende der Scheibe stellen, so ganz nach dem Motto: Besser hintendran als unter den Tisch fallen lassen. Manchmal ist weniger jedoch mehr und allein die ersten 40 Minuten des Albums sind den Kauf schon wert. Aber gut, andererseits tun die Stücke ab &#8220;The Flesh The Blood And The Man&#8221; auch nicht weh und es steht dem Hörer frei, aufzuhören und einzusteigen wo er mag. Schließlich ist es irgendwo auch die Intensität von Agnetes Powerstimme, die einen irgendwann in die Knie zwingt.</p>
<p>&#8220;Eight Ways&#8221; ist trotz des schwächelnden Endes definitiv unter die unkonventionellen Topmetalalben des Jahres zu zählen. Selbst aufgeschlossene &#8220;Nicht-Metaller&#8221; könnten dieser Musik sehr wohl etwas abgewinnen, denn eine musikalische Offenheit wie sie Madder Mortem an den Tag legen, wünscht man sich heutzutage nur zu oft:</p>
<p>Entdecken, Grenzen ausweiten, Brücken schlagen, alte Wände einreißen, neue Häusle bauen&#8230; Es ist schön, den offen agierenden Norwegern dabei über die Schulter hören zu dürfen.</p>
<p>>> Offizielle Homepage:<br />
<a href="http://www.maddermortem.com">www.maddermortem.com</a></p>
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		<title>SHADOWKEEP – Progressive Power Metal in seiner sch&#246;nsten Form</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martins Metal Madness]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein zumindest für mich persönlich ziemlich aufregendes und intensives 2008 ist nun schon wieder eine ganze Weile vorbei, tausende &#8220;Die 20 besten Alben des Jahres&#8221;-Listen wurden in die Welt gesetzt und das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter. Ich möchte aber noch einmal zurück blicken und euch von meiner größten, positivsten musikalischen Überraschung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein zumindest für mich persönlich ziemlich aufregendes und intensives 2008 ist nun schon wieder eine ganze Weile vorbei, tausende &#8220;Die 20 besten Alben des Jahres&#8221;-Listen wurden in die Welt gesetzt und das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter. Ich möchte aber noch einmal zurück blicken und euch von meiner größten, positivsten musikalischen Überraschung des vergangenen Jahres erzählen. Dazu muss ich erstmal noch etwas weiter in die Vergangenheit zurück greifen. Vor neun Jahren fiel mir das exzellente Debüt einer britischen Progressive Power Metal-Formation namens SHADOWKEEP in die Hände. &#8220;Corruption Within&#8221; hieß das Teil und verband auf bemerkenswert reife Weise technischen Anspruch und Komplexität mit raffinierten Melodien und Gänsehaut-Feeling. Diese von THRESHOLD-Gitarrist Karl Groom hervorragend produzierte CD ist auch noch heute ein gern gesehener Gast in meinem Player. Trademark von SHADOWKEEP war und ist die überaus facettenreiche, spielfreudige und druckvolle Gitarrenarbeit von Bandleader Chris Allen und seiner Partnerin Nicki Robson. Außerordentlich beeindruckt hat mich von Anfang an auch die Leistung des damaligen Sänger Rogue M., der wie ein Hybrid aus dem jungen Geoff Tate (QUEENSRYCHE) und dem anbetungswürdigen Midnight (CRIMSON GLORY) klang. Songs wie den großartigen Opener &#8216;Dark Tower&#8217;, das mitreißende &#8216;Mark Of The Usurper&#8217; oder das mächtige &#8216;Inner Sanctum&#8217; sollte jeder Fan niveauvoller Power Metal-Klänge zumindest mal gehört, eigentlich auch seiner Sammlung einverleibt haben.</p>
<p>Der Nachfolger &#8220;A Chaos Theory&#8221; (2002) fiel dann im Vergleich zum Debüt etwas unentschlossen und unterkühlt aus. Zwar handelte es sich bei diesem Werk ebenfalls um ein sehr starkes Album, doch was die hymnischen Harmonien, kompositorischen Feinheiten und die große weiße Magie angeht, konnte &#8220;A Chaos Theory&#8221; nicht ganz mithalten. Allerdings hatte &#8220;Corruption Within&#8221; die Messlatte auch schwindelerregend hoch gelegt. Danach wurde es leider sehr still um SHADOWKEEP und ich muss gestehen, dass ich die Band schon längst in den ewigen Jagdgründen wähnte. Doch Chris und Nicki haben nicht aufgegeben, auch wenn ihnen nach der zweiten Platte das komplette Line-Up weggebrochen war, und sie quasi bei Null wieder anfangen mussten. In den vergangenen etwa zwei Jahren nahmen SHADOWKEEP nun langsam, aber sicher wieder Fahrt auf und präsentierten im November 2008 endlich ein neues Album mit dem Titel &#8220;The Hourglass Effect&#8221;. Dieses kaum noch zu erhoffen gewagte Lebenszeichen zeigt die Band zwar stilistisch leicht verändert, aber zum Glück wieder mit der Leidenschaft und Inspiration der frühen Tage. Charismatisch wie eh und je tönen die Gitarren, heutzutage etwas runder, wärmer und geschliffener im Klang. <img src="/wp-content/uploads/2009/02/shadowkeep1.jpg" alt="Shadowkeep: &quot;The Hourglass Effect&quot; (2008)" title="Shadowkeep: &quot;The Hourglass Effect&quot; (2008)" width="290" height="350" class="alignleft size-full wp-image-1671" />In die Progressive Metal-Schublade würde man die Band wohl auch heute noch packen, doch fühlt sich der Kenner und Feinschmecker beim Genuss von &#8220;The Hourglass Effect&#8221; vermutlich eher an melodischere, epischere Acts wie LETHAL oder HEIR APPARENT erinnert.</p>
<p>Die größte Veränderung ist wohl der Gesang von Richie Wicks, der über eine sehr gut ausgebildete, mittelhohe, klassische Metal-Stimme verfügt und für ein starkes Achtziger-Feeling der neuen Songs sorgt. Der Gute war in den Anfangstagen von dem, was heute SHADOWKEEP ist, schon einmal mit von der Partie. Damals nannte man sich noch SYRE und schrieb einige Songs, die in etwas veränderter Form den Weg auf &#8220;Corruption Within&#8221; fanden. Doch irgendwann ging man getrennter Wege und Richie war kurzzeitig mal Mitglied illustrer Bands wie TYGERS OF PAN TANG, mit denen er das &#8220;Noises From The Cathouse&#8221;-Album einspielte, und ANGEL WITCH. Nicht nur seine herausragende Vocal-Performance prägt &#8220;The Hourglass Effect&#8221;, sondern auch die leicht düstere Stimmung der Science Fiction-Story aus Mr. Wicks Feder, die den Lyrics zu Grunde liegt. Zusammen mit der bereits mehrfach gelobten, kreativ mitreißenden Gitarrenarbeit und der wieder gewonnenen Spannkraft im Songwriting entsteht daraus ein fantastisches Album, eine der besten Heavy-/Power Metal-Scheiben des Jahres 2008, die Genre-Aficionados kennen und haben müssen. Wer unbedingt Anspieltipps braucht, sollte es mal mit dem energischen &#8216;Incisor&#8217;, dem eingängigen &#8216;Riot On Earth&#8217; oder dem intensiven &#8216;As The Hourglass Falls&#8217; versuchen. Eigentlich macht es aber wenig Sinn, einzelne Songs aus diesem durchgehend tollen Album heraus zu heben.</p>
<p>&#8220;The Hourglass Effect&#8221; erscheint übrigens beim kultigen amerikanischen True-Metal-Underground-Label Melissa Records, das uns in den letzten Jahren so grandiose Platten bescherte wie &#8220;Monuments&#8221; von SEVENTH CALLING oder &#8220;Mindfire&#8221; von BEYOND FALLEN. Am besten, ihr besorgt euch diese nicht weniger empfehlenswerten Scheibchen gleich zusammen mit allen drei SHADOWKEEP-Alben – soweit das euer Geldbeutel zulässt natürlich.</p>
<p>Surftipps:<br />
<a href="http://www.shadowkeepmetal.net" target="_blank">www.shadowkeepmetal.net</a><br />
<a href="http://www.melissarecords.com" target="_blank">www.melissarecords.com</a></p>
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		<title>An einem Tisch mit Erik Ravn (WUTHERING HEIGHTS)</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 19:35:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass vor gut einem Monat die zweite Ausgabe des ProgPower Scandinavia über die Bühne ging, mag der geneigte Stammleser sicher schon mitbekommen haben, der ein oder andere ist vielleicht sogar bis zum Absatz einer gewissen dänisch-schwedischen Band gekommen, deren Stilbeschreibung in berühmter Schubladenmanier hier mal mindestens eine Zeile füllen dürfte. Worte wie &#8216;melodisch&#8217;, &#8216;progressiv&#8217;, &#8216;sinfonisch-episch&#8217; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div align="center"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/12/wh_header.jpg" alt="" title="Wuthering Heights - Interview with Erik Ravn" width="500" height="100" class="aligncenter size-full wp-image-1317" /></div>
<p></br></p>
<p>Dass vor gut einem Monat die zweite Ausgabe des ProgPower Scandinavia über die Bühne ging, mag der geneigte Stammleser sicher schon mitbekommen haben, der ein oder andere ist vielleicht sogar bis zum Absatz einer gewissen dänisch-schwedischen Band gekommen, deren Stilbeschreibung in berühmter Schubladenmanier hier mal mindestens eine Zeile füllen dürfte. Worte wie &#8216;melodisch&#8217;, &#8216;progressiv&#8217;, &#8216;sinfonisch-episch&#8217; ja auch &#8216;folkig&#8217; kommen da auf. Und dann müsste man sich noch Gedanken machen, in welcher Reihenfolge die Elemente dieser wahnwitzigen Anreihung stilistischer Merkmale auftauchen sollen. Reduzieren wir es einfacherweise also auf zwei Worte: WUTHERING HEIGHTS. Da denkt man natürlich sofort an den gleichnamigen, besonders liebeslauten Roman einer gewissen Emily Brontë oder an den Videoclip des Kate Bush-Songs, zugegebenermaßen genialer Ausdruckstanz im knallroten Kleid. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht durchaus, zumal Wuthering Heights-Gitarrist und -Songschreiber Erik Ravn an diesem Tag eine rot-schwarz gestreifte knallenge Hose trägt und damit Mrs. Bush in Sachen selbstbewusste Mode in nichts nachsteht. Ja, es ist wohl eine Frage der Ausdrucksstärke: Stürmische Höhen, eine bessere Bezeichnung für die amerikanische Sängerin wie auch diese dänisch-schwedische Band gibt es einfach nicht. Wer diesen Prophezeiungen nicht glaubt, macht sich von der Ausdrucksstärke des Erik Ravn &#8211; freundlich und selbstironisch, aber mit Leidenschaft bei der Sache &#8211; selbst ein Bild. RockZOOM sprach ihn am 1. November in Kopenhagen&#8230;</p>
<h3>Inhaltsübersicht:</h3>
<p>- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/2/">Über das Zerlegen von Bühnen&#8230;</a><br />
- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/3/">&#8220;Salt&#8221; &#8211; Texte, Bilder, Sänger&#8230;</a><br />
- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/4/">Noch me(e/h)r Salz&#8230; und ein bisschen Pfeffer vielleicht?</a></p>
<h4>Original English version:</h4>
<p>- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/5/">About wrecking stages&#8230;</a><br />
- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/6/">About &#8220;Salt&#8221; &#8211; the words, the images, and the singer(s)&#8230;</a><br />
- <a href="../erik-ravn-wuthering-heights/7/">More about &#8220;Salt&#8221;&#8230; and a pinch of pepper maybe?</a></p>
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		<title>CYNIC: &#8220;Traced in Air&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/11/29/cynic-traced-in-air/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2008 00:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
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		<category><![CDATA[progressive metal]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer Atheist sagt, muss auch Cynic sagen. &#8216;Was, wieso?&#8217; mag sich der Unbedarfte denken, der bisher noch nicht seine Ohren in die Weiten des Progressive/Technical Death Metal gesteckt hat. Beide US-amerikanischen Bands haben sich vor ziemlich genau 15 Jahren nach nur kurzem Bestehen aufgelöst, wurden jeweils vor gut zwei Jahren wiederbelebt, gingen auf Reunion-Tour und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Atheist sagt, muss auch Cynic sagen. &#8216;Was, wieso?&#8217; mag sich der Unbedarfte denken, der bisher noch nicht seine Ohren in die Weiten des Progressive/Technical Death Metal gesteckt hat. Beide US-amerikanischen Bands haben sich vor ziemlich genau 15 Jahren nach nur kurzem Bestehen aufgelöst, wurden jeweils vor gut zwei Jahren wiederbelebt, gingen auf Reunion-Tour und nun steht das erste Album seit einer geschätzten Ewigkeit an. Während die kalifornischen Kollegen von Atheist noch fleißig werkeln, haben Cynic nun mit &#8220;Traced in Air&#8221; ihr zweites Album abgeliefert&#8230;</p>
<p>Auf die Frage im Rockalarm-Interview auf dem diesjährigen Wacken, warum denn erst jetzt Cynic revitalisiert wurden, entgegnet der sympathische Bandkopf Paul Masvidal: &#8220;We&#8217;ve been busy. We&#8217;ve been busy meditating&#8230;&#8221; mehr sarkastisch als zynisch, und mit einem breiten Grinsen serviert. Klar, Transzendenz, das Metaphysische, fernöstliche Philosophien, die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem &#8211; das war schon auf dem 1993er Meilenstein &#8220;Focus&#8221; das inhaltliche Metier der Band, doch bleiben Paul und Sean bodenständig und bescheiden und meinen lediglich, dass in 15 Jahren viel passieren kann, man sich vor alem als Mensch ändert und auf das bisher Gemachte einen guten Draufblick bekommt, der es einen erst ermöglicht, im Jahr 2008 Fuß zu fassen, Neues zu schaffen ohne dem Alten untreu zu werden. Kann &#8220;Traced in Air&#8221; also an &#8220;Focus&#8221;, diesen Großen der Technical (Death) Metal-Pioniere, anknüpfen?</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/cynic.jpg" alt="" title="Cynic - Traced in Air (2008)" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1280" />Das erste Stück &#8220;Nunc Fluens&#8221; beginnt dabei verhalten, baut Spannung auf &#8211; und wie! Langgezogene Gitarren-&#8221;Schreie&#8221;, ein knurrender Bass, sanft einsetzende, immer lauter werdende Percussion &#8230;  Das ist nicht nur eine Intro, es ist eine Exposition, die den Standpunkt nach 15 Jahren Stille ausfindig macht, die Koordinaten setzt, den Hörer gefasst macht, ihn vor einer unheilvoll wabbernden mesomorphen Wand stehen lässt, ein wenig ängstlich, doch zugleich von dieser Furcht vor dem Unbekannten fasziniert, darauf wartend, dass die unvermeidbare Explosion jeden Augenblick stattfindet&#8230; und dann schneidet das erste so Cynic-typische, hochpräzise gespielte Gitarrenriff durch diese schaurig-schöne kristalline Wand, knapp gefolgt von fast absoluter Stille und einem scheinbar fließenden Übergang zu &#8220;Space for this&#8221;, einem für zynische Verhältnisse ganz und gar eingängigen Song! Nein, nicht technisch anspruchslos &#8211; Himmel nein! &#8211; vielmehr tun sich hier bisher Dimensionen auf, die das Gros der technisch-versierten Bands in der Regel vermissen lassen: griffige Melodien, fragile Trips entlang eines seidenen Fadens, wunderschöne Clean-Harmonien zwischen den beiden vokalen Ichs des Paul Masvidal&#8230; Es bleibt definitiv schon nach wenigen Turns etwas im Ohr.</p>
<p>&#8220;Traced in Air&#8221; wirkt insgesamt auch emotionaler, geht näher. Mag sein, dass das auch an den Vocals liegt: Mehr denn je wird seine Pauls wahre Stimme erkennbar, der elektronische Effekt schwingt nur noch unterschwellig mit. Growls kommen nur noch sporadisch vor. Für diese zeichnet sich dieser Tage übrigens ein gewisser Tymon Kruidenier verantwortlich. Sie sind gut, doch auch nach dem wohl 50. Mal Hören muss ich sagen: Ich könnte mir &#8220;Traced in Air&#8221; sogar ganz und gar ohne aggressivere Vocals vorstellen. Die subtilen Songaufbauten, so vielstimmig und durchdacht, durch der Emotionen verschiedenste Ausprägungen tauchend, befördern einen nicht selten in ferne Sphären, nur um dann von brachialen Gnadenlos-Riffs, genau wie ein Uhrwerk, in irdische Ebenen zurückkatapultiert zu werden. Wer braucht bei diesen Reisen noch einen Grunzer? &#8230; Neben den krachigeren Vocalparts spielt Neuzugang Tymon auch noch zusätzliche Gitarrenparts ein &#8211; apropos: Wer die ultrapräzisen Riffs auf &#8220;Focus&#8221; ebenso wie in der Ferne sehnsüchtig lamentierenden Gitarren zu schätzen wusste, wird hier gleich noch mit häufig vor sich hin träumenden Cleangitarren belohnt.</p>
<p>Nun, um die Frage vom Anfang noch einmal aufzugreifen: Ja, &#8220;Traced in Air&#8221; kann an &#8220;Focus&#8221;, diesen Meilenstein im technischen Death Metal anknüpfen. Und ich weiß dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen sollte, aber in meinen Ohren hat &#8220;Traced in Air&#8221; sogar deutlich die Nase vorn. Es macht sich frei vom Death Metal-Korsett und gibt auch der technischen Ausgereiftheit der Musik den nötigen akustischen Rahmen in Höchstqualität. Ja, ich meine da die schön druckvolle Produktion. Klangen die Drums bei hier und da beim &#8220;Focus&#8221;-Opener &#8220;Veil of Maya&#8221; beispielsweise noch wie ein Flipperautomat, trifft man hier auf rollende Toms, peitschende Becken, einem nach wie vor Tänze vollführenden, satt klingenden Bass. Jede noch so kleine Triangel fände in der Differenziertheit dieser Produktion ihre Beachtung. &#8216;Zeitgemäß&#8217; wäre für diesen Sound nicht das richtige Wort. Heutzutage wird dabei viel falsch gemacht: Auf dem OP-Tisch wird seziert, sterilisiert, schönheitsoperiert &#8211; am Ende stehen die meisten gesichtslos da, oder zumindest mit einer Einheitsvisage: schick aber irgendwie langweilig.</p>
<p>Doch zurück zum hervorragenden Gegenbeispiel: &#8220;Traced in Air&#8221; ist ein einziger Fluss. Natürlich gibt es himmlische Höhen. Zum Beispiel das bereits im Vorfeld bekannte &#8220;Evolutionary Sleeper&#8221;, welches seinen delikaten Einstand auf dem norwegischen Hovefestivalen 2007 erlebte, das sich anschließende &#8220;Integral Birth&#8221;, dessen vielgestaltige Schönheit jeder Beschreibung trotzt oder &#8220;Adam&#8217;s Murmur&#8221;, schon beinahe eine Art Liebeslied. Selbst &#8220;Nunc Stans&#8221; ist kein simples Outro &#8211; es gehört unabdingbar zum Album. Die berühmte Phrase &#8220;wie aus einem Guss&#8221; findet hier sein anerkennendstes Kopfnicken. Nur leider ist &#8220;Traced in Air&#8221; immer so erschreckend schnell vorbei &#8211; mit 34 Minuten Laufzeit sogar noch kürzer als &#8220;Focus&#8221;! &#8230;Passt aber somit auch in jede Mittagspause. Wer es also exotisch mag (irgendwo zwischen Indisch und Talaxianisch, mit einer Prise fein-französischer Cuisine) hat hier wirklich gut und lecker zu beißen. Wer erstmal nur lieber kosten mag: Cynics Label <a href="http://www.season-of-mist.com/common/downloads/cynic/Cynic%20-%20Integral%20Birth.mp3" target="_blank">Season of Mist-Records hat &#8220;Integral Birth&#8221; zum Download freigegeben</a>. Übrigens, demnächst auch live unterwegs mit Opeth und The Ocean &#8211; Traumtour!!</p>
<p># 05.12. &#8211; Zürich, Rohstofflager &#8211; CH<br />
# 06.12. &#8211; München, Backstage werk &#8211; GER<br />
# 07.12. &#8211; Wien, Arena &#8211; AT &#8211; SOLD OUT!<br />
# 09.12. &#8211; Stuttgart, Longhorn &#8211; GER<br />
# 10.12. &#8211; Köln, Live Music hall &#8211; GER<br />
# 11.12. &#8211; Berlin, Postbahnhof &#8211; GER<br />
# 12.12. &#8211; Hamburg, Markthalle &#8211; GER</p>
<p>>> <a href="http://www.myspace.com/cyniconline" target="_blank">CYNIC @ Myspace</a></p>
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		<title>II. ProgPower Scandinavia @ The Rock, Kopenhagen &#124; 31.10.-01.11.2008</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 10:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kopenhagen lud am Wochenende des Halloween-Klamauks zur zweiten skandinavischen Ausgabe des renommierten ProgPower Festivals ein und frohlockte schon früh in diesem Jahr mit ganz vorzüglichen Namen der Prog-Szene – Große wie auch exquisite, nicht jedem bekannte Namen liefen einem da über den Weg. Dieses Line-up, man muss es sich wahrlich noch einmal auf der Zunge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kopenhagen lud am Wochenende des Halloween-Klamauks zur zweiten skandinavischen Ausgabe des renommierten ProgPower Festivals ein und frohlockte schon früh in diesem Jahr mit ganz vorzüglichen Namen der Prog-Szene – Große wie auch exquisite, nicht jedem bekannte Namen liefen einem da über den Weg.<span id="more-1139"></span> Dieses Line-up, man muss es sich wahrlich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen:<br />
<img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/meerjungfrau.jpg" alt="" title="Kopenhagens kleine Meerjungfrau" width="160" height="240" class="alignleft size-full wp-image-1202" /><br />
<strong>Freitag:</strong><br />
Vanden Plas<br />
Pagan&#8217;s Mind<br />
Wuthering Heights<br />
Secret Sphere<br />
Nostradameus</p>
<p><strong>Samstag:</strong><br />
Pain of Salvation<br />
Deadsoul Tribe<br />
Mekong Delta<br />
Lanfear<br />
Cloudscape</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/10/progpowerscandinavia.gif" alt="" title="ProgPower Scandinavia 2008" width="160" height="160" class="alignleft size-full wp-image-952" />Drei Bands gehören bei mir persönlich zu den absoluten Favoriten (Wuthering Heights, Pain of Salvation, Deadsoul Tribe) und gut die Hälfte der aufspielenden Bands kann ich sehr gut leiden, nehmen wir da zum Beispiel Pagan&#8217;s Mind, Cloudscape oder Mekong Delta.</p>
<p>Ein kleiner Wermutstropfen musste aber noch in Kauf genommen werden: Aus gesundheitlichen Problemen beim Zero Hour-Bassisten mussten die amerikanischen Vorzeige-Progger ihren Auftritt absagen, wurden aber sehr kurzfristig durch die nicht minder technisch versierten und zudem fast gänzlich neu besetzten Mekong Delta ersetzt werden. Klingt im ersten Moment nach einem passenden Ersatz, doch wird die nur vor wenigen Monaten neu zusammengewürfelte Gruppe das anspruchsvolle Material live gut umsetzen können? Antworten auf Fragen wie jene und andere gibt es beim Umblättern zuhauf&#8230;</p>
<p><em>[<a href="/photos/tags/progpowerscandinavia2008">oder gleich zur Galerie?</a>]</em></p>
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		<title>GOJIRA: &#8220;The Way of All Flesh&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 15:31:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir brauchen Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in die Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. So sagte einst Franz Kafka. Tauscht man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>Wir brauchen Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in die Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.</em></p></blockquote>
<p><span id="more-923"></span></p>
<p>So sagte einst Franz Kafka. Tauscht man dieses Buch nun gegen Musik aus, so trifft jener Satz die Machenschaften der französischen Extrem-Metaller Gojira im Kern. Aufrüttelnd zeigen sie sich seit dem 13. Oktober einmal mehr. “The Way of All Flesh” ist das mittlerweile vierte Album der vier Herren, deren Musik hier und da mit einem Schmunzeln auch gern als “Ökometal” oder gar “Zen-Metal” bezeichnet wird. Das liegt der inhaltlichen Seite sogar ziemlich nahe – wer dabei aber New Age-Klänge einer Meditations-CD vom Müller-Markt erwartet, wird aber vor allem beim Anhören der neuen Scheibe eines besseren belehrt&#8230;</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/10/gojira_frommars.jpg" alt="" title="Gojira: From Mars to Sirius (2005)" width="120" height="120" class="alignleft size-full wp-image-1029" />Selbst “From Mars to Sirius” von 2005 war trotz hier und da auftauchender Walgesänge ein Paukenschlag: Rasche Ideen- und Tempiwechsel, die so typischen fordernden wie auch tonnenschweren Riffs und vorwiegend Death Metal-inspiriertes Gebrüll boten den Rahmen für die Reise durch das All vom Planeten Mars (als Sinnbild kriegerischen Handelns) bis hin zum hellen Sternsystem Sirius als Zeichen von Frieden. Der eindringliche Appell erschien ebenso hell und klar: Umwelt<strong>bewusstsein</strong> allein reicht nicht aus. Gewissensbissig mahnen Gojira, dass Handeln gefragt ist, dass wir uns noch gar nicht genug vor der wahrscheinlichen Endstation unseres einst eingeschlagenen Kurses fürchten.</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/10/gojira_the-way-of-all-flesh.jpg" alt="" title="Gojira: The Way Of All Flesh (2008)" width="220" height="221" class="alignleft size-full wp-image-1012" />Nun bei “The Way of All Flesh” steht wieder ein anderes, wenn auch nicht dem Umweltbewusstsein völlig fremdes Bewusstsein im Vordergrund: die im Endeffekt einfache aber gern verdrängte Erkenntnis, dass wir alle einmal von diesem Leben lassen müssen. Angesichts der ernsten Thematik werden diesmal aus dunklere, unheilvollere Töne angespielt. Bereits der Opener “Oroborus” zeigt sich besonders heavy, bestens nach vorn gedrückt von dieser brachialen Wand von Produktion, für welche Logan Mader verantwortlich ist. “The Way of All Flesh” ist negativer, apokalyptischer als sein Vorgänger ausgefallen, da kaum einer im nötigen Maße auf die umweltlichen Veränderungen reagiert&#8230; Resignation – dafür sind die Protagonisten zu trotzig. Hoffnung? Dafür ist man wohl zu resigniert&#8230; “Toxic Garbage Island” und “A Sight to Behold”, letzteres teilweise mit gezischtem Vocodergesang und modernen Samples, sprechen eine ganz klare Sprache &#8211; Reminiszenz der “From Mars to Sirius”-Message, hier am Beispiel:</p>
<blockquote><p><em>The way we all behave is not understandable<br />
It is so sad to see the wealth of our planet fade away<br />
We all behave like children, taking off the head of our teddy bear<br />
to see what&#8217;s inside, taking, not giving back<br />
We drain the oceans and suck all the blood out of the soil<br />
We spend the time we have left fighting and killing each other<br />
Lust for comfort, entertainment becomes an obsession<br />
And there is so much time to kill</em><br />
(&#8220;<strong>A Sight to Behold</strong>&#8220;, 2008)</p></blockquote>
<p>Musikalisch erinnert “The Way of All Flesh” eher an das zweite Werk “The Link” als an die Töne des gemäßigteren letzten Albums, da hier ähnlich ruppig wie im Jahr 2003 herangegangen wird. “Adoration for None” ist da wohl das heftigste Stück des neuen Blei-Rundlings, wobei hier zusätzlich die gesangliche Unterstützung des Lamb of God-Shouters Randy Blythe eingeholt wurde. Ganz besonders der stark perkussive Einstieg von “The Art of Dying” erinnert an “The Link”, genauer genommen das darauf enthaltene Instrumentalstück “Connected”. erinnert vor allem. Insgesamt kann man “The Art of Dying” durchaus als den wohl stärksten Track auf “The Way of All Flesh” bezeichnen&#8230; gleich neben “Vacuity”, welches Sein und Nichtsein, das eigentliche zentrale Motiv der aktuellen Scheibe, gelungen und vergleichsweise einfach zugänglich auffaltet&#8230;</p>
<blockquote><p><em>Vacuity. Absence of matter, emptiness, but full of light. Ultimate presence beyond the notions of our world. Vacuity is the source and not just &#8216;nothingness.&#8217; We live in a world that goes faster every day and it seems there&#8217;s a lack of time for each one of us.<br />
This song is about taking the time and being closer to the heart. </em><br />
(<strong>Joseph Duplantier</strong>, git./voc.)</p></blockquote>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&#038;videoid=44032124">Offizieller Videoclip zu “Vacuity”:</a><br/><object width="425px" height="360px" ><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="movie" value="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=44032124,t=1,mt=video"/><embed src="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=44032124,t=1,mt=video" width="425" height="360" allowFullScreen="true" type="application/x-shockwave-flash"></embed></object></p>
<p>“The Way of All Flesh” überwindet die streckenweise vorhandene Ziellosigkeit von “The Link” und ist zugleich bissiger als “From Mars to Sirius”. Dafür muss man sich dieses neue Album hart erarbeiten. Doch Gojira-Fans wissen, was sie von ihren Lieblingsfranzosen haben: einmalige Vocals (diesmal “nur” gebrüllt, ohne Klargesang) und den unverwechselbaren Gitarrensound mit den so typischen, knallharten Stakkato-Riff, die sich für den einen angenehm beschäftigend, für den anderen absolut unverdaulich in die Magengrube legen. Wer bisher nicht mit Gojira in Kontakt gekommen ist, versucht sich am besten erst einmal am oben hinterlegten &#8220;Vacuity&#8221;.</p>
<p>&#8211;</p>
<p>>> <a href="http://www.gojira-music.com" target="_blank">www.gojira-music.com</a><br />
>> <a href="http://www.myspace.com/gojira/" target="_blank">www.myspace.com/gojira/<br />
</a></p>
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		<title>II. PROGPOWER SCANDINAVIA am Halloween-Wochenende</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 10:33:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum zweiten mal steht sie vor der Tür, die nordische Ausgabe des Progressive Metal-Festivals schlechthin. Nachdem das ehemalige Gerichtsgebäude in Kopenhagen, heute besser als &#8220;The Rock&#8221; bekannt, bereits im vergangenen Jahr Hochkaräter wie Orphaned Land, Threshold, Mercenary oder Eldritch begrüßen konnte, legen die Veranstalter in Sachen Line-up beim diesjährigen Nachfolgeevent noch einen drauf und präsentieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum zweiten mal steht sie vor der Tür, die nordische Ausgabe des Progressive Metal-Festivals schlechthin. Nachdem das ehemalige Gerichtsgebäude in Kopenhagen, heute besser als &#8220;The Rock&#8221; bekannt, bereits im vergangenen Jahr Hochkaräter wie Orphaned Land, Threshold, Mercenary oder Eldritch begrüßen konnte, legen die Veranstalter in Sachen Line-up beim diesjährigen Nachfolgeevent noch einen drauf und präsentieren ein Programm, das die etablierten Partnerfestivals im holländischen Baarlo und den Vereinigten Staaten recht alt aussehen lässt.</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/10/progpowerscandinavia.gif" alt="" title="ProgPower Scandinavia 2008" width="170" height="170" class="alignleft size-full wp-image-952" />Highlight ist da sicher der Samstag mit den beiden Hochkarätern <strong>PAIN OF SALVATION</strong> und <strong>DEADSOUL TRIBE</strong>, die aufgrund ihrer langjährigen Liveerfahrungen Emotionalität und Progressivität in perfekter Symbiose miteinander harmonisieren lassen können. Nicht zuletzt bestehen beide Bands aus optimal aufeinander eingespielten, sympathischen Individuen, die sich zum Novemberbeginn hoffentlich auch topfit zeigen werden.</p>
<p>Besonderes Schmankerl des Freitags wird ein absolut rarer Auftritt der dänisch-schwedischen Combo <strong>WUTHERING HEIGHTS</strong> werden. Insbesondere auf ihren vergangenen beiden Alben kontnen diese Talente mit dem Ausnahmesongschreiber Erik Ravn und Astral Doors-Supersänger Nils Patrik Johansson eine hochintensive und -emotionale Mischung aus Progressive- und Power Metal mit Folkeinflüssen und sinfonischen Arrangements abliefern. Derzeit ist ein neues Album, welches bisher auf den ungewöhnlichen Namen &#8220;Salt&#8221; hört, in der Mache. Wer weiß, vielleicht gibt es auch schon den ein oder anderen neuen Song zu begutachten&#8230;</p>
<p>Auch die deutsche Prog-Elite wird nach Kopenhagen kommen. Namentlich sind das die routinierten <strong>VANDEN PLAS</strong> als Freitagsheadliner und die Prog-Thrash-Urgesteine <strong>MEKONG DELTA</strong> als Ersatz für die amerikanischen Tech-Proggies ZERO HOUR, welche aufgrund einer Handoperation des Bassers Troy Tipton leider absagen mussten.</p>
<p>Besonders hervorheben sollte man noch noch die aufstrebenden Melodic Progressive Metal-Kapellen <strong>CLOUDSCAPE </strong>und <strong>PAGAN&#8217;S MIND</strong>. Beide sind unter Kennern schon lange ein Begriff und geben auch live stets ihr letztes Hemd.<br />
Löblich ist vor allem, dass jede Band eine Spielzeit von mindestens 45 Minuten bekommt &#8211; bei so manchen Progepen sicher eine willkommene Lösung und genug Zeit, sich mit jeder Band eingehend beschäftigen zu können.</p>
<p>Als Progfan darf man sich das zweite ProgPower Scandinavia im Herzen der dänischen Hauptstadt einfach nicht entgehen lassen. Wir werden jedenfalls da sein &#8211; Kommt mit! Genießt gute Musik, ein paar Carlsberg und die nette Gesellschaft!</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Hier noch einmal die wichtigsten Informationen:</p>
<p><strong>Wann?</strong> 31.10.-01.11.2008, Beginn ist an beiden Abenden 19:00 Uhr<br />
<strong>Wo?</strong> <a href="http://www.the-rock.dk" target="_blank">The Rock</a> in Kopenhagen, Dänemark</p>
<p><small><a href="http://maps.google.com/maps/ms?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;ie=UTF8&amp;msa=0&amp;msid=115720437356960908845.000458ce9a628ba44db42&amp;ll=55.679423,12.574196&amp;spn=0.007259,0.012875&amp;z=15&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Größere Kartenansicht</a></small><br />
<iframe width="300" height="300" align="left" hspace="10" vspace="10" style="margin: 0 15px 15px 0" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.com/maps/ms?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;ie=UTF8&amp;s=AARTsJov7_ZsUPoNfiEGN9HfQw-zb9bgWQ&amp;msa=0&amp;msid=115720437356960908845.000458ce9a628ba44db42&amp;ll=55.679423,12.574196&amp;spn=0.007259,0.012875&amp;z=15&amp;output=embed"></iframe><strong>Wer?</strong></p>
<p>* Pain Of Salvation<br />
* Vanden Plas<br />
* DeadSoul Tribe<br />
* Pagan&#8217;s Mind<br />
* Mekong Delta<br />
* Wuthering Heights<br />
* Secret Sphere<br />
* Lanfear<br />
* Cloudscape<br />
* Nostradameus</p>
<p><strong>Wie viel?</strong> Das 2-Tagesticket gibt es für umgerechnet 47 Euro + VVK- Gebühren bei <a href="http://www.billetlugen.dk/music/5832/" target="_blank">www.billetlugen.dk</a>.</p>
<p>>> <a href="http://www.progpowerscandinavia.com/" target="_blank">www.progpowerscandinavia.com</a></p>
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		<title>Anathema – Auf dem Weg &#8230; wohin?</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/09/17/anathema-auf-dem-weg-wohin/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 07:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Schmelzeisen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anathema genießen Kultstatus unter ihren Anhängern. Spätestens seit ihrem Meisterwerk „Judgement“ (1999) kommt man an den Liverpoolern nicht mehr vorbei, wenn man über die melancholische Seite der Rockmusik philosophiert. Eine stetige Weiterentwicklung sorgte immer für kurzweilige Unterhaltung und spannende Musik, was aber in den letzten Jahren etwas aus dem Ruder zu laufen schien. Mit ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anathema genießen Kultstatus unter ihren Anhängern. Spätestens seit ihrem Meisterwerk „Judgement“ (1999) kommt man an den Liverpoolern nicht mehr vorbei, wenn man über die melancholische Seite der Rockmusik philosophiert. Eine stetige Weiterentwicklung sorgte immer für kurzweilige Unterhaltung und spannende Musik, was aber in den letzten Jahren etwas aus dem Ruder zu laufen schien. Mit ihrem neuen Akustikoutput <strong>„Hindsight“</strong> geben Anathema erneut Anlass zur Diskussion.</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/09/hindsight.jpg" alt="" title="Anathema: \&quot;Hindsight\&quot; (2008)" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-820" />„A natural disaster“, das letzte Studioalbum von Anathema, erschien 2003 und liegt somit fünf Jahre zurück. Die Zwischenzeit verkürzten sich die Engländer mit ausgedehnten Touren, u.a. mit Porcupine Tree; leider wurde deutscher Boden dabei selten beackert. Versprechungen über die Zukunft wurden viele gemacht. Ein neues Album wurde den hungrigen Fans schon länger versprochen, bekräftigt durch drei neue Songs, die man kostenlos auf der offiziellen Homepage herunterladen durfte. Erklärt wurde die lange Wartezeit immer wieder mit dem Fehlen eines Plattenvertrages. Ständig aber hörte man von lukrativen Angeboten, die die Band angeblich ablehnte. Mit der Zeit begann man sich Gedanken zu machen, ob die Band wirklich eine Zukunft hat und wie diese wohl aussehen mag. Nach der starken DVD „Were you there“ schob man knapp ein Jahr später die DVD „A moment in time“ hinterher, die qualitativ äußerst fragwürdig war. Leichte Zweifel wurden laut, ob Anathema wirklich den richtigen Weg gehen würden. Zusätzlich wurden die Fans aufgefordert, mit einer Spende das neue Demo mitzufinanzieren. Lange Zeit musste man auf ein Statement warten, was denn mit dem Geld passiert sei. Es scheint also derzeit nicht leicht zu sein, sich als Anhänger der Band zu bezeichnen. Denn erst im August 2008 erscheint mit „Hindsight“ ein reguläres Lebenszeichen, das auf mehr hoffen lässt.</p>
<p>Doch was genau stellt „Hindsight“ eigentlich dar? Zunächst einmal wirkt es zumindest diskussionswürdig, dass eine Band nach fünf Jahren Abstinenz ein Akustikalbum mit alten Songs auf den Markt wirft statt ein neues Studioopus zu veröffentlichen. Immerhin ist zwar mit „Unchained“ ein neuer Song vertreten, aber etwas mehr hatte man sich als Fan vielleicht schon erhofft. Damit aber nicht genug: die Band selbst zeichnet sich für die Produktion des Silberlings verantwortlich und das hört man leider. Die Sound schwächelt an vielen Ecken und wirkt (mal bissig gesagt) wie eine bessere Demo-CD. Gerade bei den heutigen Möglichkeiten der Studiotechnik hätte man da mehr erreichen können. Auch die Auswahl der Tracks sowie deren Arrangements überraschen keineswegs; etwas mehr Mut und Inspiration hätte der Scheibe mehr Leben einhauchen können. So aber bekommt man für den vollen CD-Preis eine mäßig produzierte CD ohne Überraschungen. Stücke wie „One last goodbye“, „Flying” oder “Leave no trace” sind im akustischen Gewand dennoch schön und immer noch atemberaubend, “Fragile dreams” und “Are you there” sind gar in der Umsetzung recht innovativ geraten, aber die Qualität dieses Materials ist bereits bekannt. Als Midprice-CD oder als kleines Gimmick zum nächsten Album hätte diese CD eine recht gute Figur gemacht, aber so darf die Daseinsberechtigung von „Hindsight“ zumindest kritisch hinterfragt werden.</p>
<p>Anathema sind zu Größerem fähig, das haben sie oft genug bewiesen. Die letzten Jahre aber wirkten etwas unbeholfen mit zwei Veröffentlichungen, die man als Fan als nicht zwingend notwendig empfindet. Auch neuere Songs wie „A simple mistake“ oder „Angels walk among us“ lassen die Erwartungen wieder in alte Höhen emporsteigen, ebenso, dass Steven Wilson (Porcupine Tree) den Mix des nächsten Albums „Horizons“ übernehmen soll. Den letzten benötigten Lebensbeweis konnten sich deutsche Fans auf dem diesjährigen Summer Breeze holen, auf dem Anathema nicht einfach nur zu überzeugen wussten, sondern mit deutlicher Spiellust und altem Feuer im Sound die Massen begeisterten. Das lässt hoffen und verzeiht viele kleine Fehltritte. Und doch steht uns mit dem neuen Studioalbum der entscheidende Moment noch bevor: Können Anathema dort anknüpfen, wo sie mit „A natural disaster“ aufgehört haben? Können sie ein Album erschaffen, dass die letzten fünf Jahre vergessen lässt? Und können sie die Zweifel über ihren derzeitigen Weg ausräumen? Denn auch für dieses Album steht noch keine Plattenfirma und demnach noch kein Veröffentlichungstermin fest. Und eigentlich möchte sich niemand darum Gedanken machen, wie weit die treuen Fans noch bereit sind zu gehen &#8230;</p>
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		<title>MOURNING RISE &#8211; Au&#223;enschichtenmusik f&#252;r Unterstehende</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/08/24/mourning-rise-aussenschichtenmusik-fuer-unterstehende/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 07:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf zu neuen Ufern]]></category>
		<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[mourning rise]]></category>
		<category><![CDATA[progressive metal]]></category>

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		<description><![CDATA[Leipzig lacht. Und wir lachen mit. Zwar heißen die neuen Gesandten der Musenschaft Westsachsen Mourning Rise, doch Grund zur Trauer bietet die in jeder Hinsicht progressive Musik und Musizierhaltung dieser vier Anarchosyndikalisten nun wirklich nicht. Ein Gespräch vom 1. August im Leipziger Helheim, zur Releaseparty der Mourning Rise-EP „Five Ways to Illuminate Silence“ ist selbstklärend&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/08/mrise_kingsofnothing.jpg" alt="" title="Mourning Rise - Kings of Nothing..." width="170" height="297" class="alignleft size-full wp-image-727" />Leipzig lacht. Und wir lachen mit. Zwar heißen die neuen Gesandten der Musenschaft Westsachsen <strong>Mourning Rise</strong>, doch Grund zur Trauer bietet die in jeder Hinsicht progressive Musik und Musizierhaltung dieser vier Anarchosyndikalisten nun wirklich nicht. <span id="more-713"></span>Ein Gespräch vom 1. August im Leipziger Helheim, zur Releaseparty der Mourning Rise-EP „Five Ways to Illuminate Silence“ ist selbstklärend&#8230; selbstwerdend. Und so war es gar nicht mal so schlimm, dass ich meinen kompletten Fragenkatalog an die Band zu Hause hab liegen lassen. Die wirklich wichtigen Fragen wurden gestellt und die mitteilungsfreudigen Musiker brauchten eh nur kurze Anstöße, um ihren Gedanken spontan Ausdruck zu verleihen&#8230;</p>
<p>Der Übersicht halber ist diese frivole Unterhaltung auf mehrere Seiten verteilt worden:</p>
<p><a href="../mourning-rise-aussenschichtenmusik-fuer-unterstehende/1/">Seite 1: „&#8230;Außenschichtenmusik für Unterstehende&#8230;“</a><br />
<a href="../mourning-rise-aussenschichtenmusik-fuer-unterstehende/2/">Seite 2: „&#8230;Wir sind im Grunde genommen der Straßenköter, der seine Straßenköterigkeit dadurch gewinnt, dass jedes Geflöhe auf ihm parasitieren darf&#8230;“</a><br />
<a href="../mourning-rise-aussenschichtenmusik-fuer-unterstehende/3/">Seite 3: „&#8230;die nächste EP nur auf Schallplatte&#8230;“</a><br />
<a href="../mourning-rise-aussenschichtenmusik-fuer-unterstehende/4/">Seite 4: „&#8230;einen russischen Einfluss in unserer Musik&#8230;“</a></p>
<p>&#8211;</p>
<p>Die erste Frage ist eigentlich gar keine. Ihr dürft jetzt eine Minute lang sagen, was euch im weitesten Sinne zum Thema Mourning Rise einfällt.</p>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Wir machen mal so etwas wie eine Wortkette oder einfach nur Stichwörter&#8230;</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Rika</strong>: Na dann fang mal an, Stefan!</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Postmodern!</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Mourning Rise hat ganz viel mit Bushaltestellen zu tun&#8230; und Straßenbahnhaltestellen in einer ganz trostlosen Stadt&#8230; Es steckt sehr viel dahinter.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Rika</strong>: Sehr zynisch und ironisch – wir lachen über uns selbst.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Ja, wir haben uns quasi geschaffen, um über uns zu lachen&#8230; Das ist so ein bisschen wie Gott.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Aber damit hört es nicht auf. Wir lachen nicht nur über uns selbst, sondern lachen alle anderen bedingungslos aus. Ohne jeden Zweifel: Wir lachen über alles&#8230;</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Rika</strong>: Und hier: <em>(zeigt zur Videoleinwand, wo etwas geschrieben steht&#8230;)</em> „Außerschichtenmusik für Unterstehende!“</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Genau, die Musik richtet sich also konkret an eine Masse, die es nicht gibt.</p></blockquote>
<p>Aber wenn man sich mal so umschaut: Unterstehende gibt es doch eigentlich ganz viele, oder nicht?</p>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Das kommt darauf an, wo man steht – also persönlich. Wenn man es als Subjekt begreift, als jemand der sich unterstellt, dann hat man zwar den Kern nicht erwischt, kann aber trotzdem die Musik hören und sie nicht verstehen&#8230;</p></blockquote>
<p>Okay, wir haben jetzt schon ein wenig darüber erfahren, warum ihr entstanden seid, nämlich um wohl Außenschichtenmusik für Unterstehende zu machen&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Nee, andersherum. Wir sind vorher schon entstanden. Um das mit Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ zu sagen: Wir sind zu einem Zeitpunkt entstanden, als wir selber noch nicht wussten, wer wir werden wollen. Erst später kam „Außenschichtenmusik für Unterstehende“. Also, immer in dem Kontext Nietzsche und Nihilismus betrachten! Und es gibt eine nächste Stufe, die wir erreichen wollen. Jetzt mit diesem Album haben wir erst einmal definiert, was poststrukturaler Konvergenzpop ist &#8211; das war uns wichtig &#8211; und in der nächsten Stufe wollen wir uns dem elitären Kulturnihilismus widmen, an dessen Ende wir quasi auf einer gewissen Stufe sagen wollen: Wir gegen alle, gegen uns selbst, aber auch für alle. Es ist ein Widerspruch in sich selbst, der sich an sich selbst gebricht und daraus etwas Neues entstehen lässt. Es geht hier um einen ganz neuen Ansatz.</p></blockquote>
<blockquote><p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/08/mrise_5ways.jpg" alt="" title="Mourning Rise - \&quot;Five Ways to Illuminate Silence\&quot; (2008)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-728" /><strong>Stefan</strong>: Wir sind im Grunde genommen die Klippen, an denen sich die Wellen brechen müssen. Und die Frage danach, woher wir kommen oder was wir damit wollten, ist immer falsch, denn Geschichte kann immer nur ein Steinbruch sein für die, die etwas wollen. Wir wollen aber nichts außer werden. Und deshalb verneinen wir alles, was Inhalte in sich birgt&#8230; Und wenn man so möchte, ist der amerikanische Westernfilm die Begründung des Kulturnihilismus – und davon müssen wir wegkommen. Wir wissen also nur, von wo wir weg müssen, aber nicht, wohin wir wollen. </p></blockquote>
<p><em>(In der Helheim-Stube im Hintergrund klingt gerade Negura Bungets „Tesarul de Lumini“ an, ein erfreulich tiefgehender, fruchtbarer Nährboden für die sich entwickelnde Bedeutungsschwangerschaft dieses Gespräches&#8230; aber ansonsten nicht weiter von Bedeutung.)</em></p>
<p>Lässt sich das Phänomen eurer Selbstfindung denn nun auf ein bestimmtes Datum festmachen? Wann habt ihr euch das erste mal getroffen, unter dem Gesichtspunkt „Wir wollen irgendwo hingehen, wissen aber noch nicht genau wohin“?</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Es gibt einen Prozess dazu. Im Prinzip war am Anfang das Feuer. Das war bei uns mehr oder weniger auch so. Das Feuer war sinnbildlich das Schlagzeug und der Bass, die sich vor Jahren schon gefunden haben. Aus der Stille hinaus, nur Schlagzeug und Bass, purer Minimalismus, pure Metaphorie&#8230;</p></blockquote>
<p>Reduzierst du dich selbst auf Stille?</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Ich bin die Stille.</p></blockquote>
<p>Sehr bescheiden.</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Ich bin die bescheidene Stille.</p></blockquote>
<p>Und du hast erkannt, dass du Hilfe brauchst. Ich find&#8217;s gut, wenn man sich das eingestehen und offen sagen kann: „Ja&#8230; ich will. Ich brauche Hilfe.“</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Ich hab gesagt „Ja, ich brauch Hilfe.“ und dann war es so: Es erschien mir Hilfe&#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230;am Horizont!?</p>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Nein, nicht am Horizont. Ich saß da und es klopfte an meiner Tür und das unwahrscheinlichste Wesen, was man sich in diesem Universum vorstellen kann, stand vor meiner Tür: Stefan!</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Hi!</p></blockquote>
<p>Stefan! Und du hast ihn gerettet, aus seiner Stille heraus?</p>
<blockquote><p><strong>Stefan</strong>: Ja, er kam gerade vom Joggen, war also oberkörperfrei, und allein das insprierte mich zu einem wehmütigen Song über die Vergänglichkeit des Menschen. Und er repräsentiert nicht nur die Vergänglichkeit, sondern auch die Transzendenz. Er ist quasi die Brücke in unser geistiges Eigentum. Und zurück zu dem Punkt, wo wir gerade ausgestiegen sind: Es ist Selbstwerdung, Selbstfindung. Das ist das, was diese Musik umkreist. Wie ein lauernder Wolf nähert sie sich dem Lamm. Im Grunde genommen muss es passieren. Jeder weiß, worauf es hinausläuft: Selbstfindung kann nur mit Selbstzerstörung enden.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Jürgen</strong>: Dieser Prozess der Selbstfindung findet zum Beispiel seinen Wiederklang, indem wir Ideen von der indischen Jugendbewegung übernommen haben, was im letzten Song anklingt, „Scouting High Ways“. Das bedeutet nämlich nicht nur auskundschaften und etwas suchen, wo dieses Metaphysische schon deutlich wird, sondern „Scouting“ ist ganz konkret eine indische Jugendbewegung, und an deren Ideale knüpfen wir an. Das ist das Eine. Und auf der anderen Seite war die Bearbeitung der Zahl 5 natürlich ganz bewusst gewählt, denn 5 ist die Quersumme von 23, und 23 ist die Zahl der Illuminaten. Wenn man den Titel betrachtet, „Five Ways to Illuminate Silence“: Hier wird die Transzendenz &#8211; die erleuchtete Transzendenz – deutlich, die über sich hinausschnellt, sich selbst erkennen will&#8230; </p></blockquote>
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		<title>OPETH: &#8220;Watershed&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 14:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[opeth]]></category>
		<category><![CDATA[progressive]]></category>
		<category><![CDATA[progressive death metal]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Watershed&#8221;, bedeutet wortwörtlich so viel wie &#8220;Niederschlagsgebiet&#8221;, ist aber auch ein figuraler Begriff, der im Deutschen einen Wendepunkt bezeichnet. Das könnte im Falle Opeth, Schwedens Finest in Sachen progressiver Death Metal, gleich mehrere Bedeutungen und Gründe haben: Die Neuzugänge Axenrot und Åkesson versprechen neue musikalische Einflüsse wie es schon bei Per Wiberg beim letzten mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Watershed&#8221;, bedeutet wortwörtlich so viel wie &#8220;Niederschlagsgebiet&#8221;, ist aber auch ein figuraler Begriff, der im Deutschen einen Wendepunkt bezeichnet. Das könnte im Falle Opeth, Schwedens Finest in Sachen progressiver Death Metal, gleich mehrere Bedeutungen und Gründe haben: Die Neuzugänge Axenrot und Åkesson versprechen neue musikalische Einflüsse wie es schon bei Per Wiberg beim letzten mal war? Chefdenker Mikael Åkerfeldt stellt im Vorfeld seine Lieblingsscheiben vor, die fast alle mit Metal herzlich wenig zu tun haben und benutzt den Retro-Anstrich des letzten Albums &#8220;Ghost Reveries&#8221; nun als Fundament für die neue Platte? &#8230;<br />
Werden wir hiermit Zeugen des Wendepunktes einer Band, die ohnehin schon viele Wandlungen und Windstärken im Verlaufe ihrer Geschichte erlebt hat?</p>
<p><strong>Opeth: &#8220;Watershed&#8221;</strong> (VÖ: 30.05.2008)<br />
<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/watershed.jpg' alt='Opeth - Watershed (2008)' class="float_left"/><br />
1.  Coil<br />
2. Heir Apparent<br />
3. The Lotus Eater<br />
4. Burden<br />
5. Porcelain Heart<br />
6. Hessian Peel<br />
7. Hex Omega</p>
<p>Mit Spannung landet das Werk im Player, auf Booklet-Texte muss man diesmal verzichten und bekommt stattdessen kryptische Zeichen geboten. Die Musik aber spricht eine deutliche Sprache:</p>
<p><strong>&#8220;Coil&#8221;</strong> lautet der Titel der unglaublich schönen Akustik-Intro, bei der Sängergitarrist Mikael von einer wunderbar klingenden Dame unterstützt wird. Die feine Leitmelodie bleibt sogleich im Ohr&#8230; Einen kompromisslosen Übergang, nein, geradezu einen Fortriss von der anfänglichen Schönheit stellt <strong>&#8220;Heir Apparent&#8221;</strong> dar. Sehr heftiger Song. Vielversprechend&#8230; und doch unverkennbar Opeth: Kehliges Death-Gegrowl trifft auf glockenklare harmonische Gesänge, groovige Riffs, Trommelinferno, düstere Akustikpassagen, sanfte Percussion und leichtfüßig dahergezauberte Hammondorgel-Begleitungen mit mehr als nur einem Touch 70er Jahre Prog/Art Rock. Von letzterem kann man sich vor allem im entspannt dahinfliegenden <strong>&#8220;Burden&#8221; </strong>überzeugen: Rein klar gesungen kommt hier jeder auf seine Kosten, der relaxt-lange und harmonische Instrumentalpassagen frickeligen Soli vorzieht. Für solche waren Opeth sowieso noch nie bekannt. Eine angeschrägte Akustikgitarre revitalisiert das gruselige Ambiente, welches dem unberechenbaren &#8220;Ghost Reveries&#8221; seinen Namen gab&#8230;</p>
<p>Es schließt sich <strong>&#8220;Porcelain Heart&#8221; </strong>an, ein vielschichtiger und ebenso vielseitiger Ohrwurm, der im Vorfeld mit einem Videoclip bedacht wurde. Neben <strong>&#8220;The Lotus Eater&#8221;</strong> ganz klar mein Favorit auf &#8220;Watershed&#8221;:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cKx5zrb0Z_0&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/cKx5zrb0Z_0&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Die abschließenden komplexen Tracks <strong>&#8220;Hessian Peel&#8221;</strong> und <strong>&#8220;Hex Omega&#8221; </strong>sind da schon etwas schwieriger zugänglich. Gewohnt magische Passagen finden sich jedoch auch hier. Witzig, dass mich gerade der sinfonische Anfang des kryptisch titulierten Elfminüters an die Dark Suns erinnert; jene Leipziger Band, die sich ursprünglich an Opeth orientierte, sich nach ihrem Debütalbum jedoch schnell verselbstständigte. &#8220;Hex Omega&#8221; ist mit Abstand das &#8220;schwächste&#8221; Stück auf &#8220;Watershed&#8221;, es tönt irgendwo in der Ferne, nur nicht richtig beim Hörer, ein seltsamer Abschiedsgruß von einem ansonsten erstklassigen Album.</p>
<p>Für Opeth-Fans ist &#8220;Watershed&#8221; jedoch ein klares Muss. &#8220;Neuankömmlinge&#8221; in der Opeth&#8217;schen Welt, die immer schon mal wissen wollten wie King Crimson oder Camel auf laut und heftig klingen, sollten dann lieber doch zu den grandiosen &#8220;Blackwater Park&#8221; oder &#8220;Ghost Reveries&#8221; greifen, da sich &#8220;Watershed&#8221; vor allem hintenraus als etwas sperrig herausstellt. Die große Wende ist hier nicht gelungen, solide Opeth-Qualität aber schon.</p>
<p>>> <a href="http://www.opeth.com">www.opeth.com</a></p>
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