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	<title>Rockzoom &#187; neil young</title>
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		<title>Neil Young @ Messe Erfurt &#124; 09.06.2009</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 01:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik des Fortbewegens dreht. Das im April veröffentlichte <a href="http://RockZOOM.de/2009/04/03/neil-young-fork-in-the-road/" target="_blank">&#8220;Fork in the Road&#8221;</a> ist quasi der (zugegeben wieder sehr ordentlich rockende) 40-Minuten-Werbejingle zu Youngs ambitionierten Öko-Ofen. Doch Geld verdienen Künstler heutzutage bekanntlich nicht (mehr) mit Plattenverkäufen, sondern auf Tour&#8230;</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739032/neil-young-09-06-2009-10.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #10"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3388/3612739032_9c0eba3311_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #10" width="240" height="160" /></a> Gestern also kehrte Neil Young nach Erfurt zurück und gab damit seinen ersten der vier geplanten Deutschlandauftritte zum Besten. Die thüringische Hauptstadt ist dem 63-jährigen kein fremdes Pflaster, ließ er doch das letzte mal zusammen mit Crazy Horse im Jahr 2001 hier die Puppen tanzen. Anno 2009 gibt es ein leicht geändertes Aufgebot der musikalischen Mitstreiter: Ben Keith, Rick &#8220;The Bass Player&#8221; Rosas, Chad Cromwell, Anthony Crawford und Pegi Young.</p>
<p>Eigentlich wie auf der Tour 2008 (Wir berichteten vom <a href="http://RockZOOM.de/2008/07/09/neil-young-arena-leipzig-08072008/" target="_blank">Konzert in Leipzig 2008</a>.), nur ohne Larry Cragg, der im vorigen Jahr das Banjo, beispielweise in &#8220;Old Man&#8221; übernahm.</p>
<p>Die Stimmung in Erfurt war von Anfang an super: Die Schafskälte ist Vergangenheit und man sonnte sich am Messegelände; es gab keine Probleme am Einlass; man musste nicht lange warten; das Bier war zwar teuer aber kalt und die Vorband auch nicht mehr als belangloser Liedermacherpop, aber pünktlich um 20:40 Uhr marschierte Mr. Young auf die Bühne um einen knapp 2-stündigen Supergig hinzulegen. Erlebte ich ihn voriges Jahr in Leipzig noch leicht kauzig und wortkarg, eher routiniert spielend, wirkte er in Erfurt fast schon ausgelassen: bedankte sich oft beim Publikum zu welchem er diesmal deutlich mehr Blickkontakt hielt, spielte mit den Bandgefährten, posierte was das Zeug hielt und als Krönung des Ganzen nagte er bei &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; mit den Zähnen an seiner Old Black-Gitarre herum.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739410/neil-young-09-06-2009-14.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #14"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3646/3612739410_7cbc601fe9_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #14" width="160" height="240" /></a> Ganz richtig gelesen: &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221;, diesen dreckigen Bluesrocker hätten wohl die wenigsten erwartet. Da hörte man auch mal schön, wie Chad Cromwell doch sein Schlagzeug bearbeiten kann. Zwar hätte &#8220;the Bass Player&#8221; Rick Rosas auch gern noch einen zwerchfellerschütternderen Sound vertragen können, aber im Großen und Ganzen klang das alles professionell wie es eben sein musste. Ein weiterer Exot, der sich neben &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; in die Setliste schlich, war &#8220;Speakin&#8217; Out&#8221;; erwartungsgemäß gab es viele Songs von unserem Geburtstagskind &#8220;Everybody This Is Nowhere&#8221;-Scheibe zu hören. Neulich feierte dieser Meilenstein nämlich 40-Jähriges, <a href="http://RockZOOM.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/" target="_blank">auch wir gratulierten in einer Sonderrotation</a>. Neil zelebrierte dieses Ereignis mit den obligatorischen Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; und dem Titelsong sowie einer verspielt-genialen 12-Minuten-Version des genialen &#8220;Down By The River&#8221;, definitiv eines der großen Highlights des Abends.</p>
<p></br></p>
<p>Was ein wenig verwunderlich ist: Es wurde nicht ein Song vom aktuellen Album gespielt. Und überhaupt war gar nichts der letzten Jahre dabei; die neuesten der gespielten Songs waren von 1990! Scheint mir eher nach einer &#8220;Archives&#8221;-Tour als eine Promotion des aktuellen Rundlings. Ja sicher, entgegen der ersten Ankündigungen (Mr. Young öffnet seinen Keller mit noch nie gehörtem Material&#8230;) ist das meiste dieser sagenumwobenen Archives dem geneigten Fan eh schon bekannt und wird seit neuestem zu unverschämten Preisen in CD-, DVD- und Bluray-Form verkauft&#8230; Doch das ist ein anderes Thema.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739264/neil-young-09-06-2009-12.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #12"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3648/3612739264_9edb30142a_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #12" width="240" height="160" /></a> Ich möchte euch natürlich nicht den krönenden Abschluss des Konzertes vorenthalten, den absoluten Höhepunkt &#8220;Rockin&#8217; In The Free World&#8221;. Das Publikum war wunderbar zum Mitsingen und Anfeuern aufgelegt und Neil und seine Band stachelten die Fans immer wieder zum Weitersingen an. Und wenn man schon ahnte, sie würden jetzt langsam ihre letzten Akkorde durchlärmen und zum Ende finden, schrie Neil nochmal den göttlichen Refrain in die Menge, der sofort intuitiv aufgegriffen wurde. In dieser Sache versteht man sich eben blind. Klar dass nach so einem fulminanten Schlusssong natürlich lautstark nach Zugabe gerufen wird. Die gab es dann auch, nachdem sich die Herren und die Dame (Mrs. Pegi Young) recht lange bitten ließen, um dann noch einmal für den Beatles-Song &#8220;A Day In The Life&#8221; auf die Bühne zu kommen. Wie schon in Leipzig ganz und gar nicht meine Wunschzugabe, aber immerhin, alle Wunschkandidaten kann man in einem 2-stündigen Neil Young-Set eh nie haben.</p>
<p></br></p>
<p>Danke Neil, für diesen unvergesslich tollen Auftritt! Selten sowas erlebt.<br />
Danke auch den Veranstaltern von Känguru Production, die es auch einem kleinen Zine wie uns ermöglichten, mal Fotograbenluft bei &#8220;den ganz Großen&#8221; schnuppern zu dürfen.</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Hey Hey, My My<br />
2. Mansion On The Hill<br />
3. Pocahontas<br />
4. Everybody Knows This Is Nowhere<br />
5. Words<br />
6. Cinnamon Girl<br />
7. Mother Earth<br />
8. Don&#8217;t Let It Bring You Down<br />
9. Comes A Time<br />
10. Heart Of Gold<br />
11. Speakin&#8217; Out<br />
12. Down By The River<br />
13. Fuckin&#8217; Up<br />
14. Tonight&#8217;s The Night<br />
15. Rockin&#8217; In The Free World<br />
&#8212;<br />
A Day In The Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/tags/neilyoung">zu den Fotos&#8230;</a></p>
<p>Weitere Tourdaten in Deutschland:</p>
<p># 16.06.2009 in Berlin<br />
# 17.06.2009 in München<br />
# 19.06.2009 in Köln</p>
<p>Zum Schluss noch ein kleiner Zaunpfahlwink in Richtung Thüringer Allgemeine Zeitung: Ich hoffe sie hatten diesmal den richtigen Neil Young vor der Linse, denn letzten Sonntag veräppelte man den Thüringer Leser mit einem ganz und gar miserablen Double: <a href="http://twitpic.com/6tnsx/full" target="_blank">Nils Junge in der TA</a>.</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; (14. Mai 1969)</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt sein. Sein späterer Reiter ist zu dieser Zeit schon ein Star: Neil Percival Young packt seine Koffer und stolperte nach seinem 1968er Weggang von Buffalo Springfield glücklicherweise über das junge Genie Danny Whitten&#8230; ja, eben jenen Whitten, der für das großartige &#8220;I Don&#8217;t Want To Talk About It&#8221; verantwortlich war, bevor es von einem gewissen Rotz Stewart zerschmachtfetzt wurde.</p>
<p>Wie auch immer, heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen später komponierte Neil Young bei 40°C Fieber drei seiner genialsten Stücke, die es bis heute regelmäßig noch in die Livesets des rockenden Urgesteins schaffen: die beiden hypnotisch in sich selbst verlorenen Kult-Longtracks &#8220;Down by the River&#8221; und &#8220;Cowgirl in the Sand&#8221; sowie den schwer-schmatzenden Kurzweiler &#8220;Cinnamon Girl&#8221; mit seinen charmanten Hippie-Harmonien. Und wieder einmal ganz nah an Youngs Seite, mit der zweiten Gitarre und dem leicht verraucht-verbrauchten Gesang: Danny Whitten, der nur wenige Jahre später im weißen Pulver untergehen sollte&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/05/young_ektin1.jpg" alt="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" title="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2124" />Doch zuvor, ja, heute vor GENAU 40 Jahren erschien &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221;, eines der, wenn nicht DAS Highlight des Young&#8217;schen Schaffens, welches neben &#8220;After the Goldrush&#8221;, &#8220;Harvest&#8221;, &#8220;Zuma&#8221; und &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; ein Muss für jeden Rock-Plattenschrank der Spätsechziger/Siebziger darstellt.</p>
<p>Zwar zählt der Rundling in der Summe beider Seiten gerade mal 40 Minuten und auch die teilweise doch recht schwülstigen Balladen &#8220;Round &#038; Round (It Won&#8217;t Be Long)&#8221;, &#8220;The Losing End (When You&#8217;re On)&#8221; und &#8220;Running Dry (Requiem for the Rockets)&#8221; sind nicht jedermanns Sache, doch allein aufgrund der drei genannten Songs mit ihrem prägnant-zeitlosen Songwriting, der alles überragenden, überfliegenden Coolness und Leichtigkeit und diesem unglaublichen Tiefgang &#8211; &#8220;Down by the River&#8221; zieht, nimmt gefangen und spuckt einen unvermittelt wieder aus &#8211; ist dieses Album die Anschaffung wert. Aber was schreib ich, die balladesken Töne gehören einfach dazu und sind hier einfach nicht mehr wegzudenken. Das ehrliche, sehr gemäßigt klingende &#8220;Running Dry&#8221; ist da wohl mein Favorit; könnte schon beinahe vom kongenialen Nick Drake stammen, der wenig später übrigens auch sein Debütalbum veröffentlichen sollte. Dass sich beide gekannt haben, ist aber eher unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, dass diese beiden sonderbaren Kauze überhaupt gut miteinander ausgekommen wären, man erinnere sich zum Beispiel an die Begegnung Young-Dylan&#8230;</p>
<p>Was noch zu sagen bleibt: Legt euch &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; zu! Nebenher bemerkt kann man auch mit den oben genannten Young-Veröffentlichungen nicht viel falsch machen&#8230; Und zwar auf Vinyl, denn genau so waren sie damals gemeint und so werden sie auch in 50 Jahren noch laufen, wenn ihr nett zu ihnen seid. Und lasst diese bald erscheinenden Neil Young-Archives ruhig Archives sein: Über 50% der Songs dieser überteuerten Mogelpackung sind dem geneigten Fan eh schon bekannt&#8230; Apropos Archives und neuerlich-teuerliche Sachen wie die Low-Budget-Aufmachung des aktuellen Albums zum alles andere als niedrig budgetierten Verkaufspreis: Ich frage mich, warum Young diesem Label nicht langsam mal den Rücken kehrt und seine DIY-Schiene, die er mit den Videos zum letzten Album &#8220;Fork in the Road&#8221; zu fahren begann, ganz allein weiterverfolgt&#8230; Spart euch lieber die Kohle für eins der kommenden Konzerte:</p>
<p>09.06.2009: Erfurt, Messehalle<br />
16.06.2009: Berlin, O2 World<br />
17.06.2009: München, Olympiahalle<br />
19.06.2009: Köln, Tanzbrunnen</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Fork in the Road&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 15:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fans wissen es schon lange und auf dem letzten Album „Chrome Dreams II“, Baujahr 2007, wurde es mit einem vielsagenden Artwork und dem Song „Boxcar“ nochmals richtig deutlich: Neil Young ist Autofreak; insbesondere Oldtimer haben es ihm angetan. Das mag im Angesicht seiner Ökoeinstellung &#8211; Stichwort „Be the Rain“ vom Konzeptalbum „Greendale“ („We got to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fans wissen es schon lange und auf dem letzten Album „Chrome Dreams II“, Baujahr 2007, wurde es  mit einem vielsagenden Artwork und dem Song „Boxcar“ nochmals richtig deutlich: Neil Young ist Autofreak; insbesondere Oldtimer haben es ihm angetan. Das mag im Angesicht seiner Ökoeinstellung &#8211; Stichwort „Be the Rain“ vom Konzeptalbum „Greendale“ („We got to save mother earth&#8230;“) &#8211; etwas paradox klingen, aber Young wäre nicht Young wenn seine auf den ersten Blick gegensätzlichen Einstellungen, die sich stets auch in der Musik widerspiegeln, mit seinen komplexen Launen am Ende doch irgendwie in Einklang gebracht werden können.</p>
<p>So feilt der Altrocker beispielsweise zusammen mit dem renommierten amerikanischen Autobauer Lincoln gerade am „Eco LincVolt“, der angeblich erheblich sparsamer im Verbrauch sein soll als sein spritschluckendes Vorbild. Auf seinem neuen, seit heute in den Läden stehenden neuen Album „Fork in the Road“ widmet er dem Continental LincVolt sogar einen eigenen Song, „Johnny Magic“, doch alles der Reihe nach, denn es beginnt mit „When Worlds Collide“, und bereits diese ersten Töne lassen dem Fan seiner ramponierten schwarzen Gibson Les Paul, die liebevoll Old Black genannt wird, das Herz höher schlagen und zaubern ihm garantiert ein fettes Grinsen ins Gesicht: satt, erdig, groovend, darüber thront herrlich schräg Youngs charakteristische Stimme. <img src="/wp-content/uploads/2009/04/fork1.jpg" alt="Neil Young: Fork in the Road (2009)" title="Neil Young: Fork in the Road (2009)" width="240" height="240" class="alignleft size-full wp-image-2003" /> Wer es noch dreckiger mag, kommt bei „Fuel Line“ ganz auf seine Kosten: Die Old Black klingt so derbe verzerrt und blechern, dass man meinen möchte, die alte 1953er Gitarre meckert unter der Motorhaube eines LincVolts um ihre Freilassung. „Fuel Line“ macht einfach Spaß! Und bereits beim zweiten Durchlauf ertappt man sich dabei, wie man freudig wippend in die Backgroundgesänge einsteigt.</p>
<p>Next one, „Just Singing a Song“, wo es heißt: „You can play my guitar, see where it goes&#8230;“ Ich will die Old Black nicht spielen, ich will sie HEIRATEN! Somit dürfte spätestens jetzt oder beim dreckigen Blues Rocker „Get behind the Wheel“ dürfte deutlich geworden sein, dass Neil Young vollends den Spaß an den härteren Tönen wiedererlangt hat. Klar, bisher ist die Musik recht einfach gestrikt und geht sofort in Ohr und Bein. Das gleiche könnte man natürlich auch von den Texten behaupten, die in Neils wunderbar krakeliger Handschrift in der simplen Papphülle der CD notiert sind. Man kann sich jedoch über die Auto-Metaphern auch wunderbar weitertragen lassen: über die (vorgetäuschte?) Freiheit des Fahrens philosophieren, an Flucht und Jagd denken, über das Verhältnis Mensch-Maschine sinnieren&#8230; oder es aber einfach bleiben lassen und nur Spaß an der Musik haben. Übrigens: „Fork in the Road“ ist somit natürlich prädestiniert zum Fahren oder gefahren werden, sogar in der Bahn. Da kann man selbst größeren Verspätungen – über solchen nichtigen Dingen schwebt man dann einfach, getragen von rotzigen Grooves und coolem sonnenbebrillten Gesang – mit einer angenehmen Scheißegal-Attitüde begegnen.</p>
<p>Apropos Gesang: Ich habe den Glauben an den Meister wiedererlangt. Ich fand die Alben der späten 90er, frühen 2000er zugegeben nicht schlecht, doch fehlte ihnen irgendwie der Biss und Neil klang stimmlich alles andere als fit, stellenweise gebrechlich, gezwungen, fragiler als sonst, irgendwie alt. Aber hier auf „Fork in the Road“ lässt er die Zügel los klingt irgendwie erfrischend und spritzig. Es mag die rebellische Ader sein, die in ihm im Zuge von 9/11, Bush Jr. und dem Irakkrieg und der abgefeierten CSNY-Tour wieder stärker pulsiert. Neuerdings widmet er sich auch der Finanzkrise, was in „Cough up the Bucks“ mehr als deutlich wird: Das Video dazu ist noch das „aufwändigste“ der insgesamt vier im Vorfeld des Albums erschienenen schrulligen Low-Budget-Clips der neuen „Fork in the Road“-Songs:</p>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&#038;videoid=54225788">Neil Young &#8211; Cough Up The Bucks</a><br/><object width="425px" height="360px" ><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="wmode" value="transparent"/><param name="movie" value="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=54225788,t=1,mt=video,searchID=,primarycolor=,secondarycolor="/><embed src="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=54225788,t=1,mt=video,searchID=,primarycolor=,secondarycolor=" width="425" height="360" allowFullScreen="true" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent"/></object></p>
<p>Erstmals bei „Off the Road“ wird ein Gang herausgenommen, dem ein oder anderen sicher zu cheesy, aber immerhin ein guter Song um mal den Blick über die schöne vorbeiziehende Landschaft schweifen zu lassen, nur um wenig später bei „Hit the Road“ neu Fahrt aufzunehmen. Der rockende Blues steht Neil sehr gut. Man muss unweigerlich an seine späten 80er denken, als er mit den Bluenotes das Tanzbein schwang und wenig später auch die Ultrahymne „Rockin&#8217; in the Free World“ entstand, die jede wahre Rockerseele glauben macht fliegen zu können. Einziger Wermutstropfen ist, dass diesmal die verspielten, trippigen Longtracks fehlen. Aber die kann man nicht immer haben. Stattdessen gibt’s erstmal noch einen wunderbaren Moment in Form der minimalistischen Akustikballade „Light a Candle“. Und Young bleibt optimistisch:</p>
<blockquote><p>„Instead of cursin&#8217; the darkness,<br />
light a candle where we&#8217;re going.<br />
There&#8217;s something ahead<br />
worth looking for.</p>
<p>When the light of time is on us<br />
we will see our moment come.<br />
And the living soul inside<br />
will carry on&#8230;“</p></blockquote>
<p>So hätte das Album eigentlich enden können, doch der Titelsong, der ebenfalls mit einem Clip daherkommt wo ganz nett Apple und die Blogosphäre eins aufn Deckel bekommen, beschließt dieses fantastische Album, das meinen Glauben an den Altrocker nun vollends wiederhergestellt hat und sicher zu den besten Alben des noch jungen Jahres gezählt werden muss. Kaufen!</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Fork in the Road&#8221; (Videoclip)</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 00:41:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[bernhard shakey]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[neil young]]></category>
		<category><![CDATA[rock]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Fork in the road&#8221;, die Gabel auf dem Weg. Sie hat drei Zacken und zwischen zweien musst du durch. Neil Young macht einem diese Entscheidung nicht leicht. Vor ein paar Monaten hieß es noch eindeutig &#8220;No Hidden Path&#8221;, eine 14-minütige erleuchtende Wegbeschreibung vom letzten Album &#8220;Chrome Dreams II&#8221;; nun stehe ich aber noch etwas unentschlossen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Fork in the road&#8221;, die Gabel auf dem Weg. Sie hat drei Zacken und zwischen zweien musst du durch. Neil Young macht einem diese Entscheidung nicht leicht. Vor ein paar Monaten hieß es noch eindeutig &#8220;No Hidden Path&#8221;, eine 14-minütige erleuchtende Wegbeschreibung vom letzten Album &#8220;Chrome Dreams II&#8221;; nun stehe ich aber noch etwas unentschlossen vor einer Weggabelung zwischen &#8220;Verdammt, wie ist das peinlich&#8230;&#8221; und &#8220;Dieser Mann ist sowas von cool&#8230;&#8221;.</p>
<p>Die Rede ist dieser Tage vom aktuellen Videoclip zum neuen Neil Young-Song &#8220;Fork in the Road&#8221;, gesehen auf der <a href="http://www.neilyoung.com">offiziellen Neil Young-Webseite</a> und YouTube. Neil Young ist den audiovisuellen Medien kein Fremder. Als Bernhard Shakey legte er bereits mit dem Experimentalfilm &#8220;Human Highway&#8221; und der Visualisierung seines &#8220;Greendale&#8221;-Konzeptalbums stilistisch recht eigenwillige Filme vor, im Falle Greendales sogar mit ganz ansehnlichem Ergebnis: keine Effekte, ein antiquierter Schleier, ein Hang zur Schrulligkeit und makelhaften Alltagspersönlichkeiten. Liedtexte und Musik in Echtzeit statt Dialoge. Ganz anders und wesentlich professioneller unter seiner Regie: die äußerst gelungene CSNY-Doku &#8220;Déjà Vu&#8221; aus dem vergangenen Jahr. Die Clips zu &#8220;Rockin&#8217; in the Free World&#8221; oder &#8220;Harvest Moon&#8221; sind zwar als repräsentante Zeitzeugen der entsprechenden Neil Young-Epochen zu bezeichnen, aber irgendwie auch nichts Besonderes, wie das eigentlich bei den meisten Videoclips der Fall ist&#8230;</p>
<p>&#8220;Fork in the Road&#8221; ist da ganz anders. Da macht sich ein absoluter Star der Rockgeschichte ganz gehörig zum Obst. Geld hat er für spektakuläre Explosionen, aufwändige Animationen und tolle Schauspieler, doch was tut der Kerl? Er postiert sich mit einem Apfel vor eine Scheune und synchronisiert seinen eigenen neuen Song mit reichlich blödem Gegrinse in schrottigster Homevideo-Manier&#8230; und das alles ohne jeglichen Schnitt, aufgenommen in garantiert nur einem Take! Nach 5 Minuten steht er auf und legt ein 1A-Luftgitarrensolo aufs Parkett. Irgendwie liebenswürdig, dieses in die Jahre gekommene Unikum. Den Apfel und die Kopfhörer hat hoffentlich auch jeder bemerkt? Doch wie deutet man&#8217;s? Schleichwerbung oder Persiflage unser aller Lieblings-Alternativfirma? Das bleibt zunächst offen&#8230; Doch spätestens beim zweiten Anschauen wird mir klar, dass dieser Low-Budget-Clip einfach nur ist was er ist: vielleicht ein bisschen peinlich für den Star &#8211; doch das hat ihn ja noch nie gekümmert! &#8211; aber immerhin amüsante, augenzwinkernde fünfeinhalb Minuten und zudem auch akustisch gesehen Young&#8217;sche Frischkost!</p>
<p>Ich bin jedenfalls gespannt auf den Nachfolger von &#8220;Chrome Dreams II&#8221;, welches Ende 2007 endlich mal wieder ein rundum geglücktes Album nach dem plakativen &#8220;Living with War&#8221; und den handzahmen Vorgängern darstellte. Ich freue mich ob der rumpeligen Gitarren in &#8220;Fork in the Road&#8221;, ob der Simplizität und Trashigkeit, des unverblümten Lausbubentums und der lässigen Selbstironie des Neil Young.</p>
<p>Keep on rockin&#8217; in the free world.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/m7L7XsHKCVs&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/m7L7XsHKCVs&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><strong>&#8220;Fork in the Road&#8221; Lyrics:</strong></p>
<p>  &#8221;Got a pot belly.  It&#8217;s not too big.  Gets in my way  when I&#8217;m driving my rig.  Driving this country  in a big old rig,  things I see  mean a lot.  </p>
<p>My friend has a pickup.  Drives his kid to school.  Then he takes his wife to beauty school.   Now she&#8217;s doin&#8217; nails.  Gonna get a job.  Got a good teacher.</p>
<p> There&#8217;s a fork in the road ahead.  I don&#8217;t know which way I&#8217;m gonna turn.  There&#8217;s a fork in the road ahead.</p>
<p>Forgot this year,  to salute the troops.  They&#8217;re all still there  in a fucking war. It&#8217;s no good.  Whose idea was that?  </p>
<p>I&#8217;ve got hope,  but you can&#8217;t eat hope.  I&#8217;m not done.  Not giving up.  Not cashing in.  Too late.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for me.  It&#8217;s for all those creeps watching tickers on TV.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for me.</p>
<p>I&#8217;m a big rock star.  My sales have tanked,  but I still got you.  Thanks!  Download this.  Sounds like shit.</p>
<p>  Keep on bloggin&#8217; &#8217;til the power goes out,  and your battery&#8217;s dead.</p>
<p>Twist and Shout.  On the radio.  Those were the days.  Bring &#8216;em back.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  It&#8217;s for all those creeps hiding what they do.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  Bailout coming but it&#8217;s not for you.</p>
<p>Got my new flat-screen.  Got it repo&#8217;d now.  They picked it up.  Left a hole in the wall.  Last Saturday.  Missed the Raiders game.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  It&#8217;s for all those creeps hiding what they do.&#8221;</p>
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		<title>Crosby, Stills, Nash &amp; Young: Déjà Vu / ein Film von Neil Young</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 22:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als Neil Young eingefunden. Young ist eben kein Hancock. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/livingwithwar.jpg' alt='Neil Young - Living With War (2006)' class="float_left"/>Vielmehr macht er selber Filme und hat sich dieses Mal Mike Cerre zu Hilfe genommen, eben jenen preisgekrönten Journalisten, der im Irakkrieg ganz vor mit dabei war und nun mit seinen Bildern Neil Youngs 2006 erschienenes Anti-Bush-Album &#8220;Living with War&#8221; ergänzt.</p>
<p>Die Message wird schnell klar: &#8220;andere Präsidenten, andere Kriege, die gleichen Probleme&#8221;, äußert einer der vielen im Film zu Wort kommenden Vietnam-Veteranen und meint damit in erster Linie natürlich jenen Krieg, &#8220;seinen&#8221; Krieg, dessen protestreicher Höhepunkt sich beim legendären Woodstock Festival äußerte. Die Herren David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young, kurz CSNY, waren damals natürlich auch zugegen und gelten spätestens seit dem 1970er Song &#8220;Ohio&#8221; an der Seite von Musikern wie Phil Ochs zu den schärfsten Kritikern dieses Krieges.</p>
<p>&#8220;Déjà Vu&#8221; ist also nicht nur der Name ihres 1970 erschienenen Albums, sondern auch eine Anspielung darauf, dass in Zeiten des Irakkrieges doch so einiges an den Krieg im Vietnam erinnert(e), vor allem was die Reaktionen im (amerikanischen) Volk angeht. Im Zuge der Veröffentlichung des &#8220;Living With War&#8221;-Albums trommelte Young seine drei Bandgefährten CSN zusammen und machte sich auf die Freedom of Speech Tour 2006 quer durch die Staaten. Der Film zeigt deutlich zwei Dinge: Zum einen dass die Herren verdammt gealtert sind, dabei Stephen Stills (Macher und Leadsänger des bekannten Hits &#8220;For What it&#8217;s Worth&#8221;) furchtbar und Band-Greis David Crosby mit seinen zum Zeitpunkt der 65 Jahren immer noch sehr frisch und ausgesprochen klar klingt, und dass sich die Fans der Band alles andere als einig über die poltischen Äußerungen von Young &#038; Co. sind. Ich glaube es war zum Konzert in Atlanta: Kameramann Mike Cerre fängt schon bei den ersten Tönen von &#8220;Let&#8217;s Impeach the President&#8221; enorm viele Buh-Rufe, Stinkefinger, das allseits bekannte F-Wort und beleidigtes Davonstapfen ein. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/csny_dejavu.jpg' alt='CSNY - Déjà Vu (2008)' class="float_left"/> Man hat ja als Besucher schließlich etwa 150 $ für solch ein Konzert berappen müssen und verlange anständige Musik, die Meinungen der Musiker wollen viele der sogenannten Fans nicht hören&#8230;</p>
<p>Wer sich den Film ansehen möchte, sollte im Vorfeld zumindest schon einmal von CSNY oder Neil Young gehört haben, beziehungsweise eine Affinität für Woodstock und Hippieweisen mitbringen. Natürlich geht es um Musik. Doch nicht nur. Es geht um Texte, Meinungen und ihren gesellschaftspolitischen Kontext, gut zu sehen am Verhältnis Musiker zu Fans, aber auch Musiker zu direkt betroffenen Personen des aktuellen Krieges. Besonders berührend eine Art kleine &#8220;Jam-Session&#8221; zwischen Neil Young und dem ehemaligen Irak-Soldaten Josh Hisle, die alles andere als für die Kameras gestellt wirkt. Wer vom Film Irakkrieg-Faktenwissen oder Klärung von Schuldfragen erwartet, wird hier nicht fündig. Andererseits ist der Film auch keine reine Nostalgie und Lobhuddelei auf CSNY und ihre hippiesken Ansichten. Es kommen durchaus auch kritische Stimmen zu Wort, meist in Form von Rezensenten diverser amerikanischer Tages- und Wochenblätter sowie Konzertbesucher, welche sich über die Auftritte der Tournee frei äußern (dürfen). Insofern ist die eigene Maxime, &#8220;Freedom of Speech&#8221;, schon einmal gegeben.</p>
<p>Doch warum erst jetzt einen Film über den Irakkrieg, Mr. Young? &#8220;Ich habe gewartet bis ich 60 bin&#8230;&#8221; Nicht der Geburtstag war Anlass, sondern vielmehr, dass viel zu wenige einflussreiche Musiker, Künstler, Stars und Sternchen in diesem Ausmaß gegen diesen Krieg vorgegangen sind. Dann fühlte sich eben eines Tages ein gewisser Neil Young angesprochen, schrieb und nahm in nur neun Tagen &#8220;Living With War&#8221; auf und machte sich damit auf den Weg&#8230; Außerdem, wenn nicht CSNY als DIE Woodstock-Ikonen des politischen Rocksongs das Recht zu solchen Ansprachen haben, wer dann?</p>
<p><strong>Offizieller Film-Trailer</strong>:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Ein sehr amerikanischer, schon fast typisch amerikanischer Film: Für den einen pathetisch überzogen für den anderen stellen die Tränen über den Verlust der Geliebten die Wahrheit über diese Kriege dar. Und das genau ist es doch, so plakativ es auch immer wieder klingen mag. Und es muss wohl so direkt &#8211; und ja, mitunter auch pathetisch &#8211; sein, damit es wirkt. So sind sie nun einmal, unsere lieben Amerikaner. Und so bewegen sie auch etwas: sich selbst, ihre Regierungen, manchmal auch die weniger Extrovertierten außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Zumindest bleibt einem das Hollywood-Happy-End erspart&#8230;</p>
<p>Ein angenehmer Nebeneffekt für mich persönlich ist aber auch ein deutlich besseres Verständnis seines Albums &#8220;Living with War&#8221;, welches ich bis dato nur unter zwei Gesichtspunkten gesehen habe: 1. Es klang eben plakativ und wenig argumentativ. 2. Verglichen mit seinem bisherigen musikalischen Schaffen stellte die Musik an sich maximal oberen Durchschnitt dar. Nun macht aber alles in seiner Einheit Sinn:</p>
<p>&#8220;Living With War&#8221; ist der Soundtrack zu einem Film, der erst im Nachhinein entstand. Tja, Neil Young ist eben bekannt dafür, stets neue Pfade zu betreten. Ich für meinen Teil beschreite vorerst wieder einen alten Weg und lege die &#8220;Déjà Vu&#8221;-Platte auf und ihr seht euch diesen Film an!</p>
<p>Läuft ab sofort in ausgewählten Lichtspielstätten.<br />
Spread the word.</p>
<p>>> <a href="http://www.csny-dejavu.com/">www.csny-dejavu.com/</a><br />
>> <a href="http://www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html ">www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html </a></p>
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		<title>Neil Young @ Arena Leipzig &#124; 08.07.2008</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 23:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Weitwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[grunge]]></category>
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		<description><![CDATA[Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch vorhin dürfte neben der Tatsache, dass Neil Young nach drei etwas schwächelnden Alben mit &#8220;Chrome Dreams II&#8221; im vergangenen Jahr endlich mal wieder einen lohnenswerten Silberling ausgepackt hat, auch die relative Erschwinglichkeit der Karten gewesen sein. Knapp 72 Euro für den Stehplatz ist für Young-Verhältnisse schon ein Schnäppchen. Bereits im Februar war der Großvater des Grunge in Berlin gewesen und hat seinen lieben Fans mal locker einen grünen Euro-Schein aus den Geldbeuteln gelockt. Außerdem wird der Herr nicht jünger. &#8220;Also&#8221;, dachte ich mir, &#8220;jetzt oder nie.&#8221;</p>
<p>Die Beschreibung wie ich mir vor der Arena die Beine in den Bauch stand, möchte ich dem Leser gern ersparen. Das gehört dazu und muss in Kauf genommen werden, möchte man sich einen ordentlichen Platz vor der Bühne sichern. Den hatte ich dann auch, schön zentral gelegen in der fünften Reihe, nur kleinere Menschen vor mir. So ist das angenehm. Überraschenderweise legte die Vorband schon vor 20 Uhr los, ich hatte im Vorfeld doch mit erheblich längeren Wartezeiten gerechnet. Als Support gastierten <strong>Max Koffler and the Seoulmates</strong>. Warum sie gerade bei ihrer besten Nummer, irgendwie „Deutschfunk“ mit Hammond-Orgel, ausgepfiffen wurden, ist mir schleierhaft, war der Song doch neben einem mit Namen &#8220;Colors&#8221; einer der wenigen Geglückten. Insgesamt gesehen hat man zwar netten, leicht souligen Powerpop mit guter Stimme zu hören bekommen, doch war Max Koffler mit seiner Bande etwas zu brav, etwas zu belanglos und deutlich zu lange auf der Bühne. Rockenden Frischwind wie die derzeit angesagten Black Mountain oder Black Stone Cherry hätte ich mir da schon eher vorstellen können. Eines zeichnete sich aber schon gut ab: Der Sound des Abends würde ein ausgesprochen guter werden: klare, druckvolle Töne in optimaler Balance zueinander&#8230; Ich bin sonst anderes gewohnt, aber bei diesem Eintrittspreis kann man das dann doch verlangen.</p>
<p>Nach einer beträchtlichen Wartezeit angesichts der Umbaupause fand sich die Young-Belegschaft auf der Bühne ein. Nicht Crazy Horse, wie bei der letzten Europatour 2001, sondern vielmehr einige mehr oder weniger Bekannte aus dem Umfeld: Gitarrenkindermädchen und Banjo-Bediener Larry Cragg, Neils langjähriger Weggefährte Ben Keith an Steel- und E-Gitarre sowie Orgel, &#8220;The Bass Player&#8221; Rick Rosas, Chad Cromwell an den Drums und zu guter letzt Anthony Crawford und Neils Frau Pegi als Backgroundsänger und gelegentliche Instrumentalisten.<br />
Himself zeigte sich leicht schüchtern im weißen Hemd mit Farbtupfen. Es sollte wohl der Verdacht enstehen, er habe selbst Hand angelegt an die gemäldeartigen Tafeln, die mit dem jeweiligen Songtitel versehen, stets an den Bühnenrand getragen wurden auf dass auch ja jeder wusste, was da gerade gespielt wird. Doch immerhin ein nettes Gimmick neben den vielen großen Ventilatoren auf der Bühne. Ein Solo mit fliegenden Haaren im Ventilatorwind ist definitiv cool&#8230; solange man Haare hat, die im Ventilatorwind fliegen können. Es macht sich rar, das Haar, das einst eine dichte Mähne war. Auch um mich herum dünnen die Frisuren aus&#8230; Egal, spätestens als der Altmeister zum tiefdreckig und enorm druckvoll klingenden &#8220;Hey Hey My My&#8221; ansetzte, waren jegliche Altersunterschiede durch die Zeitlosigkeit des ROCK hinweggeblasen und dieses Gefühl der Glückseligkeit nahm bis einschließlich des ebenso fett groovenden &#8220;Heaviness-meets-Hippieness&#8221;-Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; nicht ab. Danke für diesen Übersong von einem der besten Neil Young-Alben überhaupt!</p>
<p>&#8220;All Along the Watchtower&#8221; wurde von vielen Fans &#8211; die ansonsten meiner Meinung nach selbst in den vordersten Reihen im Schnitt ein enttäuschendes Feedback gaben! &#8211; sehr begrüßt, ich bevorzuge jedoch ganz klar die eigenen Neil-Kompositionen und bade in dem sich anschließenden ruhigen Teil des Sets mit den spärlich instrumentierten &#8220;Oh Lonesome Me&#8221;, &#8220;Mother Earth&#8221; und &#8220;The Needle and the Damage Done&#8221;, die Neil fast im Alleingang und mit stimmlicher Fitness und Leichtigkeit zustande brachte. Ansonsten gab der Meister sich sehr wortkarg, stellte nicht einmal Augenkontakt zum Publikum her. Ich weiß gar nicht, ob das typisch ist. Doch es würde es mich nicht wundern. Es stört auch nicht wirklich. Gerade kurz vor Schluss zu den beiden schier endlos ausgespielten &#8220;Words&#8221; und dem genialen &#8220;No Hidden Path&#8221; vom aktuellen Album wird der Unterschied deutlich: Neil spielt nicht in sich gekehrt, wohl aber mit seiner fiesen alten Stromklampfe doch irgendwie in seiner eigenen Welt, beziehungsweise auf sein Tun fixiert, gerade wenn es um seine typischen hypnotisierenden Improvisationen geht. Schade dass die meisten Zuschauer das wohl anders sahen und sich vom scheuen Rick Rosas in &#8220;No Hidden Path&#8221; sogar &#8220;aufwecken&#8221; lassen mussten. Wach waren sie dann wieder bei der Zugabe, dem Beatles-Coversong &#8220;A Day in the Life&#8221;. Ich schätze das gesamte &#8220;Sgt. Pepper&#8217;s Lonely Hearts Club Band&#8221;-Album wirklich sehr, aber warum ein Neil Young das spielen muss, ist mir schleierhaft. Dann lieber doch etwas von &#8220;After the Goldrush&#8221; hinterher gespielt&#8230; Doch hier vorerst die tatsächlich gespielten Songs:</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Love and Only Love<br />
2. Hey Hey, My My<br />
3. Everybody Knows this is Nowhere<br />
4. Spirit Road<br />
5. Cinnamon Girl<br />
6. All Along the Watchtower<br />
7. Oh Lonesome Me<br />
8. Mother Earth<br />
9. The Needle and the Damage Done<br />
10. Heart of Gold<br />
11. Unknown Legend<br />
12. Old Man<br />
13. Get Back to the Country<br />
14. Words<br />
15. Winterlong<br />
16. No Hidden Path<br />
&#8212;<br />
A Day in the Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>Ich hoffe die Setlist ist so richtig, ich habe sie gerade aus meiner noch frischen Erinnerung rekonstruiert. Es wurden auf jeden Fall alle der genannten Songs gespielt, einen kleinen Dreher hier und da kann ich aber nicht ausschließen. Außerdem gab es ein Gemälde für den Powderfinger, was irgendjemand von den Roadies mal aus Versehen hereingeschleppt hatte. Wäre ja schön gewesen. Genauso wie ein &#8220;Sedan Delivery&#8221;, &#8220;Dirty Old Man&#8221;, &#8220;Southern Man&#8221; oder &#8220;Keep on Rockin&#8217; in the Free World&#8221; an diesem Abend wunderbar gepasst hätte. Aber man kann ja nicht alles haben und im Nachhinein betrachtet war es doch eine sehr ausgewogene Mischung, bestehend aus dreckigen Rockern, angefolkten Singer-Songwriter-Balladen und endlosen Improvisationstrips, in die man sich wunderbar hineinfallen lassen kann.</p>
<p>Die Arena Leipzig war gewiss nicht ausverkauft. Und falls doch, haben sich wohl viele kurzerhand doch gegen ihr Erscheinen entschlossen, denn die seitlichen Tribünen füllten sich nur sehr langsam und auch beim Einlass gegen 18:30 Uhr war die Menge äußerst überschaubar. Daher sollte man als Kurzentschlossener unbedingt die <strong>weiteren Termine</strong> in unserer Reichweite auf dem Schirm haben:</p>
<p>09.07.08: Oberhausen<br />
13.08.08: Hamburg<br />
17.08.08: Wiesen (Österreich)<br />
19.08.08: Berlin<br />
21.08.08: Zürich (Schweiz)<br />
23.08.08: Coburg</p>
<p><em>kleines Update 09.07., 11:50 Uhr: </em><br />
Soeben habe ich bei MDR Figaro vernommen, dass es wohl 9.000 Besucher waren und morgen der neue Neil Young-Film &#8220;Déjà Vu&#8221; (Crosby, Stills, Nash &#038; Young, klingelt&#8217;s?) in die Lichtspielhäuser kommen soll, unter anderen in den Leipziger Passage Kinos. Regie: Mal wieder Bernhard Shakey&#8230; <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>In diesem Sinne,<br />
&#8220;Keep on rockin&#8217; in the free world!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>NEIL YOUNG: Die &#8220;Archives&#8221; kommen auf Blu-ray Disc</title>
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		<pubDate>Sun, 11 May 2008 11:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[thoughts]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Woche hat es der Großvater des Grunge angekündigt: Er wird seine sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; &#8211; 45 Jahre unveröffentlichtes Tonmaterial, seien es nun Liveaufnahmen oder Studiosongs, alternative Aufnahmeversionen oder Bruchstücke aus dem Proberaum &#8211; im Blu-ray-Format ans Tageslicht befördern. Im Herbst diesen Jahres soll es dann endlich losgehen und die erste von fünf Blu-ray-Ausgaben kommt heraus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche hat es der Großvater des Grunge angekündigt: Er wird seine sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; &#8211; 45 Jahre unveröffentlichtes Tonmaterial, seien es nun Liveaufnahmen oder Studiosongs, alternative Aufnahmeversionen oder Bruchstücke aus dem Proberaum &#8211; im Blu-ray-Format ans Tageslicht befördern. Im Herbst diesen Jahres soll es dann endlich losgehen und die erste von fünf Blu-ray-Ausgaben kommt heraus, welche die &#8220;Early Years&#8221; von 1963 bis 1972 abdecken wird.<span id="more-565"></span></p>
<p>Während Paul Cashmere von Undercover.com.au herumflennt &#8220;Neil Young is making a massive mistake by limiting his forthcoming Archive collection to Blu-Ray.&#8221; (<a href="http://undercover.com.au/News-Story.aspx?id=4872">Artikel: &#8220;Has Neil Young miscalculated his fanbase?&#8221;</a>) , sehen es viele Fans eher mit Vorfreude oder zumindest gelassen&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;I bought a CD player so that I could listen to WELD.<br />
I bought a DVD player (with DVD Audio) so that I could listen to Road<br />
Rock and watch Silver and Gold.<br />
Will this be the next year Neil forces me to buy more consumer<br />
electronics?&#8221;</p></blockquote>
<p>Aber Neil Young wäre nicht Neil Young, wenn ihm die meisten Gedanken der Presse und seiner ach so treuen Fans nicht ziemlich egal wären. Hier macht ein Mann sein Ding, und das tat er schon immer. Wer das nicht mochte, der kaufte sich eben keine Alben wie &#8220;Re:ac:tor&#8221; oder &#8220;This Note&#8217;s for You&#8221;. Wer meint, auf die Archives verzichten zu können, der kauft sich eben auch keinen Blu-ray Player. Young ist einer, der mit der Zeit geht. Young ist Perfektionist. Von beidem kann man sich wunderbar bei seinem jüngsten Auftritt der Sun Microsystems-Konferenz überzeugen, wo er höchstpersönlich auf den Plan trat, erstmalig öffentlich den ersten Teil der geplanten &#8220;Archives&#8221;-Reihe vorstellte und vor allem plausibel darstellt, warum die heißbegehrten Archive auf Blu-ray, und zwar ausschließlich auf Blu-ray, erscheinen sollen:</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JpkG-d1U1RU&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/JpkG-d1U1RU&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
(<a href="http://www.oreillynet.com/onjava/blog/2008/05/neil_young_at_javaone.html">http://www.oreillynet.com/onjava/blog/2008/05/neil_young_at_javaone.html</a>)</p>
<p><strong>Also, Mister Young, warum eigentlich Blu-ray?</strong></p>
<blockquote><p>Now with the Blu-ray we get the 192/24 sound, which is really cool&#8230; But the coolest thing about it besides the sound is the way you can navigate around on these discs [...] It&#8217;s a chronological trip through my musical experience [...] and it tells the story of my music in days [...]. So what we needed was a technology that would let us go through this chronological thing, sort of like a video game, so that you can drop in anywhere on a timeline and have a representation of it&#8230; (<strong>Neil Young @ Jave One 2008</strong>)</p></blockquote>
<p>Und während man sich all diese Memorabilia anschaut, durch Zeitungsartikel und museal anmutende Tonstudio-Gerätschaften stöbert, läuft die Musik der Wahl dazu in diesem wunderbaren Sound:</p>
<blockquote><p>&#8220;I thought DVD would be good enough, but you couldn&#8217;t navigate around materials whilst listening to the music, and I thought that that&#8217;s what my fans would want to do.&#8221;(<strong>Neil Young</strong>)</p></blockquote>
<p>Hinzu kommt, dass eine Blu-ray Disc derzeit die fünffache Speicherkapazität einer normalen DVD hat. Diese und oben genannte Fakten scheinen dem Zweifler Paul Cashmere noch nicht eingeuleuchtet zu haben&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;1. What if I can&#8217;t afford a Blu-Ray player? It is a valid point. Young fans aren&#8217;t all as rich as Neil Young, and the Blu-Ray top-of-the-range technology for your home comes at a top-of-the-range price.</p>
<p>2. What if I can afford it, but use another platform? PlayStation 3 supports Blu-Ray. If I have PS2 or PSP, the Neil Young Archives can&#8217;t be played. Also if my player of choice is X-Box, I cannot play the Archives.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und was würde es wohl kosten, wenn man die gleiche Musik auf unzählige CDs oder gar hunderte von Vinyls pressen würde? Und so arm sind Neil Young-Fans nun auch nicht. Ohne mit der Wimper zu zucken werden da Eintrittskarten für 150$ verkauft. Die Archives sind ja eh nur was für die wirklichen Nerds, die sich früher oder später sowieso einen Blu-ray Player kaufen werden. Mein CD-Player spielt übrigens auch keine CDs ab, so eine Überraschung. Aber das ist der Lauf der Dinge. Irgendwann spielt auch eine PS2 nicht mehr mit, dann kauft man sich wahrscheinlich keine PS2 mehr, wohl weil es sie gar nicht mehr im Handel gibt. Man nennt es technische Evolution. Dann ist gibt es eben eine PS3 mit Blu-ray-Funktion (die ganz nebenbei bemerkt auch noch CDs und DVDs abspielen kann). Es ist doch wirklich nur eine Frage der Zeit, bis alles erschwinglich wird&#8230; Nein, ich habe (noch) keinen Blu-ray-Player. Fakt ist, dass ich mir dennoch die Archives kaufen werde und zum richtigen Zeitpunkt dann auch erschwinglichen Blu-ray-Player.</p>
<blockquote><p>&#8220;3. What if I do have PS3 or a Blu-Ray disc but want to listen to the archive elsewhere? I can&#8217;t. The technology won&#8217;t allow me to download the music to my iPod or burn it to CD. I cannot play the Archive in my car, I can&#8217;t play it when I travel and I certainly can&#8217;t move it from room to room, unless I have another Blu-Ray player.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es ist ja auch nicht der Sinn der Sache, die Archives im Auto als Hintergrundmusik laufen zu lassen. Die Archives werden ein audiovisuelles Produkt, natürlich mit Schwerpunkt auf eine perfekte Audio-Umsetzung, aber mit dem entscheidenden Mehrwert, in eine aufwändig gestaltete Archivumgebung eintauchen zu können, wertvolle und für Fans interessante Zusatzinformationen aus erster Hand zu bekommen. Das wird mehr als die obligatorische Bildergalerie, schnödes Beiwerk einer herkömmlichen DVD.</p>
<p>Ich freu mich jedenfalls riesig auf die erste Ausgabe, ganz nebenher ist die Phase um 1969 bis 1972 auch meine Lieblingsschaffensphase des Neil Young. Viele Fans der &#8220;alten Garde&#8221; könnten sich vom rockenden Urgestein ruhig mal eine Scheibe abschneiden.</p>
<p>Und dann heißt es letztendlich noch: abwarten. Schon lange wurden die Archives angekündigt, mal in dieser Form, mal in jener. Sie sind ein Mythos. Aber es gibt ihn, den Young&#8217;schen Keller, der voller Schätze steckt, die gehoben werden wollen. Young ist ein gewissenhafter Archivar und kennt seine Sammlung ganz genau. Gesegnet sei der Archivkunde-Student, der hier mal ein Praktikum machen darf.</p>
<p>Einen weiteren Vorgeschmack, wie so etwas aussehen kann, erhält man bereits jetzt:</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KgSpVU50-m4&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KgSpVU50-m4&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>Noch eine Fußnote angesichts der Blu-ray-Entwicklungen: Der Hersteller TDK hat auch schon die vierlagige Blu-ray Disc mit einer Speicherkapazität von 100 GB entwickelt und arbeitet derzeit fleißig an der achtlagigen 200 GB-Disc. Ein hauchdünner Traum in blau. Es klingt fast wie Kuchen backen, dieses Übereinanderstapeln vieler kalorienreicher Schichten. Nur leider ist eben mal jeder Kuchen aufgegessen. Was einen vor die Frage stellt: Wie lange werde ich an meinen Blu-ray-Scheiben Spaß haben, bevor sie eines natürlichen Todes sterben? Das wird sicher herstellerabhängig sein. Die ersten CDs hielten immerhin auch nur etwa 15 Jahre, mittlerweile ist der Standard natürlich gestiegen und man steht bei einem halben Jahrhundert. An regelmäßiges Umkopieren sollte man also schon denken. Ist das mit Blu-ray-Discs möglich? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vermutlich wird die professionelle Langzeitarchivierung ihre Lösungen dafür haben, in ein paar Jahrzehnten, wenn die ersten Blu-rays innerlich verfallen, sicherlich, doch werden meine Enkel, sofern sie denn überhaupt an Neil Young interessiert sind (&#8230;dafür werde ich sorgen!), noch die Möglichkeit haben, in den Archiven zu stöbern? Eines steht fest: Blu-ray wird die DVD ablösen, denn sowohl die Hersteller der Abspeilgeräte als auch alle namhaften Filmstudios haben der HD-DVD abgeschworen und werden sich künftig auf Blu-ray stürzen.</p>
<p>Wie auch immer, ob das, was am Ende auf den Discs erscheinen wird, wirklich alles ist, was der Meister in seinem Keller hortet, wage ich zu bezweifeln. Das weiß auch nur er persönlich&#8230; oder eben der glückliche Praktikant.</p>
<p>Für mehr Informationen zu Blu-Ray allgemein:<br />
- <a href="http://www.blu-ray.com/info/">http://www.blu-ray.com/info/</a><br />
- <a href="http://www.golem.de/specials/blu-ray/v50-1.html">alle Blu-ray Newsmeldungen auf Golem.de, chronologisch geordnet</a></p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Chrome Dreams II&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2007/10/31/neil-young-chrome-dreams-ii/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 20:50:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[folk]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[grunge]]></category>
		<category><![CDATA[neil young]]></category>
		<category><![CDATA[rock]]></category>
		<category><![CDATA[singer-songwriter]]></category>

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		<description><![CDATA[Was heißt eigentlich nochmal &#8220;Rock&#8221; auf Deutsch? Ja nej, aus dem Englischen, klar. &#8220;Stein&#8221; oder &#8220;Fels&#8221;, genau, und im Falle Neil Young liegt uns hier ein unverrückbares Rock-Urgestein vor, jawohl! Einer der wie ein Fels in der Brandung immer da war, sich zwar durch äußere und innere Einflüsse über die Jahre (hör- und sichtbar) verändert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was heißt eigentlich nochmal &#8220;Rock&#8221; auf Deutsch? Ja nej, aus dem Englischen, klar. &#8220;Stein&#8221; oder &#8220;Fels&#8221;, genau, und im Falle Neil Young liegt uns hier ein unverrückbares Rock-Urgestein vor, jawohl! Einer der wie ein Fels in der Brandung immer da war, sich zwar durch äußere und innere Einflüsse über die Jahre (hör- und sichtbar) verändert hat, doch in seiner Essenz unverkennbar eigentümlich blieb. Bereits seit 40 Jahren und fast ebenso vielen Alben aus eigener Feder (exklusive der Buffalo Springfield- und CSNY-Geschichten) rockt, folkt, grungt und schmusesongt dieser Kanadier einflussnehmend durch die sich ständig wandelnde Musikwelt.</p>
<p>Zugegeben, seine Zeit waren die späten 60er und die 70er. Ungeschlagen bleiben Alben wie &#8220;Everbody knows this is Nowhere&#8221;, &#8220;After the Goldrush&#8221; oder &#8220;Tonight&#8217;s the Night&#8221;&#8230; eigentlich fast alle Platten bishin zum 1979er &#8220;Rust Never Sleeps&#8221;, welches allgemeinhin als die Geburtsstunde des Grunge angesehen wird. Nicht umsonst verabschiedete sich ein gewisser Mr. Cobain mit Neils legendären Zeilen &#8220;It&#8217;s better to burn out than to fade away&#8221;&#8230;</p>
<p>Im Falle Neil Young ist an Ausbrennen oder Verblassen trotzdem nicht zu denken, denn nach (meiner Meinung nach) den letzten drei schwächelnden Alben aus naher Vergangenheit hat Neil hier mit &#8220;Chrome Dreams II&#8221; endlich wieder ein durchweg interessantes und ungemein vielfacettiges Langeisen kreiert.<br />
Kennern geht bei den Worten &#8220;Chrome Dreams&#8221; sofort ein Licht auf: Das ist der Name eines unveröffentlichten Albums aus dem Jahr 1977. Wer das Bootleg nicht sein Eigen nennt &#8211; und das sind wohl die meisten &#8211; hat hier und da schon einen Song auf anderen Alben oder live gehört&#8230; Ja, abgesehen von der namentlichen Verwandtschaft haben &#8220;Chrome Dreams&#8221; Teil 1 und 2 nichts miteinander zu tun. Man muss aber gleich sagen, dass die ersten drei Songs der neuen Scheibe so neu nicht sind: Sie stammen aus den 80ern, was man dem countrylastigen Opener &#8220;Beautiful Bluebird&#8221; &#8211; &#8220;Old Ways&#8221; lässt grüßen &#8211; sowie dem 18-Minüter &#8220;Ordinary People&#8221; gut anhört. Textlich agiert der Mann heutzutage ja eh etwas trivialer, so darf man sich nicht wundern wenn die die Worte zur schmalzig dahinslidenden Gitarre doch eher &#8220;ordinary&#8221; sind.</p>
<p>An der Musik an sich ist rein gar nichts auszusetzen. Das beste ist dieser herrliche Gitarrensound aus den &#8220;Rust never Sleeps&#8221;-Tagen, den man auf den letzten Young-Releases schmerzlichst vermisste: fettes Schnarren, Ecken und Kanten überall, verzerrt-verzücktes Aufheulen, mal verrückt und improvisiert klingend wie zu Zeiten des &#8220;Dead Man&#8221;-Soundtracks (ein Gedicht für sich!), mal hochmelodisch und einprägsam. Der trippige 14-Minüter &#8220;No Hidden Path&#8221; ist das Beste, was Neil seit laaanger Zeit abgeliefert hat: Hier kann man sich einfach hineinfallen lassen und der Sprache der Gitarren lauschen. Abgesehen von den langen Kanten gehen aber alle Songs sofort ins Ohr und Bein, ja, machen wirklich Lust zum Mitwippen, selbst das abschließende &#8220;The Way&#8221; hat mit seinem Kinderchor ein harmonisches Schunkelfeeling parat, so ganz anders als noch wenige Minuten zuvor das rotzige &#8220;Dirty Old Man&#8221;&#8230;</p>
<p>&#8220;Chrome Dreams II&#8221; klingt beinahe wie ein Mikrokosmos der bisherigen Neil Young-Karriere: Balladen treffen auf dreckig-erdige Gitarreneskapaden und Country und Folk liegen irgendwo dazwischen neben einprägsam-simplem Songwriter-Material. Wer bisher aber nichts mit Neil Young anfangen konnte &#8211; ist zum Beispiel nicht jedermanns Geschmack was den Gesang angeht &#8211; wird wohl auch nicht mit dieser Scheibe glücklich. Wer Blut geleckt hat: Man fange bei Neil Young am besten ganz vorn an, geht bis zu &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; und kauft sich dann am besten mit Bonus-DVD dieses frisch erschiene &#8220;Chromjuwel&#8221;.</p>
<p><strong>Chrome Dreams II</strong> &#8211; (23.10.2007)<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2007/10/chromedr.jpg' alt='Neil Young - Chrome Dreams II (2007)' class="float_left"/><br />
&#8220;Beautiful Bluebird&#8221; &#8211; 4:27<br />
&#8220;Boxcar&#8221; &#8211; 2:44<br />
&#8220;Ordinary People&#8221; &#8211; 18:13<br />
&#8220;Shining Light&#8221; &#8211; 4:44<br />
&#8220;The Believer&#8221; &#8211; 2:39<br />
&#8220;Spirit Road&#8221; &#8211; 6:32<br />
&#8220;Dirty Old Man&#8221; &#8211; 3:17<br />
&#8220;Ever After&#8221; &#8211; 3:32<br />
&#8220;No Hidden Path&#8221; &#8211; 14:30<br />
&#8220;The Way&#8221; &#8211; 5:15</p>
<p>Ja, was macht Neil Young eigentlich sonst noch neben fleißigem Alben-aufnehmen? Hier und da spielt er Gigs in Nordamerika &#8211; soll mal wieder rüberfliegen! &#8211; und mistet seinen Keller aus: Dieses Jahr erschien außerdem mit &#8220;Live at the Massey Hall 1971&#8243; ein hervorragendes Relikt aus seinen Glanzzeiten und nächstes Jahr steht nun endlich der erste Teil der sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; (also Neils Keller mit mehreren hundert unveröffentlichten Schätzen) an. Er ist einfach nicht totzukriegen, und das ist gut so, &#8217;cause&#8230;</p>
<p>&#8230;he&#8217;s a ROCK.</p>
<p>Weitere nützliche Links:<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chrome_Dreams_II" target="_blank">prall gefüllte Wikipedia-Page mit massig Hintergrundinfos zu &#8220;Chrome Dreams II&#8221;</a><br />
<a href="http://youtube.com/neilyoungchannel" target="_blank">Der YouTube Neil Young Channel<br />
<a href="http://www.rollingstone.com/photos/gallery/16296997/fall_music_preview_2007_bruce_spr/photo/13/large/" target="_blank">Full Stream von &#8220;Ordinary People&#8221; @ RollingStone</a></p>
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