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	<title>Rockzoom &#187; jazz</title>
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		<title>MOUSE ON THE KEYS @ Weltecho, Chemnitz &#124; 13.03.2010</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 15:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer hier regelmäßig vorbeiliest, für den wird Denovali Records sicher keine neue Bekanntschaft sein. Umso überraschender, dass unter diesem Label für atmosphärische, bisweilen krachige Gitarrenmusik nun auch moderner Jazz veröffentlicht wird. Oder zumindest völlig unberechenbare Instrumentalmusik, die groovt, rockt, chillt und in Kombination mit psychedelischen Videosequenzen den Alltag zum Traum degradiert. Mouse On The Keys [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hier regelmäßig vorbeiliest, für den wird Denovali Records sicher keine neue Bekanntschaft sein. Umso überraschender, dass unter diesem Label für atmosphärische, bisweilen krachige Gitarrenmusik nun auch moderner Jazz veröffentlicht wird.<span id="more-3097"></span> Oder zumindest völlig unberechenbare Instrumentalmusik, die groovt, rockt, chillt und in Kombination mit psychedelischen Videosequenzen den Alltag zum Traum degradiert. </p>
<p><a href="http://rockzoom.de/photos/photo/4431517531/mouse-on-the-keys-13-03-2010-5.html" class="tt-flickr tt-flickr-Medium" title="Mouse On The Keys - 13.03.2010 #5"><img class="alignleft" src="http://farm5.static.flickr.com/4035/4431517531_5e4cbd527d.jpg" alt="Mouse On The Keys - 13.03.2010 #5" width="240" height="160" /></a> <strong>Mouse On The Keys </strong>kommen aus Japan und können ihre Liebe zu Synthesizern und schwarzen und weißen Tasten nun wahrlich nicht verbergen. Am 13. März gaben sie ihr vorerst letztes Deutschland-Konzert im Chemnitzer Weltecho, einer guten Adresse für Jazz in der Stadt, wobei dieser Auftritt mal ausnahmweise nicht der hübschen Jazz Your Ass-Veranstaltungsreihe angehörte. Das Trio (Keys, nochmal Keys und wahnwitzige Drums) wird ergänzt um Trompete und Soundgoodies aus dem Mac; Bass und Gitarren braucht&#8217;s dabei nicht, denn Mann und Maus an den Tasten beherrschen ihr Element, nur hin und wieder ein Blickkontakt zwischen den Musikern, ansonsten zeigen die Männer aus Tokyo, dass sie bereits vorm Erscheinen des ersten Mouse On The Keys-Albums echte Profis, wenn auch mit unterschiedlicher musikalischer Vergangenheit sind. </p>
<p>Die 10&#8243; &#8220;Sezession&#8221;-EP spielten sie in Gänze, außerdem ein neues Stück vom kommenden Album &#8220;An Anxious Object&#8221;, das in Europa über Denovali/Cargo am 15. April erscheinen soll. Man darf gespannt sein und hier hin und wieder vorbeilesen. </p>
<p>Und noch etwas: Demnächst gibt&#8217;s hier übrigens endlich mal das <strong>Blueneck</strong>@Weltecho-Schmankerl, das im Februar stattfand&#8230;</p>
<p>Mehr Mouse On The Keys?<br />
<a href="http://www.myspace.com/mouseonthekeys" target="_blank">@Myspace</a> oder <a href="http://denovali.com/mouseonthekeys/" target="_blank">@Denovali</a></p>
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		<title>40 Jahre Edition of Contemporary Music (ECM)</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 17:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Boese</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf zu neuen Ufern]]></category>
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		<description><![CDATA[1969 war mehr als das Woodstock-Jahr. Fernab der gitarren- und drogengesättigten Schlammschlacht schlug man in München mit der Gründung der Edition of Contemporary Music erstmals die weiten, ruhigen Töne an, die zu einem Markenzeichen dieses einzigartigen Labels werden sollten. Der Gründer Manfred Eicher kam aus der Kammermusik und brachte deshalb deren präzise Klangvorstellungen und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1969 war mehr als das Woodstock-Jahr. Fernab der gitarren- und drogengesättigten Schlammschlacht schlug man in München mit der Gründung der Edition of Contemporary Music erstmals die weiten, ruhigen Töne an, die zu einem Markenzeichen dieses einzigartigen Labels werden sollten. Der Gründer Manfred Eicher kam aus der Kammermusik und brachte deshalb deren präzise Klangvorstellungen und die gewisse Reduktion auf das Wesentliche mit. Er selbst hatte bis dato hauptsächlich als Bassist aktiv Musik gemacht – eine Voraussetzung, die sicherlich seine Herangehensweise an Jazz-Produktionen beeinflusst haben dürfte. Denn auch hier legte er von Beginn an Wert auf das Verbindende, nicht unmittelbar für den oberflächlichen Hörer Wahrnehmbare, das letztlich der Musik zum überzeugenden Gesamteindruck verhilft. <span id="more-2715"></span><br />
Eichers Herangehensweise sicherte ihm von Beginn an das Vertrauen namhafter Künstler wie <strong>Jan Garbarek</strong> und <strong>Keith Jarrett</strong>; mit letzterem nahm er 1975 „The Köln Concert“ auf – bis heute die meistverkaufte Soloveröffentlichung im Jazz. Das Klangspektrum wurde über die Jahre immer breiter und exotischer, ohne dass man den Kern der ECM-Ästhetik je verwässert hätte. Die in sich ruhende Klarheit und die klangliche Tiefe prägt immer noch nicht nur die audiophilen Produktionen verschiedenster Genres, sondern in vielen Fällen auch die musikalischen Strukturen der Künstler. Eine faszinierende Harmonie, die viel Dynamik und Luft zum Atmen mitbringt, viel Spannung und spielende Auflösung.</p>
<p>Steht man als Neuling vor der schier gewaltigen Zahl an Veröffentlichungen, sind gewisse Orientierungspunkte und Trittsteine vonnöten. <strong>Jan Garbarek</strong> bietet sich hierfür nicht nur wegen seiner weit zurückreichenden Beziehung zum Label an, sondern auch wegen seinen zugänglichen Kompositionen, die gleichzeitig in vielerlei Hinsicht eine gewisse Zusammenschau für ECM charakteristischer Elemente wie der nordischen Weite und der melancholischen Seele darstellen. Dagegen repräsentiert <strong>Nik Bärtsch</strong> mit seinen Ronin genannten Mitmusikern eine ungewöhnlichere Stilistik, die auf den Namen Zen Funk hört. Hier fusionieren hochgradige Präzision, meditative Rhythmik und ein aus der ostasiatischen Kampfkunst stammendes Selbstverständnis. Aus unscheinbaren Motiven werden auftürmende Module gewoben, bei denen das Zusammenspiel der Musiker im Vordergrund steht und gerade dadurch den Blick auf die Entwicklung der Lieder freimacht.</p>
<p><img src="http://rockzoom.de/uploads/2009/12/being_there-240x240.jpg" alt="Tord Gustavsen: Being There" title="Tord Gustavsen: Being There" width="240" height="240" class="alignleft size-medium wp-image-2716" />Wer das melodische Pianospiel von dem großen, 2008 verstorbenen <strong>Esbjörn Svensson</strong> vermisst, wird in <strong>Tord Gustavsen</strong> mit seinem Trio keinen Ersatz, aber einen Trost finden. Denn der norwegische Pianist breitet elegische Harmonieflächen aus, auf denen melodische Figuren gedeihen, während Bass und Schlagzeug den mal sanft fließenden, mal aufbäumenden Pulsschlag liefern.</p>
<p>Schon beinahe als ECM-Hausmusiker – seit nunmehr fast 20 Jahren ist er im Kader des Labels – kann der Tunesier <strong>Anouar Brahem</strong> bezeichnet werden. Der Oudspieler und Komponist vereint unprätentiös zeitgenössischen Jazz und traditionelle orientalische Musik, ohne sich dabei mit seiner Kurzhalslaute in den Vordergrund zu spielen. Das hebt ihn ab von vielen anderen Crossover-Künstlern, die betont den „Culture Clash“ anhand einer möglichst bunt zerwürfelten Instrumentenvielfalt darstellen wollen. Brahem setzt auf ausgeklügelte, fließende Arrangements, die ein dichtes, oft melancholisches Gesamtbild zeichnen. Das Händchen für gute Kompositionen ist wohl auch seiner Vergangenheit als Tondichter für diverse Filme und Bühnenstücke zu verdanken. Bester Beweis für das klangdramaturgische Talent Brahems ist wahrscheinlich sein jüngst erschienenes traurig-schönes Album „The Astounding Eyes of Rita“.</p>
<p>Doch das ist nur ein winzig kleiner Abriss einer über Jahrzehnte hinweg konstant höchstqualitativen Werkpalette des Münchner Labels. Eine vollständige Übersicht findet sich auf <a href="http://www.ecmrecords.com" target="_blank">www.ecmrecords.com</a>.</p>
<p>Man erkennt die meisten Werke im CD-Regal übrigens an der charakteristischen Aufmachung: Nicht selten wird der Hörer schon beim Cover in alltagsferne Klangwelten geführt: Düsterschöne Landschaften gespickt mit lichternen Hoffnungsschimmern malen den Weg in die audiophilen Hörgenüsse voraus… einen Weg, den dieses ganz besondere Label hoffentlich noch lange Zeit in dieser Qualität weiterverfolgen wird.</p>
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		<title>BENJAMIN FAUGLOIRE [PROJECT] @ weltecho, Chemnitz &#124; 15.10.09</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 10:14:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für solche Fälle ist sie vielleicht da: unsere nicht weiter definierte Kategorie &#8220;Auf zu neuen Ufern&#8221;, die aus gutem Grunde nicht definiert ist, da ja niemand so recht weiß, was einem auf dieser neuen Insel erwartet. Von daher passt hier auch mal ein Abstecher in die Jazzwelt hinein, zumal Chemnitz in dieser Hinsicht weitaus mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für solche Fälle ist sie vielleicht da: unsere nicht weiter definierte Kategorie &#8220;Auf zu neuen Ufern&#8221;, die aus gutem Grunde nicht definiert ist, da ja niemand so recht weiß, was einem auf dieser neuen Insel erwartet.<br />
Von daher passt hier auch mal ein Abstecher in die Jazzwelt hinein, zumal Chemnitz in dieser Hinsicht weitaus mehr zu bieten hat als in Sachen anspruchsvolle Rockmusik&#8230;</p>
<p><a href="http://rockzoom.de/photos/photo/4017695912/fundamentale-rhythmusmasnahme-15-10-2009-3.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Fundamentale Rhythmusmaßnahme - 15.10.2009 #3"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2495/4017695912_266251fbc8_m.jpg" alt="Fundamentale Rhythmusmaßnahme - 15.10.2009 #3" width="240" height="160" /></a> Den Anfang der Jazzorgie, die unter dem Banner des &#8220;Jazz Your Ass&#8221; stattfand, machte die <strong>FUNDAMENTALE RHYTHMUSMAßNAHME</strong> aus Chemnitzer Gefilden. Das ein oder andere Gesicht ist mir noch aus den regelmäßig stattfindenden Jam Sessions im Weltecho bekannt. Eine knappe halbe Stunde überzeugte das Trio an Bass, Synthesizern und Drums. Hin und wieder kam eine gedämpfte Trompete mit Hall ins Spiel; die kühle Elektronik mit Drone-Elementen unterstützte diesen distanzierten Effekt und das klirrende Drumming tat sein Übriges, um die Kompositionen in ihrer Weite und Kühle sehr nordisch klingen zu lassen. Breitbandkino und wohlgeformter Surroundsound selbst in der ersten Tischreihe sorgten für eine optimale Einstimmung in den Abend.</p>
<p><a href="http://rockzoom.de/photos/photo/4017708616/benjamin-faugloire-project-15-10-2009-6.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Benjamin Faugloire [Project] - 15.10.2009 #6"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2779/4017708616_8720426063_m.jpg" alt="Benjamin Faugloire [Project] - 15.10.2009 #6" width="240" height="160" /></a> Weitaus freundlicher, wenn auch mit melancholischer Note, präsentierten sich <strong>BENJAMIN FAUGLOIRE</strong> und seine beiden Mitstreiter Denis Frangulian und Jerome Mouriez. Den zugänglichen Piano Jazz, angekündigt stets in einem freundlichen Deutsch-Englisch-Gemisch, könnte man fast schon als Pop Jazz bezeichnen: Schnell gehen die Stücke des zweiten Albums &#8220;Premiere Nouvelle&#8221; ins Ohr und erinnern vielerorts an die verspielten Tastenjazzer Tord Gustavsen oder Lenni-Kalle Taipale. In der Konzertankündigung wurden gar Vergleiche zum verstorbenen Esbjörn Svensson gezogen&#8230; und ganz so unrecht hatte man auch hiermit nicht. Speziell gegen Ende hin wurde die Musik verträumter und zog in einen homogenen Sog aus subtiler Perkussion und leichtfingriger Herbsttänzelei. Insbesondere den Tastenfronter selbst hat es emotional vollkommen weggetragen: Kindlich verspielte Mimik mit lebhaftem Blick, offenem Mund und freudigen Zuckungen durch den ganzen Leib&#8230; Sein Bassist litt, sang einzelne Töne mit den Lippen mit, zauberte Walking Bass-Läufe mit einem unglaublich leichten, gefühlvollen Anschlag auf seinen Fender Jazz Bass&#8230;</p>
<p>Knapp zwei Stunden spielte das Trio fürs jubilierende Chemnitzer Publikum und war sichtlich gerührt von den freudigen Reaktionen und Zugabeforderungen. Man kündigte an, nächstes Jahr gern wieder zu kommen&#8230; Chemnitz war die Auftakt-Veranstaltung der kleinen Deutschland-Tour dieser Tage. Heute Abend gastiert das Project im Alten Gasometer Zwickau bevor es gleich für drei Termine in unsere Hauptstadt geht:</p>
<p>17.10.09 &#8211; Zwickau, Alter Gasometer<br />
18.10.09 &#8211; Berlin<br />
19.10.09 &#8211; Berlin<br />
20.10.09 &#8211; Berlin<br />
22.10.09 &#8211; Leverkusen, Topos</p>
<p>>> Benjamin Faugloire [Project] @ Myspace: <a href="http://www.myspace.com/benjaminfaugloireproject">http://www.myspace.com/benjaminfaugloireproject</a><br />
>>> Jazz your Ass @ Weltecho, Chemnitz: <a href="http://www.myspace.com/jazzyourass">www.myspace.com/jazzyourass</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sakeno Sakana Orchestra @ Subway to Peter in Chemnitz &#124; 23.09.09</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 12:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Chemnitz hat am letzten Mittwoch wohl sein Konzert des Jahres erlebt. Auf ihrer Deutschlandtour durch eine handvoll größerer und kleinerer Städte machten die sechs abgedrehten Japaner vom Sakeno Sakana Orchestra auch Halt in Sachsens &#8220;Stadt der Moderne&#8221; und lehrten ihr das sorglose Tanzen unter der Woche. Erstaunlich viele Leute hatten sich zur späteren Stunde um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Chemnitz hat am letzten Mittwoch wohl sein Konzert des Jahres erlebt. Auf ihrer Deutschlandtour durch eine handvoll größerer und kleinerer Städte machten die sechs abgedrehten Japaner vom Sakeno Sakana Orchestra auch Halt in Sachsens &#8220;Stadt der Moderne&#8221; und lehrten ihr das sorglose Tanzen unter der Woche.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/09/sakana.jpg" alt="Sakeno Sakana Orchestra @ Chemnitz | 23.09.09 #2" title="Sakeno Sakana Orchestra @ Chemnitz | 23.09.09 #2" width="360" height="240" class="alignleft size-medium wp-image-2554" />Erstaunlich viele Leute hatten sich zur späteren Stunde um 22:30 Uhr im Subway to Peter eingefunden, wohl eher neugierig als wissend, was die da erwarten würde. Die ca. 80 Besucher des gemütlichen Kellers (mehr passt da wohl auch nicht rein) bekamen eine gute Stunde jazzgetränkten Skapunk, oder eher ska-pumpenden Swingjazz -wie man es auch nennt, die Japaner nennen es bescheiden einfach &#8220;neo pop&#8221; &#8211; geboten, den die gut aufgelegten Tokyoten mitreißend zelebrierten. Der kleine Posaunist bewies schweißgetränkt den längsten Atem, der Nintendo-Style-Keyboarder die schickste Brille der Saxophonist das größte Kauderwelsch. <img src="http://rockzoom.de/uploads/2009/09/sakana1-240x360.jpg" alt="Sakeno Sakana Orchestra @ Chemnitz | 23.09.09 #1" title="Sakeno Sakana Orchestra @ Chemnitz | 23.09.09 #1" width="240" height="360" class="alignleft size-medium wp-image-2553" />Die Band hatte zwar was von der japanischen Freundlichkeit und bedankte sich nach jedem Song mehrmals ausgiebig, doch das auf eine kindlich-freche Art und Weise in euphorisch gebrülltem Denglisch-Singsang, dass man sich ein breites Grinsen einfach nicht verkneifen konnte. Auch der kurze Mitsingpart fürs Publikum durfte natürlich nicht fehlen. Ansonsten wars eher schwingender und jazzender als rockig, aber immer gut tanzbar. Auch vor sexy Bossa Nova machte die Kombo nicht halt. Bei dieser unvorhersehbaren, aber immer nahtlos ineinander übergreifenden Stilmischung gepaart mit viel guter Laune und einer gewissen Selbstironie &#8211; einige Japaner sind sich echt für nichts zu schade &#8211; verwunderte es nicht, dass die neue CD &#8220;Clarice&#8217;s Vacation&#8221; schnell in meinem Gepäck landete.</p>
<p>Nächstes Jahr wollen die sechs Grinsekuchen für mehr &#8220;German beer and sausages&#8221; wiederkommen. Da ihnen der Auftritt in Chemnitz auch sichtbar Spaß machte und die Band gerührt auf die lautstarken Forderungen nach Zugaben reagierte, besteht für all jene die dieses Ereignis verpasst haben, durchaus die Chance, dass sich Sakeno Sakana Orchestra einmal wieder ins nachtschlafende Chemnitz verirren werden. Denn ja, in Chemnitz werden in der Woche die Bürgersteige zwar um 20 Uhr hochgeklappt, doch ab einer unbestimmten Zeit ab 22 Uhr werden sie in der Peterstraße wieder heruntergelassen&#8230;</p>
<p>~ Sakeno Sakana Orchestra @ Myspace: <a href="http://www.myspace.com/sakenosakana" target="_blank">www.myspace.com/sakenosakana</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>JETHRO TULL: &#8220;Thick as a Brick&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Mar 2008 21:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der 36-jährige Geburtstag dieser Platte ist zwar schon um mehr als zwei Wochen verpasst, doch braucht ein absoluter Klassiker gar keinen Anlass, um stets gehört und gefeiert zu werden. Nicht umsonst wird einem Album wie Jethro Tulls &#8220;Thick as a Brick&#8221; das Prädikat &#8220;zeitlos&#8221; zuteil&#8230; Die frühen 70er waren gute Jahre, zumindest in Sachen Musik. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 36-jährige Geburtstag dieser Platte ist zwar schon um mehr als zwei Wochen verpasst, doch braucht ein absoluter Klassiker gar keinen Anlass, um stets gehört und gefeiert zu werden. Nicht umsonst wird einem Album wie Jethro Tulls &#8220;Thick as a Brick&#8221; das Prädikat &#8220;zeitlos&#8221; zuteil&#8230;</p>
<p>Die frühen 70er waren gute Jahre, zumindest in Sachen Musik. Gern wäre ich eine unvergessliche Note &#8211; vielleicht auch ein kleines Thema, wenn der Wunsch nicht zu vermessen klingt &#8211; in einem der großen Konzeptalben, die damals von Emerson, Lake and Palmer oder Yes veröffentlicht wurden. In nur 20 Takten im Stück &#8220;Eruption&#8221; von ELPs &#8220;Tarkus&#8221;-Album vom 10/8- zum 3/4-, wieder zum 10/8- und schließlich zum 4/4-Takt, wer möchte da nicht gern das markante Ostinato sein? Oder eine vertrackte Synkope aus Yes&#8217; &#8220;Close to the Edge&#8221;, unvergesslich und ein wichtiges Teil des Ganzen, wo alles seinen richtigen Platz hat und einem genau ausgetüftelten Konzept zugrunde liegt?<br />
Ironischerweise wurde ein paar Monate später, nämlich im März 1972, ein Album namens &#8220;Thick as a Brick&#8221; als Verballhornung dieser beiden verkopften Konzeptklumpen erschaffen&#8230;</p>
<p>Und diese Persiflage &#8211; &#8220;but in a nice way&#8221; &#8211; beginnt dann auch ganz &#8220;unprogressiv&#8221; in so einer locker-liedhaftigen Laune, die von nichts und niemandem besser intoniert werden könnte als von sorglosem Akustikgitarrengeklampf, einer fröhlich-naiv klingenden Querflötenmelodie und Ian Andersons spöttelndem Gesang:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Really don&#8217;t mind if you sit this one out&#8230;&#8221; </em>[0:09]</p></blockquote>
<p>&#8230;Denn immerhin dauert dieser eine Song knappe 44 Minuten, was in der Rockgeschichte den ersten einzelnen Track dieses Ausmaßes darstellt. Logischerweise wurde &#8220;der Titeltrack&#8221; zum damaligen Zeitpunkt dann auch auf beide LP-Hälften gesplittet.</p>
<p><strong>Jethro Tull &#8211; Thick As A Brick (1972)</strong><br />
<img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2008/03/taab.jpg' alt='Jethro Tull - Thick As A Brick (1972)' class="float_left"/>Ein anderer Grund für die Enstehung eines Konzeptalbums war die Tatsache, dass viele Kritiker das 1971 erschienene Tull-&#8221;Durchbruchsalbum&#8221; &#8220;Aqualung&#8221; als Konzeptalbum verstanden, obgleich Bandkopf Ian Anderson den Hithaufen lediglich als &#8220;bunch of songs&#8221; abtat. <em>(Audio-Interview auf der 1998 erschienenen remasterten CD-Edition von &#8220;Thick as a Brick&#8221;)</em> Klar, dass Tull dann mal beweisen mussten, was nun wirklich ein Konzeptalbum ist! In selben Interview geht man dann sogar so weit, nicht ohne großes Augenzwinkern in den eigenen Worten, &#8220;Thick as a Brick&#8221; als &#8220;mother of all concept albums&#8221; zu bezeichnen. Die Intention war, sowohl in Musik als auch Text komplex und irritierend zu sein&#8230; Gelungen? Aber ja, denn auf unsere liebevolle, songwriterisch einfache Einleitungsmusik folgt ein jazzig-rockendes (Instrumental-)Inferno [03:00]: frech und wild orgelnd, stromverzerrt riffend, maschierend getrommelt und geleitet vom vollmundig groovenden Bass und der spielerisch umherwirbelnden Querflöte schaukelt sich der Fünfer zum nächsten Höhepunkt hinauf:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;The poet and the painter casting shadows on the water<br />
as the sun plays on the infantry returning from the sea.<br />
The do-er and the thinker: no allowance for the other<br />
as the failing light illuminates the mercenary&#8217;s creed&#8230;&#8221;</em> [06:08]</p></blockquote>
<p>Was darauf folgt bevor es wieder zum gleichen Thema mit anderem Text zurückkehrt, klingt sowohl wild als auch gut ausgetüftelt, fröhlich und doch so voller musikalischer Finesse, kindische aber geniale junge Männer waren hier am Werk. &#8220;We were in kind of a silly state of adult development&#8221; gab Gitarrist und Tull-Urgestein Martin Barre mal zum Besten. Da verwundern dann nicht die sturm-und-drängerischen Worte</p>
<blockquote><p><em>&#8220;&#8230;I&#8217;ll judge you all and make damn sure that no-one judges me!&#8221;</em> [15:30]</p></blockquote>
<p>Doch so durchdacht und perfekt arrangiert diese Musik durchweg anmutet, &#8220;Thick as a Brick&#8221; wurde in ziemlich hastiger Manier geschrieben, wie Ian in einem 1997 geführten Interview verlauten ließ. So buchte die Band schon das Studio in London-Bermondsey ohne überhaupt die Musik ansatzweise fertig zu haben. Das Resultat: Mr. Anderson komponierte jeden Morgen zwei bis drei Stunden lang, zog danach damit in den Proberaum um das Ganze mit den Bandkollegen auszuprobieren, Stück für Stück und Tag für Tag, und etwa zwei Wochen später ging es dann ins Studio, wo alles nicht minder Hals über Kopf, zum Teil auch improvisiert, in etwa zehn Tagen aufgenommen wurde&#8230;</p>
<p>Spätestens nach den ersten 21 Minuten, nämlich Am Ende der A- und zu Beginn der B-Seite merkt man in einem langen Free Jazz-Teil &#8211; für viele vielleicht Geschmackssache, ich find ihn von vorn bis hinten fantastisch! &#8211; dass einiges einfach improvisiert sein MUSS. J-Tull sind jedoch so begnadete Musiker, dass es trotzdem nicht so klingt, als überließe man den Verlauf des Geschehens dem Zufall. Hier gibt&#8217;s die volle Packung: feurige Drumsoli, Einsprengsel bekannter Motive der ersten 20 Minuten, fetzige Saxophon-Intermezzi, wirres Gelaber, stille und laute &#8220;und-nun-mal-alle-Miteinander&#8221;-Momente bis es dann wieder zum leichtfüßigen Akustikgitarrenmotiv des unmittelbaren Songanfangs geht [26:40] und sich ein weiteres Highlight anbahnt:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;The legends (worded in the ancient tribal hymn)<br />
lie cradled in the seagull&#8217;s call.<br />
And all the promises they made are ground beneath the sadist&#8217;s fall.<br />
The poet and the wise man stand behind the gun,<br />
and signal for the crack of dawn.<br />
Light the sun.</p>
<p>&#8230;Do you believe in the day?&#8221;</em> [28:35]</p></blockquote>
<p>In den Zwischenräumen dieser Zeilen ist die wohl größte Spannung des gesamten Stückes zu finden. Das rasante Tempo der verrückten Jazzpassagen ist vergessen, man wähnt sich beinahe in einem völlig anderen Album: rein akustisch, mit gespenstisch zitternden Flöten, kruden Bassläufen und einem Schauerwald-Cembalo verteilen Tull Gänsehaut am laufenden Band, und das über mehr als fünf Minuten hinweg! Noch lange hallen Ians prophetisch gesungene Worte &#8220;Do you believe in the day?&#8221; nach&#8230;</p>
<p><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2008/03/gerald.jpg' alt='Gerald Bostock' class="float_left"/> Die frühen 70er waren gute Jahre, auch in Sachen Humor. Und an dieser Stelle muss man dann doch mal auf das zugrunde liegende &#8220;Konzept&#8221; zu sprechen kommen, wenn man schon über einen Meilenstein schreibt, der sich selbst &#8220;mother of all concept albums&#8221; schimpft. Humoristisch ist das Konzept vor allem, da Tull ziemlich überzeugend Kritiker und Fans in dem Glauben ließen, ein Wunderkind namens Gerald Bostock habe mit einem überlangen Gedicht (eben der &#8220;Thick as a Brick&#8221;-Liedtext), den lyrischen Grundstock für dieses Album gelegt. Und liest man sich dieses voller Metaphern und Bilder fast frei interpretierbare Gedicht durch, so erhält man zwar kaum einen roten Faden, bekommt jedoch vielerorts einen besonders britischen Humor mit auf den Weg:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;So! Come on ye childhood heroes!<br />
Won&#8217;t your rise up from the pages of your comic-books<br />
your super-crooks and show us all the way.<br />
Well! Make your will and testament.<br />
Won&#8217;t you? Join your local government.<br />
We&#8217;ll have Superman for president<br />
let Robin save the day&#8230;&#8221;</em> [18:40/40:50]</p></blockquote>
<p>Nicht umsonst beruft sich Textmeister Anderson auch auf den kultigen Monty Python&#8217;s Flying Circus, dessen 45 Fernsehfolgen zwischen 1969 und 1975 entstanden. Ganz in diesem Stile ist außerdem das aufwändige Booklet gestaltet. Wobei Booklet bei einer Schallplatte sowieso die falsche Bezeichnung ist, hier liegt uns nämlich eine 12-seitige Zeitung vor, die &#8220;St. Cleve Chronicle&#8221;, die laut Ian &#8220;auf-einem-Bein-steht-sich&#8217;s-doch-ganz-gut&#8221; Anderson in ihrer Produktion mehr Zeit in Anspruch genommen hat als die eigentliche Musik: British Humour-Wortspielen, witzige Seitenhiebe auf den Text und natürlich Gerald Bostocks Gedicht selbst erscheinen neben vielen scheinbaren Sinnlosigkeiten&#8230; Bei der LP-Ersteigerung muss man unbedingt darauf achten, die &#8220;Zeitungsedition&#8221; (Erstpressung!) zu ergattern, gerade ging eine bei Ebay für 53,34 € weg&#8230; Dann kann man nämlich auch mal, ganz im Gegensatz zum piepelig kleinschriftigen CD-Booklet, auch wirklich jeden Beitrag lesen. Eine Art Running Gag ist da der Hase, dem besondere Zuwendung im Zeitungsartikel &#8220;Do Not See Me Rabbit&#8221; von John Evans zuteil wurde. Ansonsten sind für die Zeitung zu etwa gleichen Teilen Ian Anderson und Bassist Jeffrey Hammond-Hammond verantwortlich. Das Ende vom Lied, der Kreis wird geschlossen und es findet zum beschaulichen Anfangsthema zurück, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;So you ride yourselves over the fields<br />
and you make all your animal deals<br />
and your wise men don&#8217;t know how it feels<br />
to be thick as a brick.&#8221;</em> [43:15]</p></blockquote>
<p><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2008/03/bravo_tull.jpg' alt='Jethro Tull BRAVO Superposter' class="float_left"/><br />
Jethro Tull, übrigens benannt nach einem britischen Bauern, der 1701 die Drillmaschine erfand, sind mit diesem Album der beste Beweis: Man darf auch lachen im Progressive Rock&#8230; Man darf auch lachen <em>über</em> Progressive Rocker: John Evan beispielsweise trug während der Konzerte häufig ein Kaninchenkostüm &#8211; wir erinnern uns an den Nager in der Zeitung. John trank auch während der  drei- bis vierstündigen Livesets ganz gern mal ein paar Bierchen. Klar dass man da auch mal aufs Örtchen muss. Statt mal ein Päuschen zu machen, ging der Herr, der sonst für Piano-, Hammondorgel und Cembalo-Klänge verantwortlich ist, ins Dunkel des hinteren Bühnenbereiches und pinkelte in leere Bierdosen&#8230; die eines Abends auf mysteriöse Weise umgeschubst wurde und das Hasenkostüm unflätig beschmutzte, was Mr. Evan dann später am eigenen Leibe erfuhr&#8230;</p>
<p>Ja, 1972 war ein gutes Jahr. Da gab&#8217;s auch in der Bravo-Ausgabe 45 ein Superposter von Ian Anderson (siehe oben), Star des Monats November und im April gar eine famose Titelstory: &#8220;<a href="http://www.tullpress.com/images/bravo1.jpg">&#8230;BRAVO hat die Boys 24 Stunden erlebt&#8230;</a>&#8220;, man beachte dort den kleinen Absatz &#8220;Morgenstund hat Gold im Mund&#8221;&#8230;</p>
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		<title>Dark Suns @ UT Connewitz, Leipzig &#124; 08.03.2008</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 20:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Voodoo-Udo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Weitwinkel]]></category>
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		<description><![CDATA[Heiß erwartet, beinahe so sehr wie das dritte Album der Leipziger Progressiv-Combo DARK SUNS, war die zugehörige Release Party zum mittlerweile dritten Album der dunklen Sonnen. Von einem Panda war da die Rede, von vielen Gästen sowieso, und spätestens als vor einigen Wochen der Videoclip zum neuen Stück &#8220;The Chameleon Defect&#8221; (oder &#8220;&#8230;Conflict&#8221;, wer weiß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heiß erwartet, beinahe so sehr wie das dritte Album der Leipziger Progressiv-Combo <strong>DARK SUNS</strong>, war die zugehörige Release Party zum mittlerweile dritten Album der dunklen Sonnen. Von einem Panda war da die Rede, von vielen Gästen sowieso, und spätestens als vor einigen Wochen der Videoclip zum neuen Stück &#8220;The Chameleon Defect&#8221; (oder &#8220;&#8230;Conflict&#8221;, wer weiß schon genau, wie dieses Instrumental nun heißt!?) die mediale Öffentlichkeit erreichte, konnte man sich auf einen denkwürdigen Abend vorbereiten&#8230;<a href="/photos/photo/2322035640/bleak-origin-08-03-2008-6.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Bleak Origin - 08.03.2008 #6"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2206/2322035640_754ca035fc_m.jpg" alt="Bleak Origin - 08.03.2008 #6" width="160" height="240" /></a>  Jener ging dann schließlich am 8. März im beschaulichen UT Connewitz, einem der ältesten Lichtspielhäuser Deutschlands, über die Bühne. Der meisten Stuhlreihen entledigt präsentierte sich das UT dem in respektabler Zahl erschienenem Publikum in seiner typischen wohligen Atmosphäre: dunkel mit bröckelndem Putz, dennoch gut geheizt, mit Teelichtern und sanfter Bühnenbeleuchtung verschönert und nettem Personal an der Bar, das stets zu moderaten Preisen vielerlei Liquides ausschenkt&#8230; Doch bevor die Dark Suns ihre neuen &#8220;Grave Human Genuine&#8221;-Songs auch livehaftig unters Volk bringen konnten, übernahmen die schweizerischen Gäste<strong> BLEAK ORIGIN</strong> den Job der Eröffnungsband. Etwas schüchtern, doch immerhin sympathisch &#8211; angeschwyzertes Dütsch <img src='http://rockzoom.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  &#8211; und sehr dankbar um den Slot der Supportgruppe bot der Vierer sehr vernünftigen Progressive Rock mit teils derben Metalattacken. Ich habe mir am nächsten Tag auch gleich die Demo EP angehört&#8230; live klang&#8217;s irgendwie doch besser. Bekommt man diesen Sound auf CD und die Steifheit aus der Hüfte, steht dieser Band noch eine interessante Zukunft bevor. (Homepage: <a href="http://www.bleakorigin.com/" target="_blank">www.bleakorigin.com</a>)</p>
<p>Die Musiker- und Fangemeinde rückte zusammen, hier und da ein Gesicht solch vielversprechender Bands aus der Region wie Mourning Rise, Hidden in the Fog, Aggressive Mind oder den schon etablierten Disillusion im Publikum&#8230; Alles wartete gespannt, vor allem auch auf die Kandidaten, welche die mittlerweile zum Trio geschrumpften <strong>DARK SUNS</strong> komplettieren sollten. <a href="/photos/photo/2321248301/dark-suns-08-03-2008-2.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Dark Suns - 08.03.2008 #2"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2123/2321248301_5b6a21a941_m.jpg" alt="Dark Suns - 08.03.2008 #2" width="160" height="240" /></a> Nun, im Endeffekt hab ich nur einen zuvor mal gesehen: Bassist Micha war zumindest schon einmal im Oktober 2006 beim Leipziger Warrior Rock Dark Suns-Sessionbassist&#8230; Nein, leider kein Kristoffer Gildenlöw von Pain of Salvation am Bass, der den Sonnen auf &#8220;Grave Human Genuine&#8221; so kunst- und druckvoll aushalf. Einen neuen Keyboarder (zumindest wohl erst einmal für Livezwecke) haben sie sich auch geangelt, großes Interesse lenken jedoch bei beiden Percussionistas auf sich. Einer ist, wie ich mir von unserem Fotografen hab sagen lassen, der Nico von Mourning Rise. Doch zunächst wurde keiner so richtig gefordert, denn die Hälfte vom eröffnenden &#8220;Amphibian Halo&#8221; kam zu mindestens 66,6% vom Band. Nunja, ging vielleicht nicht anders&#8230; Doch eines muss man der trip-hoppige Nummer vom neuen Rundling lassen: Sie ist absolut intro-tauglich und spannungsaufbauend und erstes Zeugnis der gut ausgetüftelten Setlist des Abends, die gelungermaßen sowohl &#8220;Existence&#8221;-Stücke als auch das gesamte &#8220;GHG&#8221;-Album und so manche Überraschung beherbergte&#8230;</p>
<p>Doch nicht nur &#8220;Amphibian Halo&#8221; brachte interessante neue Nuancen in die stets als sehr mitreißend bekannte Liveperformance der Leipziger. So brillierte beispielsweise ein kurzes jazziges Zwischenstück mit zwei(!) Bassisten. Das nennt man gerade in Leipzig einen Luxus, da es ja bekannt ist, dass selbst die &#8220;Lokalmatadoren&#8221; Disillusion schon ewig (eigentlich schon immer?) ein festes Mitglied für die tiefen Regionen suchen. Und da ward eben bei diesem Dark Suns-Zwischenstück mit Jakob, der auch schon eher am Abend ein paar Einzelauftritte hatte, ein zweiter Basser auf der Bühne, was natürlich extrem fett ankam, vor allem weil&#8217;s auch gern mal fretless sein durfte. Und das im Stehen, im Sitzen, im Schlafen&#8230; Ich verstehe, dass ein Basser irgendwie cool sein muss, aber der Jakob (im Kappu UND Jacket in der geheizten UT!) wirkte mir doch recht unterkühlt und kaum an der Bandstimmung beteiligt. Bei aller spielerischen Fähigkeit, so richtig passt meiner Meinung nach keiner der beiden Bassisten ins Bandgesamtbild. Aber das kann und sollte natürlich nur die Band selbst intern entscheiden&#8230;</p>
<p><a href="/photos/photo/2322090254/dark-suns-08-03-2008-40.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Dark Suns - 08.03.2008 #40"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3017/2322090254_10e452aee4_m.jpg" alt="Dark Suns - 08.03.2008 #40" width="160" height="240" /></a> Der Coversong einer Band namens Elbow beendete die relaxte, jazzig-proggige Phase und sorgte für besonders ruhige Töne von sitzenden Musikern, mal zur Abwechslung mit Maik als Leadsänger. Für mich war gerade da ein Zeitpunkt erreicht, bei welchem der Spannungsbogen aufgrund zu vieler ruhiger Stücke einzustürzen drohte, was jedoch rechtzeitig mit dem klasse &#8220;GHG&#8221;-Opener &#8220;Stampede&#8221; und dem krassen &#8220;Flies in Amber&#8221; gerade rechtzeitig abgewendet wurde. Beim Bernsteinfliegensong war der Jubel ensprechend groß, als Disillusion-Andy, mit einer dritten E-Klampfe bewaffnet, die Bühne enterte und die mächtigen Growls abfeuerte, die schon als Gastbeitrag auf dem neuem Dark Suns-Rundling so entzückten. Dieser Punkt, zum Bersten gefüllt mit so viel Leben auf der Bühne, markierte eines der Highlights des Abends&#8230;</p>
<p>&#8230;eigentlich nur noch übertroffen von &#8220;The Chameleon Defect&#8221;. Ich hatte schon den &#8220;King Basser&#8221;-Pandabären vom Merchstand mit einem Gastauftritt erwartet, doch es kam noch viel besser: Das wahnwitzige Instrumental mit dem unbeschwerten &#8220;Keyboard-rauf-und-runter&#8221; und den fast schon schwarzmetallischen Blasts wurde dank eines Gastauftritts vom rollerfahrenden Albert Einstein himself sowie eines anderen hässlich-Maskierten, dessen Entsprechung sich mir nicht erschloss, zu einer sehr ausgelassenen Sache&#8230; <a href="/photos/photo/2322095754/dark-suns-08-03-2008-47.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Dark Suns - 08.03.2008 #47"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2197/2322095754_5928cdde0f_m.jpg" alt="Dark Suns - 08.03.2008 #47" width="160" height="240" /></a> vielleicht eine satirische Homage an die verkopfte und vielerorts sich selbst sehr ernst nehmende Prog-Gemeinde, vielleicht ein Heiratsantrag an Ayreons aktuelle Nummer &#8220;E = mc²&#8221;, vielleicht aber auch nicht und man wollte einfach nur ein bisschen &#8220;Entertainment XXL&#8221; zu später Stunde verbreiten.</p>
<p>Danach widmete man sich wieder ernsteren Dingen: Mit &#8220;Patterns of Oblivion&#8221; wurde (wie immer eigentlich) der letzte offizielle Livesong eingeläutet, hach schön. &#8220;GHG&#8221; mag zwar kreativer und vielseitiger sein, doch mir persönlich sagt auch nach etlichen Hördurchgängen des neuen Albums die zweite Platte &#8220;Existence&#8221; mehr zu. Auch kam es mir vor, als wäre der Rest des Publikums bei den &#8220;Existence&#8221;-Nummern mehr abgegangen &#8211; über Jahre lieb gewonnen oder einfach emotionaler? Zu erwähnen, dass der Kern der Band stets in der eigenen Musik voll aufgeht (Niko trommelt mit Präzision und singt zeitgleich passioniert in jeder Stimmungslage, Torte post wie immer mit jeder Faser und Maik: träumerischer Blick, der stille Genießer), ist wohl überflüssig&#8230; Drei Zugaben, unter anderem das Urgestein &#8220;Swanlike&#8221; vom Debüt, rundeten die Sache dann optimal ab. Somit war der Eintritt von läppischen 8 Euro angesichts der ungefähr drei Stunden guter (Bleak Origin) bis hervorragender (ja, wer wohl?) Livedarbietung absolut weise investiert, ohne Längen und unangenehme Zwischenfälle, kurz gesagt:</p>
<p>Gefühlvoll, gekonnt und gewitzt&#8230; also rundum gelungen! Und vergesst nicht: Seit dem 22. Februar ist &#8220;Grave Human Genuine&#8221; fast überall erhältlich. Eine ausführliche Besprechung des Albums wird ebenso folgen wie auch ein Gespräch mit der Band, also dranbleiben und derweil nochmal die ganze Setlist studieren:</p>
<p></p>
<blockquote><h4>DARK SUNS Setlist</h4>
<p><a href="/photos/photo/2322067750/dark-suns-08-03-2008-7.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Dark Suns - 08.03.2008 #7"><img class="alignright" src="http://farm4.static.flickr.com/3292/2322067750_a517dcc098_m.jpg" alt="Dark Suns - 08.03.2008 #7" width="160" height="240" /></a> </p>
<p>01. Amphibian Halo<br />
02. Her and the Element<br />
03. You, a Phantom still<br />
04. Rapid Eyes Moment<br />
05. Thornchild<br />
06. Daydream<br />
07. Anemone<br />
08. Jazz Interlude<br />
09. Free of You<br />
10. 29<br />
11. Elbow Cover<br />
12. Stampede<br />
13. Flies in Amber<br />
14. The Chameleon Defect<br />
15. Patterns of Oblivion<br />
&#8212;&#8212;&#8212;<br />
16. Swanlike<br />
17. The Euphoric Sense<br />
18. Papillon</p></blockquote>
<p>Homepage: <a href="http://www.darksuns.de/" target="_blank">www.darksuns.de</a></p>
<p>&#8230;driven by the unholy power of mighty Voodoo-Udo:</p>
<p><a href="http://rockzoom.de/author/kkr/">Katrin Kropf</a> &#8211; Text<br />
<a href="http://rockzoom.de/author/mge/">Michael Gebhardt</a> &#8211; Fotos</p>
<p>PS: Übrigens habe ich die besagte und mehrmals schon gelobte Setlist mitgehen lassen (mein höchst konstruktiver Beitrag zum Bühnenabbau&#8230;). Wer sie zurückhaben möchte: Ich habe sie bereits mit Herzchen und Sprüchen wie &#8220;Torte, ich will ein Kind von Niko und Maik&#8221; sowie kleinen winkenden Zaunpfählen verziert&#8230; Höchstbietende?</p>
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		<title>C-187: Die R&#252;ckkehr von Patrik Mameli (Pestilence)</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Dec 2007 14:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martins Metal Madness]]></category>
		<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gestehe gerne, dass ich ziemlich nervös wurde, als ich das Debüt-Album einer Band namens C-187 in den Händen hielt, das mir der Promo-Mensch von Mascot Records zusammen mit der neuen Agent Steel eingetütet hatte, und folgendes Line-Up las: Patrik Mameli (Gitarre), Sean Reinert (Drums), Tony Choy (Bass) und Tony Jelencovich (Vocals). Vor allem die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe gerne, dass ich ziemlich nervös wurde, als ich das Debüt-Album einer Band namens C-187 in den Händen hielt, das mir der Promo-Mensch von Mascot Records zusammen mit der neuen Agent Steel eingetütet hatte, und folgendes Line-Up las: Patrik Mameli (Gitarre), Sean Reinert (Drums), Tony Choy (Bass) und Tony Jelencovich (Vocals). Vor allem die ersten drei Namen zergehen wohl jedem auf der Zunge, der sich auch nur ansatzweise für den grandiosen, jazzigen Progressive Death/Thrash-Metal der späten Achtziger und frühen Neunziger begeistern kann. Schließlich waren diese Herren doch maßgeblich beteiligt an unsterblichen Meisterwerken der Frickel-Death-Legenden Pestilence, Death, Cynic und Atheist.</p>
<p>Mit diesen Gedanken in meinem Kopf waren die ersten Höreindrücke von &#8220;Collision&#8221; dann allerdings etwas befremdlich, um nicht zu sagen schockierend. Ehrlich gesagt hatte ich anfangs eher das Gefühl einer äußerst hektischen Metalcore-Platte zu lauschen anstatt der erhofften feinsinnigen Jazz-Death-Abfahrt. Also flog die Scheibe erstmal in die nächstbeste Ecke.</p>
<p><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/12/c-187.jpg' alt='C-187' class='float_left'/>Ein paar Wochen später beschloss ich schließlich, C-187 noch eine Chance zu geben, denn eigentlich war mein Vertrauen in die Fähigkeiten der beteiligten Musiker größer als meine spontane Abneigung gegen die sehr modernen Rhythmen und Brüllgesänge. Dreizehn Jahre war Projektinitiator Mameli nach dem traurigen Ende von Pestilence völlig untergetaucht, und ihr könnt mir glauben, seither ist eine Menge Wasser den Rhein runter geflossen. Somit wäre es auch fast schon eine Beleidigung, von einem so begnadeten, innovativen Musiker eine Art Retro-Scheibe zu erwarten. Mameli sagt selbst, dass er zwar immer noch ein großer Death Metal- und Jazz-Fan ist, was man &#8220;Collision&#8221; übrigens auch durchaus noch anhört, aber inzwischen auch von gänzlich anderen Sounds wie harten, aggressivem Gangsta-Rap oder groovig-metallischem Hardcore angetan ist. Gibt man nun die Erwartungshaltung und das Schubladendenken an der Garderobe ab und betritt die Welt von C-187 noch einmal unvoreingenommen, entdeckt man tatsächlich unheimlich viel Faszinierendes, enorm Raffiniertes und musikalisch Geniales. Death-Metal-Einflüsse sucht man zwar weiterhin vergebens, doch mit komplexem, intensivem Groove-Thrash ist die Musik in erster Näherung wohl gut beschrieben. Ziemlich coole, teilweise extrem verzerrte Jazz-Motive funkeln aus diesem Inferno durchaus hervor. Sie treffen auf die Kompromisslosigkeit und Durchschlagskraft von Meshuggah, die hektische Kopflastigkeit früher System Of A Down und das Irre und Abgedrehte von Acts wie Dog Fashion Disco. Und Sean Reinert trommelt mal wieder wie von einem anderen Stern. So entsteht eine zunächst arg sperrig wirkende, aber mit der Zeit immer interessanter, schlüssiger und mitreißender werdende Musik, die sehr lebendig, bei aller Extravaganz doch äußerst kompakt und sicher in dieser Form völlig einzigartig ist.</p>
<p>Ziemlich harter Tobak ist &#8220;Collision&#8221; also und sicherlich nichts für Zartbesaitete und Traditionalisten. Wer mal wieder Lust hat auf ein musikalisches Abenteuer der brachialen Art, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen. Idealerweise sollte man ganz ohne feste Vorstellungen an den Sound von C-187 heran gehen und sich einfach überraschen lassen. Eine gewisse grundsätzliche Offenheit für neumodische Klänge ist dabei auf jeden Fall notwendig. Und ich selbst gebe auch offen zu, dass ich im Zweifel auch heute noch Überscheiben wie &#8220;Spheres&#8221; von Pestilence, &#8220;Unquestionable presence&#8221; von Atheist oder &#8220;Focus&#8221; von Cynic vorziehe. Das hindert mich allerdings nicht daran, die Musik von C-187 als großartig und visionär zu bezeichnen.</p>
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		<item>
		<title>Lebensfrohe Rockmusik hat einen (lustigen!) Namen: RICHIE KOTZEN</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 09:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
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		<category><![CDATA[blues]]></category>
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		<category><![CDATA[soul]]></category>

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		<description><![CDATA[Solo-Alben von RICHIE KOTZEN sind eigentlich immer ein Genuss. Der begnadete Gitarrist und mächtig gute Sänger wildert darauf nach Herzenslust in den großen Revieren Hard Rock, Blues, Jazz, Funk und Soul und schafft es mit bemerkenswerter Präzision, die dort erlegte Beute zu äußerst lebendigen, farbenfrohen und mitreißenden Songs zu verwursten. Dass der Typ mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Solo-Alben von RICHIE KOTZEN sind eigentlich immer ein Genuss. Der begnadete Gitarrist und mächtig gute Sänger wildert darauf nach Herzenslust in den großen Revieren Hard Rock, Blues, Jazz, Funk und Soul und schafft es mit bemerkenswerter Präzision, die dort erlegte Beute zu äußerst lebendigen, farbenfrohen und mitreißenden Songs zu verwursten. Dass der Typ mit dem für deutsche Ohren doch etwas lustigen Nachnamen mal bei Poison gespielt hat, für Mr. Big komponierte und in Japan sogar schon für niemand Geringeren als die Stones eröffnen durfte, weiss wohl kaum jemand mehr. Tut aber eigentlich auch nicht viel zur Sache, denn seine Platten sprechen ganz allein für sich. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mehrheit der Rock-Fans die edlen Teile nicht  schlicht und ergreifend übersieht, weil sie immer noch glaubt, dass Alleingänge eines Gitarrenhelden grundsätzlich mit blutleerem Gedudel gleich zu setzen sind.</p>
<p><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/11/kotzen-go-faster.jpg' alt='Richie Kotzen 2' class='float_left' />Nachdem uns Richie mit &#8220;Slow&#8221; (2002), &#8220;Change&#8221; (2003) und &#8220;Get up&#8221; (2004) exzellente Werke voller Spielfreude, Leidenschaft und Virtuosität geschenkt hatte, blieb das letztjährige Album &#8220;Into the black&#8221; etwas hinter den Erwartungen zurück, weil das Songwriting streckenweise recht konservativ ausfiel und die feinsinnige Raffinesse ein bisschen zu kurz kam. Doch dieses kreative Schwächeln war nur von kurzer Dauer, wie nun Richies neues Album beweist, das in Europa über Frontiers Records unter dem Titel &#8220;The return of mother head&#8217;s family reunion&#8221; erscheint. Mir liegt die amerikanische Fassung von Headroom Inc. Records vor, die den Titel &#8220;Go faster&#8221; trägt und mit der europäischen im Prinzip identisch ist, außer dass ihr das Lied &#8216;Drift&#8217; fehlt – Euro-Bonus-Track halt. Der Einstieg in die Platte gelingt mit dem Titeltrack, einem saucoolen funky Hard Rocker, ganz hervorragend, die Nummer reißt einen sofort mit und räumt mit einem prächtigen Chorus ordentlich ab. Das atemlose, unter die Haut gehende &#8216;You know that&#8217; schlägt in dieselbe Kerbe. &#8216;Fooled again&#8217; ist eine entspannte, verspielte Nummer zwischen Rock und Soul, während &#8216;Faith&#8217; als hübsche Ballade daher kommt, die wie auf Mr. Big zugeschnitten wirkt. Es folgt mit &#8216;Bad things&#8217; der wohl beste Song der Scheibe, ein grandioses, schweißtreibend intensives Groove-Monster mit einem unwiderstehlichen Aerosmith-Chorus: so etwas gehört eigentlich in die Charts!</p>
<p><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/11/kotzen-cover-2.jpg' alt='Richie Kotzen 1' class='float_left' />Spätestens hier hat RICHIE KOTZEN mich längst wieder auf seine Seite gezogen. Mit &#8220;Go faster&#8221;, alias &#8220;The return of mother head&#8217;s family reunion&#8221;, hat er ein Album am Start, das zu den Glanzlichtern seiner an Highlights wahrlich nicht armen Diskographie zählt. Alle Stärken seiner Musik kommen hier gebündelt und verdichtet zur Geltung, Fans von zum Beispiel Aerosmith, Van Halen und den früheren Arbeitgebern des Meisters kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Betont sei nach dem detaillierten Loblied auf die ersten fünf Songs noch, dass die Platte in der zweiten Hälfte keineswegs abbaut, sondern mit dem eingängigen Smasher &#8216;Do it to yourself&#8217;, dem treibenden &#8216;Feed my head&#8217; und dem Boogie-lastigen &#8216;Can you feel it&#8217; weitere Perlen beinhaltet. Somit haben wir es hier mit einem tollen Stück knackig-harter, vielseitiger, erfrischend positiver Rockmusik zu tun, das hoffentlich viele Hörer finden wird.</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.richiekotzen.com">www.richiekotzen.com</a></p>
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		<title>POOR GENETIC MATERIAL: &#8220;Paradise out of time&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 00:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[alias eye]]></category>
		<category><![CDATA[blues]]></category>
		<category><![CDATA[jazz]]></category>
		<category><![CDATA[poor genetic material]]></category>
		<category><![CDATA[progressive]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren nun schon gehören POOR GENETIC MATERIAL zu meinen erklärten Lieblingen außerhalb des Heavy Metal-Universums. Diese bezaubernde Band um Gitarrist Stefan Glomb und Keyboarder Philipp Jaehne begann ihr irdisches Dasein als rein instrumentales Projekt, das sich auf atmosphärische, Soundtrack-artige Klänge verlegt hatte. Das Album &#8220;Summerland&#8221; markierte dann 2001 einen entscheidenden Wendepunkt, denn seither [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren nun schon gehören POOR GENETIC MATERIAL zu meinen erklärten Lieblingen außerhalb des Heavy Metal-Universums. Diese bezaubernde Band um Gitarrist Stefan Glomb und Keyboarder Philipp Jaehne begann ihr irdisches Dasein als rein instrumentales Projekt, das sich auf atmosphärische, Soundtrack-artige Klänge verlegt hatte. Das Album &#8220;Summerland&#8221; markierte dann 2001 einen <img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/11/paradise.jpg' alt='<br />
Paradise out of Time ' class='float_left' />entscheidenden Wendepunkt, denn seither ist der großartige Alias Eye-Frontmann Phil Griffiths als Sänger mit an Bord. Im Laufe der Zeit entwickelten sich POOR GENETIC MATERIAL immer mehr in Richtung Art Rock / Progressive Rock, glücklicherweise aber sehr behutsam und feinfühlig, ohne dabei dieses überaus faszinierende Gespür zu verlieren für verschiedene Stimmungen von Nachdenklichkeit und Melancholie über Verträumtheit und Sehnsucht bis hin zu kindlicher Freude und Verspieltheit. Markenzeichen der Band sind die mal beschwingt schwebenden, mal zerbrechlich suchenden Melodien über sanft ausgebreiteten Klangflächen, die sich wie eine wärmende Decke im Winter wunderbar um die Seele des Hörers legen. Auf das neue Album &#8220;Paradise out of time&#8221; durfte man besonders gespannt sein, denn POOR GENETIC MATERIAL hatten mit &#8220;Spring tidings&#8221; im letzten Jahr das finale Kapitel ihres Vier-Jahreszeiten-Zyklus erreicht. Was würde danach kommen?</p>
<p>Ein gewisses Gefühl der Befreiung und Erleichterung strahlt &#8220;Paradise out of time&#8221; schon aus, nachdem &#8220;Spring tidings&#8221; etwas heterogen und aufgewühlt wirkte. Frühlingsgefühle haben natürlich etwas von Sturm und Drang, somit war das Thema der Platte damals gut getroffen. Doch dieses entspannte, harmonische Feeling von &#8220;Paradise out of time&#8221; tut zumindest mir jetzt richtig gut. Das hier ist eine Platte zum Wohlfühlen und zum Genießen, Musik zum Fliegen. Schöngeistiger Prog Rock trifft neugierig auf feinsten Bar-Jazz und diese endlose Weite und Tiefe der Töne, die POOR GENETIC MATERIAL intensiv wie kaum eine andere Formation zu erzeugen verstehen. Der Einstieg mit &#8216;New phase&#8217; ist betont leicht und fröhlich gehalten, Phil Griffiths&#8217; Stimme trägt diesen im positiven Sinne kleinen Song auf den Schultern seiner charismatischen Stimme. Etwas bluesig geht es mit &#8216;The key&#8217; weiter, die Gitarrenmelodie in der Strophe setzt sich sofort im Ohr fest, der elegante Übergang zum in die Ferne schweifenden, emotionalen Mittelteil lässt aufhorchen. Nach dem sehr ruhigen &#8216;Paradise&#8217; folgt mit &#8216;Out of time&#8217; ein fantastischer Song, der mit einem zum Sterben schönen Gitarrensolo beginnt, sich zwischenzeitlich zu einem schwungvollen Prog-Rocker aufbaut und im weiteren Verlauf immer wieder das unter die Haut gehende Gitarrenthema des Anfangs aufnimmt. Als weiteres Highlight erweist sich das aufbrausende, irgendwie erregt wirkende &#8216;Citizen cyclops&#8217;. Typisch für POOR GENETIC MATERIAL ist es, hierauf ein etwas entrückt anmutendes, sanftes Stück wie &#8216;Holy ground&#8217; folgen zu lassen. Am Ende dann noch ein kleines Meisterwerk namens &#8216;My other life&#8217; und das große erwachsene Gefühlskino ist schon wieder vorbei.</p>
<p>Will man ein Fazit wagen, muss man konstatieren, dass POOR GENETIC MATERIAL sich auf &#8220;Paradise out of time&#8221; von allzu komplizierten Strukturen und überbordenden Longtracks weitestgehend fern gehalten haben. Dadurch wirken die neuen Stücke sehr rund und harmonisch, insgesamt recht bedächtig und aufgeräumt. So ganz die Intensität und Faszination von Alben wie &#8220;Leap into fall&#8221; oder &#8220;Winter&#8217;s edge&#8221; entsteht auf diese Weise zwar nicht, doch das Material hat so viel Klasse und Finesse, dass von einer Enttäuschung nicht die Rede sein kann. Mich macht diese Musik einfach glücklich, und sogar meine 18 Monate alte Tochter hört ganz andächtig und konzentriert zu, wenn ich &#8220;Paradise out of time&#8221; auflege, und wird dabei ganz ruhig und zufrieden. Ein sehr schönes Stück Musik, das ich allen Träumern und Genießern für die ungemütliche Jahreszeit als Balsam fürs Gemüt ans Herz legen möchte.</p>
<p>Surftipps:<br />
<a href="http://www.poorgeneticmaterial.de">http://www.poorgeneticmaterial.de</a><br />
<a href="http://www.quixote-music.de">http://www.quixote-music.de</a></p>
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		<title>OZ NOY: &#8220;Fuzzy&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 03:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[blues]]></category>
		<category><![CDATA[fusion]]></category>
		<category><![CDATA[jazz]]></category>
		<category><![CDATA[oz noy]]></category>
		<category><![CDATA[rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte mit euch unbedingt eine ganz besondere musikalische Entdeckung teilen, die ich vor kurzem gemacht habe und über die ich wirklich sehr glücklich bin. Hinter dem irgendwie schon etwas lustigen Namen OZ NOY verbirgt sich ein in New York lebender Gitarrist mit israelischen Wurzeln, der sich als Studio-Musiker einen großen Namen gemacht hat und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte mit euch unbedingt eine ganz besondere musikalische Entdeckung teilen, die ich vor kurzem gemacht habe und über die ich wirklich sehr glücklich bin. Hinter dem irgendwie schon etwas lustigen Namen OZ NOY verbirgt sich ein in New York lebender Gitarrist mit israelischen Wurzeln, der sich als Studio-Musiker einen großen Namen gemacht hat und vor allem in der Jazz-/Fusion-Szene sehr verehrt wird. Mit &#8220;Fuzzy&#8221; legt Mr. NOY nun sein zweites (?) Solo-Album vor, das vor allem durch seine magische, zugleich intensive und doch sehr entspannende Atmosphäre sowie durch seine stilistische Vielseitigkeit beeindruckt. Da gibt es neben viel Jazz, Blues und Rock auch diverse elektronische Spielereien, manchmal ganz schön poppige Melodien, weiche, irgendwie an Mark Knopfler (Dire Straits) erinnernde  Gitarrenklänge und zwei Cover-Versionen von so unterschiedlichen Künstlern wie Prince und dem legendären Jazzpianisten Thelonious Monk.</p>
<p><a href='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/09/oz-noy2.jpg' title='Fuzzy'><img src='http://rockzoom.de/wp-content/uploads/2007/09/oz-noy2.jpg' alt='Fuzzy' class='float_left' /></a>Dabei verfügt OZ NOY über einen sehr eigenständigen Stil, ja ich würde sogar sagen, eine ganz eigene Gitarrensprache, die federnd leicht und sanft auf der einen, zugleich aber eindringlich und verschachtelt auf der anderen Seite sein kann. Da er auch noch ein exzellenter Komponist ist, gelingt ihm hier ein äußerst originelles, charismatisches Werk, das ich qualitativ auf eine Stufe stellen würde mit den Arbeiten eines Jimi Hendrix oder vielleicht eines Tom Morello. Mir persönlich gefällt &#8220;Fuzzy&#8221; immer dann am besten, wenn die feinsinnigen, wunderschönen Melodien im Mittelpunkt des Songs stehen. Die experimentellen Fusion-Parts geben mir nicht ganz so viel, aber das ist wohl mehr als alles andere reine Geschmacksache. Es ist jedenfalls empfehlenswert, dieses Album ganz in Ruhe unterm Kopfhörer auf sich einwirken zu lassen. Ich selbst habe das zum ersten Mal im Urlaub auf der Terrasse eines kleinen Häuschens am Atlantik mit einer Flasche gutem Rotwein getan. Und das war ein wirklich schönes Erlebnis.</p>
<p>&#8220;Fuzzy&#8221; hat so gar nichts vom Werk eines kopflastigen, schrulligen Einzelgängers. Vielmehr glänzen die Songs durch sehr viel Seele und eine leise, unaufdringliche Schönheit. Während &#8216;Which way is up?&#8217; den Fuß mit wippen lässt und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert, schließt man bei &#8216;Three wishes&#8217; die Augen und träumt sich davon, um schließlich zum unwiderstehlich groovenden, mit besten Funk-Klängen veredelten &#8216;Intensity&#8217; gepflegt abzurocken oder mit der leicht vernebelten David Feldman-Komposition &#8216;In a simple way&#8217; in andere Sphären zu driften. Am Ende hat man verstanden, dass es sich hier ganz einfach um ein faszinierendes, zeit- und grenzenloses Stück Musik handelt. Feinschmecker und Abenteuerlustige sollten sich unbedingt mal mit &#8220;Fuzzy&#8221; beschäftigen. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor OZ NOY!!</p>
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