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	<title>Rockzoom &#187; grunge</title>
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		<title>„Pearl Jam 20“ – Kinovorführung @ Cineplexx Reichsbrücke, Wien &#124; 20.09.2011</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 15:38:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sharif El Mahdi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jubiläum: Die in Seattle beheimatete Rockformation Pearl Jam hat sich zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen einiges einfallen lassen. Schon im Januar 2011 veröffentlichte sie mit „Live On Ten Legs“ eine weitere Liveplatte. Livekonzerte zum Jubiläum [inklusive Gastauftritten von Freunden wie Chris Cornell (Soundgarden, Audioslave) und Josh Homme (QOTSA)] der ersten Veröffentlichung, dem mittlerweile millionenfach verkauften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/09/pj-twenty-225x300.jpg" alt="" title="PJ 20" width="225" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-4783" /><strong>Das Jubiläum:</strong><br />
Die in Seattle beheimatete Rockformation Pearl Jam hat sich zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen einiges einfallen lassen. Schon im Januar 2011 veröffentlichte sie mit „Live On Ten Legs“ eine weitere Liveplatte. Livekonzerte zum Jubiläum [inklusive Gastauftritten von Freunden wie Chris Cornell  (Soundgarden, Audioslave) und Josh Homme (QOTSA)] der ersten Veröffentlichung, dem mittlerweile millionenfach verkauften Debutalbum „Ten“ sowie ein Gratisdownload des neuen Songs „Olé“ auf der offiziellen Internetseite der Band folgten. Nachdem der dazugehörige Soundtrack im deutschsprachigen Raum schon am 16. September veröffentlicht wurde, folgten die Woche darauf Kinovorstellungen der neuen Band-Dokumentation rund um den Erdball. </p>
<p><strong>Der Regisseur:</strong><br />
Regisseur, Drehbuchutor und früherer Musikjournalist Cameron Crowe („Almost Famous“, „Jerry Maguire – Spiel des Lebens”) nahm sich für „PJ 20“ tonnenweise Bildmaterial vor, woraus &#8211; von aktuellen Interviews begleitet &#8211; schlussendlich der etwa zweistündige Dokumentarfilm entstand. </p>
<p><strong>Der Film: </strong><br />
Die Geschichte Pearl Jams beginnt mit Green River, der Band, in der Jeff Ament (Bass) und Stone Gossard (Gitarre) gemeinsam mit späteren Mitgliedern der Gruppe Mudhoney musizierten. Nachdem sie sich aufgelöst hatte, gründeten die beiden eine neue Band namens Mother Love Bone. Deren Sänger, Andrew Wood, verstarb jedoch am 19. März 1990 an einer Überdosis Heroin. Ein Schock für Gossard, Ament und Woods Mitbewohner Chris Cornell. </p>
<p>Den Schicksalsschlag mehr schlecht als recht verdaut, nahmen Gossard und Ament mit Hilfe von Mike McCready (Gitarre) und Soundgarden-Schlagzeuger Matt Cameron neue Songideen auf, jedoch ohne Sänger. Dank  Jack Irons, in den 80er Jahren Schlagzeuger der Red Hot Chili Peppers und späterer Pearl Jam-Trommler, landete eine MC der Demoaufnahmen bei Eddie Vedder, der damals noch in San Diego wohnte. Er schrieb Lyrics zu den rein instrumentalen Aufnahmen, sang seine Ideen ein und sendete sie an die Band. Die waren von seiner Stimme so angetan, dass sie ihn nach Seattle bestellten, wo man sofort zu proben begann und ein paar Tage später schon den ersten gemeinsamen Gig spielte.<br />
Chris Cornell hatte mittlerweile einige Lieder für seinen verstorbenen Freund Andy Wood geschrieben und wollte diese gemeinsam mit Freunden und früheren Wegbegleitern Woods aufnehmen. Aus diesen Sessions mit Mitgliedern von Soundgarden und Pearl Jam (inkl. dem bis dahin recht schüchternen Neuling Vedder) entstand das Album „Temple Of The Dog“, vor allem bekannt aufgrund zweier Songs, die immer wieder den Weg auf die Setlisten von Vedder &#038; Co. finden sollten: „Hunger Strike“ und „Say Hello 2 Heaven“. </p>
<p><strong>Pearl Jam Twenty Trailer 2011:</strong></p>
<p><object width="500" height="281"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/GzI8OhR0IVY?version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/GzI8OhR0IVY?version=3" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="281" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Der Titel des Debutalbums “Ten” (1991) leitete sich von der Rückennummer des Basketballspielers Mookie Blaylock ab, nach dem sich die Band zuerst benannte. Vor allem auch durch den Erfolg von Nirvana und deren Album „Nevermind“, das dieser Tage zu seinem zwanzigjährigen Jubiläum als Deluxe-Edition wiederveröffentlicht werden wird, wurden Fans und Medien auf weitere Bands aus Seattle aufmerksam. „Ten“ enthielt drei erfolgreiche Singles: „Alive“, „Even Flow“ und „Jeremy“. Der erstgenannte Titel nahm stark autobiographische Züge an, erfuhr Eddie Vedder doch erst nach dem Tod seines leiblichen Vaters, dass der Mann, den er für seinen richtigen Vater hielt, in Wahrheit nur sein Stiefvater war. Seinen biologischen Vater durfte Eddie nur als einen Freund der Familie kennenlernen. Das Geheimnis wurde erst nach dem Ableben seines Erzeugers preisgegeben. </p>
<p>„Jeremy“, oftmals als größter Pearl Jam-„Hit“ gehandelt, erzählt wiederum die Geschichte eines gepeinigten Jungen, der im Klassenzimmer Selbstmord begeht. Inspiriert wurden die Texte hierbei von einem Zeitungsartikel, den Vedder zu dieser Zeit las. </p>
<p>1992 bestritt die Band unter anderem einen Auftritt bei MTV Unplugged-Auftritt 1992. Dieser wurde der Wiederveröffentlichung des Debuts in den Nullerjahren als DVD als Kaufanreiz hinzugefügt. </p>
<p>Zunächst noch überwältigt vom Erfolg nahm die Band jede Gelegenheit war, um live zu spielen und Interviews zu geben. Weitere Veröffentlichungen [“Vs.” (1993) &#038; “Vitalogy” (1994)] folgten.  Vor allem Vedder wurde dieser Stress allmählich zu viel. Die Band spielte außerdem immer öfter in nicht nüchternem Zustand und die Medien stürzten sich förmlich auf sie. </p>
<p>Pearl Jam zogen sich vom doch oft oberflächlichen Medienrummel zurück und gaben jahrelang nur vereinzelt Interviews und verweigerten bis zur Single „Do The Evolution“ aus dem 1998 erschienenen Album „Yield“ die Anfertigung jeglicher Musikvideos. </p>
<p>Sie hinterfragten zudem das Monopol des amerikanischen Konzertticket-Anbieters „Ticketmaster“ und verlangten fairere Kartenpreise für ihre Fans – und waren hierbei allein auf weiter Front. Der Film zeigt Gossard und Ament beim Prozess. Eine Szene, die das Ende des Prozesses erahnen ließ: Unverständnis wurde ihnen zu Teil. Den Prozess verloren sie. </p>
<p>Da nahezu alle großen Veranstaltungsorte Exklusiv-Verträge mit „Ticketmaster“ hatten, nahmen Pearl Jam die Organisation ihrer Tourneen selbst in die Hand. Ein zusätzlicher Stress, der so viel Zeit in Anspruch nahm, dass für Organisatorisches mehr Aufwand nötig war als gewollt. </p>
<p>Ein kurzer Abschnitt des Films beschäftigt sich mit dem Schlagzeugerverschleiß der Band. Dave Krusen (später spielte er in Vedders Nebenprojekt Hovercraft und bei Unified Theory) und Matt Chamberlain (später u.a. Studiomusiker für Tori Amos, David Bowie und Morrissey) waren nur kurz dabei, ihnen folgten Dave Abbruzzese (1991-1994) und Jack Irons (1994-1998). Irons wollte nach den Aufnahmen zu „Yield“ nicht auf Tour gehen und verließ die Band. Ein Glücksfall, wie sich herausstellen sollte, war doch Matt Cameron nach der Auflösung Soundgardens gerade wieder zu haben. Er ist das erste Mal auf der Liveplatte „Live On Two Legs“ (1998) zu hören. Sein Einstieg verhalf Pearl Jam spätestens hier zu ihrem Ruf als exzellente Liveband. </p>
<p>Die Veröffentlichung von “Binaural” im Jahre 2000 markierte PJs Rückkehr in die großen Hallen, die dazugehörige Tour schien ein voller Erfolg zu werden.   </p>
<p>Jedoch kam es nach Andrew Woods Tod zum zweiten Tiefpunkt in der Karriere der Bandmitglieder. Bei ihrem Auftritt am 30. Juni 2000 auf dem alljährlichen dänischen Roskilde-Festival  kam es zu einem Unfall, bei dem neun Fans ums Leben kamen. Das Konzert und die Tour wurden daraufhin abgebrochen. Vedder erklärt in der Dokumentation, dass man, wenn man den Werdegang der Gruppe aufteilen müsste, von den Prä- und Nachroskilde-Pearl Jam sprechen müsste. Das Ende der Band stand zu dieser Zeit auch im Raum, die Gedanken der Gruppe kreisten lange Zeit um diesen Vorfall. </p>
<p>Nach einer längeren Pause fand sich die Band jedoch wieder zusammen und nahm das stark von der Präsidentschaft George W. Bushs beeinflusste, 2002 veröffentlichte, Album „Riot Act“ auf. Hierbei ließ es sich die Band nicht nehmen, ihre Meinung über den nunmehrigen Ex-Präsidenten Ausdruck zu verleihen, wofür sie auch ab und zu von Teilen des Publikums ausgebuht wurden. Eine Performance des recht eindeutigen Stückes „Bu$hleaguer“, bei dem sich Vedder eine Bush-Maske aufsetzte und harsche Kritik am damaligen Staatsoberhaupt äußert, („A Confidence Man/But Why So Beleaguered?/ He’s Not A Leader, He’s A Texas Leaguer“) stellt die plötzliche Entzweiung des Publikums in Bushanhänger und –gegner auf der „Riot Act“-Tour eindrucksvoll dar.    </p>
<p>Generell zeigt der Film, dass Pearl Jam immer wieder ihren eigenen Weg gegangen sind und ihre Meinung über die Jahre hinweg kundgaben. Sei es der Prozess gegen Ticketmaster, die Abkehr vom Medienrummel, seien es Liedtexte wie „World Wide Suicide“ oder „Army Reserve“, das Engagement für ein freies Tibet oder der Protest gegen die Verurteilung der „West Memphis Three“ <em>1</em>: Diese Band versteckte sich und ihre Meinung nie. Womöglich bestärkt wurden sie in dieser Haltung um das Jahr 1995, als sie mit Neil Young das Album „Mirror Ball“ aufnahmen und mit ihm auch auf Tour gingen. </p>
<p><strong>Pearl Jam @ VH1 Rock Honours &#8211; The Who 2008:</strong></p>
<p><object width="500" height="281"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/sWdUuojeTl8?version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/sWdUuojeTl8?version=3" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="281" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Die Raritätensammlung  “Lost Dogs” (2003) und die Alben “Pearl  Jam” (2006) und „Backspacer“ (2009) folgten. Als besonders gelungen kann der Auftritt bei „VH1 Rock Honours: The Who“ gesehen werden, bei dem PJ zwei Lieder des The Who-Films „Quadrophenia“, „The Real Me“ und „Love Reign O’er Me“ intonierten. </p>
<p>In der Doku nicht außerordentlich berücksichtigt wurden die Soloalben und Nebenprojekte der Bandmitglieder, die aus meiner Sicht ebenfalls empfehlenswert sind: Da wäre zum Beispiel Eddie Vedders Soundtrack zu Sean Penns Roadmovie-Drama „Into The Wild“ (2007), seine Soloplatte „Ukulele Songs“ und die Live-DVD „Water On The Road“ (beide 2011). Im Film unerwähnt blieb Mad Season, ein Projekt, bei dem McCready u.a. mit dem mittlerweile verstorbenen Alice In Chains-Sänger Layne Staley (Anspieltipp: „River Of Deceit“) kollaborierte. Gossard hat außerdem 2010 sein Projekt Brad mit dem Album „Best Friends?“ wieder ins Leben gerufen. Die Reunion von Soundgarden (inkl. Matt Cameron) dürfte keinem Leser/keiner Leserin dieser Zeilen entgangen sein. </p>
<p><strong>Fazit: </strong><br />
Cameron Crowe hat mit „PJ 20“ einen höchst interessanten Einblick in die Bandgeschichte zustande gebracht, der die große Stärke der Band &#8211; die Liveperformance &#8211; immer wieder in den Mittelpunkt rückt. Der oben bereits erwähnte Mut, Missstände aufzuzeigen &#8211; sei es nun in den Liedtexten oder außerhalb ihrer musikalischen Profession &#8211; und der anhaltende künstlerische Appetit dieser eindrucksvollen Band (siehe/höre Gratisdownload „Olé“) geben Grund zur Annahme, dass Pearl Jam uns auch in Zukunft noch viel Freude bereiten werden! Die DVD-Veröffentlichung der Dokumentation ist für Oktober dieses Jahres angedacht.  </p>
<p><strong>Pearl Jam im Internet: </strong><br />
Offizielle Homepage: <a href="http://www.pearljam.com">www.pearljam.com</a><br />
Facebook: <a href="http://www.facebook.com/PearlJam">www.facebook.com/PearlJam</a><br />
MySpace: <a href="http://www.myspace.com/tenclub">www.myspace.com/tenclub</a> </p>
<p><em>1 Bei den „West Memphis Three“ handelt es sich um drei Männer, die 1993 &#8211; damals selbst im Teenageralter &#8211; Morde an drei achtjährigen Buben begangen haben sollen. Sie wurden 1994 verurteilt, obwohl &#8211; so die Kritik an dem Urteil &#8211;  genetische Beweise dagegen sprachen. Der älteste Verurteilte wurde mittels Giftspritze getötet, die beiden weiteren Beschuldigten kamen ins Gefängnis. Den Dreien wurden satanistische Handlungen vorgeworfen. „Argumentiert“ wurde dies anhand deren Kleidungs- und Musikgeschmacks. Die beiden verbliebenen Beschuldigten wurden schlussendlich am 19. August 2011 aus dem Gefängnis entlassen. Dieser Fall gilt gemeinhin als Justizirrtum.</em></p>
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		<title>Neil Young @ Messe Erfurt &#124; 09.06.2009</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 01:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik des Fortbewegens dreht. Das im April veröffentlichte <a href="http://RockZOOM.de/2009/04/03/neil-young-fork-in-the-road/" target="_blank">&#8220;Fork in the Road&#8221;</a> ist quasi der (zugegeben wieder sehr ordentlich rockende) 40-Minuten-Werbejingle zu Youngs ambitionierten Öko-Ofen. Doch Geld verdienen Künstler heutzutage bekanntlich nicht (mehr) mit Plattenverkäufen, sondern auf Tour&#8230;</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739032/neil-young-09-06-2009-10.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #10"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3388/3612739032_9c0eba3311_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #10" width="240" height="160" /></a> Gestern also kehrte Neil Young nach Erfurt zurück und gab damit seinen ersten der vier geplanten Deutschlandauftritte zum Besten. Die thüringische Hauptstadt ist dem 63-jährigen kein fremdes Pflaster, ließ er doch das letzte mal zusammen mit Crazy Horse im Jahr 2001 hier die Puppen tanzen. Anno 2009 gibt es ein leicht geändertes Aufgebot der musikalischen Mitstreiter: Ben Keith, Rick &#8220;The Bass Player&#8221; Rosas, Chad Cromwell, Anthony Crawford und Pegi Young.</p>
<p>Eigentlich wie auf der Tour 2008 (Wir berichteten vom <a href="http://RockZOOM.de/2008/07/09/neil-young-arena-leipzig-08072008/" target="_blank">Konzert in Leipzig 2008</a>.), nur ohne Larry Cragg, der im vorigen Jahr das Banjo, beispielweise in &#8220;Old Man&#8221; übernahm.</p>
<p>Die Stimmung in Erfurt war von Anfang an super: Die Schafskälte ist Vergangenheit und man sonnte sich am Messegelände; es gab keine Probleme am Einlass; man musste nicht lange warten; das Bier war zwar teuer aber kalt und die Vorband auch nicht mehr als belangloser Liedermacherpop, aber pünktlich um 20:40 Uhr marschierte Mr. Young auf die Bühne um einen knapp 2-stündigen Supergig hinzulegen. Erlebte ich ihn voriges Jahr in Leipzig noch leicht kauzig und wortkarg, eher routiniert spielend, wirkte er in Erfurt fast schon ausgelassen: bedankte sich oft beim Publikum zu welchem er diesmal deutlich mehr Blickkontakt hielt, spielte mit den Bandgefährten, posierte was das Zeug hielt und als Krönung des Ganzen nagte er bei &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; mit den Zähnen an seiner Old Black-Gitarre herum.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739410/neil-young-09-06-2009-14.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #14"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3646/3612739410_7cbc601fe9_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #14" width="160" height="240" /></a> Ganz richtig gelesen: &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221;, diesen dreckigen Bluesrocker hätten wohl die wenigsten erwartet. Da hörte man auch mal schön, wie Chad Cromwell doch sein Schlagzeug bearbeiten kann. Zwar hätte &#8220;the Bass Player&#8221; Rick Rosas auch gern noch einen zwerchfellerschütternderen Sound vertragen können, aber im Großen und Ganzen klang das alles professionell wie es eben sein musste. Ein weiterer Exot, der sich neben &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; in die Setliste schlich, war &#8220;Speakin&#8217; Out&#8221;; erwartungsgemäß gab es viele Songs von unserem Geburtstagskind &#8220;Everybody This Is Nowhere&#8221;-Scheibe zu hören. Neulich feierte dieser Meilenstein nämlich 40-Jähriges, <a href="http://RockZOOM.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/" target="_blank">auch wir gratulierten in einer Sonderrotation</a>. Neil zelebrierte dieses Ereignis mit den obligatorischen Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; und dem Titelsong sowie einer verspielt-genialen 12-Minuten-Version des genialen &#8220;Down By The River&#8221;, definitiv eines der großen Highlights des Abends.</p>
<p></br></p>
<p>Was ein wenig verwunderlich ist: Es wurde nicht ein Song vom aktuellen Album gespielt. Und überhaupt war gar nichts der letzten Jahre dabei; die neuesten der gespielten Songs waren von 1990! Scheint mir eher nach einer &#8220;Archives&#8221;-Tour als eine Promotion des aktuellen Rundlings. Ja sicher, entgegen der ersten Ankündigungen (Mr. Young öffnet seinen Keller mit noch nie gehörtem Material&#8230;) ist das meiste dieser sagenumwobenen Archives dem geneigten Fan eh schon bekannt und wird seit neuestem zu unverschämten Preisen in CD-, DVD- und Bluray-Form verkauft&#8230; Doch das ist ein anderes Thema.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739264/neil-young-09-06-2009-12.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #12"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3648/3612739264_9edb30142a_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #12" width="240" height="160" /></a> Ich möchte euch natürlich nicht den krönenden Abschluss des Konzertes vorenthalten, den absoluten Höhepunkt &#8220;Rockin&#8217; In The Free World&#8221;. Das Publikum war wunderbar zum Mitsingen und Anfeuern aufgelegt und Neil und seine Band stachelten die Fans immer wieder zum Weitersingen an. Und wenn man schon ahnte, sie würden jetzt langsam ihre letzten Akkorde durchlärmen und zum Ende finden, schrie Neil nochmal den göttlichen Refrain in die Menge, der sofort intuitiv aufgegriffen wurde. In dieser Sache versteht man sich eben blind. Klar dass nach so einem fulminanten Schlusssong natürlich lautstark nach Zugabe gerufen wird. Die gab es dann auch, nachdem sich die Herren und die Dame (Mrs. Pegi Young) recht lange bitten ließen, um dann noch einmal für den Beatles-Song &#8220;A Day In The Life&#8221; auf die Bühne zu kommen. Wie schon in Leipzig ganz und gar nicht meine Wunschzugabe, aber immerhin, alle Wunschkandidaten kann man in einem 2-stündigen Neil Young-Set eh nie haben.</p>
<p></br></p>
<p>Danke Neil, für diesen unvergesslich tollen Auftritt! Selten sowas erlebt.<br />
Danke auch den Veranstaltern von Känguru Production, die es auch einem kleinen Zine wie uns ermöglichten, mal Fotograbenluft bei &#8220;den ganz Großen&#8221; schnuppern zu dürfen.</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Hey Hey, My My<br />
2. Mansion On The Hill<br />
3. Pocahontas<br />
4. Everybody Knows This Is Nowhere<br />
5. Words<br />
6. Cinnamon Girl<br />
7. Mother Earth<br />
8. Don&#8217;t Let It Bring You Down<br />
9. Comes A Time<br />
10. Heart Of Gold<br />
11. Speakin&#8217; Out<br />
12. Down By The River<br />
13. Fuckin&#8217; Up<br />
14. Tonight&#8217;s The Night<br />
15. Rockin&#8217; In The Free World<br />
&#8212;<br />
A Day In The Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/tags/neilyoung">zu den Fotos&#8230;</a></p>
<p>Weitere Tourdaten in Deutschland:</p>
<p># 16.06.2009 in Berlin<br />
# 17.06.2009 in München<br />
# 19.06.2009 in Köln</p>
<p>Zum Schluss noch ein kleiner Zaunpfahlwink in Richtung Thüringer Allgemeine Zeitung: Ich hoffe sie hatten diesmal den richtigen Neil Young vor der Linse, denn letzten Sonntag veräppelte man den Thüringer Leser mit einem ganz und gar miserablen Double: <a href="http://twitpic.com/6tnsx/full" target="_blank">Nils Junge in der TA</a>.</p>
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		<title>SAFI: &#8220;kalt&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 07:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tuwörter mit besonderem Tuwert beginnen mit &#8216;r&#8217; und passen ganz hervorragend zu &#8220;kalt&#8221;, dem ersten Album der Leipzigerin safi, das am 19.06. erscheinen wird&#8230; Denn dieses Debüt rebelliert, regnet, reinigt, rauscht, raunt, rauft, röhrt, rödelt, rotzt, rächt, räkelt, räubert, ruckt, rührt, rumort, rammt, rangelt, radikalisiert, reißt, rennt, rettet, rätselt, rafft, rasiert, rumpelt, rüpelt, rülpst, recycelt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tuwörter mit besonderem Tuwert beginnen mit &#8216;r&#8217; und passen ganz hervorragend zu &#8220;kalt&#8221;, dem ersten Album der Leipzigerin safi, das am 19.06. erscheinen wird&#8230;<span id="more-2132"></span></p>
<p>Denn dieses Debüt<br />
<img src="/wp-content/uploads/2009/05/safikalt1.jpg" alt="safi: &quot;kalt&quot; (2009)" title="safi: &quot;kalt&quot; (2009)" width="180" height="180" class="alignleft size-full wp-image-2144" /><br />
rebelliert, regnet, reinigt, rauscht, raunt, rauft, röhrt, rödelt, rotzt, rächt, räkelt, räubert, ruckt, rührt, rumort, rammt, rangelt, radikalisiert, reißt, rennt, rettet, rätselt, rafft, rasiert, rumpelt, rüpelt, rülpst, recycelt, revolutioniert, relativiert, räsoniert, ramponiert, randaliert, reanimiert, reagiert, redigiert, rifft, ringt, richtet, rügt, rüttelt, rückgratwandert, reist, reitet, reizt, raschelt, raucht, rast, rumst, rüttelt, rüstet, rankt, rattert, raspelt, rückt, rudert, rufmordet, ritzt, regt, rockt und rollt.</p>
<p>Noch Fragen? Einige Antworten: <a href="http://www.diesafi.de">www.diesafi.de</a></p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; (14. Mai 1969)</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt sein. Sein späterer Reiter ist zu dieser Zeit schon ein Star: Neil Percival Young packt seine Koffer und stolperte nach seinem 1968er Weggang von Buffalo Springfield glücklicherweise über das junge Genie Danny Whitten&#8230; ja, eben jenen Whitten, der für das großartige &#8220;I Don&#8217;t Want To Talk About It&#8221; verantwortlich war, bevor es von einem gewissen Rotz Stewart zerschmachtfetzt wurde.</p>
<p>Wie auch immer, heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen später komponierte Neil Young bei 40°C Fieber drei seiner genialsten Stücke, die es bis heute regelmäßig noch in die Livesets des rockenden Urgesteins schaffen: die beiden hypnotisch in sich selbst verlorenen Kult-Longtracks &#8220;Down by the River&#8221; und &#8220;Cowgirl in the Sand&#8221; sowie den schwer-schmatzenden Kurzweiler &#8220;Cinnamon Girl&#8221; mit seinen charmanten Hippie-Harmonien. Und wieder einmal ganz nah an Youngs Seite, mit der zweiten Gitarre und dem leicht verraucht-verbrauchten Gesang: Danny Whitten, der nur wenige Jahre später im weißen Pulver untergehen sollte&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/05/young_ektin1.jpg" alt="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" title="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2124" />Doch zuvor, ja, heute vor GENAU 40 Jahren erschien &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221;, eines der, wenn nicht DAS Highlight des Young&#8217;schen Schaffens, welches neben &#8220;After the Goldrush&#8221;, &#8220;Harvest&#8221;, &#8220;Zuma&#8221; und &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; ein Muss für jeden Rock-Plattenschrank der Spätsechziger/Siebziger darstellt.</p>
<p>Zwar zählt der Rundling in der Summe beider Seiten gerade mal 40 Minuten und auch die teilweise doch recht schwülstigen Balladen &#8220;Round &#038; Round (It Won&#8217;t Be Long)&#8221;, &#8220;The Losing End (When You&#8217;re On)&#8221; und &#8220;Running Dry (Requiem for the Rockets)&#8221; sind nicht jedermanns Sache, doch allein aufgrund der drei genannten Songs mit ihrem prägnant-zeitlosen Songwriting, der alles überragenden, überfliegenden Coolness und Leichtigkeit und diesem unglaublichen Tiefgang &#8211; &#8220;Down by the River&#8221; zieht, nimmt gefangen und spuckt einen unvermittelt wieder aus &#8211; ist dieses Album die Anschaffung wert. Aber was schreib ich, die balladesken Töne gehören einfach dazu und sind hier einfach nicht mehr wegzudenken. Das ehrliche, sehr gemäßigt klingende &#8220;Running Dry&#8221; ist da wohl mein Favorit; könnte schon beinahe vom kongenialen Nick Drake stammen, der wenig später übrigens auch sein Debütalbum veröffentlichen sollte. Dass sich beide gekannt haben, ist aber eher unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, dass diese beiden sonderbaren Kauze überhaupt gut miteinander ausgekommen wären, man erinnere sich zum Beispiel an die Begegnung Young-Dylan&#8230;</p>
<p>Was noch zu sagen bleibt: Legt euch &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; zu! Nebenher bemerkt kann man auch mit den oben genannten Young-Veröffentlichungen nicht viel falsch machen&#8230; Und zwar auf Vinyl, denn genau so waren sie damals gemeint und so werden sie auch in 50 Jahren noch laufen, wenn ihr nett zu ihnen seid. Und lasst diese bald erscheinenden Neil Young-Archives ruhig Archives sein: Über 50% der Songs dieser überteuerten Mogelpackung sind dem geneigten Fan eh schon bekannt&#8230; Apropos Archives und neuerlich-teuerliche Sachen wie die Low-Budget-Aufmachung des aktuellen Albums zum alles andere als niedrig budgetierten Verkaufspreis: Ich frage mich, warum Young diesem Label nicht langsam mal den Rücken kehrt und seine DIY-Schiene, die er mit den Videos zum letzten Album &#8220;Fork in the Road&#8221; zu fahren begann, ganz allein weiterverfolgt&#8230; Spart euch lieber die Kohle für eins der kommenden Konzerte:</p>
<p>09.06.2009: Erfurt, Messehalle<br />
16.06.2009: Berlin, O2 World<br />
17.06.2009: München, Olympiahalle<br />
19.06.2009: Köln, Tanzbrunnen</p>
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		<title>Neil Young @ Arena Leipzig &#124; 08.07.2008</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 23:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch vorhin dürfte neben der Tatsache, dass Neil Young nach drei etwas schwächelnden Alben mit &#8220;Chrome Dreams II&#8221; im vergangenen Jahr endlich mal wieder einen lohnenswerten Silberling ausgepackt hat, auch die relative Erschwinglichkeit der Karten gewesen sein. Knapp 72 Euro für den Stehplatz ist für Young-Verhältnisse schon ein Schnäppchen. Bereits im Februar war der Großvater des Grunge in Berlin gewesen und hat seinen lieben Fans mal locker einen grünen Euro-Schein aus den Geldbeuteln gelockt. Außerdem wird der Herr nicht jünger. &#8220;Also&#8221;, dachte ich mir, &#8220;jetzt oder nie.&#8221;</p>
<p>Die Beschreibung wie ich mir vor der Arena die Beine in den Bauch stand, möchte ich dem Leser gern ersparen. Das gehört dazu und muss in Kauf genommen werden, möchte man sich einen ordentlichen Platz vor der Bühne sichern. Den hatte ich dann auch, schön zentral gelegen in der fünften Reihe, nur kleinere Menschen vor mir. So ist das angenehm. Überraschenderweise legte die Vorband schon vor 20 Uhr los, ich hatte im Vorfeld doch mit erheblich längeren Wartezeiten gerechnet. Als Support gastierten <strong>Max Koffler and the Seoulmates</strong>. Warum sie gerade bei ihrer besten Nummer, irgendwie „Deutschfunk“ mit Hammond-Orgel, ausgepfiffen wurden, ist mir schleierhaft, war der Song doch neben einem mit Namen &#8220;Colors&#8221; einer der wenigen Geglückten. Insgesamt gesehen hat man zwar netten, leicht souligen Powerpop mit guter Stimme zu hören bekommen, doch war Max Koffler mit seiner Bande etwas zu brav, etwas zu belanglos und deutlich zu lange auf der Bühne. Rockenden Frischwind wie die derzeit angesagten Black Mountain oder Black Stone Cherry hätte ich mir da schon eher vorstellen können. Eines zeichnete sich aber schon gut ab: Der Sound des Abends würde ein ausgesprochen guter werden: klare, druckvolle Töne in optimaler Balance zueinander&#8230; Ich bin sonst anderes gewohnt, aber bei diesem Eintrittspreis kann man das dann doch verlangen.</p>
<p>Nach einer beträchtlichen Wartezeit angesichts der Umbaupause fand sich die Young-Belegschaft auf der Bühne ein. Nicht Crazy Horse, wie bei der letzten Europatour 2001, sondern vielmehr einige mehr oder weniger Bekannte aus dem Umfeld: Gitarrenkindermädchen und Banjo-Bediener Larry Cragg, Neils langjähriger Weggefährte Ben Keith an Steel- und E-Gitarre sowie Orgel, &#8220;The Bass Player&#8221; Rick Rosas, Chad Cromwell an den Drums und zu guter letzt Anthony Crawford und Neils Frau Pegi als Backgroundsänger und gelegentliche Instrumentalisten.<br />
Himself zeigte sich leicht schüchtern im weißen Hemd mit Farbtupfen. Es sollte wohl der Verdacht enstehen, er habe selbst Hand angelegt an die gemäldeartigen Tafeln, die mit dem jeweiligen Songtitel versehen, stets an den Bühnenrand getragen wurden auf dass auch ja jeder wusste, was da gerade gespielt wird. Doch immerhin ein nettes Gimmick neben den vielen großen Ventilatoren auf der Bühne. Ein Solo mit fliegenden Haaren im Ventilatorwind ist definitiv cool&#8230; solange man Haare hat, die im Ventilatorwind fliegen können. Es macht sich rar, das Haar, das einst eine dichte Mähne war. Auch um mich herum dünnen die Frisuren aus&#8230; Egal, spätestens als der Altmeister zum tiefdreckig und enorm druckvoll klingenden &#8220;Hey Hey My My&#8221; ansetzte, waren jegliche Altersunterschiede durch die Zeitlosigkeit des ROCK hinweggeblasen und dieses Gefühl der Glückseligkeit nahm bis einschließlich des ebenso fett groovenden &#8220;Heaviness-meets-Hippieness&#8221;-Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; nicht ab. Danke für diesen Übersong von einem der besten Neil Young-Alben überhaupt!</p>
<p>&#8220;All Along the Watchtower&#8221; wurde von vielen Fans &#8211; die ansonsten meiner Meinung nach selbst in den vordersten Reihen im Schnitt ein enttäuschendes Feedback gaben! &#8211; sehr begrüßt, ich bevorzuge jedoch ganz klar die eigenen Neil-Kompositionen und bade in dem sich anschließenden ruhigen Teil des Sets mit den spärlich instrumentierten &#8220;Oh Lonesome Me&#8221;, &#8220;Mother Earth&#8221; und &#8220;The Needle and the Damage Done&#8221;, die Neil fast im Alleingang und mit stimmlicher Fitness und Leichtigkeit zustande brachte. Ansonsten gab der Meister sich sehr wortkarg, stellte nicht einmal Augenkontakt zum Publikum her. Ich weiß gar nicht, ob das typisch ist. Doch es würde es mich nicht wundern. Es stört auch nicht wirklich. Gerade kurz vor Schluss zu den beiden schier endlos ausgespielten &#8220;Words&#8221; und dem genialen &#8220;No Hidden Path&#8221; vom aktuellen Album wird der Unterschied deutlich: Neil spielt nicht in sich gekehrt, wohl aber mit seiner fiesen alten Stromklampfe doch irgendwie in seiner eigenen Welt, beziehungsweise auf sein Tun fixiert, gerade wenn es um seine typischen hypnotisierenden Improvisationen geht. Schade dass die meisten Zuschauer das wohl anders sahen und sich vom scheuen Rick Rosas in &#8220;No Hidden Path&#8221; sogar &#8220;aufwecken&#8221; lassen mussten. Wach waren sie dann wieder bei der Zugabe, dem Beatles-Coversong &#8220;A Day in the Life&#8221;. Ich schätze das gesamte &#8220;Sgt. Pepper&#8217;s Lonely Hearts Club Band&#8221;-Album wirklich sehr, aber warum ein Neil Young das spielen muss, ist mir schleierhaft. Dann lieber doch etwas von &#8220;After the Goldrush&#8221; hinterher gespielt&#8230; Doch hier vorerst die tatsächlich gespielten Songs:</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Love and Only Love<br />
2. Hey Hey, My My<br />
3. Everybody Knows this is Nowhere<br />
4. Spirit Road<br />
5. Cinnamon Girl<br />
6. All Along the Watchtower<br />
7. Oh Lonesome Me<br />
8. Mother Earth<br />
9. The Needle and the Damage Done<br />
10. Heart of Gold<br />
11. Unknown Legend<br />
12. Old Man<br />
13. Get Back to the Country<br />
14. Words<br />
15. Winterlong<br />
16. No Hidden Path<br />
&#8212;<br />
A Day in the Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>Ich hoffe die Setlist ist so richtig, ich habe sie gerade aus meiner noch frischen Erinnerung rekonstruiert. Es wurden auf jeden Fall alle der genannten Songs gespielt, einen kleinen Dreher hier und da kann ich aber nicht ausschließen. Außerdem gab es ein Gemälde für den Powderfinger, was irgendjemand von den Roadies mal aus Versehen hereingeschleppt hatte. Wäre ja schön gewesen. Genauso wie ein &#8220;Sedan Delivery&#8221;, &#8220;Dirty Old Man&#8221;, &#8220;Southern Man&#8221; oder &#8220;Keep on Rockin&#8217; in the Free World&#8221; an diesem Abend wunderbar gepasst hätte. Aber man kann ja nicht alles haben und im Nachhinein betrachtet war es doch eine sehr ausgewogene Mischung, bestehend aus dreckigen Rockern, angefolkten Singer-Songwriter-Balladen und endlosen Improvisationstrips, in die man sich wunderbar hineinfallen lassen kann.</p>
<p>Die Arena Leipzig war gewiss nicht ausverkauft. Und falls doch, haben sich wohl viele kurzerhand doch gegen ihr Erscheinen entschlossen, denn die seitlichen Tribünen füllten sich nur sehr langsam und auch beim Einlass gegen 18:30 Uhr war die Menge äußerst überschaubar. Daher sollte man als Kurzentschlossener unbedingt die <strong>weiteren Termine</strong> in unserer Reichweite auf dem Schirm haben:</p>
<p>09.07.08: Oberhausen<br />
13.08.08: Hamburg<br />
17.08.08: Wiesen (Österreich)<br />
19.08.08: Berlin<br />
21.08.08: Zürich (Schweiz)<br />
23.08.08: Coburg</p>
<p><em>kleines Update 09.07., 11:50 Uhr: </em><br />
Soeben habe ich bei MDR Figaro vernommen, dass es wohl 9.000 Besucher waren und morgen der neue Neil Young-Film &#8220;Déjà Vu&#8221; (Crosby, Stills, Nash &#038; Young, klingelt&#8217;s?) in die Lichtspielhäuser kommen soll, unter anderen in den Leipziger Passage Kinos. Regie: Mal wieder Bernhard Shakey&#8230; <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>In diesem Sinne,<br />
&#8220;Keep on rockin&#8217; in the free world!&#8221;</p>
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		<title>NEIL YOUNG: Die &#8220;Archives&#8221; kommen auf Blu-ray Disc</title>
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		<pubDate>Sun, 11 May 2008 11:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[archives]]></category>
		<category><![CDATA[blu-ray]]></category>
		<category><![CDATA[dvd]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Woche hat es der Großvater des Grunge angekündigt: Er wird seine sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; &#8211; 45 Jahre unveröffentlichtes Tonmaterial, seien es nun Liveaufnahmen oder Studiosongs, alternative Aufnahmeversionen oder Bruchstücke aus dem Proberaum &#8211; im Blu-ray-Format ans Tageslicht befördern. Im Herbst diesen Jahres soll es dann endlich losgehen und die erste von fünf Blu-ray-Ausgaben kommt heraus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche hat es der Großvater des Grunge angekündigt: Er wird seine sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; &#8211; 45 Jahre unveröffentlichtes Tonmaterial, seien es nun Liveaufnahmen oder Studiosongs, alternative Aufnahmeversionen oder Bruchstücke aus dem Proberaum &#8211; im Blu-ray-Format ans Tageslicht befördern. Im Herbst diesen Jahres soll es dann endlich losgehen und die erste von fünf Blu-ray-Ausgaben kommt heraus, welche die &#8220;Early Years&#8221; von 1963 bis 1972 abdecken wird.<span id="more-565"></span></p>
<p>Während Paul Cashmere von Undercover.com.au herumflennt &#8220;Neil Young is making a massive mistake by limiting his forthcoming Archive collection to Blu-Ray.&#8221; (<a href="http://undercover.com.au/News-Story.aspx?id=4872">Artikel: &#8220;Has Neil Young miscalculated his fanbase?&#8221;</a>) , sehen es viele Fans eher mit Vorfreude oder zumindest gelassen&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;I bought a CD player so that I could listen to WELD.<br />
I bought a DVD player (with DVD Audio) so that I could listen to Road<br />
Rock and watch Silver and Gold.<br />
Will this be the next year Neil forces me to buy more consumer<br />
electronics?&#8221;</p></blockquote>
<p>Aber Neil Young wäre nicht Neil Young, wenn ihm die meisten Gedanken der Presse und seiner ach so treuen Fans nicht ziemlich egal wären. Hier macht ein Mann sein Ding, und das tat er schon immer. Wer das nicht mochte, der kaufte sich eben keine Alben wie &#8220;Re:ac:tor&#8221; oder &#8220;This Note&#8217;s for You&#8221;. Wer meint, auf die Archives verzichten zu können, der kauft sich eben auch keinen Blu-ray Player. Young ist einer, der mit der Zeit geht. Young ist Perfektionist. Von beidem kann man sich wunderbar bei seinem jüngsten Auftritt der Sun Microsystems-Konferenz überzeugen, wo er höchstpersönlich auf den Plan trat, erstmalig öffentlich den ersten Teil der geplanten &#8220;Archives&#8221;-Reihe vorstellte und vor allem plausibel darstellt, warum die heißbegehrten Archive auf Blu-ray, und zwar ausschließlich auf Blu-ray, erscheinen sollen:</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JpkG-d1U1RU&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/JpkG-d1U1RU&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
(<a href="http://www.oreillynet.com/onjava/blog/2008/05/neil_young_at_javaone.html">http://www.oreillynet.com/onjava/blog/2008/05/neil_young_at_javaone.html</a>)</p>
<p><strong>Also, Mister Young, warum eigentlich Blu-ray?</strong></p>
<blockquote><p>Now with the Blu-ray we get the 192/24 sound, which is really cool&#8230; But the coolest thing about it besides the sound is the way you can navigate around on these discs [...] It&#8217;s a chronological trip through my musical experience [...] and it tells the story of my music in days [...]. So what we needed was a technology that would let us go through this chronological thing, sort of like a video game, so that you can drop in anywhere on a timeline and have a representation of it&#8230; (<strong>Neil Young @ Jave One 2008</strong>)</p></blockquote>
<p>Und während man sich all diese Memorabilia anschaut, durch Zeitungsartikel und museal anmutende Tonstudio-Gerätschaften stöbert, läuft die Musik der Wahl dazu in diesem wunderbaren Sound:</p>
<blockquote><p>&#8220;I thought DVD would be good enough, but you couldn&#8217;t navigate around materials whilst listening to the music, and I thought that that&#8217;s what my fans would want to do.&#8221;(<strong>Neil Young</strong>)</p></blockquote>
<p>Hinzu kommt, dass eine Blu-ray Disc derzeit die fünffache Speicherkapazität einer normalen DVD hat. Diese und oben genannte Fakten scheinen dem Zweifler Paul Cashmere noch nicht eingeuleuchtet zu haben&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;1. What if I can&#8217;t afford a Blu-Ray player? It is a valid point. Young fans aren&#8217;t all as rich as Neil Young, and the Blu-Ray top-of-the-range technology for your home comes at a top-of-the-range price.</p>
<p>2. What if I can afford it, but use another platform? PlayStation 3 supports Blu-Ray. If I have PS2 or PSP, the Neil Young Archives can&#8217;t be played. Also if my player of choice is X-Box, I cannot play the Archives.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und was würde es wohl kosten, wenn man die gleiche Musik auf unzählige CDs oder gar hunderte von Vinyls pressen würde? Und so arm sind Neil Young-Fans nun auch nicht. Ohne mit der Wimper zu zucken werden da Eintrittskarten für 150$ verkauft. Die Archives sind ja eh nur was für die wirklichen Nerds, die sich früher oder später sowieso einen Blu-ray Player kaufen werden. Mein CD-Player spielt übrigens auch keine CDs ab, so eine Überraschung. Aber das ist der Lauf der Dinge. Irgendwann spielt auch eine PS2 nicht mehr mit, dann kauft man sich wahrscheinlich keine PS2 mehr, wohl weil es sie gar nicht mehr im Handel gibt. Man nennt es technische Evolution. Dann ist gibt es eben eine PS3 mit Blu-ray-Funktion (die ganz nebenbei bemerkt auch noch CDs und DVDs abspielen kann). Es ist doch wirklich nur eine Frage der Zeit, bis alles erschwinglich wird&#8230; Nein, ich habe (noch) keinen Blu-ray-Player. Fakt ist, dass ich mir dennoch die Archives kaufen werde und zum richtigen Zeitpunkt dann auch erschwinglichen Blu-ray-Player.</p>
<blockquote><p>&#8220;3. What if I do have PS3 or a Blu-Ray disc but want to listen to the archive elsewhere? I can&#8217;t. The technology won&#8217;t allow me to download the music to my iPod or burn it to CD. I cannot play the Archive in my car, I can&#8217;t play it when I travel and I certainly can&#8217;t move it from room to room, unless I have another Blu-Ray player.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es ist ja auch nicht der Sinn der Sache, die Archives im Auto als Hintergrundmusik laufen zu lassen. Die Archives werden ein audiovisuelles Produkt, natürlich mit Schwerpunkt auf eine perfekte Audio-Umsetzung, aber mit dem entscheidenden Mehrwert, in eine aufwändig gestaltete Archivumgebung eintauchen zu können, wertvolle und für Fans interessante Zusatzinformationen aus erster Hand zu bekommen. Das wird mehr als die obligatorische Bildergalerie, schnödes Beiwerk einer herkömmlichen DVD.</p>
<p>Ich freu mich jedenfalls riesig auf die erste Ausgabe, ganz nebenher ist die Phase um 1969 bis 1972 auch meine Lieblingsschaffensphase des Neil Young. Viele Fans der &#8220;alten Garde&#8221; könnten sich vom rockenden Urgestein ruhig mal eine Scheibe abschneiden.</p>
<p>Und dann heißt es letztendlich noch: abwarten. Schon lange wurden die Archives angekündigt, mal in dieser Form, mal in jener. Sie sind ein Mythos. Aber es gibt ihn, den Young&#8217;schen Keller, der voller Schätze steckt, die gehoben werden wollen. Young ist ein gewissenhafter Archivar und kennt seine Sammlung ganz genau. Gesegnet sei der Archivkunde-Student, der hier mal ein Praktikum machen darf.</p>
<p>Einen weiteren Vorgeschmack, wie so etwas aussehen kann, erhält man bereits jetzt:</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KgSpVU50-m4&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KgSpVU50-m4&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>Noch eine Fußnote angesichts der Blu-ray-Entwicklungen: Der Hersteller TDK hat auch schon die vierlagige Blu-ray Disc mit einer Speicherkapazität von 100 GB entwickelt und arbeitet derzeit fleißig an der achtlagigen 200 GB-Disc. Ein hauchdünner Traum in blau. Es klingt fast wie Kuchen backen, dieses Übereinanderstapeln vieler kalorienreicher Schichten. Nur leider ist eben mal jeder Kuchen aufgegessen. Was einen vor die Frage stellt: Wie lange werde ich an meinen Blu-ray-Scheiben Spaß haben, bevor sie eines natürlichen Todes sterben? Das wird sicher herstellerabhängig sein. Die ersten CDs hielten immerhin auch nur etwa 15 Jahre, mittlerweile ist der Standard natürlich gestiegen und man steht bei einem halben Jahrhundert. An regelmäßiges Umkopieren sollte man also schon denken. Ist das mit Blu-ray-Discs möglich? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vermutlich wird die professionelle Langzeitarchivierung ihre Lösungen dafür haben, in ein paar Jahrzehnten, wenn die ersten Blu-rays innerlich verfallen, sicherlich, doch werden meine Enkel, sofern sie denn überhaupt an Neil Young interessiert sind (&#8230;dafür werde ich sorgen!), noch die Möglichkeit haben, in den Archiven zu stöbern? Eines steht fest: Blu-ray wird die DVD ablösen, denn sowohl die Hersteller der Abspeilgeräte als auch alle namhaften Filmstudios haben der HD-DVD abgeschworen und werden sich künftig auf Blu-ray stürzen.</p>
<p>Wie auch immer, ob das, was am Ende auf den Discs erscheinen wird, wirklich alles ist, was der Meister in seinem Keller hortet, wage ich zu bezweifeln. Das weiß auch nur er persönlich&#8230; oder eben der glückliche Praktikant.</p>
<p>Für mehr Informationen zu Blu-Ray allgemein:<br />
- <a href="http://www.blu-ray.com/info/">http://www.blu-ray.com/info/</a><br />
- <a href="http://www.golem.de/specials/blu-ray/v50-1.html">alle Blu-ray Newsmeldungen auf Golem.de, chronologisch geordnet</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ausgest&#246;pselt in New York</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/03/09/ausgestoepselt-in-new-york/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2008 17:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sharif El Mahdi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Jetzt schreibt er auch noch über Nirvana?“ – Ja, das tut er. Genauer gesagt schreibt er über das Album, das neben „Nevermind“ wohl die meisten Hörer bewegt haben wird: „Unplugged In New York“. Sieht man einmal davon ab, wie viele Effekte K.C. &#038; Co. bei dieser Aufzeichnung des Fernsehsenders „Music Television“ im November 1993 verwendet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Jetzt schreibt er auch noch über Nirvana?“ – Ja, das tut er. Genauer gesagt schreibt er über das Album, das neben „Nevermind“ wohl die meisten Hörer bewegt haben wird: „Unplugged In New York“.</p>
<p>Sieht man einmal davon ab, wie viele Effekte K.C. &#038; Co. bei dieser Aufzeichnung des Fernsehsenders „Music Television“ im November 1993 verwendet haben, <a href='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/03/nirvana_unplugged.jpg' title='Nirvana - Unplugged In New York DVD'><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/03/nirvana_unplugged.jpg' alt='Nirvana - Unplugged In New York DVD' class="float_left"/></a> dann kann man diese Performance auch als „ausgestöpselt“ bezeichnen. Diese Aufnahme hat nun auch schon 15 Jahre auf dem Buckel. Grund genug, um eine der besten Darbietungen der wahrscheinlich nachhaltigsten Band der frühen 1990er nun endlich auch auf DVD herauszubringen. Mein Fazit: Es lohnt sich. Besonders für Hardcore-Fans, die genau wissen wollen, was K.C. &#038; Co. vor dem Song X zu Person Y gesagt haben, etc. (zudem gibt es englische und deutsche Untertitel für die teilweise gemurmelten Passagen).</p>
<p>Die DVD besteht aus der uneditierten Performance inklusive Zwischenrufen und „Was spielen wir jetzt?“-Diskussionen. „Oh Me“ und „Something In The Way“ sind nun auch in bildlicher Form verfügbar.  Die beiden Lieder waren in der Music Television-Ausstrahlung nicht berücksichtigt worden, befinden sich aber auf dem CD-Album.</p>
<p>Neben der editierten, originalen MTV-Version sieht man die Band unter anderem auch bei den Proben und versteht, warum K.C. beim Konzert „Pennyroyal Tea“ in einer anderen Tonart und solo spielen wollte. Grund war Pat Smear (The Germs, Nirvana- Tourgitarrist, Foo Fighters’ Ex- bzw. seit der „Skin &#038; Bones“-Konzertreise Tourgitarrist), der schlicht und einfach nicht singen kann und bei der Probe als Störenfried am Hintergrundgesang ungut auffällt.  <a href='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/03/nirvana_unplugged2.jpg' title='Nirvana - Unplugged In New York DVD'><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/03/nirvana_unplugged2.jpg' alt='Nirvana - Unplugged In New York DVD' class="float_left"/></a> Eine kurze Dokumentation über den 18. November 1993 rundet die DVD schlussendlich ab. Nach der nicht besonders gelungenen Live-DVD „At Reading Festival“, die im Vorjahr auf den Markt kam, ist „Unplugged in New York“ wieder sehr zufrieden stellend.</p>
<p>Nachdem ich mir die uneditierte Performance angesehen habe, wurde mir klar, wie viel Zeit ich als Teenager mit diesem Album verbracht habe. Ebenfalls klar ist, dass dieses Konzert &#8211; im Gegensatz zu „Nevermind“- fast zeitlos klingt und kaum etwas von seiner Frische eingebüßt hat. Ein paar Momente später fallen einem diese K.C.-Wannabes ein, die seit den 90ern alle paar Jahre aufkreuzen, um uns mit schlechten Nirvanasong- Plagiaten zu langweilen.</p>
<p>Neuestes Beispiel hierfür ist die Schweizer Rockband Navel (<a href="http://www.myspace.com/navelofswitzerland">www.myspace.com/navelofswitzerland</a>). Nein, Danke! Da bleibe ich lieber beim Original!</p>
<p>Nirvana: „Unplugged In New York“ &#8211; DVD. Ab sofort im Handel. (Auch als Neuauflage auf Vinyl)</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Chrome Dreams II&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 20:50:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was heißt eigentlich nochmal &#8220;Rock&#8221; auf Deutsch? Ja nej, aus dem Englischen, klar. &#8220;Stein&#8221; oder &#8220;Fels&#8221;, genau, und im Falle Neil Young liegt uns hier ein unverrückbares Rock-Urgestein vor, jawohl! Einer der wie ein Fels in der Brandung immer da war, sich zwar durch äußere und innere Einflüsse über die Jahre (hör- und sichtbar) verändert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was heißt eigentlich nochmal &#8220;Rock&#8221; auf Deutsch? Ja nej, aus dem Englischen, klar. &#8220;Stein&#8221; oder &#8220;Fels&#8221;, genau, und im Falle Neil Young liegt uns hier ein unverrückbares Rock-Urgestein vor, jawohl! Einer der wie ein Fels in der Brandung immer da war, sich zwar durch äußere und innere Einflüsse über die Jahre (hör- und sichtbar) verändert hat, doch in seiner Essenz unverkennbar eigentümlich blieb. Bereits seit 40 Jahren und fast ebenso vielen Alben aus eigener Feder (exklusive der Buffalo Springfield- und CSNY-Geschichten) rockt, folkt, grungt und schmusesongt dieser Kanadier einflussnehmend durch die sich ständig wandelnde Musikwelt.</p>
<p>Zugegeben, seine Zeit waren die späten 60er und die 70er. Ungeschlagen bleiben Alben wie &#8220;Everbody knows this is Nowhere&#8221;, &#8220;After the Goldrush&#8221; oder &#8220;Tonight&#8217;s the Night&#8221;&#8230; eigentlich fast alle Platten bishin zum 1979er &#8220;Rust Never Sleeps&#8221;, welches allgemeinhin als die Geburtsstunde des Grunge angesehen wird. Nicht umsonst verabschiedete sich ein gewisser Mr. Cobain mit Neils legendären Zeilen &#8220;It&#8217;s better to burn out than to fade away&#8221;&#8230;</p>
<p>Im Falle Neil Young ist an Ausbrennen oder Verblassen trotzdem nicht zu denken, denn nach (meiner Meinung nach) den letzten drei schwächelnden Alben aus naher Vergangenheit hat Neil hier mit &#8220;Chrome Dreams II&#8221; endlich wieder ein durchweg interessantes und ungemein vielfacettiges Langeisen kreiert.<br />
Kennern geht bei den Worten &#8220;Chrome Dreams&#8221; sofort ein Licht auf: Das ist der Name eines unveröffentlichten Albums aus dem Jahr 1977. Wer das Bootleg nicht sein Eigen nennt &#8211; und das sind wohl die meisten &#8211; hat hier und da schon einen Song auf anderen Alben oder live gehört&#8230; Ja, abgesehen von der namentlichen Verwandtschaft haben &#8220;Chrome Dreams&#8221; Teil 1 und 2 nichts miteinander zu tun. Man muss aber gleich sagen, dass die ersten drei Songs der neuen Scheibe so neu nicht sind: Sie stammen aus den 80ern, was man dem countrylastigen Opener &#8220;Beautiful Bluebird&#8221; &#8211; &#8220;Old Ways&#8221; lässt grüßen &#8211; sowie dem 18-Minüter &#8220;Ordinary People&#8221; gut anhört. Textlich agiert der Mann heutzutage ja eh etwas trivialer, so darf man sich nicht wundern wenn die die Worte zur schmalzig dahinslidenden Gitarre doch eher &#8220;ordinary&#8221; sind.</p>
<p>An der Musik an sich ist rein gar nichts auszusetzen. Das beste ist dieser herrliche Gitarrensound aus den &#8220;Rust never Sleeps&#8221;-Tagen, den man auf den letzten Young-Releases schmerzlichst vermisste: fettes Schnarren, Ecken und Kanten überall, verzerrt-verzücktes Aufheulen, mal verrückt und improvisiert klingend wie zu Zeiten des &#8220;Dead Man&#8221;-Soundtracks (ein Gedicht für sich!), mal hochmelodisch und einprägsam. Der trippige 14-Minüter &#8220;No Hidden Path&#8221; ist das Beste, was Neil seit laaanger Zeit abgeliefert hat: Hier kann man sich einfach hineinfallen lassen und der Sprache der Gitarren lauschen. Abgesehen von den langen Kanten gehen aber alle Songs sofort ins Ohr und Bein, ja, machen wirklich Lust zum Mitwippen, selbst das abschließende &#8220;The Way&#8221; hat mit seinem Kinderchor ein harmonisches Schunkelfeeling parat, so ganz anders als noch wenige Minuten zuvor das rotzige &#8220;Dirty Old Man&#8221;&#8230;</p>
<p>&#8220;Chrome Dreams II&#8221; klingt beinahe wie ein Mikrokosmos der bisherigen Neil Young-Karriere: Balladen treffen auf dreckig-erdige Gitarreneskapaden und Country und Folk liegen irgendwo dazwischen neben einprägsam-simplem Songwriter-Material. Wer bisher aber nichts mit Neil Young anfangen konnte &#8211; ist zum Beispiel nicht jedermanns Geschmack was den Gesang angeht &#8211; wird wohl auch nicht mit dieser Scheibe glücklich. Wer Blut geleckt hat: Man fange bei Neil Young am besten ganz vorn an, geht bis zu &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; und kauft sich dann am besten mit Bonus-DVD dieses frisch erschiene &#8220;Chromjuwel&#8221;.</p>
<p><strong>Chrome Dreams II</strong> &#8211; (23.10.2007)<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2007/10/chromedr.jpg' alt='Neil Young - Chrome Dreams II (2007)' class="float_left"/><br />
&#8220;Beautiful Bluebird&#8221; &#8211; 4:27<br />
&#8220;Boxcar&#8221; &#8211; 2:44<br />
&#8220;Ordinary People&#8221; &#8211; 18:13<br />
&#8220;Shining Light&#8221; &#8211; 4:44<br />
&#8220;The Believer&#8221; &#8211; 2:39<br />
&#8220;Spirit Road&#8221; &#8211; 6:32<br />
&#8220;Dirty Old Man&#8221; &#8211; 3:17<br />
&#8220;Ever After&#8221; &#8211; 3:32<br />
&#8220;No Hidden Path&#8221; &#8211; 14:30<br />
&#8220;The Way&#8221; &#8211; 5:15</p>
<p>Ja, was macht Neil Young eigentlich sonst noch neben fleißigem Alben-aufnehmen? Hier und da spielt er Gigs in Nordamerika &#8211; soll mal wieder rüberfliegen! &#8211; und mistet seinen Keller aus: Dieses Jahr erschien außerdem mit &#8220;Live at the Massey Hall 1971&#8243; ein hervorragendes Relikt aus seinen Glanzzeiten und nächstes Jahr steht nun endlich der erste Teil der sagenumwobenen &#8220;Archives&#8221; (also Neils Keller mit mehreren hundert unveröffentlichten Schätzen) an. Er ist einfach nicht totzukriegen, und das ist gut so, &#8217;cause&#8230;</p>
<p>&#8230;he&#8217;s a ROCK.</p>
<p>Weitere nützliche Links:<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chrome_Dreams_II" target="_blank">prall gefüllte Wikipedia-Page mit massig Hintergrundinfos zu &#8220;Chrome Dreams II&#8221;</a><br />
<a href="http://youtube.com/neilyoungchannel" target="_blank">Der YouTube Neil Young Channel<br />
<a href="http://www.rollingstone.com/photos/gallery/16296997/fall_music_preview_2007_bruce_spr/photo/13/large/" target="_blank">Full Stream von &#8220;Ordinary People&#8221; @ RollingStone</a></p>
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