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	<title>Rockzoom &#187; folk rock</title>
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		<title>CIRCULUS haben noch Pl&#228;tze frei&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 20:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freunde der rotierenden Rille! Wer sich jetzt noch den Frühbucherrabatt sichert, bekommt für £50 &#8211; das sind mittlerweile keine 57 Euro mehr &#8211; seine hübsche Visage in das Faltbooklet der irgendwann erscheinenden CIRCULUS-LP &#8220;Thought Becomes Reality&#8221; gedruckt und bekommt zwei Exemplare dieses wunderbaren Machwerkes britischen &#8220;Twisted mushroom pixie rocks&#8221; gleich nach Hause geliefert. Ja, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freunde der rotierenden Rille! Wer sich jetzt noch den Frühbucherrabatt sichert, bekommt für £50 &#8211; das sind mittlerweile keine 57 Euro mehr &#8211; seine hübsche Visage in das Faltbooklet der irgendwann erscheinenden <strong>CIRCULUS</strong>-LP &#8220;Thought Becomes Reality&#8221; gedruckt und bekommt zwei Exemplare dieses wunderbaren Machwerkes britischen &#8220;Twisted mushroom pixie rocks&#8221; gleich nach Hause geliefert. Ja, das ist irgendwie sehr explizite Werbung. Doch bin ich weder mit den Mitgliedern dieser schillernden Bande verwandt oder verschwägert, noch bekomme ich Geld dafür, nette Worte über sie zu sagen. Von daher bleibt mir nur, euch auf dieses schicke Angebot aufmerksam zu machen und meine Begeisterung von Circulus&#8217; bisherigem Schaffen kundzutun&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/09/Circulus_ClocksAreLikePeople.jpg" alt="Circulus: Clocks Are Like People (2006)" title="Circulus: Clocks Are Like People (2006)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2541" />Vor so ziemlich genau drei Jahren veröffentlichten die Musiker um Michael Tyack ihr Album &#8220;Clocks are like People&#8221;, mein Einstieg in ihre kleine heile Mittelalter-Hippie-Welt. Wer das bunte Treiben dieser abwechslungsreichen CD hört, bekommt keine lauten E-Gitarren und eskapadische Schreie um die Ohren geweht. Vielmehr gesellen sich Flöten, Lauten, warme Bässe sowie Moog- und Synthiespäße in frivoler 70er-Jahre-Manier zu den zauberhaften Stimmen von Mr. Tyack und der elfengleichen Holly-Jane Shears. Das alles in todsichere Ohrwurm-Melodien verpackt. Zu seinen Einflüssen berichtete mir Michael damals:</p>
<blockquote><p>Meine Haupteinflüsse sind Bands wie Trees, Fuschia, COB und der Rest der Underground Progressive Folk Bands der frühen 70er Jahre. Ich habe Syd Barrett auch immer geliebt. Mit Jethro Tull und The Incredible String Band bin ich etwas wählerisch, manchmal haben sie die „Essenz“ gezeigt, manchmal nicht.<br />
<em>(Michael Tyack, September 2006 für metalius.de</em>)</p></blockquote>
<p>Jedenfalls haben Tull sich einst gern in knallengen bunten Strumpfhosen und mit Piratenschiffen auf der Bühne gezeigt und zumindest dahingehend teilen diese Briten von damals und heute noch ein gewisses Faible für ausgefallene Accessoires&#8230;<br />
Wer nun immer noch kein Bild vor Auge hat, schaut und hört sich mal diesen feinen, äußerst repräsentativen Song an, der die fetzige Schrulligkeit dieser Zauberfeen wunderbar einfängt:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/y2OavLPpPVw&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/y2OavLPpPVw&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Circulus ist verspielte Musik für naive Tagträumer, nicht ohne hier und da auch denjenigen an der Nase herumzuführen, der denkt dies sei wirklich nur hohle Maskerade. Es steckt vielleicht ein bisschen mehr dahinter als Realitätsflucht. Wer sich selbst mit Humor nimmt, hat den Ernst reflektiert und sucht seine Unabwendbarkeit mit dem Witz erträglich zu machen&#8230; Es sieht danach aus, dass dieser steppenwölfische Ansatz auch anno 2009 greift, sieht man sich Cover und Songtitel des neuen Werkes an&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/09/circulus_thought.jpg" alt="Circulus: Thought Becomes Reality (2009)" title="Circulus: Thought Becomes Reality (2009)" width="240" height="240" class="alignleft size-full wp-image-2538" />Die CD-Fassung des aktuellen Albums &#8220;Thought Becomes Reality&#8221; wurde jedenfalls schon am 15. Juni veröffentlicht. Nun wartet auch die LP-Version &#8211; in Klang und Optik verbessert, wie uns Bandkopf Michael folgend via Myspace mitteilt &#8211; auf ihre Vollendung:</p>
<blockquote><p>Our next task is to produce the vinyl edition mastered from 24bit files to bring you the best possible sound reproduction. The artwork will be reproduced in its originally intended brighter colours which had to be softened for the CD. Our spacecraft Zero Sector Four will come as a large fold out poster. We have space for more port holes to be added. If you wish to contribute by purchasing a port hole please email circulus.folk@virgin.net or come on board instantly through our myspace paypal button (or that email address mentioned above). Seats are again £50 and you will receive two free copies of the record.<em> (via <a href="http://www.myspace.com/circulus" target="_blank">www.myspace.com/circulus</a>)</em></p></blockquote>
<p>Your lovely face up there in space.. Worauf wartet ihr also noch?</p>
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		<title>Neil Young @ Messe Erfurt &#124; 09.06.2009</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/06/10/neil-young-messe-erfurt-09062009/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2009/06/10/neil-young-messe-erfurt-09062009/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 01:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist mal wieder da, und das in vollem Glanze, vorwiegend verchromt, macht er doch derzeit die meisten Schlagzeilen mit der Ankündigung seines umweltfreundlichen LincVolt-Oldtimers mit Hybridantrieb. Und so ein Pilotprojekt möchte natürlich finanziert sein. Am besten mit einem neuen Album, in dem es sich nur um Autos, das Fahren an sich und die Metaphorik des Fortbewegens dreht. Das im April veröffentlichte <a href="http://RockZOOM.de/2009/04/03/neil-young-fork-in-the-road/" target="_blank">&#8220;Fork in the Road&#8221;</a> ist quasi der (zugegeben wieder sehr ordentlich rockende) 40-Minuten-Werbejingle zu Youngs ambitionierten Öko-Ofen. Doch Geld verdienen Künstler heutzutage bekanntlich nicht (mehr) mit Plattenverkäufen, sondern auf Tour&#8230;</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739032/neil-young-09-06-2009-10.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #10"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3388/3612739032_9c0eba3311_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #10" width="240" height="160" /></a> Gestern also kehrte Neil Young nach Erfurt zurück und gab damit seinen ersten der vier geplanten Deutschlandauftritte zum Besten. Die thüringische Hauptstadt ist dem 63-jährigen kein fremdes Pflaster, ließ er doch das letzte mal zusammen mit Crazy Horse im Jahr 2001 hier die Puppen tanzen. Anno 2009 gibt es ein leicht geändertes Aufgebot der musikalischen Mitstreiter: Ben Keith, Rick &#8220;The Bass Player&#8221; Rosas, Chad Cromwell, Anthony Crawford und Pegi Young.</p>
<p>Eigentlich wie auf der Tour 2008 (Wir berichteten vom <a href="http://RockZOOM.de/2008/07/09/neil-young-arena-leipzig-08072008/" target="_blank">Konzert in Leipzig 2008</a>.), nur ohne Larry Cragg, der im vorigen Jahr das Banjo, beispielweise in &#8220;Old Man&#8221; übernahm.</p>
<p>Die Stimmung in Erfurt war von Anfang an super: Die Schafskälte ist Vergangenheit und man sonnte sich am Messegelände; es gab keine Probleme am Einlass; man musste nicht lange warten; das Bier war zwar teuer aber kalt und die Vorband auch nicht mehr als belangloser Liedermacherpop, aber pünktlich um 20:40 Uhr marschierte Mr. Young auf die Bühne um einen knapp 2-stündigen Supergig hinzulegen. Erlebte ich ihn voriges Jahr in Leipzig noch leicht kauzig und wortkarg, eher routiniert spielend, wirkte er in Erfurt fast schon ausgelassen: bedankte sich oft beim Publikum zu welchem er diesmal deutlich mehr Blickkontakt hielt, spielte mit den Bandgefährten, posierte was das Zeug hielt und als Krönung des Ganzen nagte er bei &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; mit den Zähnen an seiner Old Black-Gitarre herum.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739410/neil-young-09-06-2009-14.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #14"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3646/3612739410_7cbc601fe9_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #14" width="160" height="240" /></a> Ganz richtig gelesen: &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221;, diesen dreckigen Bluesrocker hätten wohl die wenigsten erwartet. Da hörte man auch mal schön, wie Chad Cromwell doch sein Schlagzeug bearbeiten kann. Zwar hätte &#8220;the Bass Player&#8221; Rick Rosas auch gern noch einen zwerchfellerschütternderen Sound vertragen können, aber im Großen und Ganzen klang das alles professionell wie es eben sein musste. Ein weiterer Exot, der sich neben &#8220;Fuckin&#8217; Up&#8221; in die Setliste schlich, war &#8220;Speakin&#8217; Out&#8221;; erwartungsgemäß gab es viele Songs von unserem Geburtstagskind &#8220;Everybody This Is Nowhere&#8221;-Scheibe zu hören. Neulich feierte dieser Meilenstein nämlich 40-Jähriges, <a href="http://RockZOOM.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/" target="_blank">auch wir gratulierten in einer Sonderrotation</a>. Neil zelebrierte dieses Ereignis mit den obligatorischen Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; und dem Titelsong sowie einer verspielt-genialen 12-Minuten-Version des genialen &#8220;Down By The River&#8221;, definitiv eines der großen Highlights des Abends.</p>
<p></br></p>
<p>Was ein wenig verwunderlich ist: Es wurde nicht ein Song vom aktuellen Album gespielt. Und überhaupt war gar nichts der letzten Jahre dabei; die neuesten der gespielten Songs waren von 1990! Scheint mir eher nach einer &#8220;Archives&#8221;-Tour als eine Promotion des aktuellen Rundlings. Ja sicher, entgegen der ersten Ankündigungen (Mr. Young öffnet seinen Keller mit noch nie gehörtem Material&#8230;) ist das meiste dieser sagenumwobenen Archives dem geneigten Fan eh schon bekannt und wird seit neuestem zu unverschämten Preisen in CD-, DVD- und Bluray-Form verkauft&#8230; Doch das ist ein anderes Thema.</p>
<p><a href="/photos/photo/3612739264/neil-young-09-06-2009-12.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Neil Young - 09.06.2009 #12"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3648/3612739264_9edb30142a_m.jpg" alt="Neil Young - 09.06.2009 #12" width="240" height="160" /></a> Ich möchte euch natürlich nicht den krönenden Abschluss des Konzertes vorenthalten, den absoluten Höhepunkt &#8220;Rockin&#8217; In The Free World&#8221;. Das Publikum war wunderbar zum Mitsingen und Anfeuern aufgelegt und Neil und seine Band stachelten die Fans immer wieder zum Weitersingen an. Und wenn man schon ahnte, sie würden jetzt langsam ihre letzten Akkorde durchlärmen und zum Ende finden, schrie Neil nochmal den göttlichen Refrain in die Menge, der sofort intuitiv aufgegriffen wurde. In dieser Sache versteht man sich eben blind. Klar dass nach so einem fulminanten Schlusssong natürlich lautstark nach Zugabe gerufen wird. Die gab es dann auch, nachdem sich die Herren und die Dame (Mrs. Pegi Young) recht lange bitten ließen, um dann noch einmal für den Beatles-Song &#8220;A Day In The Life&#8221; auf die Bühne zu kommen. Wie schon in Leipzig ganz und gar nicht meine Wunschzugabe, aber immerhin, alle Wunschkandidaten kann man in einem 2-stündigen Neil Young-Set eh nie haben.</p>
<p></br></p>
<p>Danke Neil, für diesen unvergesslich tollen Auftritt! Selten sowas erlebt.<br />
Danke auch den Veranstaltern von Känguru Production, die es auch einem kleinen Zine wie uns ermöglichten, mal Fotograbenluft bei &#8220;den ganz Großen&#8221; schnuppern zu dürfen.</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Hey Hey, My My<br />
2. Mansion On The Hill<br />
3. Pocahontas<br />
4. Everybody Knows This Is Nowhere<br />
5. Words<br />
6. Cinnamon Girl<br />
7. Mother Earth<br />
8. Don&#8217;t Let It Bring You Down<br />
9. Comes A Time<br />
10. Heart Of Gold<br />
11. Speakin&#8217; Out<br />
12. Down By The River<br />
13. Fuckin&#8217; Up<br />
14. Tonight&#8217;s The Night<br />
15. Rockin&#8217; In The Free World<br />
&#8212;<br />
A Day In The Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/tags/neilyoung">zu den Fotos&#8230;</a></p>
<p>Weitere Tourdaten in Deutschland:</p>
<p># 16.06.2009 in Berlin<br />
# 17.06.2009 in München<br />
# 19.06.2009 in Köln</p>
<p>Zum Schluss noch ein kleiner Zaunpfahlwink in Richtung Thüringer Allgemeine Zeitung: Ich hoffe sie hatten diesmal den richtigen Neil Young vor der Linse, denn letzten Sonntag veräppelte man den Thüringer Leser mit einem ganz und gar miserablen Double: <a href="http://twitpic.com/6tnsx/full" target="_blank">Nils Junge in der TA</a>.</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; (14. Mai 1969)</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2009/05/14/neil-young-everybody-knows-this-is-nowhere-14-mai-1969/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen, irgendwo im Nirgendwo, ließ eine Band namens The Rockets ihre astralen Startversuche bleiben und sattelte auf bodenständigeres Terrain um, das den Herren Whitten, Molina und Talbot bald schon den Namen Crazy Horse einbringen sollte&#8230; Doch der verrückte Gaul in seinem einsamen Ritt dürfte nur den wenigsten bekannt sein. Sein späterer Reiter ist zu dieser Zeit schon ein Star: Neil Percival Young packt seine Koffer und stolperte nach seinem 1968er Weggang von Buffalo Springfield glücklicherweise über das junge Genie Danny Whitten&#8230; ja, eben jenen Whitten, der für das großartige &#8220;I Don&#8217;t Want To Talk About It&#8221; verantwortlich war, bevor es von einem gewissen Rotz Stewart zerschmachtfetzt wurde.</p>
<p>Wie auch immer, heute vor 40 Jahren und ein paar Wochen später komponierte Neil Young bei 40°C Fieber drei seiner genialsten Stücke, die es bis heute regelmäßig noch in die Livesets des rockenden Urgesteins schaffen: die beiden hypnotisch in sich selbst verlorenen Kult-Longtracks &#8220;Down by the River&#8221; und &#8220;Cowgirl in the Sand&#8221; sowie den schwer-schmatzenden Kurzweiler &#8220;Cinnamon Girl&#8221; mit seinen charmanten Hippie-Harmonien. Und wieder einmal ganz nah an Youngs Seite, mit der zweiten Gitarre und dem leicht verraucht-verbrauchten Gesang: Danny Whitten, der nur wenige Jahre später im weißen Pulver untergehen sollte&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/05/young_ektin1.jpg" alt="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" title="NEIL YOUNG: Everybody Knows This Is Nowhere (1969)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2124" />Doch zuvor, ja, heute vor GENAU 40 Jahren erschien &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221;, eines der, wenn nicht DAS Highlight des Young&#8217;schen Schaffens, welches neben &#8220;After the Goldrush&#8221;, &#8220;Harvest&#8221;, &#8220;Zuma&#8221; und &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; ein Muss für jeden Rock-Plattenschrank der Spätsechziger/Siebziger darstellt.</p>
<p>Zwar zählt der Rundling in der Summe beider Seiten gerade mal 40 Minuten und auch die teilweise doch recht schwülstigen Balladen &#8220;Round &#038; Round (It Won&#8217;t Be Long)&#8221;, &#8220;The Losing End (When You&#8217;re On)&#8221; und &#8220;Running Dry (Requiem for the Rockets)&#8221; sind nicht jedermanns Sache, doch allein aufgrund der drei genannten Songs mit ihrem prägnant-zeitlosen Songwriting, der alles überragenden, überfliegenden Coolness und Leichtigkeit und diesem unglaublichen Tiefgang &#8211; &#8220;Down by the River&#8221; zieht, nimmt gefangen und spuckt einen unvermittelt wieder aus &#8211; ist dieses Album die Anschaffung wert. Aber was schreib ich, die balladesken Töne gehören einfach dazu und sind hier einfach nicht mehr wegzudenken. Das ehrliche, sehr gemäßigt klingende &#8220;Running Dry&#8221; ist da wohl mein Favorit; könnte schon beinahe vom kongenialen Nick Drake stammen, der wenig später übrigens auch sein Debütalbum veröffentlichen sollte. Dass sich beide gekannt haben, ist aber eher unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, dass diese beiden sonderbaren Kauze überhaupt gut miteinander ausgekommen wären, man erinnere sich zum Beispiel an die Begegnung Young-Dylan&#8230;</p>
<p>Was noch zu sagen bleibt: Legt euch &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; zu! Nebenher bemerkt kann man auch mit den oben genannten Young-Veröffentlichungen nicht viel falsch machen&#8230; Und zwar auf Vinyl, denn genau so waren sie damals gemeint und so werden sie auch in 50 Jahren noch laufen, wenn ihr nett zu ihnen seid. Und lasst diese bald erscheinenden Neil Young-Archives ruhig Archives sein: Über 50% der Songs dieser überteuerten Mogelpackung sind dem geneigten Fan eh schon bekannt&#8230; Apropos Archives und neuerlich-teuerliche Sachen wie die Low-Budget-Aufmachung des aktuellen Albums zum alles andere als niedrig budgetierten Verkaufspreis: Ich frage mich, warum Young diesem Label nicht langsam mal den Rücken kehrt und seine DIY-Schiene, die er mit den Videos zum letzten Album &#8220;Fork in the Road&#8221; zu fahren begann, ganz allein weiterverfolgt&#8230; Spart euch lieber die Kohle für eins der kommenden Konzerte:</p>
<p>09.06.2009: Erfurt, Messehalle<br />
16.06.2009: Berlin, O2 World<br />
17.06.2009: München, Olympiahalle<br />
19.06.2009: Köln, Tanzbrunnen</p>
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		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Fork in the Road&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 15:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fans wissen es schon lange und auf dem letzten Album „Chrome Dreams II“, Baujahr 2007, wurde es mit einem vielsagenden Artwork und dem Song „Boxcar“ nochmals richtig deutlich: Neil Young ist Autofreak; insbesondere Oldtimer haben es ihm angetan. Das mag im Angesicht seiner Ökoeinstellung &#8211; Stichwort „Be the Rain“ vom Konzeptalbum „Greendale“ („We got to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fans wissen es schon lange und auf dem letzten Album „Chrome Dreams II“, Baujahr 2007, wurde es  mit einem vielsagenden Artwork und dem Song „Boxcar“ nochmals richtig deutlich: Neil Young ist Autofreak; insbesondere Oldtimer haben es ihm angetan. Das mag im Angesicht seiner Ökoeinstellung &#8211; Stichwort „Be the Rain“ vom Konzeptalbum „Greendale“ („We got to save mother earth&#8230;“) &#8211; etwas paradox klingen, aber Young wäre nicht Young wenn seine auf den ersten Blick gegensätzlichen Einstellungen, die sich stets auch in der Musik widerspiegeln, mit seinen komplexen Launen am Ende doch irgendwie in Einklang gebracht werden können.</p>
<p>So feilt der Altrocker beispielsweise zusammen mit dem renommierten amerikanischen Autobauer Lincoln gerade am „Eco LincVolt“, der angeblich erheblich sparsamer im Verbrauch sein soll als sein spritschluckendes Vorbild. Auf seinem neuen, seit heute in den Läden stehenden neuen Album „Fork in the Road“ widmet er dem Continental LincVolt sogar einen eigenen Song, „Johnny Magic“, doch alles der Reihe nach, denn es beginnt mit „When Worlds Collide“, und bereits diese ersten Töne lassen dem Fan seiner ramponierten schwarzen Gibson Les Paul, die liebevoll Old Black genannt wird, das Herz höher schlagen und zaubern ihm garantiert ein fettes Grinsen ins Gesicht: satt, erdig, groovend, darüber thront herrlich schräg Youngs charakteristische Stimme. <img src="/wp-content/uploads/2009/04/fork1.jpg" alt="Neil Young: Fork in the Road (2009)" title="Neil Young: Fork in the Road (2009)" width="240" height="240" class="alignleft size-full wp-image-2003" /> Wer es noch dreckiger mag, kommt bei „Fuel Line“ ganz auf seine Kosten: Die Old Black klingt so derbe verzerrt und blechern, dass man meinen möchte, die alte 1953er Gitarre meckert unter der Motorhaube eines LincVolts um ihre Freilassung. „Fuel Line“ macht einfach Spaß! Und bereits beim zweiten Durchlauf ertappt man sich dabei, wie man freudig wippend in die Backgroundgesänge einsteigt.</p>
<p>Next one, „Just Singing a Song“, wo es heißt: „You can play my guitar, see where it goes&#8230;“ Ich will die Old Black nicht spielen, ich will sie HEIRATEN! Somit dürfte spätestens jetzt oder beim dreckigen Blues Rocker „Get behind the Wheel“ dürfte deutlich geworden sein, dass Neil Young vollends den Spaß an den härteren Tönen wiedererlangt hat. Klar, bisher ist die Musik recht einfach gestrikt und geht sofort in Ohr und Bein. Das gleiche könnte man natürlich auch von den Texten behaupten, die in Neils wunderbar krakeliger Handschrift in der simplen Papphülle der CD notiert sind. Man kann sich jedoch über die Auto-Metaphern auch wunderbar weitertragen lassen: über die (vorgetäuschte?) Freiheit des Fahrens philosophieren, an Flucht und Jagd denken, über das Verhältnis Mensch-Maschine sinnieren&#8230; oder es aber einfach bleiben lassen und nur Spaß an der Musik haben. Übrigens: „Fork in the Road“ ist somit natürlich prädestiniert zum Fahren oder gefahren werden, sogar in der Bahn. Da kann man selbst größeren Verspätungen – über solchen nichtigen Dingen schwebt man dann einfach, getragen von rotzigen Grooves und coolem sonnenbebrillten Gesang – mit einer angenehmen Scheißegal-Attitüde begegnen.</p>
<p>Apropos Gesang: Ich habe den Glauben an den Meister wiedererlangt. Ich fand die Alben der späten 90er, frühen 2000er zugegeben nicht schlecht, doch fehlte ihnen irgendwie der Biss und Neil klang stimmlich alles andere als fit, stellenweise gebrechlich, gezwungen, fragiler als sonst, irgendwie alt. Aber hier auf „Fork in the Road“ lässt er die Zügel los klingt irgendwie erfrischend und spritzig. Es mag die rebellische Ader sein, die in ihm im Zuge von 9/11, Bush Jr. und dem Irakkrieg und der abgefeierten CSNY-Tour wieder stärker pulsiert. Neuerdings widmet er sich auch der Finanzkrise, was in „Cough up the Bucks“ mehr als deutlich wird: Das Video dazu ist noch das „aufwändigste“ der insgesamt vier im Vorfeld des Albums erschienenen schrulligen Low-Budget-Clips der neuen „Fork in the Road“-Songs:</p>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&#038;videoid=54225788">Neil Young &#8211; Cough Up The Bucks</a><br/><object width="425px" height="360px" ><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="wmode" value="transparent"/><param name="movie" value="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=54225788,t=1,mt=video,searchID=,primarycolor=,secondarycolor="/><embed src="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=54225788,t=1,mt=video,searchID=,primarycolor=,secondarycolor=" width="425" height="360" allowFullScreen="true" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent"/></object></p>
<p>Erstmals bei „Off the Road“ wird ein Gang herausgenommen, dem ein oder anderen sicher zu cheesy, aber immerhin ein guter Song um mal den Blick über die schöne vorbeiziehende Landschaft schweifen zu lassen, nur um wenig später bei „Hit the Road“ neu Fahrt aufzunehmen. Der rockende Blues steht Neil sehr gut. Man muss unweigerlich an seine späten 80er denken, als er mit den Bluenotes das Tanzbein schwang und wenig später auch die Ultrahymne „Rockin&#8217; in the Free World“ entstand, die jede wahre Rockerseele glauben macht fliegen zu können. Einziger Wermutstropfen ist, dass diesmal die verspielten, trippigen Longtracks fehlen. Aber die kann man nicht immer haben. Stattdessen gibt’s erstmal noch einen wunderbaren Moment in Form der minimalistischen Akustikballade „Light a Candle“. Und Young bleibt optimistisch:</p>
<blockquote><p>„Instead of cursin&#8217; the darkness,<br />
light a candle where we&#8217;re going.<br />
There&#8217;s something ahead<br />
worth looking for.</p>
<p>When the light of time is on us<br />
we will see our moment come.<br />
And the living soul inside<br />
will carry on&#8230;“</p></blockquote>
<p>So hätte das Album eigentlich enden können, doch der Titelsong, der ebenfalls mit einem Clip daherkommt wo ganz nett Apple und die Blogosphäre eins aufn Deckel bekommen, beschließt dieses fantastische Album, das meinen Glauben an den Altrocker nun vollends wiederhergestellt hat und sicher zu den besten Alben des noch jungen Jahres gezählt werden muss. Kaufen!</p>
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		<item>
		<title>FEJD &#8211; Ein Tanz in den Fr&#252;hling</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 14:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[fejd]]></category>
		<category><![CDATA[folk]]></category>
		<category><![CDATA[folk metal]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[schweden]]></category>
		<category><![CDATA[swedish folk]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird Zeit; ich habe diesen Winter satt. Die ersten Schneetage waren schön: Seelenweiß im Nachweihnachtstief. Der erste Regen erträglich: Fortwaschung des zutage gekommenen Silvestermülls. Aber nun reicht&#8217;s: Dieser nichtssagende immergraue Himmel, diese dummen 3°C, bei denen man nicht weiß, was man anziehen soll, diese eingepennten Gesichter in der Straßenbahn&#8230; Ich kann&#8217;s nicht mehr sehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird Zeit; ich habe diesen Winter satt. Die ersten Schneetage waren schön: Seelenweiß im Nachweihnachtstief. Der erste Regen erträglich: Fortwaschung des zutage gekommenen Silvestermülls. Aber nun reicht&#8217;s: Dieser nichtssagende immergraue Himmel, diese dummen 3°C, bei denen man nicht weiß, was man anziehen soll, diese eingepennten Gesichter in der Straßenbahn&#8230; Ich kann&#8217;s nicht mehr sehen. Ich habe genug.<br />
Lichtlechzend lassen einen die wenigen Sonnentage zurück; schaffen&#8217;s nicht aus eigener Kraft. Hinfortgeweht der Winter! Und zwar unter Zuhilfenahme von &#8220;Storm&#8221;, dem Debütalbum der Schweden <strong>FEJD</strong>.</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/02/fejdband.jpg" alt="Fejd (2007)" title="Fejd (2007)" width="300" height="234" class="alignleft size-full wp-image-393" />Fejd aus Lilla Edet machen seit 2001 mittelalterlich anmutenden Folk in ihrer Muttersprache. Bis dato haben sie drei EPs herausgebracht, von denen noch zwei auf der offiziellen Webseite der Band kostenlos herunterladbar sind. Zur ersten Vorstellung verweise ich gern auf <a href="http://RockZOOM.de/2008/02/04/vertragslose-freimusik-fuer-folkhungrige/" target="_blank">meinen Fejd-Beitrag aus dem letzten Jahr</a>:</p>
<blockquote><p>So steckt dieser Folk nicht nur voller traditionsreicher nordischer Instrumente (Nickelharpa, Maultrommel, Bouzouki, Hurdy Gurdy, schwedischer Dudelsack etc.), sondern hat auch viel damit auszudrücken: Akustikgitarrensoli träffar besinnlich-minimalistische Ohrwurmmelodien träffar verspieltes Alle-Beisammen-Musizieren, und oftmals brechen die Strukturen aus der typisch einfachen Strophe-Refrain-Liedelei aus und bahnen sich allein ihren Weg durch schwedische Wälder. Und dort klingt einer, als wäre er lange draußen gewesen, hätte viel kalte Luft eingeatmet: Patrik Rimmerfors ist nicht nur für die meisten Folkinstrumente verantwortlich, er übernimmt auch den Löwenanteil des äußerst angenehmen Gesangs: leicht angerauht, leicht gerollt, mal melodisch trancierend, mal feucht-fröhlich und tanzbar feiernd, doch immer mit diesem sehnsüchtig-stolzen Unterton&#8230;</p>
<div align="center">
<table border="0">
<tr>
<th>Eld (2002)</th>
<th>Huldran (2004)</th>
<th>I en tid som var (2006)</th>
</tr>
<tr>
<th><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/02/cover_eld.jpg' alt='Fejd - Eld (2006)' /></th>
<th><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/02/cover_huldran.jpg' alt='Fejd - Huldran (2004)' /></th>
<th><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/02/cover_ientid.jpg' alt='Fejd - In en tid som var (2002)' /></th>
</tr>
</table>
</div>
<p></br><br />
So <em>ganz </em>traditionell geht man jedoch nicht zu Werke: Die Handhabung der Drums verleugnet die ursprüngliche Metalherkunft nicht. Keyboarder Lennart Specht sowie das Rhythmusduo Thomas Antonsson (Bass) und Esko Salow (Drums) entstammen der Metalband Pathos. Letztere haben außerdem ihre metallischen Wurzeln in Form von Nostradameus, die Power Metallern ein Begriff sein könnten. So kann man Fejd im Endeffekt vielleicht &#8220;Swedish Folk Rock&#8221; nennen&#8230; <em>(<strong>Katrin Kropf</strong>, 04.02.09)</em></p></blockquote>
<p>Da wundert es auch nicht, dass Fejd &#8211; nun endlich! &#8211; bei einem Label untergekommen sind, dass in erster Linie ganz klar für die härteren Töne steht: Napalm Records&#8230;</p>
<blockquote><p>Napalm hat eine große Tradition mit Acts der folkigen Art. Sie akzeptierten uns und das was wir hier tun; sie helfen uns, die Musik hinaus in die Welt zu tragen. Ich denke wir können zusammen ein größeres Publikum erreichen, als es uns mit einer anderen Art Label möglich gewesen wäre. Die meisten unserer Fans scheinen eh Metalfans zu sein, daher meinen wir, mit Napalm die richtige Entscheidung getroffen zu haben. [...] Patrik and Niklas spielen zwar manchmal auch auf verschiedenen Events als Folk-Duo auf, aber mal abgesehen davon haben auch sie als Metalmusiker angefangen. Patrik an der Gitarre, Niklas als Bassist. <em>(<strong>Esko Salow</strong>, 20.03.09)</em></p></blockquote>
<p>Auch auf dem am Freitag erscheinenden ersten Album &#8220;Storm&#8221; wird dieses Konzept von &#8220;metal/rock meets swedish traditional folk&#8221; konsequent fortgesetzt. Die einzelnen Stücke sind vielleicht nicht mehr gar so eingängig wie noch auf den Demoscheiben, doch erschließt sich der tiefgründige Wert der Musik spätestens draußen an der frischen Luft, bei Wind über einem weiten Feld oder dem Anblick der ersten mutigen Krokusse. <img src="/wp-content/uploads/2009/03/fejd_storm1.jpg" alt="Fejd: &quot;Storm&quot; (2009)" title="Fejd: &quot;Storm&quot; (2009)" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1879" />Vielfältig sind die Stimmungen auf &#8220;Storm&#8221;: mal getragen von der wunderbar sehnsüchtelnden Weite in Patrik Rimmerfors&#8217; Stimme (Bsp. &#8216;Äril&#8217;, mein Favorit!), ein andermal durch den Auftritt von Gastmusikern: ausgelassene Frühlingsgefühle werden beispielsweise bei &#8216;Älvorna Dansar&#8217; wach, bei dem Patrik zauberhafte weibliche Unterstützung bekommt:</p>
<blockquote><p>Ihr Name ist Elina Tervonen. Es ist pures Glück, dass wir von ihr gehört haben als wir im Studio waren. Eines Morgens bin ich schon eher ins Studio gekommen, als Marko Tervonen, unser Produzent, ein Lied mit seiner Frau zum Besten gab. Ich dachte sie hat eine wundervolle Stimme, also haben wir das in der Band besprochen wie es wohl wäre, wenn sie auf &#8216;Älvorna Dansar&#8217; mitsingen würde. Das Lied war ursprünglich für Patrik bestimmt, er musste es ihr also beibringen. Das Ergebnis der Testaufnahme war fantastisch und nun sind wir sehr dankbar, dass daraus eine Art Elina-Song wurde. <em>(<strong>Esko Salow</strong>, 20.03.09)</em></p></blockquote>
<p>Zugegeben, Folk Metal-Bands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Besonders solche, die meinen müssen, etwas über alte Kriegsgötter und Saufgelage singen zu müssen. Fejd gehören ganz bestimmt nicht zu dieser Party Metal-Sippe, und wenn es in &#8216;Älvorna Dansar&#8217; auch lebensbejahend und froh zugeht, so wirkt das Ganze doch wesentlich ästhetischer was sowohl die Musik als auch die Texte angeht. Nun ist ja nicht jeder der schwedischen Sprache mächtig. Umso besser, dass es sich bei Fejd über die Jahre hin eingebürgert hat, dass die Texte auf der offiziellen Bandseite parallel auf Schwedisch und als englische Übersetzung zu lesen sind. Esko hat für uns vorab schonmal &#8216;Älvorna Dansar&#8217; ins Englische übertragen:</p>
<blockquote><p>Die Themen unserer Musik variieren stark und sind auch in sehr poetischem Schwedisch geschrieben, daher ist es schwierig und auch nicht ganz fair für Patrik, der auch immer die Texte schreibt, ins Englische zu übersetzen. Aber für euch werde ich es mal probieren:</p>
<p><em><strong>Älvorna Dansar (Dance of the fairies)</strong></p>
<p>Enchanting beauty in the dance of fairies<br />
Shimmering being of light<br />
Tears of silver in (Daggkåpa = Alchemilla Vulgaris, a plant) embrace<br />
Twilight carefully falls</p>
<p>A mother of age so old and worn<br />
still searching for the traces<br />
She follows the paths in the green moss beds<br />
A feather bed without life</p>
<p>See them then follow them tonight</p>
<p>Fairies dancing wildly on moon steep meadows<br />
Silver covered is the ground in wizardry&#8217;s garb<br />
A mirage made of light so captivating and tempting<br />
Tones of a song with appealing words</p>
<p>Wandering souls they float as haze<br />
Arched in the play of the fairies<br />
The grieving mother falls to her knees of pardon<br />
The children of the forest are here</p>
<p>See them then follow them tonight</p>
<p>Fairies dancing wildly&#8230;</em></p>
<p>Das ist nicht ganz akurat, aber nahe dran. Und wie ich bereits anmerkte: gegenüber Patrik nicht ganz fair, da die Texte auf Schwedisch natürlich viel besser klingen.</p></blockquote>
<p>Der Beginn des folgenden &#8216;Vid Jore Å&#8217; erinnert angenehm an die schwedischen Folker TRIAKEL, welche sich zusammen mit GARMARNA die wunderbare Emma Härdelin als Sängerin teilen. Die typisch schwedischen Melodien erhalten bei Fejd jedoch durch das zusätzliche Schlagzeug einen derartig unwiderstehlichen Drive, der dann doch eher an letztere Band, HEDNINGARNA oder VÄSEN erinnert. Alles andere als Füllmaterial, sondern eher stimmungsvoll und mittelalterlich anmutend<img src="/wp-content/uploads/2009/03/fejd1.jpg" alt="Fejd (2009)" title="Fejd (2009)" width="300" height="214" class="alignleft size-full wp-image-1883" /> sind die Instrumentalstücke &#8216;Egils Polska&#8217; und das abschließende &#8216;Likfärd&#8217;. Likfärd, zu Deutsch &#8216;Trauer&#8217;&#8230; dass der Frühling eben doch noch auf sich warten lässt&#8230;</p>
<p>Das Warten versüßen sollen die beiden Bonusstücke &#8216;Bergakungen&#8217; und &#8216;Morgonstjärnan&#8217;, die dem Fejd-Fan der frühen Tage keine Fremden sind, handelt es sich doch hierbei um die ersten beiden Lieder der &#8220;Eld&#8221;-EP, die sich von ihren Originalen jedoch (leider?) nicht unterscheiden.</p>
<blockquote><p>Napalm wollte ein paar Bonussongs haben, um die ganze Sache attraktiver zu machen. Sie haben eigentlich nach bisher unveröffentlichten Material gefragt, aber wir hatten da nichts bereits Aufgenommenes. Wir waren etwas in Eile, da wir unbedingt eine März-Veröffentlichung haben wollten. Das eigentliche Album endet mit &#8216;Likfärd&#8217;. <em>(<strong>Esko Salow</strong>, 20.03.09)</em></p></blockquote>
<p>Die Wiederveröffentlichung der ersten beiden EPs &#8220;I en tid som var&#8221; und &#8220;Huldran&#8221;, auch zusammen auf einer CD, negiert Esko jedoch:</p>
<blockquote><p>Nein, wir werden sie nicht als Album wiederveröffentlichen. Sie waren als Demos gedacht und Sound und Performance sind in einer zu schlechten Qualität um sie so wie sie sind wiederzuöffentlichen. Aber wir sprechen auch darüber, von einigen Songs Neuaufnahmen zu machen, gegebenfalls als Bonustracks für kommende Alben. So wäre es auch cooler für diejenigen, die die originalen CDs der EPs besitzen, denn die sind heutzutage wirklich schwer zu finden. <em>(<strong>Esko Salow</strong>, 20.03.09)</em></p></blockquote>
<p>Zugeben, man kann nicht bestreiten, dass sich Fejd auf &#8220;Storm&#8221; ab und an auch ein bisschen wiederholen. Da diese Musik derzeit aber sowieso einmalig auf dieser Welt ist, nimmt man das gern mal in Kauf.</p>
<p>Demnächst spielen Fejd auch ihre ersten Auftritte auf einer handvoll Festivals in Deutschland, bei ersterem wird RockZOOM dabei sein und berichten:</p>
<p>18.Apr. 2009,   	15:00 Uhr: Ragnarök Festival 6 (Lichtenfels)<br />
27.Jun. 2009, 	18:30 Uhr: Festung Open Air (Königstein bei Dresden)<br />
03.Jul. 2009, 	20:00 Uhr: Hörnerfest (Brande-Hörnerkirchen)<br />
</br></p>
<blockquote><p>Wir alle haben noch andere Jobs, auf die wir Rücksicht nehmen müssen. Aber vielleicht werden die Dinge in Zukunft anders aussehen. Den Schritt von einer Garagenband zu Vollzeitmusikern vollziehen zu können wäre wirklich großartig; es ist doch recht schwierig, alles gleichzeitig machen zu müssen. Wir arbeiten daran, mehr Konzerte zu geben und werden in Zukunft viel mehr live spielen. Wir hoffen wirklich, viele von euch bei unseren Shows zu treffen, also seid nicht schüchtern: Kommt und redet mit uns. <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Und bitte besucht unsere offizielle Bandhomepage und unsere Myspace-Seite. <em>(<strong>Esko Salow</strong>, 20.03.09)</em></p></blockquote>
<p>>> Offizielle Fejd Webseite: <a href="http://www.fejd.se" target="_blank">www.fejd.se</a><br />
>> Fejd @ Myspace : <a href="http://www.myspace.com/fejd" target="_blank">www.myspace.com/fejd</a></p>
<p>ACHTUNG! <strong>### Livestream am 23.03. @ <a href="http://www.heavylaw.com" target="_blank">www.heavylaw.com</a> ###</strong><br />
(befindet sich rechts unten, einfach nur das Sound-Symbol anklicken und bei Laptops bitte gescheite Boxen oder Kopfhörer verwenden&#8230; <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> )</p>
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		</item>
		<item>
		<title>NEIL YOUNG: &#8220;Fork in the Road&#8221; (Videoclip)</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/01/19/neil-young-fork-in-the-road-videoclip/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 00:41:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[bernhard shakey]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[neil young]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Fork in the road&#8221;, die Gabel auf dem Weg. Sie hat drei Zacken und zwischen zweien musst du durch. Neil Young macht einem diese Entscheidung nicht leicht. Vor ein paar Monaten hieß es noch eindeutig &#8220;No Hidden Path&#8221;, eine 14-minütige erleuchtende Wegbeschreibung vom letzten Album &#8220;Chrome Dreams II&#8221;; nun stehe ich aber noch etwas unentschlossen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Fork in the road&#8221;, die Gabel auf dem Weg. Sie hat drei Zacken und zwischen zweien musst du durch. Neil Young macht einem diese Entscheidung nicht leicht. Vor ein paar Monaten hieß es noch eindeutig &#8220;No Hidden Path&#8221;, eine 14-minütige erleuchtende Wegbeschreibung vom letzten Album &#8220;Chrome Dreams II&#8221;; nun stehe ich aber noch etwas unentschlossen vor einer Weggabelung zwischen &#8220;Verdammt, wie ist das peinlich&#8230;&#8221; und &#8220;Dieser Mann ist sowas von cool&#8230;&#8221;.</p>
<p>Die Rede ist dieser Tage vom aktuellen Videoclip zum neuen Neil Young-Song &#8220;Fork in the Road&#8221;, gesehen auf der <a href="http://www.neilyoung.com">offiziellen Neil Young-Webseite</a> und YouTube. Neil Young ist den audiovisuellen Medien kein Fremder. Als Bernhard Shakey legte er bereits mit dem Experimentalfilm &#8220;Human Highway&#8221; und der Visualisierung seines &#8220;Greendale&#8221;-Konzeptalbums stilistisch recht eigenwillige Filme vor, im Falle Greendales sogar mit ganz ansehnlichem Ergebnis: keine Effekte, ein antiquierter Schleier, ein Hang zur Schrulligkeit und makelhaften Alltagspersönlichkeiten. Liedtexte und Musik in Echtzeit statt Dialoge. Ganz anders und wesentlich professioneller unter seiner Regie: die äußerst gelungene CSNY-Doku &#8220;Déjà Vu&#8221; aus dem vergangenen Jahr. Die Clips zu &#8220;Rockin&#8217; in the Free World&#8221; oder &#8220;Harvest Moon&#8221; sind zwar als repräsentante Zeitzeugen der entsprechenden Neil Young-Epochen zu bezeichnen, aber irgendwie auch nichts Besonderes, wie das eigentlich bei den meisten Videoclips der Fall ist&#8230;</p>
<p>&#8220;Fork in the Road&#8221; ist da ganz anders. Da macht sich ein absoluter Star der Rockgeschichte ganz gehörig zum Obst. Geld hat er für spektakuläre Explosionen, aufwändige Animationen und tolle Schauspieler, doch was tut der Kerl? Er postiert sich mit einem Apfel vor eine Scheune und synchronisiert seinen eigenen neuen Song mit reichlich blödem Gegrinse in schrottigster Homevideo-Manier&#8230; und das alles ohne jeglichen Schnitt, aufgenommen in garantiert nur einem Take! Nach 5 Minuten steht er auf und legt ein 1A-Luftgitarrensolo aufs Parkett. Irgendwie liebenswürdig, dieses in die Jahre gekommene Unikum. Den Apfel und die Kopfhörer hat hoffentlich auch jeder bemerkt? Doch wie deutet man&#8217;s? Schleichwerbung oder Persiflage unser aller Lieblings-Alternativfirma? Das bleibt zunächst offen&#8230; Doch spätestens beim zweiten Anschauen wird mir klar, dass dieser Low-Budget-Clip einfach nur ist was er ist: vielleicht ein bisschen peinlich für den Star &#8211; doch das hat ihn ja noch nie gekümmert! &#8211; aber immerhin amüsante, augenzwinkernde fünfeinhalb Minuten und zudem auch akustisch gesehen Young&#8217;sche Frischkost!</p>
<p>Ich bin jedenfalls gespannt auf den Nachfolger von &#8220;Chrome Dreams II&#8221;, welches Ende 2007 endlich mal wieder ein rundum geglücktes Album nach dem plakativen &#8220;Living with War&#8221; und den handzahmen Vorgängern darstellte. Ich freue mich ob der rumpeligen Gitarren in &#8220;Fork in the Road&#8221;, ob der Simplizität und Trashigkeit, des unverblümten Lausbubentums und der lässigen Selbstironie des Neil Young.</p>
<p>Keep on rockin&#8217; in the free world.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/m7L7XsHKCVs&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/m7L7XsHKCVs&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><strong>&#8220;Fork in the Road&#8221; Lyrics:</strong></p>
<p>  &#8221;Got a pot belly.  It&#8217;s not too big.  Gets in my way  when I&#8217;m driving my rig.  Driving this country  in a big old rig,  things I see  mean a lot.  </p>
<p>My friend has a pickup.  Drives his kid to school.  Then he takes his wife to beauty school.   Now she&#8217;s doin&#8217; nails.  Gonna get a job.  Got a good teacher.</p>
<p> There&#8217;s a fork in the road ahead.  I don&#8217;t know which way I&#8217;m gonna turn.  There&#8217;s a fork in the road ahead.</p>
<p>Forgot this year,  to salute the troops.  They&#8217;re all still there  in a fucking war. It&#8217;s no good.  Whose idea was that?  </p>
<p>I&#8217;ve got hope,  but you can&#8217;t eat hope.  I&#8217;m not done.  Not giving up.  Not cashing in.  Too late.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for me.  It&#8217;s for all those creeps watching tickers on TV.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for me.</p>
<p>I&#8217;m a big rock star.  My sales have tanked,  but I still got you.  Thanks!  Download this.  Sounds like shit.</p>
<p>  Keep on bloggin&#8217; &#8217;til the power goes out,  and your battery&#8217;s dead.</p>
<p>Twist and Shout.  On the radio.  Those were the days.  Bring &#8216;em back.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  It&#8217;s for all those creeps hiding what they do.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  Bailout coming but it&#8217;s not for you.</p>
<p>Got my new flat-screen.  Got it repo&#8217;d now.  They picked it up.  Left a hole in the wall.  Last Saturday.  Missed the Raiders game.</p>
<p>There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  There&#8217;s a bailout coming but it&#8217;s not for you.  It&#8217;s for all those creeps hiding what they do.&#8221;</p>
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		<title>ÁSMEGIN: &#8220;Arv&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 01:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
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		<category><![CDATA[folk]]></category>
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		<description><![CDATA[Ursprünglich hatte ich gar nicht vor, die neue Langspielplatte der Norweger Ásmegin zu rezensieren, doch wenn in gewissen Musikcommunities Leute meinen, unqualifizierte Kommentare nach nur einmaligem Hören abgeben zu müssen und somit das neue Album &#8220;Arv&#8221; in gänzlich falsches Licht rücken, hole ich nun doch einmal zur angemessenen Lobarie aus&#8230; Doch was sagt man sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich hatte ich gar nicht vor, die neue Langspielplatte der Norweger Ásmegin zu rezensieren, doch wenn in gewissen Musikcommunities Leute meinen, unqualifizierte Kommentare nach nur einmaligem Hören abgeben zu müssen und somit das neue Album &#8220;Arv&#8221; in gänzlich falsches Licht rücken, hole ich nun doch einmal zur angemessenen Lobarie aus&#8230;<span id="more-1349"></span></p>
<p>Doch was sagt man sich über “Arv” in den Weiten des Web als Fan des Debütalbums, das so chaotisch-unberechenbar, folkig und heavy zugleich, abwechslungsreich und mit vielen tollen Melodien fast auseinanderzuplatzen drohte? Man meint nun zum Beispiel, der Nachfolger “Arv” klänge überstürzt, schlecht produziert, unaggressiv und sogar “poppig”&#8230; Das meiste davon ist natürlich völliger Käse. In Wirklichkeit hört man dem Zweitling überhaupt nicht die kurze Aufnahme- und Produktionszeit zwischen Juni und August diesen Jahres an und was in anderen Ohren unterproduziert und “unmetallisch” klingt, ist in Wirklichkeit viel natürlicher, wärmer, archaischer und reifer geraten als der Vorgänger “Hin vordende Sod &#038; Sø”. Sowieso macht es wenig Sinn, die beiden bisherigen Alben direkt miteinander zu vergleichen, denn viel ist in den vergangenen fünf Jahren passiert. Dass das Label der Band dieses Jahr ordentlich Druck gemacht hat, ist den acht Kompositionen auf “Arv” nicht anzuhören. Vielmehr klingt Album Nummer zwe gesetzter, hat einen wunderbaren Fluss und wächst mit jedem Hördurchlauf&#8230; Marius Olaussen, einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Band (also bereits seit 1998 im Boot der Nordmänner und -frauen), zur Entstehung von “Arv”:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Hi Katrin. Zunächst einmal vielen Dank für deine netten Worte und dem Interesse an unserer Musik. Auch ich beginne, dieses Album mehr und mehr zu mögen. Wenn du dir vorstellen kannst, wie schwer es für einen Musiker ist, etwas Unvollendetes zu veröffentlichen, dann weißt du wie wir uns fühlten als wir “Arv” ins Presswerk geschickt haben. Eigentlich haben wir ja an einem Konzeptalbum mit Namen “Tusind tabte Siæles Kakofoni” gearbeitet und fünf Jahre sind seit “Hin vordende Sod &#038; Sø” ins Land gegangen&#8230; Die Anfrage unseres Plattenlabels, doch dieses Jahr noch ein Album zu veröffentlichen, ist auch für uns gut nachvollziehbar. Unser Label hat uns mit der Veröffentlichung nicht unter Druck gesetzt. Sie wollten, dass wir “Tusind tabte&#8230;” dieses Jahr veröffentlichen, aber das wäre absolut unmöglich gewesen. Für “Tusind tabte&#8230;” bräuchten wir noch mehr Zeit im Studio, da noch viel mit verschiedenen Instrumenten und ähnlichem ausprobiert werden muss. Daher mussten wir nun Material aufnehmen, das einfacher aufzunehmen, zu produzieren und rechtzeitig fertigzustellen ist – was wir natürlich auch nicht hinbekamen. Besonders von den Gesangslinien gibt es viele, die wir weglassen mussten, etliche mussten vereinfacht werden. Wir hatten außerdem eine Neuproduktion unserer ersten Demo “Alvesang Fager” geplant, aber mussten auch das aufgrund des strikten Zeitplanes auslassen. Dafür haben wir die Drums, den Bass und die Gitarren bereits aufgenommen, vielleicht werden wir es später mal veröffentlichen. Wir werden sehen.</p></blockquote>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/12/asmegin_arv.jpg" alt="" title="ÁSMEGIN: Arv (2008)" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1350" />Wie schon auf dem Debüt haben Olaussen und Co. auch dieses mal ausschließlich Norwegisch getextet. Da wohl nicht jeder dieser Sprache mächtig ist, habe ich Marius gebeten, jeden “Arv”-Song inhaltlich kurz vorzustellen. Zunächst wäre da also</p>
<p><strong>Fandens Mælkebøtte</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: “Des Teufels Milcheimer”. Eine Ode an den Löwenzahn. Ich möchte nicht gern allzu viel vom Symbolismus verraten und hoffe lieber, dass ein paar fleißige Seelen sich doch ans Übersetzen und Entschlüsseln machen. Es ist außerdem mein Tribut an einen großartigen norwegischen Poeten: Henrik Wergeland. Man kann “Fandens Mælkebøtte” als meinen Versuch betrachten, ein Wergelandisches Gedicht zu schreiben. Ich bin ein großer Fan seiner obskuren Art von Symbolismus. Daher lasse ich das hier mal offen, sorry&#8230;</p></blockquote>
<p>Musikalisch gesehen erkennt man vom ersten Ton an Ásmegin wieder: Es sind diese klar gesungenen Vokalharmonien fernab des Wikinger-Loarlalaaar, welche so unverkennbar über weite Ebenen schallen. Während man auf dem Debüt noch alle Vokal-Register zog &#8211; aber auch alle: traditionell nordische Harmoniegesänge bishin zum gurgeligen Gutturalgegrunz und zehennagelziehenden Zetermordio männlicher- und weiblicherseits &#8211; wurde dies auf “Arv”deutlich reduziert. Einen Gewinn stellen da mit Sicherheit die beiden neuen Sängerinnen dar. Diese Reduzierung war jedoch keine bewusste Entscheidung&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: &#8230;Es zerreißt mir wirklich das Herz, dass wir so viele “Krisenentscheidungen” für “Arv” in Bezug auf die Instrumentierung treffen mussten. Wir hatten für die Violine zum Beispiel nur drei Stunden. Wir mussten also für jene Arrangements, die unbedingt mit einer ersten und zweiten Violine instrumentiert werden sollten, eine Liste mit Prioritäten aufstellen und uns dann nach und nach auf dieser Liste herunterarbeiten, in der Hoffnung so viele Arrangements wie möglich realisieren zu können. Natürlich haben wir nicht alles geschafft; ein hoffnungsloses Unterfangen, besonders wenn man berücksichtigt, dass wir in unseren eigenen Studios waren, ganz ohne diese stressigen ökonomischen Rahmenbedingungen&#8230; Es stimmt also in der Tat – das Album hätte besser ausfallen können und es ist nur allzu wahr, dass der gesamte Prozess total überstürzt war. Ich könnte auch noch erwähnen, dass Erik, unser Sänger, in nur wenigen Wochen vor den Drumaufnahmen auf eben diese vorbereiten musste, weil wir im Moment einfach keinen Schlagzeuger haben&#8230;</p></blockquote>
<p>Ich persönlich empfinde jedoch das Endresultat von “Arv” ganz und gar nicht als unterinstrumentiert. Auf diese Weise hat jedes einzelne Stück Gelegenheit, sich zu entfalten, jedes Instrument die Chance, gewisse räumliche Tiefe zu erlangen, auch die Gesangspassagen profitieren davon ungemein. Würde der wunderbar klar gesungene Mittelteil in “Gegangeren” in einem Wust aus bombastisch und virtuos gespielten Folkinstrumenten und drei Gitarren mehr nicht vollkommen untergehen? Schade, dass viele eingefleischte (Metal-)Fans mit diesem neu gewonnen, mehr auf Kern hin gespielten Sound nicht viel anfangen können&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Die Tatsache, dass “Arv” viel weniger aggressiv (wenn überhaupt) ist, ist uns nicht wichtig. Wir kreieren die Musik, die wir kreieren wollen. Worin liegt der Sinn, ein neues “Hin vordende Sod &#038; Sø” aufzunehmen? Diesmal sollte es etwas anderes sein. Falls Aggression für einige von größter Wichtigkeit sein sollte, so kann ich sagen, dass Erik schon höllisch für einige Parts des Drummings auf “Tusind tabte Siæles Kakofoni” übt. Es ist uns unwichtig, ob dieses Album Pop ist oder nicht. Wir mögen guten Metal genauso wie guten Pop, oder welches Musikgenre auch immer. Wir dachten, dass die “Arv”-Songs am besten klängen, wenn wir ihnen diesen “poppig” natürlichen (an die 70er erinnernden) Sound geben würden. Es ist nicht so, dass wir nun unseren Stil verändert haben. Wir als von vielen Seiten beeinflusste Musiker wollen nicht darauf limitiert sein, nur eine “Metalband” zu sein und entschieden in Sachen Arrangements und Produktion, was getan werden musste.<br />
<a href="/wp-content/uploads/2008/12/asmegin11.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/12/asmegin1-240x160.jpg" alt="Ásmegin 2008" title="Ásmegin 2008" width="240" height="160" class="alignleft size-medium wp-image-1372" /></a>Der überwiegende Teil des Materials ist alt, sehr alt. Einige Songs stammen aus der Zeit vor “Hin vordende Sod &#038; Sø”, andere entstanden diesen Sommer. Alle Texte wurden diesen Sommer geschrieben, was wohl das stressigste war – jedenfalls was die Texte angeht, die ich geschrieben habe. Letztenendes ist aber alles doch recht anständig geworden.</p></blockquote>
<p><strong>Hiertebrand</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Herzensbrand. Raymond schrieb hier den Text, ich traue mich also nicht, allzu viel darüber zu erzählen und mache da hoffentlich keine Fehler. Es erinnert mich dennoch an die mittelalterliche Ballade von den zwei Schwestern, ist beides ziemlich ähnlich: die eine rein und liebenswert, die andere verrückt und voll Hass. Letztere tötet ihre Schwester, um an deren Geliebten zu kommen und ihn für sich zu haben.</p></blockquote>
<p><strong>Generalen Og Troldharen</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Der General und der Trollhase. Das ist eine doch sehr humorvolle Geschichte, an manchen Stellen sogar wahr. Der wahre Teil daran ist ein pensionierter Lieutenant, eigentlich gar kein General, der einst von Christiania (Norwegens Hauptstadt von 1877 bis 1925) auf das Land ins Gebiet Ringerike zog, um einen Trollhasen zu jagen, der die Anwohner schon seit geraumer Zeit terrorisierte. Ich habe im Text Ringerike mit meiner Heimat Hadeland ersetzt, was aber nicht weit weg ist von Ringerike. Die Lyrics handeln jedenfalls von Aberglauben, und Hochmut, und das alles mit natürlich mit Humor.</p></blockquote>
<p>Apropos, gerade hier, beim stampfenden Beat und der Ungehobeltheit dieses polterigen, obskuren und doch irgendwie beschwingt witzigen Songs, gedenkt man oft den Trollen, genauer gesagt den Finntrollen zu ihren besseren Zeiten, etwa dem “Visor om slutet”-Akustikalbum. Wie die finnischen Kollegen lassen auch Ásmegin gern mal ihre Folkinstrumente in ungewöhnlichen Tonarten erklingen, scheuen sich aber auch nicht vor dem Einsatz von Keyboards seitens Lars Fredrik Frøislie. Doch bevor alle entgeistert aufschreien sei das Ganze sogleich spezifiziert: Hammond-Orgeln, Mellotron und das spaßige Mini-Moog sorgen für einen schaurig-schrägen 70er-Vibe, der hier absolut passend ist und nicht an den Haaren herbeigezogen klingt, da es eigentlich mal wieder recht “inn” ist, als Metalband solche Einflüsse zu verwursten.</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Der 70er-Soundhier und da ist gewollt, absolut. Die Intention war, ein organischeres, trockeneres und nicht so “metallisches” Album zu machen. Wir haben auch scho einige von Lars&#8217; Keyboards auf “Hin vordende Sod &#038; Sø” verwendet, ganz einfach weil wir seine Instrumente lieben.</p></blockquote>
<p><strong>Arv</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Erbe. Es ist ein Lied über die Werte der Familie und unserem Gebrauch davon, erzählt in einer kurzen Geschichte von einem Vater und seinem Sohn.</p></blockquote>
<p>Ich mochte Lars Nedland&#8217;s Gesang auf “Hin vordende&#8230;” wirklich sehr, aber ich denke ich mag die Gesangsarrangements auf “Arv” sogar noch mehr, was wahrscheinlich an beiden neuen Sängerinnen liegt, die wirklich einen fantastischen Job abgeliefert haben. Man nehme zum Beispiel das Ende vom Lied “Arv”: Eine der Damen singt am Ende gar derart hoch, klar und ausdauernd, dass man sich gar nicht mehr sicher ist, ob einem da Mensch oder Instrument entgegenschallt.</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Lars Nedland hatte auf unserem Debütalbum einen hervorragenden Job abgeliefert. Ich bewundere ihn auch für seine Arbeit bei Solefald, seine Stimme passte wunderbar in unser damaliges Material. Aber ich bin froh, dass dir auch die Gesänge auf “Arv”gefallen. Es ist Eriks erste offizielle Veröffentlichung und er war wirklich sehr gestresst sowohl Lars Nedland als auch Bjørn Olav und Tommy zu ersetzen, die alle einen klasse Job auf “Hin vordende Sod &#038; Sø” machten. Wegen der strikten Deadline mussten wir alle Experimente mit Eriks Gesang über Bord werfen, aber die aufgenommenen Vocals funktionieren ganz gut. Auch was die Mädels angeht, sind wir sehr zufrieden. Mit Anne-Marie haben wir schon auf dem Debüt zusammengearbeitet und waren ganz froh, dass sie uns auch auf “Arv” aushelfen wollte. Auch die neue Sängerin, Gunhild, ist extrem talentiert. Wir sind zutiefst dankbar für diese beiden und hoffen, dass sie auch in Zukunft mit uns zusammenarbeitet werden. Wir haben zwar im Vorfeld geschriebene Gesangslinien, aber es ist uns nicht wichtig, diesen während des ganzen Aufnahmeprozesses zu folgen. Nimm zum Beispiel Gunhild. Sie hat eine erfreulich jazzige Stimme, was unserer Meinung nach den Songs noch eine gewisse Würze verleiht. Also, die Gesangsaufnahmen (und das betrifft auch alle Instrumente) sind ein dynamischer Prozess, an keiner Stelle einer gegebenen Idee strikt folgend. Warum wir immer mit verschiedenen Sängern arbeiten? Wir sind alle große Fans von Abwechslung. Wir landeten bei diesen beiden Sängerinnen, da sie total unterschiedliche Charakteristiken haben und jeder Song dieses und jenes Gefühl erforderte.
</p></blockquote>
<p><strong>Yndifall</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Trauerfall. “Yndifall” ist der einzige Song, welcher in altnordischer Sprache geschrieben wurde und von den Themen Stolz, Rache, Ehre und Treue, in Leben und Tod, handelt. Es ist eine Geschichte über einen Kampf zwischen zwei Königen und ihren Gefolgsleuten. Einer der Könige kehrt mit Rachegelüsten wieder, voller Schande und Hass. Sein Schiff trägt hunderte von Männern, und so ist er dem anderen König und seinen Männern zahlenmäßig überlegen. Es ist eine einfache und schöne Geschichte über das Sterben mit den Verwandten.</p></blockquote>
<p><strong>Gengangeren</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Die Erscheinung. Raymond und ich haben diese Worte zusammen im Studio geschrieben. Es geht um die Leere im Tod, und die Trauer über das was einem vom Weitergehen abhält, außerdem um das Verlangen nach Frieden und Geschlossenheit.</p></blockquote>
<p>Starker Tobak, der starke Töne hinter sich herzeiht. “Yndifall” ist der wohl härteste Song auf “Arv”, bei “Gengangeren” fällt besonders das traurig-tänzelnde Pianothema auf, welches der gesamten Atmosphäre einen noch verzweifelteren Touch gibt, ohne besonders “metal” zu sein.  Themen wie diese können sich in diesem neuen Sound überraschenderweise sehr gut entfalten, doch unterscheidet er sich sehr wesentlich von dem des Debütalbums. Produktionstechnisch begibt sich der &#8220;Hin vordende&#8230;&#8221;-Nachfolger tiefer in den norwegischen Sumpf und wirkt beinahe sogar&#8230; dumpf. Dumpf, eines der Worte, die nach mehrmaligem Schreiben, Lesen und Darüberhersinnieren einfach komisch und sogar falsch aussehen, wohl aber durchaus noch so gemeint sind &#8211; und in diesem Falle sogar positiv! “Hin vordende&#8230;” klang da an einigen Stellen schon fast zu durchproduziert und ich frage mich auch, ob dieses überschnelle Blastbeat-Schlagzeug getriggert wurde!? Solche Hochgeschwindigkeitsausflüge findet man auf “Arv” nun gar nicht mehr. Vielmehr geht es hier beschaulich warm zu, die Produktion passt&#8230; Und das obwohl es heißt, das gesamte Album wurde in gerade mal 24 Stunden abgemischt&#8230;</p>
<blockquote><p><a href="/wp-content/uploads/2008/12/asmegin21.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/12/asmegin2-240x165.jpg" alt="Ásmegin 2008" title="Ásmegin 2008" width="240" height="165" class="alignleft size-medium wp-image-1374" /></a><strong>Marius</strong>: Das Schlagzeug war getriggert, okay, aber es wurde genauso gespielt. Tommy ist ein verdammt schneller Drummer, vielleicht sogar schon zu schnell für das Material. Aber wir waren jung damals und meinten, dass es auf diese Weise sehr cool wäre. Wenn ich dieses Album heute nochmal aufnehmen würde, hätte ich das Tempo wohl etwas gedrosselt. Versteh mich nicht falsch, ich liebe verrückte Uptempo-Sachen, aber bei ein paar Songs war es doch schon etwas zu viel des Guten. Es ist schön, dass dir die Produktion von “Arv” gefällt. Es füllte sich nur richtig an. In Wirklichkeit haben wir das Album aber in nur einer Nacht gemixt, nicht in 24 Stunden. Einige von uns, mich eingeschlossen, mussten tagsüber nämlich arbeiten. Ich denke 12 Stunden trifft es da schon eher. Wir haben die ganze Nacht gemixt und sind dann geradewegs zu unseren Tagesjobs ohne Schlaf übergegangen. Das war die pure Hölle. Ich habe herausgefunden, dass ich in der letzten Woche ingesamt nur 18 Stunden Schlaf hatte. Das ist eigentlich nicht meine Art, Kreativität zu entdecken.</p></blockquote>
<p><strong>Prunkende, Stolt I Jokumsol</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Prunkvoll, stolz in der Sonne Jokums. Dieses Lied handelt von Themen wie Selbstmord, Apathie und dem Hintersichlassen schwerer Bürden. Ich habe mich für eine Metapher aus der norwegischen Folklore entschieden um diese überwältigende Unterfangen zu beschreiben.</p></blockquote>
<p>Ich mag die musikalische Seite dieses Songs wirklich sehr, so ganz anders als der Rest mit seinem jazzig-entspannten, leicht melancholischen Charakter. Gunhilds Stimme allein begleitet von sachter Perkussion und schön warmen Bassspiel erinnert ein ums andere Mal an die große Norwegerin Kari Bremnes&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Danke! Ich mag Bremnes selbst sehr gern, das ist eine nette Parallele. Die Idee lag schon seit einer Weile bei mir herum. Der Hauptgedanke war vermutlich, dem Ganzen eher einen Mike Oldfield-Touch zu geben. Ich hatte auch vor, Violinen, Flöten und Mandolinen für diesen Track zu verwenden, aber die Zeit war gegen uns. Wir haben uns dann letztenendes auf die Vorproduktion berufen und es klar belassen.</p></blockquote>
<p><strong>En Myrmylne</strong>:</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Zu deutsch: Ein mooriger Mylne (Dies ist ein Walzer). Der Text hier ist wohl der düsterste auf “Arv”. Der Song handelt von einem Mann, der in den Wald geht um Moltebeeren zu pflücken, im Moor aber zu Tode kommt. Es geht in erster Linie um Geiz, könnte man sagen. Es waren die verführerischen Moltebeeren, die den Mann in ein nasses Grab brachten. Und dennoch ist da dieses stete Gefühl, <em>daheim</em> zu sein. Man fragt sich dann vielleicht, warum das ganze dann “ein mooriger Mylne” heißt? Schau, es gab andere wie ihn, ebenso verzaubert von den Moltebeeren, die auch in diesem Moor verendeten. Auf diesem langsamen aber sicheren Weg hinab in den Sumpf erscheinen ihre geisterhaften Gestalten. Sie tanzen diesen Walzer, einen oktagonalen traditionellen Walzer, bringen ihm diesen bei und lassen ihn mittanzen. Für mich geht es in diesem Song auch um Frieden.</p></blockquote>
<p>Mit neun Minuten ist “En Myrmylne” zugleich der längste als auch der komplexeste Song. Wer denkt, dass hier von vorn bis hinten ein einfacher Walzer angesagt ist, wird sich rasch selbst aufgrund eines unbedachten Schrittes im Moor wiederfinden, denn ebenso unberechenbar zeigt sich dieses Stück, der nächste Schritt ist unbekannt, und das macht die ganze Sache interessanter. Ásmegins nächste Schritte nach diesem Album? “Tusind tabte Siæles Kakofoni”. Eigentlich gab es dazu sogar schon einige Aufnahmen, ich erinnere mich an ein paar Fotos von Sessions in einer abgelegenen norwegischen Hütte vor ein bis zwei Jahren</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>: Ja, das ist richtig. Viele dieser Aufnahmen sind fertig, aber wir sind noch nicht bereit, es zu veröffentlichen. Erik und ich haben allein für die Lyrics schon zwei Jahre gebraucht, wir sind also drauf und dran, das Material rauszubringen. Aber wir werden es nicht überstürzen. Es gibt immer noch ein paar Arrangements, die neu geschrieben werden müssen.Wir haben die Gitarren in einer norwegischen Jagdhütte in den Wäldern aufgenommen, die man auch in den Fotos von “Arv” sieht. Es steht noch nicht fest, ob “Tusind tabte&#8230;” das nächste Album wird. Es kann sein, dass wir ein weiteres temporäres Album veröffentlichen. Der Titel heißt übersetzt “Kakophonie von tausend verlorenen Seelen”. Es wird zwei Alben zu diesem Thema geben. Ich werde auf die Story zurückkommen, wenn das Doppelalbum veröffentlicht ist.</p></blockquote>
<p>Was das Line-up angeht, so herrscht auch fortan wie bisher eher Ungewissheit&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Marius</strong>:Wir sind zumindest eine funktionierende Band. Wir hatten so einige Probleme, ein stabiles Line-up hinzubekommen. Heute wissen wir, dass die verbleibenden vier wohl die beste Lösung sein dürften.  Das heißt, dass wir nicht imstande sind, Ásmegin-Songs live zum Besten zu geben und haben auch keine Pläne diesbezüglich. Im Moment sind wir eine Studioband. Vielleicht wird sich das in Zukunft ändern. Ich bin sehr zufrieden, mit solchen Musikern wie diesen jetzt arbeiten zu können. Es ist ein wenig riskant, mehr Bandmitglieder zu involvieren. Es gibt hier in Norwegen ein Sprichwort: Zu viele Köche verderben den Brei&#8230;</p></blockquote>
<p>Und insofern war es schon von Vorteil, dass auf “Arv” verhälnismäßig wenige Köche mitmischten. Ja, das Album kann durchaus an einem vorbeiziehen &#8211; zweimal, dreimal, vielleicht gar öfter. Wer aber bewusst hört, ist klar im Vorteil und darf entdecken. &#8220;Arv&#8221; blüht von mal zu mal und zeigt sich wie eine norwegische Wanderung über stets die selbe Route. Doch es ist in Wahrheit nie die selbe Wanderung: ein neues Pflänzlein am Wegesrand, der Untergrund mal trocken dürstend, mal glitschig, tückisch und nach frischer Erde riechend. Und das tosende Schmelzwasser, das uns einst den Weg versperrte, verebbt im nordischen Hochsommer zum lieblichen Rinnsal und wartet auf den neuen Anstieg&#8230;</p>
<p><em>Englische Originalfassung des Interviews auf der nächsten Seite&#8230;</em></p>
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		<title>Livehaftige Sinnbilder einer Anderswelt im SCHANDMAUL-Jahr</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 16:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Weitwinkel]]></category>
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		<description><![CDATA[10-jähriges Bandjubiläum, das sechste Studioalbum, eine neue DVD mit persönlichen Geständnissen und nun sind die sechs Münchner/innen auch schon wieder auf Tour. Was geht eigentlich mehr in einem einzigen Jahr? &#8220;Anderswelt&#8221; (VÖ: 4. April 2008) Spät startete das Schandmaul-Jahr, doch dann quasi von 0 auf 100 in Rekordzeit. Zunächst ging das sechste Album &#8220;Anderswelt&#8221; total [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>10-jähriges Bandjubiläum, das sechste Studioalbum, eine neue DVD mit persönlichen Geständnissen und nun sind die sechs Münchner/innen auch schon wieder auf Tour. Was geht eigentlich mehr in einem einzigen Jahr?<span id="more-1188"></span></p>
<p><strong>&#8220;Anderswelt&#8221;</strong> (VÖ: 4. April 2008)<br />
<img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/anderswelt.jpg" alt="" title="Schandmaul - Anderswelt (2008)" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1195" />Spät startete das Schandmaul-Jahr, doch dann quasi von 0 auf 100 in Rekordzeit. Zunächst ging das sechste Album &#8220;Anderswelt&#8221; total an mir vorbei. Schandmaul, die ich vor zehn Jahren kurz nach ihrer Entstehung kennenlernte, waren über die Jahre stets ein treuer Begleiter für mich, vor allem was die zahlreichen Auftritte in meiner Thüringer Heimat angeht. Doch über die Jahre, wie das so ist, ändern sich Geschmäcker, oder man lernt allerhand Neues kennen &#8211; härtere Musik in meinem Falle, und Schandmaul gerieten ein wenig in Vergessenheit&#8230; Bis ich dann eines Tages per Zufall über dieses wunderschöne Artwork stieß: Ein freundlicher Dämon zeigt dem kleinen Mädchen eine märchenhafte, ungekannte Welt; Blätter aus Blut, eine zittrige Schrift, welche die &#8220;Anderswelt&#8221; malt &#8211; ein faszinierendes, entführendes Aquarell. Allein schon deshalb ist das im April erschienene &#8220;Anderswelt&#8221;-Album den Kauf wert. Doch überdies liefern die Münchner hiermit erneut ihre gewohnt hohe Qualität, ihre individuelle Poesie ab. 14 Stücke aus irdenem Alltag und anderer Welt, verspielt und doch eingängig &#8211; alte Liebe neu entdeckt, Zündstoff für die Bühnen&#8230;</p>
<p>&#8230;Bühnen quer durch die Lande: Von April bis Mai ist die Band überall zwischen Hamburg und Graz, Dresden und Saarbrücken unterwegs, nicht selten ausverkauft. Auch der Moselkahn ist voll besetzt: Das Fantreffen in Form einer gemütlichen Schifffahrt &#8211; ein voller Erfolg, kein &#8220;Geisterschiff&#8221;&#8230; Wer zum Jubiläumskonzert am 14. November dabei sein will &#8211; freilich noch ein paar Monate hin &#8211; muss sich sputen: Schlagartig sind über 3000 Karten im Umlauf, am 7. Mai gibt es nur noch 500 Tickets, Ende Juni Servercrash: 500 Fans wollen gleichzeitig eine Karte bestellen. Pech für die meisten, bei 5500 Besuchern hat das Münchner Zenith (zumindest offiziell!) seinen selbigen erreicht. Ende Juli ist dann auch dieses Wochenende &#8211; über dreistündiges Konzert mit feuchtfröhlicher Jubiläumsparty am nächsten Abend! &#8211; restlos ausverkauft.</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;Wir stehen im Kreis um eine Geburtstagstorte und zählen von 10 rückwärts. Spätestens hier ist die Halle aus dem Häuschen und zählt lauthals mit. Auf Null werden die Kerzen ausgepustet, gleichzeitig geht in der Halle das Licht aus und das Intro startet. Jetzt klopft mein Herz bis zum Hals, die Brust scheint zu klein dafür, jetzt gibt es kein Zurück mehr, jetzt gilt es! Noch 30 Sekunden, dann beginnen Birgit und Anna mit „Vor der Schlacht“ und zum Einsatz von Stefan, Hiasl und mir fällt der Vorhang! Was für ein Anblick! Ich bekomme spontan eine Gänsehaut und mich überkommt ein Schauer der Überwältigung! 7000 Menschen füllen das Zenith restlos aus und sind hier, um mit uns diesen Abend zu feiern. [...] wir legen uns in die Show wie in ein Wasserbett, lassen uns tragen von der Stimmung, genießen das Adrenalin, die Erschöpfung, die mit fortschreitendem Konzert in die Körper fährt, das gegenseitige Anstacheln, das Letzte zu geben, sich von der Euphorie mitreißen zu lassen. [...] Nach weit mehr als drei Stunden ist die letzte Zugabe vorbei, wir haben uns verbeugt, liegen uns gegenseitig in den Armen und können nach wie vor nicht fassen, was hier gerade passiert ist&#8230;&#8221;<br />
(<strong>Ducky</strong>, git. @ <a href="http://www.pixelcount.com/gallery/album175/B_hne" target="_blank">Schandmaul Online-Tourtagebuch</a>)</p></blockquote>
<p><strong>&#8220;Sinnbilder&#8221; </strong> (VÖ: 14. Nov. 2008)<br />
<img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/sinnbilder.jpg" alt="" title="Schandmaul - Sinnbilder (DVD)" width="220" height="295" class="alignleft size-full wp-image-1196" />Mal ausnahmsweise noch nicht restlos ausverkauft ist die aktuelle Schandmaul-DVD &#8220;Sinnbilder&#8221;, die ebenfalls am 10. Geburtstag veröffentlicht wurde. Doch hier besteht auch kein Grund zur Eile, ist das insgesamt einstündige Filmchen &#8211; jedes Bandmitglied berichtet etwa zehn Minuten lang brav aus der eigenen Biographie &#8211; doch eh nur für die absoluten Diehard-Fans interessant&#8230; Warum hat Birgit zwei Schafe, Ducky keine Enten, sondern gleich einen ganzen Bauernhof, Stefan ein Motorrad und Anna-Katharina Gips im Haar? Solche Sachen erfährt man in perfekt aufgeräumten Wohnungen oder im hübschen Garten inmitten der gesunden bayerischen Landluft, Heimatidylle. Keine Leichen im Keller, Sex gibt&#8217;s nur im Schlafzimmer. Nun, die Enthüllungen im Booklet des &#8220;Mit Leib und Seele&#8221;-Albums haben mir da deutlich besser gefallen&#8230; Löblich ist hingegen, dass im Hintergrund stets die Musik des aktuellen Albums läuft, passend eingebettet. Man hätte sich zur Jubiläums-DVD ein paar interessantere Schauplätze gewünscht. Stationen aus den vergangenen zehn Jahren beispielsweise &#8211; Studioaufnahmen auf der Runneburg, Reiseberichte aus fernen Ländern meinetwegen&#8230; Diese Doku ist nett, aber nicht mehr.</p>
<p>Aaaaber live, da werden sie zu Wolfsmenschen, zu Kriegern, Tyrannen, Drachentötern und vogelfreien Feuertänzern &#8211; so wieder einmal geschehen zum Wacken Open Air 2007: ein perfektes Konzert, das es außerdem auf diese DVD geschafft hat. Gestochen scharfe Bilder einer professionellen Kameraführung, super Songauswahl, einwandfreier Klang, fantastisches Publikum und ein genial rau daherbrüllender Thomas (roaaar, geil! haha&#8230;), der überdies zu viel Schabernack aufgelegt ist: Wie lange braucht man eigentlich von München nach Wacken, wenn man nur 80 fahren darf? Der Barde gibt Antwort: &#8220;14 Stunden&#8230; Aber für euch ist uns &#8216;Kein Weg zu weit&#8217;!&#8221; Und was &#8220;Spiderschwein!&#8221;-Sprechchöre mit dem Song &#8220;Die Tür in mir&#8221; zu tun haben, findet man am besten selbst heraus&#8230; Doch ob eine Aufzeichnung eines einstündigen &#8211; zugegeben genialen! &#8211; Konzerts und ein paar zahme Enthüllungen &#8211; eher wie eine enge Hose, wo sich gewisse Konturen abzeichnen &#8211; 18 Euro wert ist? Legt man noch ein paar Münzen drauf, kommt man dieser Tage in den Genuss einer echten Liveshow, zum Beispiel&#8230;</p>
<h3>SCHANDMAUL und LaBrassBanda @ Haus Auensee, Leipzig | 21.11.2008</h3>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin froh, dass jetzt unsere Tournee ansteht, denn so bleibt die Möglichkeit, dieses Wochenende zu verarbeiten, OHNE den Sturz in das tiefe Loch, so es sich dann auftut, irgendwann, irgendwo… Denn im Moment ist immer noch Sinkflug angesagt…&#8221;<br />
(<strong>Ducky</strong>, git. @ <a href="http://www.pixelcount.com/gallery/album175/B_hne" target="_blank">Schandmaul Online-Tourtagebuch</a>)</p></blockquote>
<p>Natürlich ist hier einmal mehr die Rede vom legendären 14. November&#8230; Das ist wie nach einem sportlichen Wettkampf das nötige Auslaufen, Ausschwimmen, Austrudeln, wie auch immer&#8230; neuhochdeutsch ein &#8220;Calm-down&#8221; sozusagen. Zu diesen Konzerten zum &#8220;Herunterkommen&#8221; zählt auch der Auftritt im Leipziger Haus Auensee. Zahlreiche Fans stehen brav in der Eiseskälte an, trotz der Abgelegenheit dieses Ortes &#8211; abgespeist mit einem Sinkflug?</p>
<p><a href="/photos/photo/3049697959/la-brass-banda-21-11-2008-17.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="La Brass Banda - 21.11.2008 #17"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3060/3049697959_f6399d69c7_m.jpg" alt="La Brass Banda - 21.11.2008 #17" width="160" height="240" /></a> Doch bevor diese Frage beantwortet werden soll, wird südländisches Flair verbreitet. <strong>LA BRASS BANDA</strong> &#8211; das klingt nach heißblütigen Rhythmen feuriger Latinos. Nicht ganz, jedenfalls ist Süden schon mal richtig. Aus dem Chiemgau kommen diese barfüßigen und lederbehosten Buam und befördern die &#8220;ur-boayrische&#8221; Blaskapelle ins 21. Jahrhundert, nicht ohne Charlie Chaplin, dem Funk und Reggae gehörig Tribut zu zollen. Mit ihren nicht gerade wichtigen doch witzigen Texten schaffen sie es noch vor offiziellen Konzertbeginn (jaja, rechtzeitig Erscheinen&#8230;!), dem Leipziger Publikum nicht nur zu gefallen, sondern es zum Feiern und Mitsingen &#8211; ja gar zum Jodeln! &#8211; zu bringen. Was ein &#8220;Schulkalier&#8221; ist, erklären die vier Bayern gerade noch, bei den restlichen Texten ist man wahrscheinlich ganz froh, den zur breitesten Mundart geschürzten Lippen von Stefan nur Bruchstücke entnehmen zu können. So manche Skaband dürfte angesichts der druckvollen Posaunen-Tuba-Bass-Drum-Wand blass dastehen. Eine unerwartete doch gelungene Erwärmung. </p>
<p>Nur schade, dass man dann recht schnell wieder kalt wird, da <strong>SCHANDMAUL </strong>geschlagene 40 Minuten auf sich warten lassen, ehe sie getrieben von viel Applaus die übergroße Bühne betreten. Diese hat man nach hinten noch viel weiter geöffnet, und selbst sechs Musiker wirken auf diesen geschätzten 60m² doch arg verloren. Ist da gar ein Schaukampf zweier Armeen nach dem Einstiegssong &#8220;Vor der Schlacht&#8221; geplant? Nein, die Mäuler bleiben allein und widmen sich stattdessen dem &#8220;Wolfsmensch&#8221;. Kein besonders glücklicher Start, denn über die große Distanz &#8211; es trennt Bühne und Publikum noch einmal ca. 3m Fotograben &#8211; ist es schwierig, eine Beziehung aufzubauen, auch ist der Saal nur nur zu etwa 2/3 gefüllt und es hätte zu Beginn eher Hits wie &#8220;Frei&#8221; oder &#8220;Leb!&#8221; gebraucht.</p>
<p></br></p>
<p><a href="/photos/photo/3049698503/schandmaul-21-11-2008-7.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Schandmaul - 21.11.2008 #7"><img class="alignleft" src="http://farm4.static.flickr.com/3135/3049698503_4cd6934e26_m.jpg" alt="Schandmaul - 21.11.2008 #7" width="160" height="240" /></a> Mit dem fünften Lied &#8220;Lichtblick&#8221; schwindet auch die Schüchternheit des bunt gemischten Publikums, welches einmal mehr in jeder Couleur im Alter von 6 bis 66 zugegen ist. Thomas wird redseliger, schwärmt immer wieder vom Auftritt im Münchner Zenith und entdeckt das Bühnenwasser &#8220;Aqua Montana&#8221; für sich, nur um es nach wenigen Schlucken stets einem Auserkorenen &#8211; in diesem Falle Chris und Doro, diese Glücklichen &#8211; zuzuwerfen. Dem Bus 18 wird das &#8220;Trinklied&#8221; gewidmet. Jene auch im Haus Auensee Anwesenden sind nämlich mit diesem Gefährt vorige Woche geschlossen nach&#8230; &#8211; na? genau! &#8211; München gefahren und hatten dort das Konzert ihres Lebens. Doch auch in Leipzig wird mit Schwerpunkt &#8220;Anderswelt&#8221; die ganze Diskographie mit dem kompletten Instrumentarium beackert, irgendwie muss man ja die Bühne füllen, dann eben mit sechs Gitarren, drei Bässen (satt im Klang, mein lieber Hiasl!) und x² Flöten. Apropos Bassgetön: Das schicke Bass-Schlagzeug-Solo ist Beweis genug, dass es sich bei den Schandmäulern um begnadete Musiker handelt, die ihre scheinbar einfach gestrickten Songs mit allerlei spielerischen Finessen veredeln können, so sie denn mögen.</p>
<p></br></p>
<p>Überraschenderweise wird der Opener des neuen Albums, &#8220;Frei&#8221; erst recht spät gespielt und klingt für meine Begriffe auf CD auch besser und rauer. Schade auch, dass nach exakt zwei Stunden Schluss ist und sich die Schandmäuler nur einmal haben bitten lassen, für einen Zugabenblock auf die Bühne zurückzukehren. Irgendwie auch Schuld des Publikums, welches erstaunlich flott in Richtung Ausgang und hinaus in die bitterkalte Nacht eilt. Dabei haben Schandmaul nichts falsch gemacht. Lediglich einen routinierten dennoch (aus)gelassenen Sinkflug hingelegt. Ich für meinen Teil habe sie lieber auf Mittelalterfesten unter freiem Himmel gesehen, als auf einer riesigen Bühne in einem etwas unterkühlt wirkenden Haus Auensee.</p>
<blockquote><h4>SCHANDMAUL-Setlist:</h4>
<p>01. Vor der Schlacht<br />
02. Wolfsmensch<br />
03. Der Hofnarr<br />
04. Missgeschick<br />
05. Lichtblick<br />
06. Die letzte Tröte / Mitgift<br />
07. Anderswelt<br />
08. Drachentöter / Krieger<br />
09. Trinklied<br />
10. Der Kurier<br />
11. Feuertanz<br />
12. Drei Lieder<br />
13. Teufelsweib<br />
14. Bass/Drum Solo<br />
15. Gebt Acht<br />
16. Vogelfrei<br />
17. Herren der Winde<br />
18. Frei<br />
19. Dein Anblick<br />
20. Leb<br />
21. Walpurgisnacht<br />
&#8211;<br />
22. Sturmnacht<br />
23. Willst du</p></blockquote>
<p>Und, wie geht es nun weiter im Schandmaul-Jahr?<br />
Sinkflüge mit hoffentlich vielen retardierenden Momenten:</p>
<p>22.11.2008 D-BREMEN-Pier 2*<br />
23.11.2008 D-BERLIN-Huxleys*<br />
25.11.2008 D-HANNOVER-Capitol*<br />
26.11.2008 D-DÜSSELDORF-Stahlwerk **<br />
27.11.2008 D-MAINZ-Phönixhalle **<br />
28.11.2008 D-TRIER-Europahalle **<br />
29.11.2008 D-TUTTLINGEN-Stadthalle **<br />
30.11.2008 CH-PRATTELN-Z7 **</p>
<p>* Support: La Brass Banda<br />
** Support: Letzte Instanz</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Crosby, Stills, Nash &amp; Young: Déjà Vu / ein Film von Neil Young</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 22:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als Neil Young eingefunden. Young ist eben kein Hancock. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/livingwithwar.jpg' alt='Neil Young - Living With War (2006)' class="float_left"/>Vielmehr macht er selber Filme und hat sich dieses Mal Mike Cerre zu Hilfe genommen, eben jenen preisgekrönten Journalisten, der im Irakkrieg ganz vor mit dabei war und nun mit seinen Bildern Neil Youngs 2006 erschienenes Anti-Bush-Album &#8220;Living with War&#8221; ergänzt.</p>
<p>Die Message wird schnell klar: &#8220;andere Präsidenten, andere Kriege, die gleichen Probleme&#8221;, äußert einer der vielen im Film zu Wort kommenden Vietnam-Veteranen und meint damit in erster Linie natürlich jenen Krieg, &#8220;seinen&#8221; Krieg, dessen protestreicher Höhepunkt sich beim legendären Woodstock Festival äußerte. Die Herren David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young, kurz CSNY, waren damals natürlich auch zugegen und gelten spätestens seit dem 1970er Song &#8220;Ohio&#8221; an der Seite von Musikern wie Phil Ochs zu den schärfsten Kritikern dieses Krieges.</p>
<p>&#8220;Déjà Vu&#8221; ist also nicht nur der Name ihres 1970 erschienenen Albums, sondern auch eine Anspielung darauf, dass in Zeiten des Irakkrieges doch so einiges an den Krieg im Vietnam erinnert(e), vor allem was die Reaktionen im (amerikanischen) Volk angeht. Im Zuge der Veröffentlichung des &#8220;Living With War&#8221;-Albums trommelte Young seine drei Bandgefährten CSN zusammen und machte sich auf die Freedom of Speech Tour 2006 quer durch die Staaten. Der Film zeigt deutlich zwei Dinge: Zum einen dass die Herren verdammt gealtert sind, dabei Stephen Stills (Macher und Leadsänger des bekannten Hits &#8220;For What it&#8217;s Worth&#8221;) furchtbar und Band-Greis David Crosby mit seinen zum Zeitpunkt der 65 Jahren immer noch sehr frisch und ausgesprochen klar klingt, und dass sich die Fans der Band alles andere als einig über die poltischen Äußerungen von Young &#038; Co. sind. Ich glaube es war zum Konzert in Atlanta: Kameramann Mike Cerre fängt schon bei den ersten Tönen von &#8220;Let&#8217;s Impeach the President&#8221; enorm viele Buh-Rufe, Stinkefinger, das allseits bekannte F-Wort und beleidigtes Davonstapfen ein. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/csny_dejavu.jpg' alt='CSNY - Déjà Vu (2008)' class="float_left"/> Man hat ja als Besucher schließlich etwa 150 $ für solch ein Konzert berappen müssen und verlange anständige Musik, die Meinungen der Musiker wollen viele der sogenannten Fans nicht hören&#8230;</p>
<p>Wer sich den Film ansehen möchte, sollte im Vorfeld zumindest schon einmal von CSNY oder Neil Young gehört haben, beziehungsweise eine Affinität für Woodstock und Hippieweisen mitbringen. Natürlich geht es um Musik. Doch nicht nur. Es geht um Texte, Meinungen und ihren gesellschaftspolitischen Kontext, gut zu sehen am Verhältnis Musiker zu Fans, aber auch Musiker zu direkt betroffenen Personen des aktuellen Krieges. Besonders berührend eine Art kleine &#8220;Jam-Session&#8221; zwischen Neil Young und dem ehemaligen Irak-Soldaten Josh Hisle, die alles andere als für die Kameras gestellt wirkt. Wer vom Film Irakkrieg-Faktenwissen oder Klärung von Schuldfragen erwartet, wird hier nicht fündig. Andererseits ist der Film auch keine reine Nostalgie und Lobhuddelei auf CSNY und ihre hippiesken Ansichten. Es kommen durchaus auch kritische Stimmen zu Wort, meist in Form von Rezensenten diverser amerikanischer Tages- und Wochenblätter sowie Konzertbesucher, welche sich über die Auftritte der Tournee frei äußern (dürfen). Insofern ist die eigene Maxime, &#8220;Freedom of Speech&#8221;, schon einmal gegeben.</p>
<p>Doch warum erst jetzt einen Film über den Irakkrieg, Mr. Young? &#8220;Ich habe gewartet bis ich 60 bin&#8230;&#8221; Nicht der Geburtstag war Anlass, sondern vielmehr, dass viel zu wenige einflussreiche Musiker, Künstler, Stars und Sternchen in diesem Ausmaß gegen diesen Krieg vorgegangen sind. Dann fühlte sich eben eines Tages ein gewisser Neil Young angesprochen, schrieb und nahm in nur neun Tagen &#8220;Living With War&#8221; auf und machte sich damit auf den Weg&#8230; Außerdem, wenn nicht CSNY als DIE Woodstock-Ikonen des politischen Rocksongs das Recht zu solchen Ansprachen haben, wer dann?</p>
<p><strong>Offizieller Film-Trailer</strong>:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Ein sehr amerikanischer, schon fast typisch amerikanischer Film: Für den einen pathetisch überzogen für den anderen stellen die Tränen über den Verlust der Geliebten die Wahrheit über diese Kriege dar. Und das genau ist es doch, so plakativ es auch immer wieder klingen mag. Und es muss wohl so direkt &#8211; und ja, mitunter auch pathetisch &#8211; sein, damit es wirkt. So sind sie nun einmal, unsere lieben Amerikaner. Und so bewegen sie auch etwas: sich selbst, ihre Regierungen, manchmal auch die weniger Extrovertierten außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Zumindest bleibt einem das Hollywood-Happy-End erspart&#8230;</p>
<p>Ein angenehmer Nebeneffekt für mich persönlich ist aber auch ein deutlich besseres Verständnis seines Albums &#8220;Living with War&#8221;, welches ich bis dato nur unter zwei Gesichtspunkten gesehen habe: 1. Es klang eben plakativ und wenig argumentativ. 2. Verglichen mit seinem bisherigen musikalischen Schaffen stellte die Musik an sich maximal oberen Durchschnitt dar. Nun macht aber alles in seiner Einheit Sinn:</p>
<p>&#8220;Living With War&#8221; ist der Soundtrack zu einem Film, der erst im Nachhinein entstand. Tja, Neil Young ist eben bekannt dafür, stets neue Pfade zu betreten. Ich für meinen Teil beschreite vorerst wieder einen alten Weg und lege die &#8220;Déjà Vu&#8221;-Platte auf und ihr seht euch diesen Film an!</p>
<p>Läuft ab sofort in ausgewählten Lichtspielstätten.<br />
Spread the word.</p>
<p>>> <a href="http://www.csny-dejavu.com/">www.csny-dejavu.com/</a><br />
>> <a href="http://www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html ">www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html </a></p>
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		<title>Neil Young @ Arena Leipzig &#124; 08.07.2008</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/07/09/neil-young-arena-leipzig-08072008/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 23:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Weitwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[folk rock]]></category>
		<category><![CDATA[grunge]]></category>
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		<category><![CDATA[max koffler]]></category>
		<category><![CDATA[neil young]]></category>
		<category><![CDATA[rock]]></category>
		<category><![CDATA[singer-songwriter]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zelebrierte RockZOOM am 7. Juli noch das einjährige Bestehen, durfte ich gerade eben meinem ersten Neil Young-Konzert beiwohnen. Und das obwohl das rockende Urgestein meine Jugend maßgeblich geprägt hat und seitdem 1996 und 2001 sogar in unmittelbarer Nähe (Erfurt, Leipzig) auftrat. Ein bedeutender Grund für meinen Besuch vorhin dürfte neben der Tatsache, dass Neil Young nach drei etwas schwächelnden Alben mit &#8220;Chrome Dreams II&#8221; im vergangenen Jahr endlich mal wieder einen lohnenswerten Silberling ausgepackt hat, auch die relative Erschwinglichkeit der Karten gewesen sein. Knapp 72 Euro für den Stehplatz ist für Young-Verhältnisse schon ein Schnäppchen. Bereits im Februar war der Großvater des Grunge in Berlin gewesen und hat seinen lieben Fans mal locker einen grünen Euro-Schein aus den Geldbeuteln gelockt. Außerdem wird der Herr nicht jünger. &#8220;Also&#8221;, dachte ich mir, &#8220;jetzt oder nie.&#8221;</p>
<p>Die Beschreibung wie ich mir vor der Arena die Beine in den Bauch stand, möchte ich dem Leser gern ersparen. Das gehört dazu und muss in Kauf genommen werden, möchte man sich einen ordentlichen Platz vor der Bühne sichern. Den hatte ich dann auch, schön zentral gelegen in der fünften Reihe, nur kleinere Menschen vor mir. So ist das angenehm. Überraschenderweise legte die Vorband schon vor 20 Uhr los, ich hatte im Vorfeld doch mit erheblich längeren Wartezeiten gerechnet. Als Support gastierten <strong>Max Koffler and the Seoulmates</strong>. Warum sie gerade bei ihrer besten Nummer, irgendwie „Deutschfunk“ mit Hammond-Orgel, ausgepfiffen wurden, ist mir schleierhaft, war der Song doch neben einem mit Namen &#8220;Colors&#8221; einer der wenigen Geglückten. Insgesamt gesehen hat man zwar netten, leicht souligen Powerpop mit guter Stimme zu hören bekommen, doch war Max Koffler mit seiner Bande etwas zu brav, etwas zu belanglos und deutlich zu lange auf der Bühne. Rockenden Frischwind wie die derzeit angesagten Black Mountain oder Black Stone Cherry hätte ich mir da schon eher vorstellen können. Eines zeichnete sich aber schon gut ab: Der Sound des Abends würde ein ausgesprochen guter werden: klare, druckvolle Töne in optimaler Balance zueinander&#8230; Ich bin sonst anderes gewohnt, aber bei diesem Eintrittspreis kann man das dann doch verlangen.</p>
<p>Nach einer beträchtlichen Wartezeit angesichts der Umbaupause fand sich die Young-Belegschaft auf der Bühne ein. Nicht Crazy Horse, wie bei der letzten Europatour 2001, sondern vielmehr einige mehr oder weniger Bekannte aus dem Umfeld: Gitarrenkindermädchen und Banjo-Bediener Larry Cragg, Neils langjähriger Weggefährte Ben Keith an Steel- und E-Gitarre sowie Orgel, &#8220;The Bass Player&#8221; Rick Rosas, Chad Cromwell an den Drums und zu guter letzt Anthony Crawford und Neils Frau Pegi als Backgroundsänger und gelegentliche Instrumentalisten.<br />
Himself zeigte sich leicht schüchtern im weißen Hemd mit Farbtupfen. Es sollte wohl der Verdacht enstehen, er habe selbst Hand angelegt an die gemäldeartigen Tafeln, die mit dem jeweiligen Songtitel versehen, stets an den Bühnenrand getragen wurden auf dass auch ja jeder wusste, was da gerade gespielt wird. Doch immerhin ein nettes Gimmick neben den vielen großen Ventilatoren auf der Bühne. Ein Solo mit fliegenden Haaren im Ventilatorwind ist definitiv cool&#8230; solange man Haare hat, die im Ventilatorwind fliegen können. Es macht sich rar, das Haar, das einst eine dichte Mähne war. Auch um mich herum dünnen die Frisuren aus&#8230; Egal, spätestens als der Altmeister zum tiefdreckig und enorm druckvoll klingenden &#8220;Hey Hey My My&#8221; ansetzte, waren jegliche Altersunterschiede durch die Zeitlosigkeit des ROCK hinweggeblasen und dieses Gefühl der Glückseligkeit nahm bis einschließlich des ebenso fett groovenden &#8220;Heaviness-meets-Hippieness&#8221;-Hits &#8220;Cinnamon Girl&#8221; nicht ab. Danke für diesen Übersong von einem der besten Neil Young-Alben überhaupt!</p>
<p>&#8220;All Along the Watchtower&#8221; wurde von vielen Fans &#8211; die ansonsten meiner Meinung nach selbst in den vordersten Reihen im Schnitt ein enttäuschendes Feedback gaben! &#8211; sehr begrüßt, ich bevorzuge jedoch ganz klar die eigenen Neil-Kompositionen und bade in dem sich anschließenden ruhigen Teil des Sets mit den spärlich instrumentierten &#8220;Oh Lonesome Me&#8221;, &#8220;Mother Earth&#8221; und &#8220;The Needle and the Damage Done&#8221;, die Neil fast im Alleingang und mit stimmlicher Fitness und Leichtigkeit zustande brachte. Ansonsten gab der Meister sich sehr wortkarg, stellte nicht einmal Augenkontakt zum Publikum her. Ich weiß gar nicht, ob das typisch ist. Doch es würde es mich nicht wundern. Es stört auch nicht wirklich. Gerade kurz vor Schluss zu den beiden schier endlos ausgespielten &#8220;Words&#8221; und dem genialen &#8220;No Hidden Path&#8221; vom aktuellen Album wird der Unterschied deutlich: Neil spielt nicht in sich gekehrt, wohl aber mit seiner fiesen alten Stromklampfe doch irgendwie in seiner eigenen Welt, beziehungsweise auf sein Tun fixiert, gerade wenn es um seine typischen hypnotisierenden Improvisationen geht. Schade dass die meisten Zuschauer das wohl anders sahen und sich vom scheuen Rick Rosas in &#8220;No Hidden Path&#8221; sogar &#8220;aufwecken&#8221; lassen mussten. Wach waren sie dann wieder bei der Zugabe, dem Beatles-Coversong &#8220;A Day in the Life&#8221;. Ich schätze das gesamte &#8220;Sgt. Pepper&#8217;s Lonely Hearts Club Band&#8221;-Album wirklich sehr, aber warum ein Neil Young das spielen muss, ist mir schleierhaft. Dann lieber doch etwas von &#8220;After the Goldrush&#8221; hinterher gespielt&#8230; Doch hier vorerst die tatsächlich gespielten Songs:</p>
<blockquote><h4>NEIL YOUNG Setlist</h4>
<p>1. Love and Only Love<br />
2. Hey Hey, My My<br />
3. Everybody Knows this is Nowhere<br />
4. Spirit Road<br />
5. Cinnamon Girl<br />
6. All Along the Watchtower<br />
7. Oh Lonesome Me<br />
8. Mother Earth<br />
9. The Needle and the Damage Done<br />
10. Heart of Gold<br />
11. Unknown Legend<br />
12. Old Man<br />
13. Get Back to the Country<br />
14. Words<br />
15. Winterlong<br />
16. No Hidden Path<br />
&#8212;<br />
A Day in the Life (Beatles Cover)</p></blockquote>
<p>Ich hoffe die Setlist ist so richtig, ich habe sie gerade aus meiner noch frischen Erinnerung rekonstruiert. Es wurden auf jeden Fall alle der genannten Songs gespielt, einen kleinen Dreher hier und da kann ich aber nicht ausschließen. Außerdem gab es ein Gemälde für den Powderfinger, was irgendjemand von den Roadies mal aus Versehen hereingeschleppt hatte. Wäre ja schön gewesen. Genauso wie ein &#8220;Sedan Delivery&#8221;, &#8220;Dirty Old Man&#8221;, &#8220;Southern Man&#8221; oder &#8220;Keep on Rockin&#8217; in the Free World&#8221; an diesem Abend wunderbar gepasst hätte. Aber man kann ja nicht alles haben und im Nachhinein betrachtet war es doch eine sehr ausgewogene Mischung, bestehend aus dreckigen Rockern, angefolkten Singer-Songwriter-Balladen und endlosen Improvisationstrips, in die man sich wunderbar hineinfallen lassen kann.</p>
<p>Die Arena Leipzig war gewiss nicht ausverkauft. Und falls doch, haben sich wohl viele kurzerhand doch gegen ihr Erscheinen entschlossen, denn die seitlichen Tribünen füllten sich nur sehr langsam und auch beim Einlass gegen 18:30 Uhr war die Menge äußerst überschaubar. Daher sollte man als Kurzentschlossener unbedingt die <strong>weiteren Termine</strong> in unserer Reichweite auf dem Schirm haben:</p>
<p>09.07.08: Oberhausen<br />
13.08.08: Hamburg<br />
17.08.08: Wiesen (Österreich)<br />
19.08.08: Berlin<br />
21.08.08: Zürich (Schweiz)<br />
23.08.08: Coburg</p>
<p><em>kleines Update 09.07., 11:50 Uhr: </em><br />
Soeben habe ich bei MDR Figaro vernommen, dass es wohl 9.000 Besucher waren und morgen der neue Neil Young-Film &#8220;Déjà Vu&#8221; (Crosby, Stills, Nash &#038; Young, klingelt&#8217;s?) in die Lichtspielhäuser kommen soll, unter anderen in den Leipziger Passage Kinos. Regie: Mal wieder Bernhard Shakey&#8230; <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>In diesem Sinne,<br />
&#8220;Keep on rockin&#8217; in the free world!&#8221;</p>
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