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	<title>Rockzoom &#187; film</title>
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		<title>&#8220;Sunshine Superman &#8211; The Journey of DONOVAN&#8221; (dvd)</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 10:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt die Szene nicht, in der Homer Simpson nach einem Joint in der Folge „Weekend at Burnsie&#8217;s“ durch die Luft fliegt und dann beim Rasieren zu den Tönen von „Wear Your Love Like Heaven“ Regenbogenfarben aus seinem Gesicht sprießen!? Oder als selbiger in „I Am Furious Yellow“ stets das sehr bezeichnende „Mellow Yellow“ singt, um nicht auszurasten!? Dies sind nur zwei entspannte Stücke aus dem riesigen und vielfältigen Hit-Repertoire des Donovan Leitch – oder einfach nur: Donovan. So wurde der gebürtige Schotte in den 60er Jahren zum Superstar.</p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/09/sunshinesuperman.jpg" alt="" title="Sunshine Superman - The Journey of Donovan (A film by Hannes Rossacher)" width="200" height="270" class="alignleft size-full wp-image-847" />Herzstück dieser Doppel-DVD ist der dreistündige(!) Dokumentarfilm „Sunshine Superman“, welcher chronologisch die musikalischen Stationen des Donovan von vorn bis hinten beackert. Angefangen vom milchgesichtigen Lockenkopf und beschlossen vom gealterten Meditationsguru, der seinen Frieden in Irland gefunden hat. Untermalt wird das Ganze natürlich permanent von den ganz großen Hits, deren Entstehungsgeschichten liebevoll in Wort und Bild ausdetailliert wurden. Es ist erstaunlich, dass ein so langer Film so gut wie keine Längen aufweist. Donovan und Produzent Hannes Rossacher – ich spreche hier bewusst von beiden, denn nur eine enge Kooperation (in diesem Fall über 5 Jahre hinweg!) kann ein solches Ergebnis entstehen lassen – ist genau das richtige Maß gelungen. Viele Szenen sind es, lange zum Teil auch, aber bevor man überhaupt an Langatmigkeit denken kann, wird auch schon zum nächsten zum nächsten Schauplatz, zur nächsten Person oder zum nächsten Aspekt der Musik übergeleitet:</p>
<p>Indien, Griechenland, Japan, USA, Irland&#8230; Atlantis.<br />
Die Beatles, David Lynch, Maharashi Mahesh Yogi, „Gypsy Dave“&#8230; Linda Lawrence.<br />
Drogen, Meditation, Protest, Liebe&#8230; Poesie.</p>
<p>Der Mann redet wirklich gern und viel vor der Kamera. Am liebsten über sich selbst. Aber darum geht es hier ja auch – und reden kann er gut, ja, ich würde ihn sogar als rhetorisches Genie bezeichnen, das auch im Interview seine Worte mit bedacht wählt, doch zugleich jeden Gedanken aus dem Herzen heraus formuliert. Damals wie heute – ein großer Redner, oder besser: ein Poet mit dem Herzen auf der Zunge.</p>
<p>Und so finden sich im Film neben den Donovan-Interviewpassagen der letzten Jahre auch ein paar Performances neuen Datums, die extra für den Film gedreht wurden, natürlich vor angemessenem Hintergrund. Lange Zeit lebten Donovan und seine Familie in der kalifornischen Wüste. Diese Zeit wird hier authentisch wiederbelebt. “Desert Days”/”Desert Nights”, “Cosmic Wheels” oder das bluesige “Joshua Tree” bestechen durch ihre Reduziertheit, die trotzdem – oder gerade &#8211; die Weite der Wüste perfekt einzufangen wissen – da hockt er allein auf einem Stein, der alte (und noch sehr vitale) Donovan mit seiner Gitarre. Es ist eigentlich normal, dass man als Sänger über viele Jahrzehnte hinweg abbaut und einige Höhen und klare Töne einbüßt, aber die live gespielte, karge „Wüstenversion“ ist wirklich überzeugend, mit einer schwebenden Leichtigkeit gespielt, nach wie vor schimmert und glänzt die klare Stimme des Mr. Leitch. Die Momente, die für viele Sänger eine Hürde darstellen würden, sind die emotionalen Glanzlichter bei Donovan. Ein weiteres gutes Beispiel dieser Sänger, die über so lange Zeit ihr „Gesicht nicht verloren“ nicht verloren haben ist Roger Hodgson von Supertramp. Man beachte die im letzten Jahr erschienene hervorragende Live-DVD „Take The Long Way Home“&#8230;</p>
<p>Doch zurück zu Donovans DVD. Allein dieses Filmes wegen ist die Sunshine Superman-DVD absolut lohnenswert, aber auch die noch einmal über zwei Stunden zusätzliches Material bietende Bonus-DVD wartet mit einigen Leckerbissen auf: Donovan-Neueinsteiger lernen die Songs vor allem in den Videoclips von damals kennen; vom selbstverliebt posenden “Sunshine Superman” über ein unterhaltsam-buntes Hippie-Medley um “Wear Your Love Like Heaven” bishin zum witzigen Trickfilm-Märchen “In An Old-Fashioned Picture Book”. Auch das Live-Videomaterial ist gut ausgewählt mit repräsentanten, souverän gespielten Stücken aus den frühen und den letzten Jahren, alle hochqualitativ in Bild und Ton, versteht sich&#8230;</p>
<p>Die unveröffentlichten Songs heißen übrigens so, weil sie in der Tat keine besonderen Hits darstellen. Einzig die musikalische Qualität von “The Olive Tree” weiß mich zu überzeugen. Leider muss man während des Videoclips unbedingt wegschauen, da die Wirkung des einfühlsamen Songs durch viel zu oft stattfindende, Unruhe verbreitende Wechsel der Kameraperspektiven total abhanden geht. Die Liebe und das Können zur Poesie hat Donovan übrigens vom Vater geerbt. Die Bonusscheibe zeigt den Herrn Papa beim Rezitieren eines Gedichts, welches auch hier seine Wirkung mit ein paar Kameraeinstellungen weniger sicher noch besser hätte entfalten können. Faszinierend, dieser gälische Gaumenschlag des alten Leitch, der den Buchstaben „R“ in einem kurzen rollenden Tanz die Zunge entlang ans Tageslicht befördert. Ein harter Akzent, zugleich mit sanfter Stimme und aufrichtigen Augen direkt in die Seelen der Zuhörenden gehend. Der Apfel fiel hier nicht weit vom Stamm&#8230; Interessant auch der Blick in Donovans Keller, wo man neben zahlreichen Memorabilia auch noch einmal einen Schnelldurchlauf durch die Diskographie Donovans geboten bekommt. Die privaten Fotoalben und Auszeichnungen und der Blick in den hingegen sind dann doch eher nur etwas für die Die-Hard-Fans.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.spv.de/widgets/donovan/donovan01.swf" align="left" width="254" height="479" hspace="10" vspace="10" style="margin: 0 15px 15px 0"><param name="movie" value="http://www.spv.de/widgets/donovan/donovan01.swf" hspace="10" vspace="10"/><param name="bgcolor" value="000000" /><param name="wmode" value="opaque" ></param><param name="quality" value="high" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowNetworking" value="all" /><embed src="http://www.spv.de/widgets/donovan/donovan01.swf" type="application/x-shockwave-flash" wmode="opaque" align="left" width="254" height="479"></embed></object>Alle Bonusdreingaben hier aufzulisten und zu analysieren, würde den Rahmen sprengen und wäre auch nicht angemessen, denn in erster Linie geht es ja um den überaus gelungenen Hauptfilm aus einer spannenden Zeit mit einem hoffnungslos romantischen Schotten in ihrer Mitte. Ja, er stellt sich gern in den Vordergrund. Ja, man kann seine Lieder manchmal als zu seicht, oft als schmalztriefend bezeichnen – Doch schaut man hinter die Kulissen, so muss man eingestehen, dass seine Message wahr und aufrichtig ist, und dass sein bisher Leben verdammt interessant abgelaufen ist und dass es einen sogar ein wenig mit Neid erfüllt, weil er auf seinen Reisen und bei seinen Stationen Dinge und Menschen erfahren hat, nach denen wir uns sehnen, weil er von Sachen singt, von denen wir sagen, dass sie schmalzig sind, die uns aber doch tief berühren. Auch David Lynch sagte mehrfach von ihm, er sei ein “true poet that can through his talent and music stir very deep levels”&#8230;und wer Lynchs Filme kennt, der weiß dass dieser nicht aus Zucker ist.</p>
<p>Es ist schade, dass solche Musik heutzutage sehr rar geworden ist. Mir fielen da höchstens noch die englischen Circulus ein, die sich auch gern in renaissanceartige Gewänder hüllen und als schrullige Poeten solch friedliebend ausgelassene und zugleich anspruchsvolle “Märchen”-Musik zelebrieren&#8230;</p>
<p>Donovan selbst ist noch aktiv, veröffentlicht Alben und tourt erfolgreich. Am 26. September erscheint diese DVD und ist ein ganz klassischer Fall von “value for money” für all jene, die nach einem musikalischen Zeitzeugnis der 60er/70er, nach verblühten Blumen oder einfach nur einen Einstieg in die Musik und das Leben von Donovan Leitch suchen. Für Fans ist diese Veröffentlichung sowieso ein Muss.</p>
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		<title>Crosby, Stills, Nash &amp; Young: Déjà Vu / ein Film von Neil Young</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 22:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, so leer war es im Kino nicht, seit ich eines schönen Sommertages im Jahr 2004 in Michael Moores &#8220;Fahrenheit 9/11&#8243; saß. Ein ähnlicher Film, nur rockender, sollte mich auch im Sommer 2008 in die Leipziger Passage Kinos führen. Ganze sieben Leute haben sich zur Premiere des neuen Dokumentarfilms von Bernhard Shakey, besser bekannt als Neil Young eingefunden. Young ist eben kein Hancock. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/livingwithwar.jpg' alt='Neil Young - Living With War (2006)' class="float_left"/>Vielmehr macht er selber Filme und hat sich dieses Mal Mike Cerre zu Hilfe genommen, eben jenen preisgekrönten Journalisten, der im Irakkrieg ganz vor mit dabei war und nun mit seinen Bildern Neil Youngs 2006 erschienenes Anti-Bush-Album &#8220;Living with War&#8221; ergänzt.</p>
<p>Die Message wird schnell klar: &#8220;andere Präsidenten, andere Kriege, die gleichen Probleme&#8221;, äußert einer der vielen im Film zu Wort kommenden Vietnam-Veteranen und meint damit in erster Linie natürlich jenen Krieg, &#8220;seinen&#8221; Krieg, dessen protestreicher Höhepunkt sich beim legendären Woodstock Festival äußerte. Die Herren David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young, kurz CSNY, waren damals natürlich auch zugegen und gelten spätestens seit dem 1970er Song &#8220;Ohio&#8221; an der Seite von Musikern wie Phil Ochs zu den schärfsten Kritikern dieses Krieges.</p>
<p>&#8220;Déjà Vu&#8221; ist also nicht nur der Name ihres 1970 erschienenen Albums, sondern auch eine Anspielung darauf, dass in Zeiten des Irakkrieges doch so einiges an den Krieg im Vietnam erinnert(e), vor allem was die Reaktionen im (amerikanischen) Volk angeht. Im Zuge der Veröffentlichung des &#8220;Living With War&#8221;-Albums trommelte Young seine drei Bandgefährten CSN zusammen und machte sich auf die Freedom of Speech Tour 2006 quer durch die Staaten. Der Film zeigt deutlich zwei Dinge: Zum einen dass die Herren verdammt gealtert sind, dabei Stephen Stills (Macher und Leadsänger des bekannten Hits &#8220;For What it&#8217;s Worth&#8221;) furchtbar und Band-Greis David Crosby mit seinen zum Zeitpunkt der 65 Jahren immer noch sehr frisch und ausgesprochen klar klingt, und dass sich die Fans der Band alles andere als einig über die poltischen Äußerungen von Young &#038; Co. sind. Ich glaube es war zum Konzert in Atlanta: Kameramann Mike Cerre fängt schon bei den ersten Tönen von &#8220;Let&#8217;s Impeach the President&#8221; enorm viele Buh-Rufe, Stinkefinger, das allseits bekannte F-Wort und beleidigtes Davonstapfen ein. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/07/csny_dejavu.jpg' alt='CSNY - Déjà Vu (2008)' class="float_left"/> Man hat ja als Besucher schließlich etwa 150 $ für solch ein Konzert berappen müssen und verlange anständige Musik, die Meinungen der Musiker wollen viele der sogenannten Fans nicht hören&#8230;</p>
<p>Wer sich den Film ansehen möchte, sollte im Vorfeld zumindest schon einmal von CSNY oder Neil Young gehört haben, beziehungsweise eine Affinität für Woodstock und Hippieweisen mitbringen. Natürlich geht es um Musik. Doch nicht nur. Es geht um Texte, Meinungen und ihren gesellschaftspolitischen Kontext, gut zu sehen am Verhältnis Musiker zu Fans, aber auch Musiker zu direkt betroffenen Personen des aktuellen Krieges. Besonders berührend eine Art kleine &#8220;Jam-Session&#8221; zwischen Neil Young und dem ehemaligen Irak-Soldaten Josh Hisle, die alles andere als für die Kameras gestellt wirkt. Wer vom Film Irakkrieg-Faktenwissen oder Klärung von Schuldfragen erwartet, wird hier nicht fündig. Andererseits ist der Film auch keine reine Nostalgie und Lobhuddelei auf CSNY und ihre hippiesken Ansichten. Es kommen durchaus auch kritische Stimmen zu Wort, meist in Form von Rezensenten diverser amerikanischer Tages- und Wochenblätter sowie Konzertbesucher, welche sich über die Auftritte der Tournee frei äußern (dürfen). Insofern ist die eigene Maxime, &#8220;Freedom of Speech&#8221;, schon einmal gegeben.</p>
<p>Doch warum erst jetzt einen Film über den Irakkrieg, Mr. Young? &#8220;Ich habe gewartet bis ich 60 bin&#8230;&#8221; Nicht der Geburtstag war Anlass, sondern vielmehr, dass viel zu wenige einflussreiche Musiker, Künstler, Stars und Sternchen in diesem Ausmaß gegen diesen Krieg vorgegangen sind. Dann fühlte sich eben eines Tages ein gewisser Neil Young angesprochen, schrieb und nahm in nur neun Tagen &#8220;Living With War&#8221; auf und machte sich damit auf den Weg&#8230; Außerdem, wenn nicht CSNY als DIE Woodstock-Ikonen des politischen Rocksongs das Recht zu solchen Ansprachen haben, wer dann?</p>
<p><strong>Offizieller Film-Trailer</strong>:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/BdqpceBvm6g&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Ein sehr amerikanischer, schon fast typisch amerikanischer Film: Für den einen pathetisch überzogen für den anderen stellen die Tränen über den Verlust der Geliebten die Wahrheit über diese Kriege dar. Und das genau ist es doch, so plakativ es auch immer wieder klingen mag. Und es muss wohl so direkt &#8211; und ja, mitunter auch pathetisch &#8211; sein, damit es wirkt. So sind sie nun einmal, unsere lieben Amerikaner. Und so bewegen sie auch etwas: sich selbst, ihre Regierungen, manchmal auch die weniger Extrovertierten außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Zumindest bleibt einem das Hollywood-Happy-End erspart&#8230;</p>
<p>Ein angenehmer Nebeneffekt für mich persönlich ist aber auch ein deutlich besseres Verständnis seines Albums &#8220;Living with War&#8221;, welches ich bis dato nur unter zwei Gesichtspunkten gesehen habe: 1. Es klang eben plakativ und wenig argumentativ. 2. Verglichen mit seinem bisherigen musikalischen Schaffen stellte die Musik an sich maximal oberen Durchschnitt dar. Nun macht aber alles in seiner Einheit Sinn:</p>
<p>&#8220;Living With War&#8221; ist der Soundtrack zu einem Film, der erst im Nachhinein entstand. Tja, Neil Young ist eben bekannt dafür, stets neue Pfade zu betreten. Ich für meinen Teil beschreite vorerst wieder einen alten Weg und lege die &#8220;Déjà Vu&#8221;-Platte auf und ihr seht euch diesen Film an!</p>
<p>Läuft ab sofort in ausgewählten Lichtspielstätten.<br />
Spread the word.</p>
<p>>> <a href="http://www.csny-dejavu.com/">www.csny-dejavu.com/</a><br />
>> <a href="http://www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html ">www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html </a></p>
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		<title>&#8220;A Skin Too Few &#8211; The Days of Nick Drake&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 23:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicholas Rodney Drake wäre vor ein paar Tagen 60 Jahre alt geworden. Ein Alter, welches er bei weitem nicht erreichte. 1974 beendete der britische Singer-Songwriter sein Leben durch eine Überdosis Antidepressiva. Erst Jahre, ja eigentlich erst Jahrzehnte nach seinem Tod, gelangte er zu der Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich zuteil werden sollte, die er verdient hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicholas Rodney Drake wäre vor ein paar Tagen 60 Jahre alt geworden. Ein Alter, welches er bei weitem nicht erreichte. 1974 beendete der britische Singer-Songwriter sein Leben durch eine Überdosis Antidepressiva. Erst Jahre, ja eigentlich erst Jahrzehnte nach seinem Tod, gelangte er zu der Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich zuteil werden sollte, die er verdient hatte und nicht bekam, deren Fehlen schwer an ihm zerrte, wie so vieles in seinem Leben.</p>
<p>&#8220;Ich sage immer, dass Nick mit einer Haut zu wenig geboren wurde&#8221;, so Gabrielle Drake, Nicks schauspielernde Schwester, die den Zuschauer durch den Dokumentarfilm &#8220;A Skin Too Few&#8221; geleitet; durch einen eindrucksvollen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2000, welcher der im November letzten Jahres wiederaufgelegten CD- bzw. LP-Box &#8220;Fruit Tree&#8221;, die alle seine drei Alben nebst 100-seitigem Booklet enthält, nun als Bonus-DVD beiliegt.<br />
<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/06/askintoofew.jpg' alt='“A Skin Too Few - The Days of Nick Drake”' class="float_left"/><br />
47 Minuten nehmen einen bei der Hand durch die Tage des Nick Drake, von Birma über Cambridge, London bis Tamworth-in-Arden. Und schon in den ersten Sekunden erfährt man mit dem tieftraurigen streicheruntermalten &#8220;Way to Blue&#8221; und den idyllischen Landschaftsaufnahmen Mittelenglands, wie liebevoll dieser Film die Tragik der Person Nick Drake nachzuzeichnen versucht. Es wird wenig und ruhig geredet, schon beinahe sakral die Andacht beim Blick in Nicks Zimmer: das mit dem runden Fenster, dem großen alten Bett, den scheinbar noch unberührt daliegenden privaten Gegenständen.<br />
Ein antiquierter Schleier liegt auch auf den zeitgenössischen Interviews. Die Gespräche mit Nicks Schwester, der Schauspielerin Gabrielle Drake, entstanden um das Jahr 2000, doch liegt in ihren Bildern ein Hauch der frühen Video-Farbfilme um 1950, die den jungen Nick spielend am Strand zeigen. Regisseur Jeroen Berkvens vermied die Brüche der Zeit zugunsten einer bruchlosen chronologischen Revue dieses kurzen Lebens.</p>
<p>Abgesehen von Gabrielle kommen auch nur sehr wenige Personen zu Wort: ein  Studienfreund aus Cambridge oder Robin Kirby, Letzterer verantwortlich für die zauberhaften Arrangements etlicher Songs, vor allem auf dem ausgiebig orchestral untermalten &#8220;Bryter Layter&#8221;-Album, dem zweiten von insgesamt nur drei Langspielplatten des melancholischen Genies. Doch am essentiellsten und am nächsten klingt er wohl wenn man nur seine ruhige warme Stimme und die mit kompliziertem Fingerpicking gespielte Gitarre zu hören bekommt. Auf dem finalen &#8220;Pink Moon&#8221; zum Beispiel. Reduzierter. Einfach näher&#8230; Ein besonderes Schätzchen stellt vor allem auch die Tonbandaufnahme eines Molly Drake-Songs dar, die Gabrielle mit feierlich nachdenklichem Blick abspielt. Mutter Molly war nämlich ein maßgeblicher Einfluss auf den jungen Nick als Musiker. Die gleiche ruhige Trauer in der Stimme, simple und doch prägnante Songstrukturen, ähnliche Texte mit Bildern aus der Natur. Am Ende klingt es gar schön, ohne aufgesetzt zu wirken, vollkommen natürlich. Am Ende findet man sogar Mut und Freude und kann sich glücklich schätzen, eine Haut mehr zu haben. Lange habe ich überlegt, ob man Nick Drake überhaupt in unsere Kategorie &#8220;Pleasing Sounds&#8221; aufnehmen kann und entschloss mich aus eben diesem Grund doch dafür. Vielleicht nicht unmittelbar erfreuend, doch auf jeden Fall erfüülend und bereichernd präsentiert sich sowohl die Musik als auch diese stimmige Bild-Ton-Einheit mit den tiefen Einblicken in das Leben des sensiblen Musikers.</p>
<p>Ein wahrer Schatz eines wahrhaft unschätzbar traurigen Ausnahmemusikers.</p>
<blockquote><p><em>Living grows &#8217;round us like a skin<br />
to shut away the outer desolation,<br />
for if we clearly marked the furthest deep,<br />
we should be dead<br />
long years before the grave.</p>
<p>But turning around within the homely shell<br />
of worry, discontent, and narrow joy,<br />
we grow and flourish, and rarely see the outside dark<br />
that would confound our eyes.</p>
<p>Some break the shell.</p>
<p>I think that there are those who push their fingers<br />
through the brittle walls and make a hole,<br />
and through this cruel slit stare out<br />
across the cinders of the world<br />
with naked eyes. They look both out and in,<br />
knowing themselves, and too much else beside.<br />
</em></p>
<p>- &#8220;The shell&#8221; by Molly Drake</p></blockquote>
<p></br></p>
<p>» <a href="http://www.nickdrakefilm.com/" target="_blank">http://www.nickdrakefilm.com/</a><br />
» <a href="http://www.brytermusic.com/" target="_blank">http://www.brytermusic.com/</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;1.Mai &#8211; Helden bei der Arbeit&#8221; &#124; Episode 3: &#8220;Ausflug&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/04/29/1mai-helden-bei-der-arbeit-episode-3-ausflug/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 20:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[1. mai]]></category>
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		<description><![CDATA[Pelle und Jacob aus Minden/Westfalen: Zunächst 2 Krawalltouristen auf dem Weg nach Berlin, im Verlauf des Episodenfilmes &#8220;1.Mai &#8211; Helden bei der Arbeit&#8221; zu 1,5 Halbstarken und 1,0 Vollidioten mutierend. Von allen drei Episoden, die am 1. Mai 2006 von drei voneinander unabhängig agierenden Teams abgedreht wurden, ist diese wohl die intensivste. Die Geschichte kommt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pelle und Jacob aus Minden/Westfalen: Zunächst 2 Krawalltouristen auf dem Weg nach Berlin, im Verlauf des Episodenfilmes &#8220;1.Mai &#8211; Helden bei der Arbeit&#8221; zu 1,5 Halbstarken und 1,0 Vollidioten mutierend.<span id="more-551"></span> Von allen drei Episoden, die am 1. Mai 2006 von drei voneinander unabhängig agierenden Teams abgedreht wurden, ist diese wohl die intensivste.</p>
<p><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/04/1mai_pelle_jacob.jpg' alt='1.Mai - Pelle und Jacob' class="float_left"/>Die Geschichte kommt auf den Gleisen in Hauptstadt zunächst recht langsam ins Rollen, Pelle schenkt Jacob einen Kampfanzug &#8211; aus dem Online-Versand. Aus gutbürgerlichem Hause kommend leiden diese beiden wie so viele Jugendliche schlichtweg an Langerweile. Folglich zieht es die Burschen zur Maidemonstration nur des Remmi-Demmis wegen. Ein bisschen Saufen, ein bisschen Drogen&#8230; und vornweg noch ein Besuch in der Kunstgalerie, bei welchem man ein wenig interessiert dreinschaut. Das Straßenfest an sich entpuppt sich für Pelle und Jacob als langweiliger Festumzug, von wegen schwarzer Block, brennende Streifenwagen und Barrikaden. Man entscheidet sich, den Laden selbst ein wenig aufzumischen&#8230;</p>
<p>&#8230;und steckt prompt drin im Geschehen. Die Gesamtstimmung spannt sich immer weiter an, vor allem Jacob ist gereizt, und außerdem noch seinen Ausweis los. Der Faden reißt: Eine Schlägerei, Schüsse eines vermeintlichen Museumsstückes&#8230; Pelle kneift, Jacob meint es ernst. Die beiden Kumpel auf getrennten Wegen!?</p>
<p>Trotz überraschender Wendungen endet es letztlich dort, wo bereits die Episoden &#8220;Yavuz&#8221; und &#8220;Uwe&#8221; ihren Ausgang fanden: Im Kreuzberger Urban Krankenhaus&#8230;</p>
<p><a href="http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&#038;videoid=31433924">1.Mai &#8211; Kinotrailer</a><br /><embed src="http://lads.myspace.com/videos/vplayer.swf" flashvars="m=31433924&#038;v=2&#038;type=video" type="application/x-shockwave-flash" width="430" height="346"></embed><br />
<br/></p>
<p>&#8220;1. Mai &#8211; Helden der Arbeit&#8221; ist ein geglücktes Film-Experiment Made in Germany. Zwar entstanden alle drei Episoden, deren Szenen sich stets cliffhanger-mäßig abwechseln, weitestgehend unabhängig voneinander, doch sind die Übergänge und Anteile der Stories wirklich gelungen und nahtlos. Hier und da gibt es ein paar verbindende Elemente wie türkische Musik und Straßenbeats oder eben Randfiguren, die in mehreren Episoden eine Rolle spielen. Auch wurden gemeinsame Regeln aufgestellt:</p>
<blockquote><p>
1. Alle Geschichten spielen in denselben 24 Stunden, vom Morgen des 1.Mai bis zum Morgen des 2. Mai.<br />
2. Jede Geschichte ist 20-30 Minuten lang.<br />
3. Jede Geschichte muss 5-8 Minuten tagsüber in Außensets in Kreuzberg am 1. Mai spielen. Jedes Team muss diese essentiellen Bilder während des tatsächlichen Demonstrationstags am 1. Mai 2006 in Kreuzberg – mitten im Geschehen, ohne Abschottung und ohne Drehgenehmigung– inszenieren. Dazu ist nur ein kleines Team erlaubt, bestehend aus Regisseur, Kameramann, Schauspielern, Tonmann und Aufnahmeleiter.<br />
4. Jede Geschichte weist mindestens fünf mögliche Cliffhanger Szenen auf. Die Geschichten folgen dem realen Zeitablauf des Tages, d.h. sie werden nicht nacheinander sondern parallel montiert.<br />
5. Alle Geschichten enden morgens, am 2. Mai in der Notaufnahme des Urban Krankenhaus in Kreuzberg.</p>
<p>Inhaltlich gab es neben diesen formalen Regeln nur eine einzige Vorgabe: Jede Geschichte muss von einem Protagonisten handeln, der unter großem persönlichem Druck steht. Jede Figur erhofft sich vom 1. Mai eine Art Ventil für diesen Druck, einen Ausweg aus der eigenen Situation. Und jeder einzelne der Protagonisten wird am Ende in seinen Erwartungen enttäuscht und etwas völlig Neues für sich selbst erfahren.</p></blockquote>
<p>Nicht nur die Schauspieler glänzen in ihren Rollen, die Rollen glänzen auch an sich. Hier stehen klar die Charaktere im Vordergrund, keine politischen Handlungen oder historischen Aufarbeitungen. Es ist interessant zu beobachten, was die einzelnen Figuren aus diesem Tag machen, den sie lediglich als Anlass nutzen, sich selbst zu ändern. Ab morgen kann der Interessierte den Film in den deutschen Kinos sehen.</p>
<p><a href="http://www.erstermai-derfilm.de" target="_blank">http://www.erstermai-derfilm.de</a></p>
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		<title>&#8220;1.Mai &#8211; Helden bei der Arbeit&#8221; &#124; Episode 2: &#8220;Yavuz&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Apr 2008 18:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[1. mai]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Für vier Stunden war Kreuzberg die einzige anarchistische Hochburg auf der ganzen scheiß Welt.&#8221; Berlin, 1. Mai 1987: Der Supermarkt Bolle wird geplündert und anschließend angezündet: Die Filiale brennt bis auf die Grundmauern nieder. Politische Motivation für die Autonomen war der Volkszählungsboykott, doch nicht nur die mischten mit. Ein zunächst friedlicher Tag der Arbeiter kippte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Für vier Stunden war Kreuzberg die einzige anarchistische Hochburg auf der ganzen scheiß Welt.&#8221; Berlin, 1. Mai 1987: Der Supermarkt Bolle wird geplündert und anschließend angezündet: Die Filiale brennt bis auf die Grundmauern nieder.<span id="more-548"></span> Politische Motivation für die Autonomen war der Volkszählungsboykott, doch nicht nur die mischten mit. Ein zunächst friedlicher Tag der Arbeiter kippte um etwa 16 Uhr mit einem umgeworfenen Streifenwagen und polizeilichen Gegenmaßnahmen in Form von Tränengas und Schlagstöcken. Gegen Abend wurde auch das Straßenfest von zunächst einzelnen Gewaltaktionen erfasst, wenig später folgten größere Maßnahmen wie Straßenbarrikaden oder Vandalismus an Bahnhöfen. Dabei heißt es in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Mai_in_Kreuzberg" target="_blank">Wikipedia</a>: &#8220;An den Ausschreitungen und vor allem den Plünderungen beteiligen sich Personen aus unterschiedlichsten Bevölkerungskreisen und Altersgruppen&#8221;.</p>
<p>Heutzutage ist von Ausschreitungen solchen Maßes nichts mehr zu spüren.<br />
<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/04/1mai_harri_yavuz.jpg' alt='1.Mai - Harry und Yavuz' class="float_left"/><br />
Der Film spielt neun Jahre später.</p>
<p>Harry ist einer dieser Altlinken &#8211; er langweilt sich. Und wird dieses Jahr doch wieder Barrikaden bauen. Der elfjährige Yavuz ist einer von vielen Türken Kreuzbergs &#8211; er langweilt sich. Und will dieses Jahr auch mal &#8220;einen Bullen plattmachen&#8221;.</p>
<p>Heute sind etwa ein Drittel der Bewohner Kreuzbergs Türken, vor allem im sozialen Brennpunkt &#8220;SO 36&#8243; beheimatet. Was dem Leipzig sein Connewitz ist dem Berlin sein Kreuzberg, nur größer mit ein bisschen mehr &#8220;Bambule&#8221;. Man kann es wohl nur richtig fassen, wenn man selbst Ende der 80er in den 160.000-Seelen-Stadtteilen zugegen war. Oder man hört und sieht Leuten wie Harry zu. Mit ihm hat man das Gefühl, da steht die Chronik Kreuzbergs vor einem, die einmal im Jahr hervorgekramt wird, um die Geschichte eines bestimmten Tages fortzuschreiben. Eine sehr gelungene und authentische Figur in meinen Augen. Und Peter Kurth passt hier wie kein anderer: Er spielt den Harry irgendwo zwischen unbekümmerter Einfachheit und tiefer Spiritualität, vielleicht ist es aber einfach nur Kult. Da MUSS doch entweder einer Pate gestanden haben oder Episodenregisseur Sven Taddicken war selbst stets zum 1. Mai in Kreuzberg gewesen!?</p>
<blockquote><p><strong>Sven Taddicken</strong>: Es freut mich sehr, dass Harry berührt. Ich selbst war 1987 gerade mal 13 und in einem anderen Teil der BRD unterwegs. Aber ich und mein Drehbuchautor Michael Proehl haben uns natürlich mit Leuten unterhalten, die damals dabei waren. Wir sprachen über die Kohlregierung, die Volkszählung 87 und natürlich über Bolle. Aber da ging es mir aber in erster Linie um allgemeine Recherche für den Film. Ich wusste noch nicht viel über meine Geschichte um Yavuz und was und wer ihm bei seiner Reise durch Kreuzberg begegnen würde. Dann erzählte mir ein befreundeter Schauspieler von einem Bekannten, der im angetrunkenen Zustand gerne aus dem Nichts heraus Barrikaden auf öffentlichen Strassen aufbaut. So entstand Harry.</p></blockquote>
<p>Ein so ungleiches Gespann wie Yavuz und Harry. Kann das gut gehen? Man läuft sich über den Weg, baut ne Barrikade, trinkt ein Bier, Yavuz will immer noch seinen Bullen umlegen. Harry ist so etwas egal. Er schwelgt in der Vergangenheit mit respekterfülltem Blick auf eine Flasche Charlottenburger Pilsener aus der Engelhardt-Brauerei, ein Andenken aus der Plünderung vom Getränke Hoffmann 1988.<br />
Was friedlich begann, eskaliert wenig später ohne bestimmten Grund: eine Stahlschleuder, ein Scheibenhammer, Scherben und Blut. Dabei wollte Yavuz doch nur beweisen, dass er ein richtiger Kerl ist. Gespielt wird der junge Mann übrigens von Cemal Subasi, den man salopp gesagt &#8220;von der Straße&#8221; geholt hat. Ein echter Kreuzberger, und er macht seine Sache sehr gut. Ich frage mich, wie denn so ein Streetcasting abläuft und wie der Umgang mit einem elfjährigen Laien beim Film vonstatten geht&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Sven Taddicken</strong>: Cemal Subasi habe ich zusammen mit meiner Casterin Eva Vollmar in einem Kreuzberger Jugendzentrum entdeckt. Er war dort der kleine Star in einer Breakdance-Gruppe. Und genau das war eine gute Vorraussetzung für unseren Film. Er war es gewohnt, vor einem Publikum aufzutreten. Die Arbeit mit ihm war dann erstaunlich professionell. Ich habe es schon häufig erlebt, dass man jugendlichen Darstellern einen großen Gefallen tut, wenn man sie nicht wie unerfahrene Laien, sondern wie ihre Kollegen, bzw. professionelle Schauspieler behandelt. Cemal ist ein großes Talent. Er spielt nicht nur sich selbst, sondern versuchte auch sich in den Yavuz hineinzuversetzen.</p></blockquote>
<p>Ihr hattet auch keine Drehgenehmigung für die drei Episoden!? Wieso, und was genau bedeutet das fürs Filmemachen?</p>
<blockquote><p><strong>Sven Taddicken</strong>: Unser Film sollte schnell und spontan entstehen. Niemand wusste, wie sich der 1.Mai entwickelt und was wir genau in den Kasten bekommen. Für das Filmemachen kann so eine Einschränkung wie ein Geschenk sein. Man ist den Zuständen völlig ausgeliefert und muss sich voll und ganz auf seine Darsteller verlassen. What you see is what you get. Sonst nix. Das ist zu Anfang etwas Beängstigendes. Aber im Endeffekt lernt man dabei, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren: interessante Menschen und gute Geschichten.</p></blockquote>
<p>Wer interessante Menschen in guten Geschichten erleben möchte, der sollte ab dem 30. April ein Kino in der Umgebung aufsuchen, dann wird nämlich “1.Mai &#8211; Helden der Arbeit” deutschlandweit zu sehen sein.</p>
<p>http://www.erstermai-derfilm.de</p>
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		<title>&#8220;1.Mai &#8211; Helden bei der Arbeit&#8221; &#124; Episode 1: &#8220;Uwe&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/04/26/1mai-helden-bei-der-arbeit-episode-1-uwe/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2008/04/26/1mai-helden-bei-der-arbeit-episode-1-uwe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 21:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[1. mai]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Uwe, was bistn du für&#8217;n Mann?!&#8221; Sekundenbruchteile zuvor stieg seine Ehefrau aus dem Wagen des Metzgersohns. Und das ausgerechnet am 1. Mai&#8230; Uwe muss weg, wie jedes Jahr ruft der Polizeieinsatz in Berlin-Kreuzberg zur Deeskalation. Wir begleiten den jungen Polizisten und schauen ihm über die grüne Schulter und sehen zunächst nicht viel: Die wilden Zeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Uwe, was bistn du für&#8217;n Mann?!&#8221; Sekundenbruchteile zuvor stieg seine Ehefrau aus dem Wagen des Metzgersohns. Und das ausgerechnet am 1. Mai&#8230; Uwe muss weg, wie jedes Jahr ruft der Polizeieinsatz in Berlin-Kreuzberg zur Deeskalation.<span id="more-544"></span> Wir begleiten den jungen Polizisten und schauen ihm über die grüne Schulter und sehen zunächst nicht viel: Die wilden Zeiten glühender Straßenkämpfe mit Barrikaden, fliegenden Fäusten, Scherben und Steinen scheinen weitestgehend vorbei zu sein, denn der Demonstrationstag beginnt in Kreuzberg äußerst gelassen. Trotz der Tatsache, dass man der Staatsgewalt dabei zusieht wie sie sich langweilt, wird einem selbst nicht langweilig, denn man darf Mäuschen spielen und der Polizei dabei zusehen, wie sie an einem solchen Tag im Inneren aussieht: ein wenig witzelnd, ein wenig überheblich, gelassen, menschlich allemal&#8230; Doch wie sieht es mit so expliziten Darstellung von internen Sichten der Staatsgewalt aus? Braucht man da keine Genehmigung, die Polizei derart darstellen zu dürfen?<br />
Der Regisseur gibt Antwort:</p>
<blockquote><p><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/04/1mai_uwe.jpg' alt='1. Mai - Uwe' class="float_left"/><strong>Jakob Ziemnicki</strong>: Wir haben keine explizite Genehmigung eingeholt. Das wäre auch nicht im Sinne einer freien Kunst, denn am Ende ist es in erster Linie ein fiktionaler Film. Wir haben uns aber schon bemüht, die Abläufe, Texte, Redensarten der Polizei zu recherchieren. Die Polizisten waren auch mehr als kooperativ. Und dass dort Kollegen in den Puff gehen, das muss wohl offenbar tatsächlich mal passiert sein, jedenfalls ergaben das die Recherchen von meinem Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg. Ich finde auch nicht, dass wir ein schlechtes Bild der Polizei zeichnen, eher ein in Kino und TV ungesehenes. Wenn man über den 1. Mai läuft und in die Hinterhöfe schaut, wo die Polizisten stationiert sind, dann verhalten sie sich, wie bei uns im Film. Sie warten und langweilen sich, spielen Karten, essen Döner oder Pizza, sonnen sich&#8230; Wir haben sogar genau auf dem selben Hof gedreht, auf dem die Polizei nun schon seit drei Jahren stationiert wird.</p></blockquote>
<p>Achja, der Puff, da war doch was. Uwe will eigentlich gar nicht dort hin, die Kollegen halten das jedoch für eine gute Idee, denn wenn jemand der Stärkere in einer Beziehung ist, dann ist das ganz klar der Mann!?! Eine Denkzettel für die Ehefrau, ein Schub für Uwes Ego. Doch das mag alles nicht so glücken: eine gebrochene Nase, eine verlorene Pistole, eine Schlägerei&#8230; Von wegen Deeskalation! Es endet für den Unglücklichen im Urban-Krankenhaus Kreuzberg, wo man letztlich auch die Protagonisten der anderen beiden Episoden wiederfindet. Der größte Unglücksrabe scheint jedoch dieser Ordnungshüter zu sein. Was also macht diesen Loser mit seinen Hemmungen und Beziehungsproblemen so darstellenswert?</p>
<blockquote><p><strong>Jakob Ziemnicki</strong>: Ich empfinde Uwe gar nicht als einen derartigen Loser. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland Millionen Uwes, die auch 10% zu nett, 10% zu träge, 10% zu dick sind. Gerade das macht ihn zu einem Sympathieträger. Wir kennen doch alle diese Momente, wo einem das Leben aus der Kontrolle gerät, wo man zu spät Stopp sagt. Genau das ist Uwes Problem. Und aus seiner Unsicherheit folgt er leider dem ein oder anderen falschen Ratschlag mit fatalen Folgen. Aber so ist das Wesen einer Tragikkomödie. Ich bin mir aber total sicher, dass Uwe nach diesem Tag einiges in seinem Leben ändern wird.</p></blockquote>
<p>Zumindest hat er etwas ganz Entscheidendes gelernt: &#8220;Man kauft Frauen keine Schuhe. Dann laufen sie weg.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.erstermai-derfilm.de" target="_blank"><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/04/1mai.jpg' alt='1. Mai' class="float_left"/></a>Zu guter letzt bleibt ein Ausblick auf die anderen beiden Episoden, deren Szenen sich mit denen der Uwe-Story angenehm bruchlos abwechseln. Zwei weitere Teams waren nämlich am 1. Mai 2006 mit der Kamera unterwegs, um völlig unabhängig voneinander die Erlebnisse sehr verschiedener Individuen an jenem Stichtag einzufangen. Sie vereint lediglich der Hang zur Unüberlegtheit und eine Mütze voll Pech. Doch ganz so unabhängig voneinander kann das Ganze auch nicht sein. Gerade im Nachhinein wurde wohl viel am Film herumgeschraubt. Schließlich wirkt alles erstaunlich harmonisch (wenn man bei einem aktionsgeladenen Film wie &#8220;1.Mai&#8230;&#8221; überhaupt von Harmonie sprechen kann) und selbst beim Dreh muss es Absprachen gegeben haben. So tritt Hannah Herzsprung als Punkerin “Ratte” mal in der Geschichte “Uwe” und mal im “Ausflug” auf, die &#8220;Türken-Gang&#8221; macht sowohl Bekanntschaft mit den beiden Hauptfiguren aus der Episode &#8220;Ausflug&#8221; als auch mit dem jungen Yavuz&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Jakob Ziemnicki</strong>: Da muss man unterscheiden. Die Dreharbeiten am tatsächlichen 1. Mai fanden wirklich total unabhängig und parallel statt. Jeder war für sein Zeug zuständig. Aber das war ja nur ein Teil des Gesamtfilms. Der Hauptdreh war dann ca. ein halbes Jahr später im Herbst 2006. In der Zwischenzeit haben wir natürlich geschaut, was man als verbindende Elemente verwenden kann, z.B. Ratte oder die Nebi Gang. Wir kannten auch schon immer die Drehbücher der Kollegen und waren im Austausch. Die eigentliche Arbeit fand  aber im Schnitt statt, der dann auch gute vier Monate dauerte. Alle zusammen! Dort ist es uns dann tatsächlich gelungen dem Film eine Handschrift zu verpassen. Wir waren selber erstaunt, wie gut die Geschichten in einander greifen, wie ähnlich die Grundkonflikte waren. Aber es war auch harte mühsame Arbeit, die sich jetzt da der Film auf der Berlinale lief und nun in die Kinos kommt total gelohnt hat. Und wer weiß in fünf Jahren, machen wir den Wahnsinn wieder.</p></blockquote>
<p>Vier Regisseure, drei Episoden. Wer meint, zu viele Köche verderben den Brei, der sei ab dem 30. April eines Besseren belehrt. Dann wird &#8220;1.Mai &#8211; Helden der Arbeit&#8221; deutschlandweit in den Kinos anlaufen.</p>
<p><a href="http://www.erstermai-derfilm.de" target="_blank">http://www.erstermai-derfilm.de</a></p>
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		<item>
		<title>Joe Strummer: The Future Is Unwritten</title>
		<link>http://rockzoom.de/2007/09/02/joe-strummer-the-future-is-unwritten/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2007/09/02/joe-strummer-the-future-is-unwritten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 15:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Strummer]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[punk]]></category>
		<category><![CDATA[The Clash]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit es ein Dokumentarfilm bis in ausländische Kinos schafft, muss er mindestens außergewöhnlich sein: Außergewöhnlich provokativ wie Michael Moores &#8220;Bowling For Columbine&#8221; zum Beispiel. Oder außergewöhnlich, hach, schön wie &#8220;Die Reise der Pinguine&#8221;. Auch Julien Temples Dokumentation über den verstorbenen The Clash-Frontman Joe Strummer hat es in die hiesigen Programmkinosäle geschafft. Und das liegt nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit es ein Dokumentarfilm bis in ausländische Kinos schafft, muss er mindestens außergewöhnlich sein: <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2007/09/strummer_plakat.jpg' alt='strummer_plakat.jpg' class="float_left"/></a>Außergewöhnlich provokativ wie Michael Moores &#8220;Bowling For Columbine&#8221; zum Beispiel. Oder außergewöhnlich, hach, schön wie &#8220;Die Reise der Pinguine&#8221;.</p>
<p>Auch Julien Temples Dokumentation über den verstorbenen The Clash-Frontman Joe Strummer hat es in die hiesigen Programmkinosäle geschafft. Und das liegt nicht nur daran, dass eine ganze Reihe Berühmtheiten wie Bono oder Regie-Gott Jim Jarmusch zu Wort kommen. Temple zeichnet mit viel Hingabe ein authentisches Portrait des Mannes, der mit The Clash Musikgeschichte schrieb und der dank dem Album &#8220;London Calling&#8221; und diverser Smash Hits à la &#8220;Should I Stay Or Should I go&#8221; ewig unvergessen bleiben wird. Eigentlich eine eher lose Sammlung von Anekdoten am Lagerfeuer und Aufnahmen von der Band, lebt der Film genau von diesem Momentaufnahmen-Charakter. Ohne prätentiöses Nichtsgesage aus dem Off oder eine hanebüchen konstruierte Story bekommt der Zuschauer das Gefühl, Joe Strummer kennenzulernen und ganz nebenbei noch ein Stück Musikgeschichte mitzuerleben &#8211; angefangen in der Hausbesetzerszene bis zum vollen Baseball-Stadion.</p>
<p>Man muss kein ergebener Fan von The Clash sein, um diesen Film zu lieben. Vielleicht habt ihr ja Glück und findet noch ein Kino, in dem &#8220;The Future Is Unwritten&#8221; läuft &#8211; und ich beneide alle, die den Film in einer lauen Sommernacht im Open Air Kino sehen konnten! Anschauen, unbedingt!</p>
<p>Offizielle Seite zum Film: <a href="http://www.strummer-derfilm.de">www.strummer-derfilm.de</a><br />
Joe Strummer Foundation: <a href="http://www.strummerville.com">www.strummerville.com</a><br />
Deutsche The Clash-Homepage: <a href="http://www.theclash.de">www.theclash.de</a></p>
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