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	<title>Rockzoom &#187; ambient</title>
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		<title>Patrick Walker (40 Watt Sun, Ex-Warning) kommt für exklusive Solo-Akustikauftritte nach Deutschland</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 13:11:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer sich um Pfingsten herum in sächsischen Landen aufhält um gegebenenfalls dem WGT zu frönen, oder eben gerade zu dieser Zeit auf der Suche nach einem etwas anderen Musikangebot ist, der sollte sich unbedingt am 11. bzw. 12. Juni in Chemnitz oder Leipzig einfinden&#8230; ## ENGLISH version on page 2## Patrick Walker &#8211; ehemals Kopf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich um Pfingsten herum in sächsischen Landen aufhält um gegebenenfalls dem WGT zu frönen, oder eben gerade zu dieser Zeit auf der Suche nach einem etwas anderen Musikangebot ist, der sollte sich unbedingt am 11. bzw. 12. Juni in Chemnitz oder Leipzig einfinden&#8230; </p>
<p><a href="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/05/flyer_pw_wdr.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/05/flyer_pw_wdr-213x300.jpg" alt="" title="Patrick Walker &amp; Within Dream&#039;s Realm @ Chemnitz + Leipzig" width="213" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-4172" /></a><a href="http://RockZOOM.de/2011/05/07/patrick-walker-acoustic/2/">## ENGLISH version on page 2##</a></p>
<p>Patrick Walker &#8211; ehemals Kopf der Doom-Legende Warning und <a href="http://RockZOOM.de/2011/03/20/40-watt-sun/" target="_blank">jüngst mit seiner neuen Band 40 Watt Sun überaus positiv präsent</a> &#8211; wird im Juni zwei exklusive Solo-Akustikauftritte geben. Dabei wird Patrick vor allem auf sein eigenes 40 Watt Sun Material zurückgreifen, ausschließlich dargeboten durch Akustikgitarre und Gesang. Wer auf Schubladisierung steht, kann es gern Singer-Songwriter Doom nennen, wer bereit ist, offen zuzuhören, der nennt es Musik zum Wegträumen, zum Mitleiden, zum Zweifeln und zum Hoffnungwagen.</p>
<p>Als Kostprobe dieser magischen Momente sollte man sich die akustische Demoversion des Songs &#8220;Carry Me Home&#8221; anhören, der ursprünglich auf dem 40 Watt Sun Debütalbum &#8220;The Inside Room&#8221; zu finden ist, welches im März diesen Jahres erschien: <a href="http://youtu.be/lqLFp5jCNUk" target="_blank">http://youtu.be/lqLFp5jCNUk</a></p>
<p>Beide Abende werden von Within Dream&#8217;s Realm, einem Akustikprojekt aus Chemnitz eröffnet werden. Dessen minimale Ambient-Musik verbreitet einen &#8220;Geschmack von intensivem, fragilen, schwermütigen, emotionalen und melancholischen Klängen, unkonventionell aber voller Hingabe miteinander verbunden&#8221; ** Myspace: <a href="http://www.myspace.com/withindreamsrealm" target="_blank">http://www.myspace.com/withindreamsrealm</a></p>
<p><strong>*** TERMINE ***<br />
</strong><br />
11. Juni: Chemnitz, aaltra<br />
12. Juni: Leipzig, Helheim</p>
<p>Einlass: 20:00 Uhr<br />
Beginn: 21:00 Uhr<br />
Eintritt: 5 EUR, nur Abendkasse<br />
Reservierungen: <a href="mailto:koordination@RockZOOM.de">koordination@RockZOOM.de</a></p>
<p>Bei den Reservierungen sollte man sich sputen, da die Veranstaltungsorte<br />
recht klein und gemütlich ausfallen.</p>
<p>Bitte weitersagen und gern auch den Tour-Flyer weiterverwenden!</p>
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		<title>Fotos von Pure Reason Revolution @ Postbahnhof, Berlin &#124; 18.02.2011</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 12:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Legler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist noch gar nicht so lange her, dass man von diesem Geheimtipp aus England hörte: PURE REASON REVOLUTION. Ihr Debüt &#8220;The Dark Third&#8221; aus dem Jahre 2006 rüttelte so einige Progressive Rock-Fans wach. Seit jeher mit einer Leidenschaft für elektronische Klänge ausgestattet, unterstrichen die vier Musiker auf dem Nachfolge-Album, dass Rockmusik für sie mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Pure Reason Revolution - 18.02.2011 #12"><img class="alignright" src="http://farm6.static.flickr.com/5173/5464851072_dd241cf24d_m.jpg" alt="Pure Reason Revolution - 18.02.2011 #12" width="160" height="240" /></a>  Es ist noch gar nicht so lange her, dass man von diesem Geheimtipp aus England hörte: <strong>PURE REASON REVOLUTION</strong>. Ihr Debüt &#8220;The Dark Third&#8221; aus dem Jahre 2006 rüttelte so einige Progressive Rock-Fans wach. Seit jeher mit einer Leidenschaft für elektronische Klänge ausgestattet, unterstrichen die vier Musiker auf dem Nachfolge-Album, dass Rockmusik für sie mehr bedeutet als einfach nur in die Saiten zu greifen. Das Ende 2010 veröffentliche Drittwerk &#8220;Hammer and Anvil&#8221; lässt noch mehr Raum für Depeche Mode-eske Sounds und allgemeine Experimentierfreuden.</p>
<p>Klar, dass so ein frisch veröffentlichtes Album auch eine Tour nach sich ziehen MUSS. Wir schauten in Berliner Postbahnhof vorbei, in dem sich etwa 200 Fans tummelten. Scheinbar sind Pure Reason Revolution immer noch nicht dem Geheimtipp-Status entwachsen. Aber das macht ja alles nichts. Die Leute freuten sich jedenfalls über genug Platz zum Kopfnicken und Tanzen, vielleicht ein Grund, weshalb sich die Band DIREKT nach der vibrierenden Show unters Publikum mischte: zum Händeschütteln und Small-Talken. &#8220;Thanks man, that was brilliant!&#8221; Was sollen wir dem noch hinzufügen?</p>
<p>Wir wünschen viel Freude beim Galerie-Durchstöbern!</p>
<p><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr14.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr13.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr12.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr15.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr16.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr17.jpg' class='float_left' /></a></p>
<div class='falbum-clear-left'></div>
<p><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr19.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr18.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20090322_PRR/prr20.jpg' class='float_left' /></a></p>
<div class='falbum-clear-left'></div>
<p>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/album/72157615980598261/pure-reason-revolution.html">Zu allen Bildern von Pure Reason Revolution</a></p>
<p>PRR auf MySpace (mit zwei Songs vom neuesten Album):<br />
<a href="http://www.myspace.com/purereasonrevolution">myspace.com/purereasonrevolution</a></p>
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		<title>DORNENREICH: &#8220;Flammentriebe&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 21:22:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das mittlerweile siebte Scheit im heller denn je leuchtenden Feuer dieser österreichischen Ausnahmegruppe um Jochen Stock lodert durch und durch. Dornenreichs &#8220;Flammentriebe&#8221; sind Nährboden und Löschwasser für den eigenen Innerbrand, sind kerosingetränkter Docht, lassen einfach nicht kalt wen Alltag und Massenmedium noch nicht haben erstarren lassen. &#8220;Du bleibst grell &#8211; Wirst nie Nacht Flammenmensch &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/02/dornenreich_flammentriebe.jpg" alt="Dornenreich: Flammentriebe (2011)" title="Dornenreich: Flammentriebe (2011)" width="200" height="298" class="alignleft size-full wp-image-3733" />Das mittlerweile siebte Scheit im heller denn je leuchtenden Feuer dieser österreichischen Ausnahmegruppe um Jochen Stock lodert durch und durch. Dornenreichs &#8220;Flammentriebe&#8221; sind Nährboden und Löschwasser für den eigenen Innerbrand, sind kerosingetränkter Docht, lassen einfach nicht kalt wen Alltag und Massenmedium noch nicht haben erstarren lassen.<span id="more-3732"></span></p>
<p><em>&#8220;Du bleibst grell &#8211; Wirst nie Nacht<br />
Flammenmensch &#8211; Kennst nicht Acht<br />
Du willst das Scheit &#8211; und koste es der Welten Preis.&#8221;</em></p>
<p>Auch wenn die Instrumentierung diesmal wieder deutlich härter ausfällt: Es ist ein natürliches Anknüpfen an das minimalistische, akustische Vorgängerwerk &#8220;In Luft geritzt&#8221; von 2008. Omnipräsent sind Inves Geigentöne, Evígas mysteriös wandernde Akustikgitarre auch hier zugange. Zugleich sind die &#8220;Flammentriebe&#8221; wütender, zugleich versöhnlicher. Energetisch ist vielleicht das richtige Wort. Wie kann das sein? Es ist der Kreis, der hier erneut seine lyrische Bahn zieht. Steter Wandel ist hörbar in der perfekten Text-Ton-Symbiose Dornenreichs und selbst auch Gegenstand&#8230;</p>
<blockquote><p>Der Wandel, um den es mir im Rahmen von FLAMMENTRIEBE geht, ist ein gesamtgesellschaftlicher und nachhaltiger. Doch der kann nur entstehen, wenn das Individuum sich bewusst dazu entscheidet, der zerstörenden Selbsttäuschung, als Mensch der König dieser Welt zu sein, den Rücken kehrt. Wir leugnen die Tatsache, dass die Natur auf Kreisläufen basiert. Es ist unweigerlich so, dass das Pendel, das wir mit aller starren Kraft in die Gewinn- bzw. Ausbeutungsmaximierung zerren, bald mit derselben Kraft in die andere Richtung ausbrechen wird, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.<br />
(Evíga für <a href="http://www.metal-hammer.de/Dornenreich_Interview_FLAMMENTRIEBE_Heft_lang.html" target="_blank">Metal Hammer 02/11</a>)</p></blockquote>
<p><em>&#8220;Ende, Ende, tief im Land.<br />
Wessen Rücken steht zur Wand?<br />
Willst du der Mensch sein, der Leben vertritt?&#8221;</em></p>
<p><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/02/dornenreich-300x252.jpg" alt="" title="dornenreich" width="300" height="252" class="alignleft size-medium wp-image-3754" />Die lebensbejahende Haltung Dornenreichs unterscheidet die Österreicher von allen anderen Black Metal Bands. Und obwohl hier einige Charakteristika klar der schwarzmetallischen Muse zuzuordnen sind &#8211; sägende Gitarren, hin und wieder ein Blastbeat (&#8220;Kreis weckt Kraft!&#8221;), Dornenreich sind noch immer der inbegriff von Sturm und Drang &#8211; sie sind dieser Szene entwachsen, gereift, ohne zahm geworden zu sein. Evíga kann noch immer markerschütternde Schreie höchsten Ausdrucks ausstoßen, man höre hierzu nur einmal den Mittelteil des hypnotischen &#8220;Fährte der Nacht&#8221;, muss aber nicht mehr kieksen und wimmern wie noch zu früheren Zeiten der Tage  &#8220;Her von welken Nächten&#8221;. Wer &#8220;Durch den Traum&#8221; und &#8220;Hexenwind&#8221; zu schätzen wusste und sich dazu die songschreiberische Finesse von &#8220;In Luft geritzt&#8221; vorstellen kann, dem sind die &#8220;Flammentriebe&#8221; empfohlen. Schwachstellen findet man nicht. Das Album strotzt vor dichterischer Dichte und dichter Dornenkunst.</p>
<p>Einmal mehr gilt: Gänsehaut statt Gänsemarsch, ab dem 11.02.2011 auf diversen Tonträgern ab 10.02.2011 live mit Agrypnie:</p>
<p>10.02.&#8217;11 DE- München / Backstage<br />
11.02.&#8217;11 AT &#8211; Klagenfurt / Volxhaus<br />
12.02.&#8217;11 AT &#8211; Wien / Szene<br />
13.02.&#8217;11 DE &#8211; Nürnberg / Z-Bau<br />
14.02.&#8217;11 DE &#8211; Dresden / Puschkin Club<br />
15.02.&#8217;11 DE &#8211; Berlin / K17<br />
16.02.&#8217;11 DE &#8211; Essen / Turock<br />
17.02.&#8217;11 DE &#8211; Trier / ExHaus<br />
18.02.&#8217;11 DE &#8211; Stuttgart / Haus 11<br />
19.02.&#8217;11 CH &#8211; Uster / Rock City</p>
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		<title>PG.LOST und CODES IN THE CLOUDS @ Subway to Peter, Chemnitz &#124; 03.11.09</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/11/04/pg-lost-und-codes-in-the-clouds-subway-to-peter-chemnitz-03-11-09/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 22:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Photography]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Subway to Peter zu Chemnitz, die sympathische Verlängerung der so genannten &#8220;Bazillenröhre&#8221;, einer langen, stinkenden aber auch irgendwie sehr nützlichen Bahnunterführung, lud gestern erneut zum krachigen Postrock-Reigen ein. Im verräuchert-engen Kellergewölbe sind die Preise moderat, der DIY-Gedanke noch fest verankert und eine kleine Spende für die aufspielenden Bands ins herumgehende Hütchen gang und gäbe. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Subway to Peter zu Chemnitz, die sympathische Verlängerung der so genannten &#8220;Bazillenröhre&#8221;, einer langen, stinkenden aber auch irgendwie sehr nützlichen Bahnunterführung, lud gestern erneut zum krachigen Postrock-Reigen ein. Im verräuchert-engen Kellergewölbe sind die Preise moderat, der DIY-Gedanke noch fest verankert und eine kleine Spende für die aufspielenden Bands ins herumgehende Hütchen gang und gäbe. Die Woche hält inne, wenn zum Werktag nicht selten deutlich nach 22 Uhr die Regler bis zum Anschlag gedreht werden und man den Alltag draußen lassen kann&#8230;</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2009/11/codesintheclouds.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2009/11/codesintheclouds-240x360.jpg" alt="Codes In The Clouds (3 Nov 2009 @ Subway to Peter, Chemnitz)" title="Codes In The Clouds (3 Nov 2009 @ Subway to Peter, Chemnitz)" width="160" height="240" class="alignleft size-medium wp-image-2647" /></a>Und was eignet sich fürs abendliche Alltagsvergessen besser als traumverlorener Instrumental-Postrock? Den Anfang machten gestern fünf Herren aus England: <strong>CODES IN THE CLOUDS</strong>. Warum war ich eigentlich immer auf dem Trichter, dass diese Band Codes In The Sky heißen würde? Wohl weil es eine Postrockbande gibt, die Explosions In The Sky heißt und derzeit eben jene postrockenden Kapellen wie Pilze aus dem Boden schießen, so dass man schnell mal den Überblick verlieren kann, gerade wenn die Bands sich der rein instrumentellen Spielart dieses Genres verschrieben haben. Meine anfängliche Erwartung an heftige &#8220;Walls of Sound&#8221; &#8211; drei Gitarristen stöpselten hier ihre Sechssaiter an! &#8211; wich schnell der Ernüchterung: Das relativ belangloses Geplänkel und Wabber-Geschrubbel kam ziemlich unsicher herüber. Die Band machte den Eindruck, als wäre sie noch recht frisch hinter den Ohren und müsste unbedingt das tun, was zig andere Bands vor ihnen auch schon machen. Die ein oder andere gute musikalische Idee war dabei, auch klappte das gemeinsame Timing ganz gut, aber in Sachen Bühnenpräsenz und Ideenreichtum sollten die Briten noch arbeiten.</p>
<p><a href="/photos/photo/4076338806/pg-lost-03-11-2009-2.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="pg.lost - 03.11.2009 #2"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2793/4076338806_e1846f8326_m.jpg" alt="pg.lost - 03.11.2009 #2" width="240" height="160" /></a> Anders sind da <strong>PG.LOST</strong>. Zwar kochen auch die Burschen aus dem schwedischen Norrköping nur mit den gewohnten Zutaten, doch tun sie das live wie auch auf Platte so mitreißend, dass es mir schwerfällt, diesen Fluss durch Fotografieren zu unterbrechen. Sie bewegen sich wie Wasser: Wellen, die nicht gegeneinander aufbauschen, sondern miteinander Wogen streichen, miteinander brodeln und sich wieder glätten. Die Harmonien sind einfach harmonischer, Träumereien träumerischer, Ausbrüche ausbrechender und präzise im Timing. Wer sich fallen lässt, entdeckt die vielen ausgeklügelten Details, bisweilen progressive Feinheiten, vom fingerbrecherischen Basslauf bishin zum filigranen Beckenanschlag. </p>
<p></br></p>
<p>Das Live-Highlight in Chemnitz stellte einmal mehr &#8220;The Day Shift&#8221; vom Fernweh-Debütalbum &#8220;It&#8217;s not me, it&#8217;s you&#8221; dar. Der Longtrack ist für pg.lost-Verhältnisse erstaunlich eingängig und bietet als besonderes Schmankerl zur Abwechslung mal Vocals, die Bassist Kristian Karlsson gedankenvertieft und instrumentengleich ins Mikro weht. Der gitarrenartige Effekt dieser Sangesart wird verstärkt durch eine leichte Verzerrung und fertig haben wir eine ooohoo-lastige Vokaldarbietung, die angenehm an Pink Floyds &#8220;Celestial Voices&#8221; erinnert.</p>
<p><a href="/photos/photo/4075585735/pg-lost-03-11-2009-4.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="pg.lost - 03.11.2009 #4"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2588/4075585735_17280fc8a8_m.jpg" alt="pg.lost - 03.11.2009 #4" width="160" height="240" /></a> Doch zurück zu den Schweden: Pg.lost zeigten sich im Subway noch ausgereifter als noch vor einem Jahr, als ich sie in Leipzig im altehrwürdigen Café Panam (R.I.P.) sah. Wer kann, der soll sich unbedingt auf den Weg zu einem der noch ausstehenden Tourtermine zu gehen, denn es lohnt sich gleich doppelt: Karlsson und Ko. haben bereits jetzt das offiziell Ende des Jahres erscheinende neue Album &#8220;In Never Out&#8221; im Gepäck. Die Behauptung das neue Album sei deutlich härter als das Erstwerk, kann ich nicht recht nachvollziehen. Zwar sind in der Tat einige Parts heftiger als bisher ausgefallen, doch dominiert auch ein leiser, fragiler Ton das Klangbild, so dass man sich auf viele interessante Gegenpole und ein dicht gewobenes Spannungsfeld dazwischen einstellen kann&#8230; Für 20,- € bekommt man am Merchstand übrigens ein nettes Paket aus CD und schickem T-Shirt geschnürt. Das Debüt gibt es mittlerweile in Vinylform und als Digi-CD inklusive der Demo-EP. Einfach mal vorbeischauen:</p>
<p></br></p>
<p>05. Nov. 2009  	CONNE ISLAND w/ Codes In The Clouds, 	Leipzig, Germany<br />
06. Nov. 2009 	WERKSTATT w/ Codes In The Clouds, 	Chur, Switzerland<br />
07. Nov. 2009     ANN AND PAT, 	Linz, Austria<br />
09. Nov. 2009 	THE PONYHOF, 	Frankfurt, Germany</p>
<p>> Codes in the Clouds @ <a href="http://www.myspace.com/codesintheclouds">Myspace</a><br />
>> pg.lost @ <a href="http://www.myspace.com/pglost">Myspace</a></p>
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		<title>Zwei Jahre Chaostheorie und -praxis</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/07/09/zwei-jahre-chaostheorie-und-praxis/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 17:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es kommt nicht selten vor, dass man selbst von einer sehr geschätzten Person mal den Geburtstag verschusselt und zu spät, wenn überhaupt noch, gratuliert. Wenn man aber den eigenen Ehrentag &#8220;vergisst&#8221;, rührt das entweder von schier endloser Demut, unbewusster Selbstironie oder einfach daher, weil man zu viel mit anderen Dingen beschäftigt ist&#8230; Ja, es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt nicht selten vor, dass man selbst von einer sehr geschätzten Person mal den Geburtstag verschusselt und zu spät, wenn überhaupt noch, gratuliert. Wenn man aber den eigenen Ehrentag &#8220;vergisst&#8221;, rührt das entweder von schier endloser Demut, unbewusster Selbstironie oder einfach daher, weil man zu viel mit anderen Dingen beschäftigt ist&#8230;<span id="more-2326"></span></p>
<p>Ja, es ist wahr. Gerade in letzter Zeit haben wir unser Baby etwas vernachlässigt. Doch wir geloben Besserung. Und so ganz untätig waren wir ja nun auch nicht. So arbeiten wir bereits fleißig an einem Relaunch, welcher euch RockZOOM nicht nur in aufgefrischtem optischen Gewand, sondern auch insgesamt leistungsfähiger präsentieren wird. Doch keine Angst: An unserer grundlegenden Herangehensweise &#8211; niedergelegt in der Chaostheorie &#8211; wird sich dabei nichts ändern.<br />
Was wir sonst noch so getrieben haben? Einmal mehr hat unsere Grafikakrobatin Jana mit Unterstützung ihrer lieben Tippmamselln das Programmheft der Kultinstitution Dong Open Air auf die Beine gestellt. Allein deshalb lohnt es sich schon, am 17./18. Juli die Reise zum legendären Dongberg beim westfälischen Neukirchen-Vluyn anzutreten. Keine Karte für dieses Jahr bekommen? Wir werden in jedem Falle wieder ausführlich vom Festival berichten und den Daheimgebliebenen hoffentlich Geschmack auf das DOA 2010 machen können&#8230;</p>
<p>So viel zu unseren künftigen Vorhaben, doch nun soll endlich ein bisschen gefeiert werden! Und kein Geburtstag ohne Geschenke. Und zwar für alle; ganz besonders für euch! Zu danken ist hierfür einmal mehr dem überaus schönem Label Denovali Records, die mal wieder einfach so ganze brandneue Alben auf ihre Labelseite packen und dazu sehr hübsche Vinyls veröffentlichen.</p>
<p><strong>HEIRS: &#8220;Alchera&#8221;</strong> (2009)<br />
<img src="/wp-content/uploads/2009/07/heirs.jpg" alt="Heirs: Alchera (2009)" title="Heirs: Alchera (2009)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2320" />Den Anfang machen die Australier <strong>HEIRS </strong>mit ihrem neuen Album &#8220;Alchera&#8221;. Wer Bands wie Isis, Neurosis oder Cult of Luna mag, sollte hier unbedingt mal ein bis zwei Ohren riskieren. Heirs beweisen hier vor allem ein ausgezeichnetes Gespür für stimmige Lautstärkenvariationen. Eigentlich genau das richtige für eine LP, wo Höhen und Tiefen unbeschnitten daherkommen. Genau so genießt man am besten die dissonant-schleppenden Wütereien des zerstörerischen Einstiegstracks &#8220;Plague Asphyx&#8221; und das sich anschließende, im direkten Vergleich dazu schon beinah ironisch-blümerant klingende Post Rock-Epos &#8220;Mockery&#8221;. Die schon fast zaghaft klingende melancholische Akustikgitarrenunterhaltung in &#8220;Cabal&#8221; lässt zunächst an eine Mischung aus Drudkh und Pink Floyd denken, bäumt sich aber auch rasch wieder auf. &#8220;Alchera&#8221; bleibt dabei stets spannend.</p>
<p>Andere trippig-verträumte Stücke wie &#8220;Mandril&#8221; erinnern positiv an die Holländer von Transmission0&#8230; Was ist eigentlich aus denen geworden? &#8220;The White Swell&#8221; kommt in ähnlicher Manier daher, bevor es anschwillt zu einem drückend heißen Wüstenmonster. Man stelle sich hier eine Mischung aus Neil Youngs &#8220;Dead Man&#8221;-Soundtrack, Ennio Morricone und den Südstaaten-Country-Doomern Earth vor und kommt schon recht nah heran. Doch was schreib ich eigentlich noch? Überzeugt euch selbst von dieser Instrumentalgewalt ohne ablenkenden Gesang und Text&#8230;</p>
<p>>> kostenloser Album-Download, CD-Bestellung und Vinyl-Preorder unter <a href="http://denovali.com/heirs/"  target="_blank">http://denovali.com/heirs</a></p>
<p>Heirs bestreiten im Spätsommer übrigens ihre ausgedehnte Tour durch unsere Breitengrade. Hier die Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie sie aktuell geplant sind:</p>
<p>21.08.09 münster (d) &#8211; amp (+ kodiak)<br />
22.08.09 essen (d) &#8211; coffee corner (+ kodiak)<br />
23.08.09 giessen (d) &#8211; ak44 (+ kodiak)<br />
29.08.09 ger, nl, bel, lux (+ kodiak)<br />
30.08.09 siegen (d) &#8211; vortex (+ kodiak)<br />
02.09.09 nl/ northern germany (+ iroha)<br />
03.09.09 hamburg (d) &#8211; astra stube (+ iroha)<br />
04.09.09 berlin (d) – schokoladen (+ iroha)<br />
05.09.09 hammerstadt (d) – kommärzbanck (+ iroha)<br />
06.09.09 eastern germany (+ iroha)<br />
11.09.09 leipzig (d) – zoro (+ iroha)<br />
12.09.09 kassel (d) – hammerschmiede (+ iroha)<br />
13.09.09 köln (d) &#8211; mtc (+ iroha)<br />
29.09.09 mannheim &#8211; juz<br />
30.09.09 eastern austria<br />
10.10.09 suisse/ austria<br />
11.10.09 leverkusen (d) &#8211; KAW</p>
<p><strong>KOM: &#8220;Ink&#8221;</strong> (2009)</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/07/kom_ink.jpg" alt="KOM: &quot;Ink&quot; (2009)" title="KOM: &quot;Ink&quot; (2009)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2325" />Ein weiteres Schätzchen aus dem Hause Denovali ist zweifelsohne die Band <strong>KOM</strong>, die sich für ihre aktuelle EP was ganz besonderes hat einfallen lassen: Ein mit goldenem Wachs versiegeltes, auf 160 Stück limitiertes 10&#8243;-Vinyl in rot-bräunlicher individueller Maserung. Eine wirklich wilkommene Abwechslung im uniform aufgereihten Plattenschrank&#8230; wobei die äußerst schicke EP eher was für die Vitrine ist.</p>
<p>Musikalisch bewegen sich KOM in der Spannweite von Post Rock (im weiteren Sinne) und den warm-psychedelischen Tönen von 60er Jahre Soundtracks. &#8220;Soundtracks&#8221; von CAN anyone? Insbesondere der dahingehauchte, schon beinahe gelangweilt dennoch sehr cool abgebrüht klingende Gesang bei KOM gelangt schon recht nahe an den stets improvisierten Träumersingsang des CAN-Sängers Damo Suzuki heran. Weltfremd atonal plänkeln Gitarren dazu. KOM haben&#8217;s auch irgendwie mit dem 3/4-Takt, und so lässt sich zum verträumten &#8220;007&#8243; ganz hervorragend durch die regenlaue, rotweingetränkte Sommernacht walzern. Das Stück ist übrigens nicht nach einem gewissen Geheimagenten benannt, sondern einfach nur Track 2 der von &#8220;006&#8243; bis &#8220;012&#8243; durchnummerierten Songs, die stellenweise nicht mal die Zwei-Minuten-Marke überschreiten und eher als Stimmungskonstrukte bezeichnet werden können. Langweilig wird &#8220;Ink&#8221; nie und selbst nach vielem Hören lassen sich bei den gerade mal 20 Minuten dieses optischen Juwels noch viele neue Details entdecken, die den Kauf dieser 10&#8243; auch akustisch lohnenswert machen.</p>
<p>Manch einer fragt sich vielleicht, warum es auf &#8220;Ink&#8221; mit &#8220;006&#8243; los geht. Und in der Tat gibt es auch die &#8220;001&#8243; bis &#8220;005&#8243;, zu hören auf der Debüt-EP &#8220;Plazaobelisk&#8221; von 2004. Es ist wirklich zu hoffen, dass es bei den vier Jungs aus NRW bis zur nächsten EP oder gar dem Debütalbum nicht wieder fünf Jahre dauern wird.</p>
<p>>> kostenloser Mp3-Download und Vinyl-Bestellung unter <a href="http://denovali.com/kom/" target="_blank">http://denovali.com/kom</a></p>
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		<title>TRIST: &#8220;Willenskraft&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/05/06/trist-willenskraft/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 23:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sounds]]></category>
		<category><![CDATA[ambient]]></category>
		<category><![CDATA[black metal]]></category>
		<category><![CDATA[lunar aurora]]></category>
		<category><![CDATA[trist]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor fast genau einem Monat erblickte neben dem lang ersehnten dritten Wolves in the Throne Room-Album &#8220;Black Cascade&#8221; auch eine lohnende Veröffentlichung vom Label Cold Dimensions das aschfahle Licht der Welt; kurz bevor es vom Sonnenschein der folgenden Wochen für eine Zeit verdrängt werden sollte&#8230; Doch der Regen der letzten Tage spülte mir &#8220;Willenskraft&#8221;, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor fast genau einem Monat erblickte neben dem lang ersehnten dritten Wolves in the Throne Room-Album &#8220;Black Cascade&#8221; auch eine lohnende Veröffentlichung vom Label Cold Dimensions das aschfahle Licht der Welt; kurz bevor es vom Sonnenschein der folgenden Wochen für eine Zeit verdrängt werden sollte&#8230; Doch der Regen der letzten Tage spülte mir &#8220;Willenskraft&#8221;, das nunmehr dritte Album des Lunar Aurora-Masterminds Tristan, nun endlich wieder ins Bewusstsein zurück&#8230;</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/05/trist_willenskraft1.jpg" alt="Trist: Willenskraft (2009)" title="Trist: Willenskraft (2009)" width="200" height="200" class="alignleft size-full wp-image-2091" />&#8230;Rein zufällig hört auch das erste Stück von &#8220;Willenskraft&#8221; auf den Titel &#8216;Bewusstsein&#8217;. Jener Track ist im Grunde keine kreative Meisterleistung, sondern eher eine überlange Einstimmung auf die kommende Tristesse, ein Ausschluss aus dem Alltag, eine aus Meeresrauschen und spärlichen Synthesizern bestehende Sensibilisierung auf den Sog des Folgenden. Verantwortlich für diese Sogwirkung ist die aus gerade mal vier Tönen bestehende dissonante Grundmelodie des 15-minütigen &#8216;Wagemut&#8217;. Dazu hören wir animalisches, wortloses Gekrächz im Hintergrund: kein nervig hohes Gewinsel, sondern Ausdruck eines menschlichen Urleidens, das keine Sprache kennt, keine braucht. Das Stück gibt in dieser Beziehung durch seine Textlosigkeit keine Richtung vor, sodass man sich persönlicher und kreativer mit dem Gehörten auseinandersetzen kann.</p>
<p>&#8216;Zweifel&#8217; ist erneut von Meeresrauschen und Synthesizerklängen aus der düsteren Ambientschublade geprägt. Mein Gedanke nach dem ersten Durchlauf: Hätte man auch kürzer fassen können; mein Denken nach mehrmaligem Hören: Auch diese minimalistische Wiederholung ist notwendig, um den Hörer wieder herunterzufahren, ihn die ein oder andere versteckte Symbolik zu suggerieren, ihn innerlich vorzubereiten auf das ähnlich wie &#8216;Wagemut&#8217; beschwörerisch erklingende &#8216;Herzenswunsch&#8217;, das trotz des lechzenden Halb-Mensch-halb-Tier-Geheuls im Hintergrund durchaus auch einige positive Stimmungen hervorrufen kann, und seien sie von einer Sturm-und-Drang-Natur, die einem im folgenden &#8216;Verhinderer&#8217; wieder zerschlagen, zumindest desillusioniert, wird. Nach über einer Dreiviertelstunde Spielzeit begegnen uns hier die ersten Worte, wohl vielen Leuten bekannte Verse eines gewissen Mephistopheles:</p>
<blockquote><p>Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.<br />
Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt<br />
Gewöhnlich für ein Ganzes hält-<br />
Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war<br />
Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar<br />
Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht<br />
Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht,<br />
Und doch gelingt&#8217;s ihm nicht, da es, so viel es strebt,<br />
Verhaftet an den Körpern klebt.<br />
Von Körpern strömt&#8217;s, die Körper macht es schön,<br />
Ein Körper hemmt&#8217;s auf seinem Gange;<br />
So, hoff ich, dauert es nicht lange,<br />
Und mit den Körpern wird&#8217;s zugrunde gehn.<br />
<em>(Faust: der Tragödie erster Teil, Vers 1346 ff.)</em></p></blockquote>
<p>Und wieder die Brandung&#8230; unregelmäßige Maschinengewehrschüsse einer Schlacht, vereinzelt und weit im Hintergrund stirbt jemand&#8230; wieder Gesprochenes: Funksprüche, kaum entzifferbar&#8230; inmitten des Kugelhagels ruhige Synthklänge &#8211; Ich fühle mich an &#8220;Letters from Iwo Jima&#8221; ein wenig erinnert, tiefbewegende filmmusikalische Ausmaße jenseits pompöser Leinwandtöne á la Gregson-Williams und Co. Am Tiefpunkt der Stimmung ist man jedoch erst in &#8216;Wandlung&#8217; angekommen: Gekrähe weicht einem Hundegeheul&#8230; Nein, Hunde sind das nicht, eher Todesschreie solcher, die entmenscht werden&#8230; Zwei Minuten dauert der Spuk, dann wispert eine Frauenstimme kaum Hörbares und lässt den Hörer ein wenig verstört und mitgenommen zurück&#8230; Die letzten Minuten sind vom für Trist typischen atmosphärischen, mit Synthklängen durchzogenen Minimal-Black Metal geprägt und entlassen einen mit gemäßigteren Ambientklängen so langsam aber sicher wieder in den Alltag&#8230; Aber dennoch: Warum tut man sich so etwas eigentlich an? Es ist wohl die Neugier an der ungewöhnlichen Erfahrung, die Flucht aus dem umtriebigen Alltag in die innere Zurückgezogenheit, die in der Transparenz unseres so sehr öffentlich gewordenen Privatlebens doch irgendwie so langsam aber sicher verloren geht.</p>
<p>Und hierzu endet auch &#8220;Willenskraft&#8221; vortrefflich mit dem Gedicht &#8220;Wer allein ist&#8221; von Gottfried Benn, in einer Rezitation von Will Quadflieg (übrigens unter anderem Faust-Darsteller der vielgerühmten Gründgens-Inszenierung von 1960, doch das nur am Rande):</p>
<blockquote><p>
Wer allein ist, ist auch im Geheimnis,<br />
immer steht er in der Bilder Flut,<br />
ihrer Zeugung, ihrer Keimnis,<br />
selbst die Schatten tragen ihre Glut.</p>
<p>Trächtig ist er jeder Schichtung<br />
denkerisch erfüllt und aufgespart,<br />
mächtig ist er der Vernichtung<br />
allem Menschlichen, das nährt und paart.</p>
<p>Ohne Rührung sieht er, wie die Erde<br />
eine andere ward, als ihm begann.<br />
nicht mehr Stirb und nicht mehr Werde:<br />
formstill sieht ihn die Vollendung an.</p></blockquote>
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		<title>Denovali Records verschenkt Musik&#8230;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/02/13/denovali-records-verschenkt-musik/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 18:06:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sounds]]></category>
		<category><![CDATA[Thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[ambient]]></category>
		<category><![CDATA[celeste]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;und zwar komplette Alben, Neuerscheinungen. Ab heute steht bei Denovali zum Beispiel das neue Album &#8220;MISANTHROPE(S)&#8221; der Sludge-Krachmacher CELESTE sowie das Debütalbum von KODIAK - klirrekaltes Instrumentalkino! &#8211; im Regal, physisch wie auch digital: Alle Stücke kann man sich in voller Länge auf der Homepage anhören oder direkt downloaden; wer will, der kann per PayPal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2009/02/denovali_021.jpg" alt="denovali_header" title="denovali_header" width="500" height="100" class="alignleft size-full wp-image-1707" />&#8230;und zwar komplette Alben, Neuerscheinungen. Ab heute steht bei <a href="http://www.denovali.com" target="_blank">Denovali</a> zum Beispiel das neue Album &#8220;MISANTHROPE(S)&#8221; der Sludge-Krachmacher <strong>CELESTE</strong> sowie das Debütalbum von <strong>KODIAK </strong>- klirrekaltes Instrumentalkino! &#8211; im Regal, physisch wie auch digital: Alle Stücke kann man sich in voller Länge auf der Homepage anhören oder direkt downloaden; wer will, der kann per PayPal eine kleine Spende hinterlassen. Die Mp3s sind dabei nicht gerade vom Wühltisch; die Dateien kommen in 192kb/s daher. Natürlich trotzdem nichts für den audiophilen Vinylfreund. Der fühlt sich bei dieser lächerlichen Zahl vielleicht eher an die Worte von Pat Mawhinney erinnert, dem Inhaber der <a href="http://www.thegreatestmusiccollection.com/" target="_blank">größten privaten Plattensammlung der Welt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;They chop off the highs, they chop off the lows, and then they compress everything. How could that possibly be equal to the open sound that you get on a record?&#8221;<br />
<em><strong>Paul Mawhinney</strong>, stolzer &#8220;Noch-Inhaber&#8221; von circa 3 Mio. Schallplatten&#8230;</em></p></blockquote>
<p>Das sieht Timo, Mitbegründer des 2005 ins Leben gerufenen Underground-Labels Denovali Records, wohl ähnlich und bringt uns die Idee der freien Downloads etwas näher:</p>
<blockquote><p><strong>Timo</strong>: Die Idee mit den Umsonst-Downloads basiert auf keinem Kalkül. Wir lassen uns bei der Labelarbeit nur bedingt von wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten. Uns war es einfach wichtig, dass jeder Mensch, der Interesse an der Musik hat, sie auch in voller Gänze aufnehmen kann. Einige unserer Bands (vor allem diejenigen, die noch mit einem anderen CD-Label arbeiten) sehen das anders. Aus diesem Grund wird nicht jede Platte kostenlos zur Verfügung gestellt. Aus unserer Sicht ist das aber vollkommen okay. Ein weiteres Argument wäre dann, dass wir Mp3s nicht als Produkt verstehen. Für uns ist es allerhöchstens eine Ergänzung zu Vinyl und CDs. Wir sehen Artwork, Lyrics und Musik als Ganzes. Eine Gänzlichkeit, die Mp3s nicht liefern können. Zudem finden wir es schlichtweg albern, Menschen pro simplen komprimierten Datensatz 99 Cent aus den Taschen zu leiern. Im Übrigen freuen wir uns aber, wenn Leute, die die Mp3s mögen im Endeffekt ebenfalls eine Platte kaufen. Nur das sichert ja das Überleben des Labels.</p></blockquote>
<h3>Erst wird gehört, dann (hoffentlich) bezahlt</h3>
<p>&#8220;Ich möchte vorher gern wissen, was ich kaufe&#8221; ist ein gängiges Argument, was man von vielen Tauschbörsen-Saugern hört; nur vergessen die meisten leider bei Wohlgefallen an der Musik im Endeffekt auch dafür zu bezahlen. Was in der Softwarebranche vielerseits schon gang und gäbe ist &#8211; ein enthusiastischer Programmierer erstellt ein nützliches Tool und platziert einen &#8220;Donate&#8221;-Button, dem man Aufmerksamkeit schenken kann oder es eben bleiben lässt &#8211; hat sich in Teilen schon auf wissenschaftliche Publikationen ausgebreitet &#8211; das kostenlose Bereitstellen von Volltexten via Open Access zusätzlich zum Printmedium &#8211; und kommt nun so langsam auch in der Musikbranche an. Das zeitweise Zurverfügungstellen ganzer Alben via Myspace ist ja mittlerweile angenehmerweise gar nicht mehr so selten, von Downloadmöglichkeiten jedoch kaum eine Spur. Als Vorreiter in Sachen Komplettdownloads sind gewiss Radiohead mit ihrem 2007er Album &#8220;In Rainbows&#8221; zu nennen. Auch wenn die eine eher ernüchternde Bilanz zogen: Nur 38% der Downloader bezahlten im Nachhinein (Quelle: <a href="http://http://www.laut.de/vorlaut/news/2007/11/07/17084/index.htm" target="_blank">laut.de</a>). Na immerhin, würde ich sagen. Bei über einer Million Downloads in den ersten Wochen dürften Radioheads selbst bei 5 Euro pro Nase immer noch ein nettes Zubrot bekommen haben.</p>
<h3>Doppelt gewagt?</h3>
<p>Aber Radiohead sind nun mal Radiohead. Und mit solch einem Bekanntheitsgrad kann ein klitzekleines Label wie Denovali Records ganz gewiss nicht mithalten. Der Schwerpunkt liegt hier nämlich auf Sludge und Doom und ähnlich schwerverdaulich-experimenteller Musik, die nicht gerade bekannt dafür ist, eine große Fangemeinde zu haben. Hin und wieder findet man auch melancholische Ambient-Sachen. Wer solche Musik hört, liebt sie für gewöhnlich. Und deshalb kauft er sie dann doch&#8230;</p>
<p>Und was konnte man vor ein paar Monaten den Medien entnehmen? &#8220;Metalfans retten die Plattenindustrie!&#8221;. Na, so ganz über einen Kamm scheren kann man das auch nicht, ging doch vor ein paar Tagen erst GUN Records &#8211; &#8220;Great Unlimited Noise&#8221; &#8211; pleite. Wem dieser Name nichts sagt, dem sind vielleicht seine ehemaligen Schößlinge OOMPH!, APOCALYPTICA, WITHIN TEMPTATION oder APOPTYGMA BERZERK ein Begriff. Wie kann man als Label eigentlich mit einem solchen Bandaufgebot pleite gehen? Dass man als doch relativ kleines Label, und das ist auch GUN im Vergleich zu den &#8220;Riesen&#8221;, die hier namentlich nicht mehr aufgeführt werden müssen &#8211; durch Plattenverkäufe kaum Einnahmen erwirtschaften kann, sollte klar sein. Doch spätestens wenn Umpf und Co. ganze Stadien füllen, dürfte der Aufwand für die paar gepressten CDs, die jetzt im Keller liegen und die keiner haben möchte, wieder hereingeholt sein&#8230; Schlechtes Management bei GUN oder haben die Fans ihre &#8220;Mainstream-Hartwurstler&#8221; im Stich gelassen?</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/02/denovali_011.jpg" alt="Denovali Records" title="Denovali Records" width="250" height="250" class="alignleft size-full wp-image-1706" />Da zieht es uns wieder in den getreuen Underground, wo ein Tonträger noch als Produkt bestehend aus Artwork, Textgut und weitgehend unkomprimierter Musik angesehen wird. Und wirft man einen Blick in den Denovali Shop, findet man dort einiges was das Vinylherz begehrt: vom ungewöhnlichen 6&#8243;-Split über aufwändige aber dennoch erschwingliche Gatefolds bishin zum Caspian-Vinyl in &#8220;Bier-Kolorierung&#8221; &#8211; ja eigentlich wäre so eine Aufmachung eher ein Fall für unsere Kollegen des besonders trven Metal. Etliches wird sogar selbst gestaltet. Thomas, Denovalis zweiter Labelchef, ist für die ansprechende Webseite verantwortlich und gestaltet sogar viele Artworks selbst. Es ist bei all der Liebe zum Detail schon erstaunlich, dass die liebevoll aufgemachten Tonträger doch zu solch humanen Preisen daherkommen.</p>
<blockquote><p><strong>Timo</strong>: Uns ist es wichtig so viel wie möglich selbst zu machen. Thomas ist in Sachen Design und Programmierung einfach sehr talentiert. Das gibt uns die Möglichkeit gerade im Internet (freie Downloadseiten für jede Band etc.) den Leuten mehr als Herkömmliches zu bieten. Die Preisgestaltung ist okay. Es gibt sicherlich so einige DIY-Labels [Anm. DIY = "do it yourself"], die noch wesentlich günstiger sind als wir. Aber im Anbetracht der Tatsache, dass wir eine Fülle an Releases pro Jahr realisieren, MwSt. abführen müssen, uns ein aufwendiges Artwork wichtig ist und ein stetig steigender Zeitaufwand hinter dem Label steckt, ist unsere Preisgestaltung im Vergleich zu kommerziellen Labels noch sehr moderat. Wir orientieren uns dabei immer an unseren Wertmaßstäben…. also an der Frage „Was würde ich dafür zahlen?“.</p></blockquote>
<p>Stichwort &#8220;do it yourself&#8221; und so viel wie möglich selbst machen: Wenn man dann auch noch Booking und Management für die Bands im eigenen Label übernimmt, dann müsste das Ganze ja zu einer Art Fulltime-Job ausarten&#8230; Jedenfalls kann man wohl kaum von dieser Arbeit leben&#8230;!?</p>
<blockquote><p><strong>Timo</strong>: Naja… so Begriffe wie Management fallen bei uns eigentlich nicht. Wir buchen für einige der Bands Touren – andere sind durch ihr CD-Label schon auf einem „höheren Level“ und haben spezielle Bookingagenturen. Generell versuchen wir allen Bands innerhalb unseres Zeitrahmens so gut wie möglich zu helfen. Ein Fulltime-Job ist es nicht… eher ein zeitintensives Interesse.<br />
Nein, wir leben nicht von dem Label. Wir sind froh immer genügend Geld zu verdienen, um neue Platten machen zu können.</p></blockquote>
<h3>&#8220;Musikindustrie&#8221;&#8230;</h3>
<p>&#8230;eigentlich ist dieses Kompositum pervers. Es suggeriert zum einen eine massenweise Herstellung kommerziell vertriebener Güter und zwangsverehelicht diese im gleichen Atemzug mit einem Phänomen, das laut Victor Hugo bekanntermaßen nicht einmal in Worte gefasst werden kann; in ein Produkt pressen kann man es scheinbar schon. Und im Grunde ist das auch gut so, denn man muss nicht zwangsläufig von William Morris und der Arts and Crafts-Bewegung um 1900 gehört haben, um Massenanfertigung von einem vollendeten, in sich stimmigen und qualitativen Produkt unterscheiden zu können. Es ist nicht das Produkt an sich, es sind vielmehr die großen Plattenlabel und deren Summen, Provisionen und Gewinne, die freilich zum &#8220;Überleben&#8221; der Kunst nötig sind &#8211; oder es zumindest zu sein scheinen &#8211; welche der Musik aber unweigerlich ihre Unbestechlichkeit und nicht zuletzt auch ihren &#8220;Zauber&#8221; nehmen. Doch reich werden Labels wie Denovali nicht. Auch die Rollenverständnisse der Plattenfirmen sind äußerst verschieden. Unter diesem Aspekt interessierte mich nicht zuletzt auch die Labelphilosophie bei Denovali&#8230; und ob es so etwas wie &#8220;Leitlinien zur Zusammenarbeit mit Künstlern&#8221; gibt&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Timo</strong>: Eine wirkliche Philosophie liegt eigentlich nicht vor. Primär stehen bei uns die Musik des Künstlers und der Künstler selbst im Mittelpunkt. Viele der unsinnigen Dinge, die man als Label machen muss, um eine Band voran zu bringen, sind dann eher ein hingenommenes Übel als eine anvisierte Leitlinie. Uns ist vor allen Dingen wichtig, dass alles auf Vertrauensbasis stattfindet – Verträge oder Ähnliches gibt’s bei uns nicht. Ansonsten versuchen wir die Verantwortlichkeit für alle Maßnahmen rund um das Label in den eigenen Händen zu belassen. Wir sind in gewisser Weise von der DIY-Kultur beeinflusst – auch wenn wir viele Normen und Regeln die dort unausgesprochen gelten nicht als unsere eigenen ansehen.</p></blockquote>
<p>&#8230;Und so muss Musik &#8220;gemacht&#8221; werden.</p>
<p>Musik ist kein Fast Food.<br />
Und wer das verstanden hat, bezahlt den guten Koch mit Freuden.<br />
Kein Handel, vielmehr eine Belohnung, die selbstverständlich ist.</p>
<p>Offizielle Denovali Homepage: <a href="http://www.denovali.com" target="_blank">www.denovali.com</a></p>
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		<item>
		<title>Dornenreich: &#8220;In Luft geritzt&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/05/25/dornenreich-in-luft-geritzt/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 May 2008 20:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Neitzel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Allein der Titel des neuen DORNENREICH-Albums ist ein kleines Kunstwerk. „In Luft geritzt“ – denkt man über den Sinn oder Unsinn dieser Worte nach, so verfällt man unwillkürlich in philosophische Bahnen und lässt seinen Gedanken freien Lauf, malt sie in den Himmel, schreibt sie in die Wolken, ritzt sie in die Luft… Vielleicht ist dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allein der Titel des neuen <strong><a href="http://www.dornenreich.com">DORNENREICH</a></strong>-Albums ist ein kleines Kunstwerk. „In Luft geritzt“ – denkt man über den Sinn oder Unsinn dieser Worte nach, so verfällt man unwillkürlich in philosophische Bahnen und lässt seinen Gedanken freien Lauf, malt sie in den Himmel, schreibt sie in die Wolken, ritzt sie in die Luft… Vielleicht ist dies sogar der Ansatz, mit dem sich Eviga und sein geigender Mitstreiter Inve der Thematik des neuen Werks genähert haben? Auf dem Rücken auf einer Wiese liegend, das Denken losgelöst vom Sein in den Himmel empor steigen lassend, über das Leben, die Liebe und die Freiheit sinnierend? Wer weiß das schon bei Dornenreich? Wie oft hat man sich in der Vergangenheit schon diese Frage gestellt ob der lyrischen Texte der Vorgängeralben wie „Her von welken Nächten“, „Hexenwind“ oder „Durch den Traum“? Man kennt sich, weiß um den Tiefgang der musikalischen Werke des Herrn Stock und respektiert sich, auch im Wissen, mit jeder neuen Scheibe eine neue Herausforderung präsentiert zu bekommen</p>
<p>Und doch ist „In Luft geritzt“ anders, geht neue Wege und besinnt sich auf das Ursprüngliche, konzentriert sein Tun auf das Wesentliche. Schon die Instrumentierung ist mehr als minimalistisch. <img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/05/dornenreich_in-luft-geritzt.jpg' alt='dornenreich_in-luft-geritzt.jpg'class="float_left"/>Lediglich Gitarren- und Schellenklänge sowie der alte Reiz des Dialogs zwischen abwechselnd kraftvollen dann wieder dahingehaucht flüsterndem Gesang und dem federführenden Geigenspiel bilden die Grundlage für das sechste Album der Österreicher – nicht einmal Schlagwerk gibt sich die trommelnde Ehre. Der reine Klang steht im Mittelpunkt, buhlt mit den lyrischen Inhalten und bildet mit jenen am Ende eine harmonische Einheit, nicht ohne immer wieder für überraschende Wendungen zu sorgen, wenn samtene Gesänge in harsche Rufe ausufern und die fidele Geige ihr lustiges Spiel mit kantigen Gitarrenklängen treibt. Das erinnert mal an Folk, dann wieder an vertonte Poesie, mal wild und ungezügelt, um wenig später in träumerische Gefilde abzugleiten.</p>
<p>Folgt man den Titeln, erschließt sich beinahe so etwas wie ein vertontes Buch mit all seinen Kapiteln. Man liest vom „Drang“ zu sein, die innere „Unruhe“, welche den Menschen auf einer stetigen „Jagd“ antreibt. Mal sind es Momente der Ruhe, wenn der „Freitanz“ zelebriert wird, dann wieder ein „Sehnlauf“ auf dem Weg voran, getrieben von persönlichen Erlebnissen. Und plötzlich ein „Flügel in Fels“, wenn die Gedanken sich lösen, sich ihren Weg suchen in weite Ferne, wie ein Delphin das „Meer“ durchtänzelnd. Wo eben noch der Sinn nach dem heimischen Hafen stand, nach der Begegnung mit Freunden, wartet im nächsten Moment erneut ein „Aufbruch“, wie von inneren Dämonen getrieben. Der Weg führt ins unbekannte Land, die Seele erkundet neue Gefilde, mal fühlt sie sich frei, „Dem Wind geboren“, dann wieder gefangen in ihrer unvollkommenen irdenen Hülle und dem Korsett der Gedanken. Doch am Ende sind es die „Zauberzeichen“, welche uns Menschen den Weg weisen und wie in Luft geritzt am inneren Horizont erscheinen. Diesen Pfad muss jeder für sich selbst finden, erst dann kann man von sich behaupten, wirklich frei zu sein. Ob Musik das geeignete Mittel sein mag, einen jeden auf seinem Weg zu begleiten – auch diese Freiheit muss jeder für sich selbst entwickeln. Doch als Soundtrack für eines Menschen Schicksal mag dieses Album allemal taugen, dermaßen kraftvoll und dennoch immer voll spielerischer Leichtigkeit umschmeicheln den geneigten Hörer die wie willkürlich dahin geworfenen Verwindungen aus Text und Musik. Nichts für flüchtiges Konsumieren, jeder Titel für sich will umworben und erobert werden, doch am Ende mag man jenen flüchtigen Geist erfassen, der ein Leben lang im Zwiespalt steht zwischen der Freiheit der Gefühle und den Gefühlen der Freiheit, von der einen Leidenschaft, die Leiden schafft.</p>
<p>Wer akustische, gewiss minimalistische und dennoch kurzweilige Musik mag, wem die Lyrics von Eviga auch in der Vergangenheit nicht zu „abgehoben“ waren, wem dieses gewisse Pathos in Verbindung mit lyrischer Intelligenz nicht zu entrückt erscheint, der dürfte auch von „In Luft geritzt“ absolut angetan sein! Dornenreich bleiben auch mit diesem Werk ihrem Ruf treu, ein wenig „anders“ zu sein, den Gefühlen nach Freiheit, der Mystik der Seele und dem inneren Kampf des Menschseins ein Sprachrohr zu geben. Keine leichte Aufgabe, ohnehin mag nicht jeder der Welten Schicksal schultern, doch seine innere Mitte und wahre Freiheit zu finden, kann niemals und niemandem schaden. Oder, wie beschrieb es Eviga auf „Zum Träumen wecke sich wer kann“ (vom Hexenwind-Album) so wunderbar poetisch? „Jenes alte Tor voran, wo alles magisch einst begann“ – lasset uns dieses Tor gemeinsam suchen und bis diese Suche ihr Ende findet, lassen wir uns gerne von weiteren Dornenreich-Werken begeistern!</p>
<p>Doch halt: Am Ende ist nichts wie es scheint, alles ist nur Illusion. Darum vergesst all diese Zeilen, denn geschriebene Worte sind nicht mal Schall und Rauch und wer denkt, es gäbe die EINE Wahrheit, der geht fehl. Die Wahrheit ist: Bildet euch selbst eine Meinung, taucht ein in diese Scheibe und entdeckt eure eigene Sicht der Dinge, denn am Ende steht nur die und das zumeist „in Luft geritzt“!!!</p>
<p>Tracklist:</p>
<p>1. Drang<br />
2. Unruhe<br />
3. Jagd<br />
4. Freitanz<br />
5. Sehnlauf<br />
6. Flügel in Fels<br />
7. Meer<br />
8. Aufbruch<br />
9. Dem Wind Geboren<br />
10.Zauberzeichen</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Robin Staps spricht &#252;ber THE OCEANs &#8220;Precambrian&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 19:52:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ambient]]></category>
		<category><![CDATA[disillusion]]></category>
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		<category><![CDATA[the ocean]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Precambrian &#8211; Proterozoic&#8221; hat das 26-köpfige(!) Berliner The Ocean-Kollektiv für mich definitiv eines &#8211; wenn nicht DAS! &#8211; Album des Jahres 2006 geschaffen (Rezension siehe LINK): Was durch die Auflistung der ersten geologischen Perioden unseres Planeten (diese bildet sozusagen die Tracklist) zunächst menschenfeindlich anmutet, stellt sich im Laufe dieses Albums immer mehr als Seelenspiegel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8220;Precambrian &#8211; Proterozoic&#8221; hat das 26-köpfige(!) Berliner The Ocean-Kollektiv für mich definitiv eines &#8211; wenn nicht DAS! &#8211; Album des Jahres 2006 geschaffen (<a href="http://RockZOOM.de/2007/12/07/the-ocean-precambrian-proterozoic/">Rezension siehe LINK</a>): Was durch die Auflistung der ersten geologischen Perioden unseres Planeten (diese bildet sozusagen die Tracklist) zunächst menschenfeindlich anmutet, stellt sich im Laufe dieses Albums immer mehr als Seelenspiegel einer finsteren Phase des Kollektivkopfes Robin Staps dar. Jener gab noch einmal ausgiebigst Feedback zu dieser Reise durch eruptive Gefühlsausbrüche und fragile Geständnisse eines geplagten Gemüts&#8230;</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Katrin: Sind irgendwie Geologie-/Geographiestudenten unter euch oder woher rührt das Interesse an der Materie Praekambrium? Wie kam es zu dieser Idee?</p>
<blockquote><p><strong>Robin: </strong>Ich bin tatsächlich Geograph und habe mich im Rahmen meines Studiums schon mit der Thematik auseinandergesetzt, von daher war nicht viel zusätzliche Recherche notwendig&#8230; Die Idee für das Konzept kam mir, als ich versucht habe, mir die Musik zu visualisieren. Dabei kamen mir immer Bilder von glühender Lava, endlosen schwarzen Basaltfeldern und Vulkanausbrüchen in den Sinn. Ein Album über die ersten, frühen Tage der Erde, als sich ebensolche Szenarien zugetragen haben, lag also nahe. Mutter Erde war damals ein furchtsamer Ort, wo es nicht viel mehr gab als Vulkane, giftige Gase und durch die Luft fliegende Steine&#8230; Leben gab es keines, nicht einmal Sauerstoff, geschweige denn eine Atmosphäre&#8230; während des Proterozoikums kühlte sich die Erde allmählich ab, die Atmosphäre baute sich auf und erste simple Lebensformen entstanden in den Urozeanen. Diese ganze Entwicklung haben wir versucht musikalisch darzustellen &#8211; Der &#8216;Hadean / Archaean&#8217; Teil des Doppel-Albums ist rauh und brutal und setzt dort an, wo &#8216;Aeolian&#8217; aufgehört hat &#8211; einfache Instrumentierung, kurze Stücke, relativ simple Arrangements. Der &#8216;Proterozoic&#8217; Teil des Albums ist dahingegen wesentlich vielschichtiger und komplexer, dabei zurückgenommener und breiter&#8230; immer noch sehr heavy über die meiste Zeit, aber mit viel Platz zum Atmen zwischen den Vulkanausbrüchen&#8230;</p></blockquote>
<p>Katrin: Inwieweit muss man Nachforschungen über diese dunklen Zeiten betreiben, wenn man diese vertonen möchte? Wochenlang in der Zentral- und Landesbibliothek einquartiert oder hat man sich eher vom reinen Gedanken an das Ungewisse unserer Urzeiten inspirieren lassen?</p>
<blockquote><p><strong>Robin</strong>: Wir haben ja jetzt nicht linear versucht, das zu vertonen, die eigene Vorstellung der Zustände während des Präkambriums sollte eher Inspiration sein und das Gesamtkonzept Anreiz für eine konsequente musikalische Evolution von der EP zur Full-Length hin. Ansonsten hatte ich ja schon berichtet, dass ich mit der Materie durchaus schon vorher vertraut war. Das Konzept stellt einen Rahmen dar, nichts weiter. Wir wollten die Songs in einen übergeordneten Kontext einreihen und dabei vermittels Konzeptidee, Artwork und Packaging eine gewisse Stimmung, einen Eindruck vermitteln. Wer das mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, aber die Musik kann auch für sich stehen, ohne dass man viel über das Präkambrium weiß. Das war uns wichtig, dass dabei nicht irgendein total verkopfter Scheiß bei rauskommt, der am Ende keinen interessiert. </p></blockquote>
<p><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2007/11/precambrium.jpg' alt='The Ocean - “Precambrian” (Proterozoic)' class="float_left"/>Katrin: Nun kann man neben dieser Ursuppe und ihrer menschenfeindlichen Entwicklung im Laufe der Jahrmillionen dem &#8220;Proterozoic&#8221;-Album auch mehr als nur eine deutlich humane Note entnehmen. Ich denke da zum Beispiel die wirklich berührenden Einlagen eurer klassisch ausgebildeten Sänger/innen eine weise gesprochene Passage eines Kevin Spacey über Ideale und die Textzeilen im Booklet, die deutlich von menschlicher Natur sind und keine chemischen Formeln über die Zusammensetzung der Atmosphäre im Rhyacium darstellen&#8230; Wie kommt es also dazu, vor allem thematisch so scheinbar krass gegensätzlich zu agieren? Der Musik tut das meiner Meinung nach nicht im Geringsten einen Abbruch, im Gegenteil: An dieser Stelle ein Riesenlob an die große musikalische Vielfalt auf „Proterozoic“ (als Pressemensch bekam ich leider nur die eine CD&#8230;), ich liebe diese fetten Gitarren- und Brüll-Eruptionen inmitten einer liebevoll halbakustischen Landschaft!</p>
<blockquote><p><strong>Robin</strong>: Dangeschön. Wir sind dem Konzept in textlicher Hinsicht nicht zu 100% treu geblieben. Das hat den einfachen Grund, dass es wenig Sinn macht, ein 90-minütiges Doppelalbum über brodelnde Lava und durch die Luft fliegende Steine zu schreiben, oder minutenlang chemische Formeln zu brüllen&#8230; wobei, der Gedanke hat schon wieder was&#8230; Carcass haben das ja damals mit medizinischen Begriffen ganz ähnlich gemacht <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Nein, wenn Musik emotional sein und Menschen erreichen will, muss sie, direkt oder indirekt, menschliche Belange thematisieren. Es finden sich durchaus noch Referenzen und Anspielungen auf die Urzeit in den Texten, aber zentrales Thema sind hier andere Dinge. </p></blockquote>
<p>Katrin: Da ich die Mini-CD eures Doppelalbums nicht kenne, ist hier euer Raum, ein kleines Review dazu zu verfassen&#8230; Objektivität bitte! <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote><p><strong>Robin</strong>: äähh&#8230;<br />
mit &#8216;Hadean / Archaean&#8217; knüpft das Berliner Ozeankollektiv nahtlos dort an, wo der liebenswerte Zusammenschluss um Band-Hitler Robin Staps mit dem Vorgängeralbum &#8216;Aeolian&#8217; aufgehört hat: wuchtige Gitarrenriffs, die wie brodelnde Lava in glühender Hitze über den unbescholtenen Hörer kleckern. Eruptives Drumming und geysirhafte Vokal-Ausbrüche lassen erleben, wie es gewesen wäre, durch die nichtvorhandene Atmosphäre des Archaikums geschleudert zu werden. Das Songwriting ist etwas zurückgenommen, die Parts sind in sich teils sehr komplex, die Gesamt-Arrangements aber verglichen mit dem zweiten Teil des Doppelalbums eher überschaubar gehalten. Die von Streichern getragenen orchestralen Parts, welche auf &#8216;Proterozoic&#8217; dominieren, fehlen hier völlig. Stattdessen wird eine eher Metal-traditionell instrumentierte Dampfwalze geboten, die Dich in ihrem rauhen Sound überfährt wie ein entgleister Güterzug. Natürlich nur dann, wenn Güterzüge gleichzeitig Dampfwalzen sein könnten.</p></blockquote>
<p>Katrin: Haha, klingt super! Auf eurem Albumpackage ist deutlich und auch sehr schön geschrieben, dass ihr euch ganz gern von Myspace distanzieren wollt &#8230; Nun stößt man im Web aber auf eine Myspace-Seite, die da www.myspace.com/theoceancollective heißt&#8230; Auflagen vom Label oder Initiative der Band?</p>
<blockquote><p><strong>Robin</strong>: Das ist natürlich unsere eigene Entscheidung. Generell haben wir kein Problem mit Myspace &#8211; die Grundidee ist für Musiker und Bands großartig, eine Art kostenloses Promotionswerkzeug, mit dem man tausende von Menschen erreichen kann, ganz ohne auf Plattenfirmen und Budgets angewiesen zu sein. Leider ist Myspace heute aber nicht mehr bloßes Mittel zum Zweck, sondern wird mehr und mehr zum Selbstzweck. Man fragt sich, warum man noch einen fünfstelligen Betrag für ein wirklich gutklingendes Album ausgeben soll, wenn die Suche für viele bereits da endet: bei den 4 Songs pro Band, die man auf Myspace geboten bekommt, in miserabler Streaming-Qualität. Es gibt heute ein so breites Angebot an kostenloser Musik, dass es verlockend ist, weiterzuklicken zur nächsten Seite, wo es wieder 4 Songs umsonst gibt&#8230; So hat man den ganzen Tag Musikbeschallung, ohne sich mit irgendetwas näher auseinanderzusetzen. Genau darüber hat Adorno (allerdings in Bezug auf das Radio) in seinem Kulturindustrieaufsatz in der Dialektik der Aufklärung geredet, wenn er von &#8216;Dreingabementalität&#8217; spricht&#8230; Es wird so viel angeboten, dass wir von der amorphen Angst vefolgt werden, irgendetwas zu verpassen, wenn wir nicht alles mitnehmen. Mit seinen Thesen zur Wiederkehr des Immergleichen hat sich Adorno geirrt, es gibt heute ein stark diversifiziertes Kulturagebot, dennoch ist der Aufsatz unvermindert aktuell. Was essentiell leidet unter dem Siegeszug von Myspace ist nicht bloß alles, was bei der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne des Konsumenten nicht wirken kann: die Musik selbst, welche sich daran orientiert, unterwirft sich dem Anspruch des Mediums. Das sehen wir heute allerorten: Bands versuchen, den perfekten Song zu schreiben, und verschwenden kaum einen Gedanken daran, ein Album zu machen, was mehr ist als eine lose Ansammlung von ein paar guten und ein paar nicht so guten Stücken. Wer das Album dann tatsächlich kauft, ist enttäuscht darüber, dass es bestenfalls wirklich nur 3-4 gute Songs in liebloser Verpackung sind, und fragt sicht, was er gegenüber dem Download denn nun tatsächlich mehr geboten bekommt. So schließt sich der Zyklus, der Konsument kehrt längerfristig zu Myspace und Utorrent zurück und das Album stirbt aus&#8230; Kann sein, dass ich hier ein wenig schwarzmale, es wird natürlich immer Künstler geben, die sich den gängigen Mechanismen der Kulturindustrie bewusst oder unbewusst widersetzen. Es ist aber wichtig, darüber zu sprechen, und vor allem zu handeln, und aus diesem Grund bieten wir ein opulentes Konzeptdoppelalbum an in einzigartigem Packaging, was den Hörer eher überfordert, als unterfordert&#8230;</p></blockquote>
<p>Katrin: Ihr arbeitet ja nun immer mit sehr vielen Leuten zusammen. Wer gehört denn nun zum festen Line-up und wie gestaltet sich die Arbeit mit dem „Collective“?</p>
<blockquote><p><img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2008/01/theocean.PNG' alt='The Ocean 2006' class="float_left"/><strong>Robin</strong>: Es gibt eigentlich kein festes Line-up mehr, nur einen mehr oder weniger festen Kern bestehend aus unserem Hauptsänger Mike, Nico, mir und unserem Gitarristen Jona. Wir haben von Anfang an einen festen Kern gehabt und eine Menge weiterer Musiker, die immer hier und da mal mit dabei waren, wie es eben gerade so gepasst hat. Daraus ist dann über die Jahre ein Kollektiv entstanden, was immer größer wurde. Das sind heute überwiegend klassische Musiker, ein paar Jazz-Leute, aber auch Grafik-, Web- und T-Shirt-Designer und Leute, die sich um unsere Live-Videos kümmern und nicht zuletzt auch Freunde, die Crew machen und Roadies oder Fahrer sind, wenn wir auf Tour sind. Allen ist gemein, dass sie nicht unbedingt selber nicht mit uns auf der Bühne stehen aber nichtsdestotrotz einen wichtigen Teil zum Funktionieren der Band beitragen.</p></blockquote>
<p>Katrin: Ich bin ja nun in Irland und habe keine blasse Ahnung, wie man sich The Ocean auf der Bühne vorzustellen hat&#8230; Gebt doch mal bitte ein paar kurze Konzertimpressionen&#8230; Vor allem: Wie sind die Live-Reaktionen auf das aktuelle Werk? Ist es nicht schwierig, hieraus einzelne „Songs“ herauszukoppeln oder wird alles in der Abfolge wie auf CD zu hören gespielt?</p>
<blockquote><p><strong>Robin</strong>: Nein, das werden wir vielleicht irgendwann mal machen, aber für den Moment sind es einzelne Stücke, die wir dann natürlich aus dem Gesamtkontext des Albums herauslösen, aber sie immer auch wieder in einen neuen Kontext einbetten &#8211; Das ist ja gerade das Spannende, wenn man eine Live-Setlist designt. Wir geben uns jedenfalls immer große Mühe, die Songs mittels Interludes zu verbinden und so für das Konzert einen Gesamtkontext herzustellen. Pausen zwischen den Songs gibt es bei uns nicht, alles fließt. Das ist uns wichtig, weil wir ein Gefühl, eine Atmosphäre erzeugen wollen, die den Hörer immer tiefer einsaugt. Würden wir da songorientiert herangehen, hätten wir das Problem, nach jedem Song immer wieder von vorne anfangen zu müssen. Das wollen wir nicht. Insofern kommen die Songs nicht in derselben Reihenfolge wie auf dem Album, sondern in anderer und dazu noch gepaart mit älteren Nummern vor &#8211; Einen größeren musikalischen Zusammenhang gibt es aber trotzdem, nur dass es eben ein anderer ist als auf dem Album. Wie sind die Reaktionen: großartig. Überall nur Jubel und Geschrei, da könnt einem fast mulmig (geiles Wort) werden. Ich habe bis heute noch keinen Verriss gelesen. Kann nur hoffen, dass die Platte nun auch bei Otto Normalhörer ankommt, Ihr Pressefuzzis seid ja immer leicht zu begeistern! Aber von den Mails und Kommentaren, die wir bekommen, ausgehend, sieht das auch alles sehr gut aus&#8230;</p></blockquote>
<p>Katrin: Haha, ja, wenn die Fuzzis von der Schreibabteilung auch immer alle Scheiben kostenlos in die Schuhe geschoben bekommen&#8230; <img src='http://RockZOOM.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Aber wie hier bei RockZOOM stellen ja grundsätzlich keine Scheiße vor&#8230; Und wer vor allem bei der Beschreibung der fließend-interludierten Livertermine Blut geleckt hat, sollte unbedingt einen der kommenden Termine wahrnehmen (The Ocean zusammen mit Victims Trap Them als Support von Rotten Sound):</p>
<p>19.03.08 &#8211;  DE &#8211; Darmstadt &#8211; Steinbruch Theater<br />
20.03.08 &#8211;  BE &#8211; Opwijk &#8211; Nijdrop<br />
21.03.08 &#8211;  &#8211; TBA &#8211; TBA<br />
22.03.08 &#8211;  DE &#8211; Essen &#8211; Turock<br />
23.03.08 &#8211;  UK &#8211; Colchester &#8211; Arts Centre<br />
24.03.08 &#8211;  UK &#8211; London &#8211; Underworld<br />
25.03.08 &#8211;  NL &#8211; Weert &#8211; Bosuil<br />
26.03.08 &#8211;  DE &#8211; Hamburg &#8211; Hafenklang<br />
27.03.08 &#8211;  &#8211; TBA &#8211; TBA<br />
28.03.08 &#8211;  DE &#8211; Berlin &#8211; K17<br />
29.03.08 &#8211;  DE &#8211; Rosswein &#8211; Juha<br />
30.03.08 &#8211;  PL &#8211; Gdynia &#8211; UCHO<br />
31.03.08 &#8211;  CZ &#8211; Prague &#8211; Exit Chmelnice<br />
01.04.08 &#8211;  SK &#8211; Ruzomberok &#8211; Apollo Club<br />
02.04.08 &#8211;  AT &#8211; Wien &#8211; Arena<br />
03.04.08 &#8211;  &#8211; TBA &#8211; TBA<br />
04.04.08 &#8211;  IT &#8211; Milano &#8211; Garage<br />
05.04.08 &#8211;  DE &#8211; München &#8211; Feierwerk</p>
<p>Und bisher ohne weitere Bands:<br />
13.04.08 &#8211;  CH &#8211; Martigny &#8211; Le Sunset<br />
14.04.08 &#8211;  FR &#8211; Montpellier &#8211; Le Secret Place<br />
15.04.08 &#8211;  FR &#8211; Toulouse/Bordeaux &#8211; (tba)<br />
16.04.08 &#8211;  FR &#8211; La Roche Sur Yon/Nantes &#8211; (tba)<br />
17.04.08 &#8211;  FR &#8211; Poitiers &#8211; Le Confort Moderne<br />
18.04.08 &#8211;  FR &#8211; Arras &#8211; Le Pharos<br />
22.04.08 &#8211;  HR &#8211; Zagreb &#8211; Mochvara</p>
<p><a href="http://www.theoceancollective.com">www.theoceancollective.com</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>THE OCEAN: &#8220;Precambrian&#8221; (Proterozoic)</title>
		<link>http://rockzoom.de/2007/12/07/the-ocean-precambrian-proterozoic/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Dec 2007 18:10:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sounds]]></category>
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		<category><![CDATA[berliner philharmoniker]]></category>
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		<category><![CDATA[sludge]]></category>
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		<category><![CDATA[the ocean]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;At this time of the year the skies are mostly grey and overcast&#8221; (The Ocean, 2007) Wer kann derzeit davon kein Lied singen? The Ocean können&#8217;s jedenfalls&#8230; tun es auch &#8211; und mehr als nur das. Doch um in des Menschen innersten Abgründen zu fischen, begibt sich dieses Kollektiv, 26 Mann und Frau stark, auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;At this time of the year the skies are mostly grey and overcast&#8221; (The Ocean, 2007)</em></p>
<p>Wer kann derzeit davon kein Lied singen? The Ocean können&#8217;s jedenfalls&#8230; tun es auch &#8211; und mehr als nur das. Doch um in des Menschen innersten Abgründen zu fischen, begibt sich dieses Kollektiv, 26 Mann und Frau stark, auf Tauchstation in unser &#8220;wirkliches Jahr null&#8221; zurück, ca. 4,5 Milliarden Jahre in Richtung Anfang vom Ende.</p>
<p>Nachdem wir meine nichtvorhandene &#8220;Hadean/Archean&#8221;-EP (die gehört nämlich zum aufwändig gestalteten Doppelalbum und reflektiert die ersten 2 Mrd. Jahre Erdgeschichte) übersprungen haben, befinden wir uns nun also im Siderium, 2,5 Mrd. Jahre vor unserer Zeit, für alle die nicht mitgerechnet haben. Dementsprechend gibt es auch keinen Urknall, vielmehr ein sphärisch-unverzerrtes Gitarrenintro, ein Saxophon, eine schwebend-leichte Perkussion&#8230; Einzeller, die sich sachte verkomplizieren. &#8220;Rhyacian&#8221; &#8211; die Ursuppe ist nun langsam am Hochkochen und erreicht den ersten Siedepunkt in Mike Pilats Urschreien in starker (Hard-)Core-Manier&#8230; war doch Pilat? Oder gar Staps? Das Kollektiv ist groß und neun Vokalisten geleiten allein das &#8220;Proterozoic&#8221;-Album durch Höhen und Tiefen, gewaltige entstehende Erdmassen und gasförmige Leichtigkeiten, versinnbildlicht durch brachiale Gitarrenwände und fragile Violinen- und Pianoklänge. Selbst Musiker der Berliner Philharmoniker haben hier mitgewirkt, und die wissen, wie man als harmonische Einheit agiert. Zusammen mit einer progressiv-unberechnabren Metalintensität klingt das Ergebnis dieser Zusammenarbeit einfach atemberaubend. Klar, Sauerstoff war in den Anfängen des unseres Planeten noch verhältnismäßig rar gesät.</p>
<p><strong>The Ocean &#8211; &#8220;Precambrian&#8221; (Proterozoic)</strong><br />
<img src='http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2007/11/precambrium.jpg' alt='The Ocean - “Precambrian” (Proterozoic)' class="float_left"/><br />
1. Siderian<br />
2. Rhyacian<br />
3. Orosirian<br />
4. Statherian<br />
5. Calymmian<br />
6. Ectasian<br />
7. Stenian<br />
8. Tonian<br />
9. Cryogenian</p>
<p>Menschenfeindlich mutet die Auflistung von Jahrmillionen in neun gnadenlos kurzen Worten an, doch sind es Worte von Friedrich Nietzsche und Georg Trakl, die Kollektivchef Robin Staps zu seinem sehr privat anmutenden Textwerk inspirierten, vielmehr noch: Staps lieh sich einige Zeilen dieser &#8220;Düsterdenker&#8221; und übersetzte sie ins Englische. Am Ergreifendsten wird die tiefhumane Seite dieses auf den ersten Blick so misanthropen Albums im Stück &#8220;Statherian&#8221; deutlich. Eine Rede bildet den Nucleus dieser sich dramatisch intensiv entwickelnden Lebensform:</p>
<blockquote><p>&#8220;What it means to be fully human is to strive to live for ideas and ideals and not to measure your life by what you&#8217;ve attained in terms of your desires, but those small moments of integrity, compassion, rationality&#8230; because in the end, the only way that we can measure the significance of our own lives is by valuing the lives of others&#8221;<br />
 &#8211; Kevin Spacey</p></blockquote>
<p>Aber um mal wieder zu ganz profanen Dingen zurückzukehren und die sozialphilosophischen Dinge der Neugier der potentiellen The Ocean-Neukunden zu überlassen: Die Produktion ist hier natürlich vom Feinsten, denn sowohl bedrohliche Momente ultimativer Durchschlagskraft als auch diese hypnotisch traurig klingenden Halbakustikgenüsse werden bestens zur Geltung gebracht. &#8220;Proterozoic&#8221; ist fürwahr so voller Kontraste, dass man es kaum glauben mag, was hier für ein dermaßen abgerundetes und flüssiges Album (klar, der Ozean&#8230;) zustandegebracht wurde. Da uns hier ein Gesamtgenuss vorliegt, möchte ich unter den neun Nummern auch gar keinen Favoriten küren. The Ocean haben es ganz treffend selbst formuliert:</p>
<p><em>&#8220;PRECAMBRIAN is our stance against myspace-induced volatileness and transience, against the postmodern notion of music as unseizable data, against a perception of music in terms of how much space it takes up on your hard-drive&#8230; it is an album for people who still believe in the idea that an album can be more, and should be more, than the sum of its tracks.&#8221;(The Ocean, 2007)</em></p>
<p>Wäre dieser Spruch nicht so lang, ich würde ihn mir glatt auf ein Geschirrtuch sticken und damit alle Zweifel über die Definition guter Musik wegwischen&#8230; The Ocean sind übrigens genau das Richtige für Freunde von Gojira, Mastodon und Disillusion der Jahre 2001 bis 2006. &#8220;Proterozoic&#8221; ist jedenfalls mein persönliches Album des Jahres &#8211; und das kann man Anfang Dezember durchaus schon festlegen&#8230; wer immer noch unentschlossen ist, ob dieses Album ein geeigneter Platzhalter für den Gabentisch sei, der kann etliche Songs auf der schicken The Ocean Collective-Seite bestaunen&#8230; oder, ja, sie haben ja doch eine Myspace-Seite, trotz der Anti-Myspace-Attitüde! Da ist doch was faul!? Wir fragen demnächst mal nach und lösen dieses Mysterium hier auf.</p>
<p>Offizielle The Ocean Collective Webseite: <a href="http://www.theoceancollective.com/">www.theoceancollective.com</a><br />
The Ocean @ Myspace: <a href="http://www.myspace.com/theoceancollective"></a></p>
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