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	<title>Rockzoom &#187; alternative</title>
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	<description>pleasing sounds, thoughts and photography</description>
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		<title>Talking To Turtles und Kid Dakota @ Beta Bar, Chemnitz &#124; 28.09.11</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 21:16:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Brühl-Boulevard in Chemnitz. Da war in den 80er Jahren noch richtig was los. Heute ist die ehemalige Nobelwohngegend und Pulsader des sozialistischen Konsums ohne motorisierten Verkehr ein ziemlich vereinsamter Ort. Zwar konnten im Rahmen der &#8220;Städtebaulichen Erneuerung&#8221; in den 90ern einige Straßenzüge im Brühl-Viertel baulich erneuert werden (was zugegeben noch lange kein Leben hinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Brühl-Boulevard in Chemnitz. Da war in den 80er Jahren noch richtig was los. Heute ist die ehemalige Nobelwohngegend und Pulsader des sozialistischen Konsums ohne motorisierten Verkehr ein ziemlich vereinsamter Ort. Zwar konnten im Rahmen der &#8220;Städtebaulichen Erneuerung&#8221; in den 90ern einige Straßenzüge im Brühl-Viertel baulich erneuert werden (was zugegeben noch lange kein Leben hinter die Fassade bringt&#8230;); der Boulevard an sich wurde jedoch ziemlich vernachlässigt. </p>
<p><a href="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/10/brühl-boulevard.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/10/brühl-boulevard-300x192.jpg" alt="Brühl-Boulevard (c) Peggy Schellenberger (www.chempixx.de)" title="Brühl-Boulevard (c) Peggy Schellenberger (www.chempixx.de)" width="300" height="192" class="alignleft size-medium wp-image-5023" /></a>Seit wenigen Jahren erst ist der Boulevard wieder ein Thema und ein paar Mutige, wie die Delicate-Kneipe oder der alternative Klamottenladen Spangeltangel mit seinen simpel-hübschen Siebdruck-Designs versuchen nun, zur &#8220;Brühl-Belebung&#8221; beizutragen. &#8220;Brühl-Belebung&#8221;, das ist unterdessen sogar schon zum geflügelten Wort geworden. Den Studenten sollen Schwingen wachsen; ihr Landeplatz: die ehemalige Aktienspinnerei auf dem Brühl; dorthin (wo übrigens mal die Stadtbiblothek war) soll nämlich bald die Unibibliothek mitsamt Mensa ziehen. Selbst der Platzhirsch, die städtische Tochterfirma &#8220;Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H&#8221; (kurz: GGG) spricht vom &#8220;Sanierungsgebiet Brühl-Boulevard&#8221; und möchte Studentenwohnungen schaffen. Dass die Studenten sich bereits gut mit dem Boulevard anfreunden können, zeigt die Tatsache, dass sich zum Talking To Turtles-Konzert am vergangenen Mittwoch &#8211; das ist bekanntlich mitten in der Woche &#8211; in der Beta Bar knappe 100 junge Leute mit subkulturellem Interesse für ein Konzert eingefunden hatten&#8230; Ich war verblüfft: &#8220;Was machen die hier, so wesentlich vorm Semesterstart???&#8221;. Die Antwort auf diese Frage liegt in der hervorragenden Bandauswahl sowie im <strong><a href="http://www.startnext.de/kreativsalon-beta-bar" target="_blank">Kreativsalon Beta Bar</a></strong> selbst begründet&#8230; </p>
<p>Den Kreativsalon Beta Bar gibt es auch noch gar nicht lange. Im Frühjahr nahmen die Planungen so richtig Form an, oder vielmehr: Dringlichkeit war geboten, letzte Baumaßnahmen durchführen zu können. Und dazu brauchte es eben noch 1.500 Euro. Geld, das kreative Projektleiter wie Marco Stahn mal eben nicht locker aus dem Ärmel schütteln können. Aber dafür gibt es ja das Konzept des Crowdfunding. Kurzum: Kleinvieh macht eben auch Mist, und so spendeten 47 Supporter via Startnext für Brandschutztüren und Schallschutz und Anfang April konnte die Beta Bar pünktlich mit einem genialen Konzert der isländischen Afro-Discopop-Band(!) Retro Stefson eingeweiht werden. Es war gut besucht und die Stimmung euphorisch. Leider hat die ganze Sache einen kleinen Haken: November ist erstmal Schluss mit dem Projekt Beta Bar&#8230;</p>
<p>Doch was ist das eigentlich für ein Laden, was will man hier eigentlich erreichen, am Tor zum Brühl-Boulevard?</p>
<blockquote><p>&#8220;Kreatives Potential bündeln, Kommunikation fördern und Kultur schaffen – das sind die Ziele der BETA BAR. Mit diesem Vorhaben richtet sie sich vor allem an junge, offene, experimentierfreudige Menschen, die gern in Chemnitz leben und auch bleiben möchten. Die BETA BAR versteht sich als Ort, an dem Ideen zusammenschmelzen. Die Gäste sind dazu eingeladen, das Projekt BETA BAR, und darüber hinaus den Brühl und schlussendlich die Stadt Chemnitz, mit Leben zu füllen. Café und Bar dienen als Orte des Austauschs, an dem Querdenken erlaubt und eine aktive Beteiligung erwünscht ist. Somit soll das Projekt BETA BAR Anstoß zu der Entwicklung eines urbanen Lebensgefühls in der Stadt Chemnitz geben.&#8221; Quelle: <a href="http://www.startnext.de/kreativsalon-beta-bar" target="_blank">http://www.startnext.de/kreativsalon-beta-bar</a></p></blockquote>
<p>Und was hört man für Musik, um ein solches &#8220;Urban-Feeling&#8221; heraufzubeschwören? Je scheuklappenfreier desto besser. Das reicht von DJ-Abenden mit House und Breakbeats im Gepäck, sowie Indiepop-Bands ohne Angst, Folk und Elektronik zusammenzuführen und hin und wieder konnte man abends sogar sein eigenes Vinyl mitbringen und auflegen&#8230; </p>
<p>Am 28. September waren DevilDuck Records mit ihren beiden Schößlingen <strong>Kid Dakota</strong> und <strong>Talking To Turtles</strong> zu Gast auf dem Brühl. </p>
<p> <a href="http://RockZOOM.de/photos/photo/6200699426/kid-dakota-28-09-2011-3.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Kid Dakota - 28.09.2011 #3"><img class="alignleft" src="http://farm7.static.flickr.com/6147/6200699426_ec1ae70284_m.jpg" alt="Kid Dakota - 28.09.2011 #3" width="160" height="240" /></a><strong>Kid Dakota</strong> entzieht sich angenehmerweise jeglicher Schubladisierung. Mal deftig rockend, mal sanft-verträumt zockend geht Darren Jackson an seine unverbrauchten Songs heran. Live in Chemnitz hieß es vor allem Zwo-mal-Gitarre-zwo-mal-Gesang. Verstärkung gab&#8217;s nämlich von der bezaubernden Eliza Blue, die neben Stimme und akustischem Sechssaiter auch hin und wieder zur Violine griff, mal zaghaft, mal sehr beherzt darauf herumschreddernd. Am 14.10. kommt Darrens mittlerweile viertes Album &#8220;Listen To The Crows As They Take Flight&#8221; via Devilduck Records heraus. Herzschmerz und Neuanfang heißt es bei den neun neuen Nummern und man darf angesichts der <a href="http://www.devilduckrecords.de/artists/kid-dakota.html" target="_blank">Vorabbeschreibungen</a> schon mal gespannt sein&#8230; In Chemnitz jedenfalls gab es fast durchgängig melancholische Schönheit zu vernehmen, welche Darren und Eliza gerade im Zusammenspiel und im wunderbar aufeinander abgestimmten Harmoniegesang immer wieder unter Beweis stellen konnten. Herzlich warm wurden sie aufgenommen und wurden im Laufe des Auftrittes immer selbstsicherer, ja, sogar etwas rebellischer. Für den letzten Song kamen sogar Schlagzeuger und Bassist auf die Bühne, ständig kreisen die trotzenden Worte durch den Raum: </p>
<blockquote><p>&#8220;Everything&#8217;s permitted, everything is lawful&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bude ist heiß geworden; den Leuten hat&#8217;s dem stürmischen Beifall nach zu urteilen auch sehr gut bei dem Mann aus South Dakota gefallen. Passender hätte die Aufwärmung für die Schildkrötenfreunde gar nicht sein können&#8230;</p>
<p><a href="http://RockZOOM.de/photos/photo/6200161819/talking-to-turtles-28-09-2011-12.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Talking To Turtles - 28.09.2011 #12"><img class="alignleft" src="http://farm7.static.flickr.com/6171/6200161819_d6c2876c9c_m.jpg" alt="Talking To Turtles - 28.09.2011 #12" width="160" height="240" /></a>Auch die beiden Sympathieträger <strong>Talking To Turtles</strong> schlossen die Beta-Bar-Besucher schnell ins Herz. Ihr Debüt &#8220;Monologue&#8221; erschien erst voriges Jahr und seitdem ging&#8217;s rasch voran. Wer dieses Jahr schon mit Freude das Debütalbum der Indiefolker The Head And The Heart verschlang, sollte sich auch ganz schnell mit diesem Duo anfeunden können. Die Herangehensweise ist ähnlich: Texte einer Generation Praktikum, wenn sie mal nicht zum Praktikum geht, einfache und griffige Songschreiber-Melodien, schöne Vokalharmonien und ein erweitertes Instrumentarium für die liebevollen Details am Wegesrand. Das alles mit ganz viel Herzblut glaubhaft umgesetzt. <div class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/09/ttt_ohthegoodlife.jpg"><img alt="Talking To Turtles : Oh, The Good Life (2011)" src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/09/ttt_ohthegoodlife.jpg" title="Talking To Turtles : Oh, The Good Life (2011)" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Talking To Turtles : </br>Oh, The Good Life (2011)</p></div> Ein bisschen Pathos ist dabei, ja, dafür spricht schon der Titel des neuen Album &#8220;Oh, The Good Life&#8221;, welches seit dem 19. August in den Läden steht. Auch das Cover ist voll von von einer Sehnsucht nach einem einfachen, friedvollen Leben, schaut man aber genauer hin, sieht man eingeschlagene Fensterscheiben und ein etwas marodes Mauerwerk&#8230; Der ein oder andere kann sich vielleicht selbst in diesem Bild wiederfinden&#8230; Dieser schöne Rundling ist auch gerade dabei, sich in die Liste meiner meistgespielten Platten von 2011 zu spielen. Jedes Stück ist ein geschlossenes Kleinod für sich, und wenn&#8217;s auch manchmal nur ein paar Krümel (&#8220;Crumbs&#8221;) als angenehme Zwischenmenschlichkeiten sind:</p>
<blockquote><p>&#8220;Awful tv is awesome with breadcrumbs between our skins [...] I hope we won&#8217;t forget to spend some days with only sex, coffee and cigarettes&#8221;</p></blockquote>
<p>Und um mal ein bisschen Namedropping bei diesem schönen Album zu betreiben: Ich liebe das leicht angeschrägte &#8220;Wonky Cradle&#8221;: Das fängt als ob die Post Waver Junius mit Neil Young und Will Oldham alias Bonnie &#8220;Prince&#8221; Billy in einem Boot sitzen. Am Ende kommt dann aber doch irgendwie etwas Hoffnungsschimmerndes heraus, so düster die Referenzen auch manchmal tönen. Bestes Beispiel dafür ist der Gute-Laune-Song &#8220;Grizzly Hugging&#8221;. Den kann man sich übrigens <a href="http://musikgraph.de/2011/07/20/free-download-talking-to-turtles-grizzly-hugging/" target="_blank">kostenlos herunterladen</a> und hier erstmal probehören:<br />
<object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F18833840&#038;show_comments=false&#038;color=6fbbd4"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F18833840&#038;show_comments=false&#038;color=6fbbd4" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object></p>
<p>Die schöne Scheibe gab&#8217;s übrigens für faire 15 Tacken als LP inklusive CD. Feine Sache. Im Nachhinein auch direkt beim Label bestellbar: <a href="http://www.devilduckrecords.de/store/music" target="_blank">http://www.devilduckrecords.de/store/music</a></p>
<p>Die Stücke in Chemnitz kamen auch hauptsächlich vom neuen Album. Dass die Berliner ihre Musik nun aber auch nicht so todernst nehmen, davon zeugen Textzeilen wie &#8220;When two sharks went to shark school&#8230;&#8221;, vermutlich eine Nummer vom Debüt. Achja, und dann zeigten sich Claudia und Florian während des ganzen Gigs ganz besonders entspannt. <a href="http://RockZOOM.de/photos/photo/6200674894/talking-to-turtles-28-09-2011-11.html" class="tt-flickr tt-flickr-Small" title="Talking To Turtles - 28.09.2011 #11"><img class="alignleft" src="http://farm7.static.flickr.com/6030/6200674894_9fefb963a7_m.jpg" alt="Talking To Turtles - 28.09.2011 #11" width="160" height="240" /></a> Die schönsten Livemomente des Abends waren dann sicher die a-cappella-Einlagen der beiden, ganz nah am Publikum, noch vor den eigenen Mikrofonen stehend, aber auch die spätere Aufforderung zum Publikumsmitsingspielchen blieb nicht unbeantwortet und so geistert mir das Publikumsecho des Ohrwurmrefrains immer noch im Kopf herum. Abgesehen davon blieb das Chemnitzer Publikum unverständlicherweise etwas scheu. Die Beta Bar war voll, es war warm, der Applaus war laut, nur leider ließ sich kaum jemand zum freudigen Wippen hinreißen. Vielleicht müssen sich die Studenten hier vor Ort einfach noch ans &#8220;Ausgehen und Abgehen&#8221; gewöhnen. Daran kann man arbeiten&#8230; Und es dauert ja auch noch ein paar Jahre, ehe der Campus &#8220;in die Stadt&#8221; kommt.</p>
<p>Der Brühl jedenfalls wird die Beta Bar brauchen. Warum? An einigen Abenden im Monat avanciert sie zur Bühne für scheuklappenlose Popmusik. Das ist Anziehungspunkt und Identifizierungsmöglichkeit, damit sich auch tagsüber die jungen Leute im Beta Café blicken lassen. Derzeit läuft auch eine Art Radio-Festival in Kooperation mit den letzten unabhängigen lokalen Radios, UniCC und Radio T; im Café gibt&#8217;s ab 15 Uhr WLAN, eine Kaffee-Flat und viel Gemütlichkeit; optimale Bedingungen also für ein kreatives Zusammenkommen oder fürs Soloprojekte schmieden&#8230; </p>
<p>Geht in die Beta Bar und unterstützt ihr Fortleben! Zum Beispiel am 15.10., wenn <a href="http://soundcloud.com/a-forest" target="_blank">A Forest</a> in der Bar gastieren.</p>
<p>Mehr Infos:<br />
<a href="http://www.beta-bar.eu" target="_blank">http://www.beta-bar.eu</a></p>
<p>Mehr zu den Bands:<br />
<a href="http://www.talkingtoturtles.de" target="_blank">http://www.talkingtoturtles.de</a><br />
<a href="http://www.kiddakota.com" target="_blank">http://www.kiddakota.com</a></p>
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		<title>Fotos von Long Distance Calling und Nihiling @ Das Bett, Frankfurt &#124; 09.05.2011</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 17:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Gebhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[photography]]></category>
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		<description><![CDATA[Am gestrigen Montag gastierten Long Distance Calling und Nihiling im Bett Club in Frankfurt. Die beiden Bands sind aktuell gemeinsam auf Tour und waren noch total von den Socken vom Vorabend, an welchem sie in der Schweiz spielten und es doch reichlich mehr Resonanz gab, als sie eigentlich selbst erwartet hatten. Frankfurt sollte dem im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/05/longdistancecalling.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2011/05/longdistancecalling-300x199.jpg" alt="09.05.2011 - Frankfurt" title="Long Distance Calling" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-4185" /></a>Am gestrigen Montag gastierten <strong>Long Distance Calling</strong> und <strong>Nihiling</strong> im Bett Club in Frankfurt. Die beiden Bands sind aktuell gemeinsam auf Tour und waren noch total von den Socken vom Vorabend, an welchem sie in der Schweiz spielten und es doch reichlich mehr Resonanz gab, als sie eigentlich selbst erwartet hatten. Frankfurt sollte dem im Nichts nachstehen, denn selbst für einen Montagabend war der Bett Club gut gefüllt und die Stimmung wurde vor allem bei Long Distance Calling vom Song zu Song euphorischer. Aber auch Nihiling gefielen als Opener und bildeten einen angenehmen Auftakt für diesen wunderbaren Abend.</p>
<p>Die Bilder zum Konzert könnt ihr euch hier anschauen:</p>
<h4>LONG DISTANCE CALLING</h4>
<p><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565540133/long-distance-calling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/ldc1.jpg' width='75px' height='75px' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565540133/long-distance-calling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/ldc2.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565540133/long-distance-calling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/ldc3.jpg' class='float_left' /></a></p>
<div class='falbum-clear-left'></div>
<p>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565540133/long-distance-calling.html">Zu allen Bildern von Long Distance Calling</a></p>
<h4>NIHILING</h4>
<p><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565518313/nihiling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/n1.jpg' width='75px' height='75px' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565518313/nihiling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/n2.jpg' class='float_left' /></a><a href='http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565518313/nihiling.html'><img src='http://flickr.RockZOOM.de/20110509-bett/n3.jpg' class='float_left' /></a></p>
<div class='falbum-clear-left'></div>
<p>>> <a href="http://RockZOOM.de/photos/album/72157626565518313/nihiling.html">Zu allen Bildern von Nihiling</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Constants: &#8220;The Foundation. The Machine. The Ascension&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2010/03/27/constants-the-foundation-the-machine-the-ascension/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 12:42:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Neitzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[alternative]]></category>
		<category><![CDATA[caspian]]></category>
		<category><![CDATA[post rock]]></category>
		<category><![CDATA[progressive]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch ohne umfassende wissenschaftliche Erhebungen kann man mehr oder weniger kühn behaupten, dass sich die Welt grundsätzlich in zwei Gruppen aufteilen lässt &#8211; nämlich in die der Fahrstuhlmusikhörer und in jene der &#8220;Emotionalisten&#8221;! Während die Fahrstuhlmusikhörer jede Form akustischer Lautmalung lediglich als anonyme, gesichtslose Hintergrundberieselung wahrnehmen, quasi als nutzloses Unkrautgekräusel auf der ungeliebten Fenchelknolle des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2010/03/constants.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/wp-content/uploads/2010/03/constants-300x300.jpg" alt="" title="constants" width="300" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-3108" /></a>Auch ohne umfassende wissenschaftliche Erhebungen kann man mehr oder weniger kühn behaupten, dass sich die Welt grundsätzlich in zwei Gruppen aufteilen lässt &#8211; nämlich in die der Fahrstuhlmusikhörer und in jene der &#8220;Emotionalisten&#8221;! Während die Fahrstuhlmusikhörer jede Form akustischer Lautmalung lediglich als anonyme, gesichtslose Hintergrundberieselung wahrnehmen, quasi als nutzloses Unkrautgekräusel auf der ungeliebten Fenchelknolle des Alltags, hat im Gegensatz dazu die Musik für die Emotionalisten eine völlig andere Bedeutung. <span id="more-3050"></span>Für sie ist es ein Elixier, ein Katalysator, welcher die Luft erst so richtig atembar macht. Beinahe jede Aneinanderreihung von Tönen macht sie himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt &#8211; Musik berührt ihre Seele und umhüllt ihren Geist, mal wärmend und schützend, aber auch dann und wann erdrückend und den Atem raubend. Nicht jede Form von Musik kann dabei gleichermaßen intensive Gefühlsregungen verursachen, letztlich liegt die Schönheit jedoch immer im Auge, respektive Ohr des Betrachters und auch im jeweiligen Moment &#8211; das bedingt nun mal die Natur des Menschen. Wer jedoch für die unsichtbare Wirkung eines Songs empfänglich ist, den vermag sie zu erfreuen, zu begeistern, zu euphorisieren oder aber zu nachdenklichen und traurigen Empfindungen zu bewegen. </p>
<p>Damit hätten wir den Prolog hinter uns gebracht und können uns nun dem Anlass für diese pseudophilosophischen Gedankengänge widmen. Musikexperten (und besonderes jene, die sich dafür halten) teilen die Musikwelt gerne in Schubladen ein, eine davon trägt den Namen &#8220;Post Rock&#8221; und lebte bislang in einer Parallelwelt zu der meinen. Zwar kenne ich post scriptum, post moderne und post mortem, auch würde ich hinter dem Begriff Post Rock weder ein schwarz-gelbes Bekleidungsstück noch die Hauskapelle des größten deutschen Briefbeförderungsdienstleisters vermuten, dennoch entzog es sich bislang meiner Kenntnis (man verzeihe mir diese ignorante Wissenslücke), was genau damit gemeint sein könnte. Doch man lernt ja nie aus und so sind mir mittlerweile auch Bands wie Caspian, Stereolab, Godspeed you! Black Emperor oder Junuis ein Begriff. Und eben eine Formation namens <a href="http://www.myspace.com/constants"><strong>CONSTANTS</strong></a>, ein Trio aus Boston, deren aktuelles Werk aus dem Jahr 2009 eher durch Zufall den Weg in meinen CD-Player fand. Nun zähle ich definitiv zu der Spezies der Emotionalisten, doch die Intensität, mit der mich &#8220;The Foundation. The Machine. The Ascension&#8221; in seinen Bann zog, war auch für mich überraschend. </p>
<p>Der Opener &#8220;Genetics like chess pieces&#8221; vermochte mich bereits beim ersten Hören zu begeistern; fast hypnotisierend zogen mich Atmosphäre, Rhythmus und die eindringliche Kombination aus Gesang und treibenden Gitarrenlinien sofort tief hinein in dieses Werk. wie ein Wall türmen sich die Songstrukturen auf, umhüllen den Hörer wie ein bedrohlich-faszinierender Kokon und entführen, ja treiben ihn in eine andere Dimension. Man könnte die Wirkung fast floydesker Züge bezichtigen, auch wenn diese Schublade eine ganz andere ist, viel rauer, erdiger, rockiger eben kommen die Songs der Amerikaner rüber, doch im Ergebnis von ähnlich unwiderstehlichem Sog. Die nachfolgenden Songs folgen dem eingeschlagenen Weg, übernehmen Leitmotiv und Atmosphäre und gehen fast nahtlos ineinander über, sodass der Eindruck eines geschlossenen Konzeptes entsteht. Musikalisch bewegen sich Constants in einer Schnittmenge zwischen Progressive, Post (jaha, jetzt weiß ich es!) und Alternative Rock &#8211; man merkt den Songs jedoch an, dass sie sich speziell live sogar in metallischen Härten bewegen könnten. Hier eine Prise Caspian-Struktur, dort eine Portion Dredg-Intensität und das Ganze unterlegt mit Harmonielinien, wie man sie beispielsweise von einer Band wie Klimt 1918 kennt. So unerwartet, wie dieses Album vom ersten Ton an zündet, so überraschend endet es dann auch, doch der Nachhall ist gewaltig. Lässt man sich auf dieses Werk ein, so entwickelt man fast Suchtsymptome und verlangt umgehend nach einem weiteren Durchlauf. Besonders der bereits erwähnte Opener &#8220;Genetic like chess pieces&#8221; tut sich hier hervor, ich erinnere mich, dass ich gerade dieses Stück anfangs 5-6 mal nacheinander hören &#8220;musste&#8221; &#8211; so sehr wusste es mich in seinen Bann zu ziehen! Auch die druckvolle, sehr kompakte Produktion trägt zu der Wirkung des Albums bei, mächtige Drums und empathische Gitarren, dazu ein fast als elegisch zu bezeichnender Gesang &#8211; diese Kombination weiß durchweg zu überzeugen.</p>
<p>Was man der Scheibe durchaus &#8220;vorwerfen&#8221; kann, ist ihre Homogenität, denn einige Themen und Melodielinien ziehen sich durch das ganze, in drei Kapitel unterteilte Werk. Manche mögen dies als monoton oder gar langweilig empfinden, ich würde jedoch bevorzugen, dies als roten Faden zu bezeichnen, der sich wie ein Leitthema durch das Album zieht, quasi das Fundament für ein sehr gelungenes, konzeptionelles Bauwerk! Und wer diesem Faden folgen kann und will, vor dem breitet sich ein wunderschönes Werk aus, voll wuchtiger Schönheit und sensibler Filigranheit. Für mich auf jeden Fall eines der besten Alben, die mir in den letzten Monaten unter die Finger gekommen und in die Ohren gekrochen sind &#8211; absolute Kaufempfehlung für alle Freunde gut gemachter und spannender Rockmusik!</p>
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		<title>JUNIUS und SEPTEMBER MALEVOLENCE @ AJZ Chemnitz &#124; 24.10.09</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Kropf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das knüppelmusik- und jazzgeprägte Chemnitz lässt sich dann und wann auch mal dazu hinreißen, wirklich guten Postrock einzuladen, zuletzt Geschehen mit Szenekönnern wie Immanu El und Caspian, morgen Abend gastieren pg.lost und Codes in the Sky im eng-verräucherten Subway to Peter. Hin und wieder finden aber auch Kapellen ihren Weg hierher, die sich jeglicher Schubladisierung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das knüppelmusik- und jazzgeprägte Chemnitz lässt sich dann und wann auch mal dazu hinreißen, wirklich guten Postrock einzuladen, zuletzt Geschehen mit Szenekönnern wie Immanu El und Caspian, morgen Abend gastieren pg.lost und Codes in the Sky im eng-verräucherten Subway to Peter. Hin und wieder finden aber auch Kapellen ihren Weg hierher, die sich jeglicher Schubladisierung entziehen. Besonders das abschüssig in einem Industriegebiet gelegene AJZ Chemnitz lässt Raum für solche Experimente wie <strong>TONE</strong> aus Dänemark. Laptopmusik, könnte man jetzt ketzerisch sagen, macht es sich aber damit etwas zu leicht. Zwerchfellkitzelnde Bassgrooves treffen auf den hypnotischen Gesang von Sofie Nielsen und ebenso in den Bann ziehen die dazu passenden minimalistischen Videoinstallationen ihres Kollegen Kristian Ravn-Ellestad. Dieses surreale Klang-Bild-Erlebnis entzieht sich eigentlich einer genauen Beschreibung; es wirkt einfach und hinterläst ein Gefühl der faszinierten Verstörung&#8230; wohl nicht so sehr im heimischen Wohnzimmer, doch macht euch ruhig mal selbst ein Bild vom letzten Tone-Song des Abends, “My Mind Exploded”:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/tMMYJhsitZk&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/tMMYJhsitZk&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Enge Hosen, Stoffschnürschühchen, das halb kurz, halb lange Haar im Gesicht und ausgeleierte beziehungsweise karierte Hemden – kann eigentlich nur eine ganz typische Postrockband sein. Und es wäre gelogen zu behaupten, dass <strong>SEPTEMBER MALEVOLENCE</strong> aus Schweden nun komplett anders aussehen und klingen würden. <a href="/wp-content/uploads/2009/11/september.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2009/11/september-240x360.jpg" alt="September Malevolence @ AJZ Chemnitz | 24.10.09" title="September Malevolence @ AJZ Chemnitz | 24.10.09" width="240" height="360" class="alignleft size-medium wp-image-2640" /></a>Sie machen recht klassischen Postrock; da weiß man im Prinzip was man hat. Doch besonders Linksbassist und Sänger Martin Lundmark weiß diese Truppe aus dem Sud der postrockenden Einheitssuppe zu heben. Mit seinem ruhigen Feingefühl während und zwischen den Stücken war man schnell im Bann dieses melancholischen Sommerabschiedes. Zum anderen sind die „September-Böswilligen“ live auch einfach eine Macht, bisweilen in den typischen „Ausbruchspassagen“ gar eine Betonwand, die einfach gut zusammenhält und nie bröckelt. Authentisch von der ersten zur letzten Minute, getragen von einem brachialen, präzisen Sound, der da im AJZ aus der PA kam.</p>
<p>Das Bild änderte sich ein wenig. Kurz geschnittene Dreitage- bis Vollbärte statt glatte Gesichter unter seitengescheitelter Schüttelfrisur. Unverkennbar handelt es sich bei diesen vier haarigen Burschen um <strong>JUNIUS</strong> aus den Vereinigten Staaten. Sie spielen eine eigenwillige Mischung aus Progressive Rock, Postrock, Wave und Indie, kurzum vielleicht: Post Wave mit viel Gitarre, wobei das Wavige vor allem dem an The Cure-Vocals erinnernden Junius-Sänger Joseph E. Martinez zu verdanken ist. <a href="/wp-content/uploads/2009/11/junius.jpg"><img src="http://RockZOOM.de/uploads/2009/11/junius-240x360.jpg" alt="Junius @ AJZ Chemnitz | 24.10.09" title="Junius @ AJZ Chemnitz | 24.10.09" width="240" height="360" class="alignleft size-medium wp-image-2642" /></a>Zur melodramatischen Stimmung trug insbesondere die gelungene Beleuchtung bei: Eine Mischung aus Finsternis, funzeligen Bodenleuchten und einer gleißend hellen Strahlerleiste, die das Publikum mehr als nur einmal blendete. Da konnte man nur die Augen schließen und sich hineinfallen lassen in die Liveversionen ihres neuen Konzeptalbums zu den Thesen des Immanuel Velikovsky. Eine Hälfte ihres neuen Albums „The Martyrdom of a Catastrophist“ durfte ich bereits genießen, denn auf Tour und in ausgewählten Mailordern kursiert eine wunderschön aufgemachte Doppel-LP mit cappuccino-cremefarben-marmoriertem, schweren und hochwertig gepressten 45rpm(!) 12“-Vinyl und 16-seitigen Großformatbooklet, in welchem jeder Song nochmals mit einer stimmigen Zeichnung bedacht wurde. Und wieso nur eine Hälfte? Leider wurden die LPs aus einem Karton falsch gepackt und mit zwei gleichen Scheiben versehen. Sollte aber sonst nicht passieren. Die Scheiben gingen nach dem Junius-Auftritt jedenfalls weg wie warme Semmeln und die Band zeigte sich sichtlich gerührt von der Euphorie der vielen anwesenden Fans, denen Junius zuvor gewiss schon ein Begriff war: Immer wieder begeisterte Zwischenrufe und verzücktes Gejohle.</p>
<p>Zufrieden verließen zu später Stunde einige Gemüter die Abgelegenheit des AJZ, um in ihre warmen Häuslichkeiten zurückzukehren; viel mehr aber harrten in und um dem Alternativen Jugendzentrum aus und machten die kalte Nacht vor allem zu einer langen&#8230;</p>
<p>> Tone @ <a href="http://www.myspace.com/tonemaettet">Myspace</a><br />
>> September Malevolence @ <a href="http://www.myspace.com/septembermalevolence">Myspace</a><br />
>>> Junius @ <a href="http://www.myspace.com/junius">Myspace</a></p>
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		<title>Her Name Is Calla @ Schokoladen Berlin &#124; 27.08.2009</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 21:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schubladendenken ist blöd und muss in jeder Musikpublikation mantraartig immer und immer verbal vernichtet werden, damit ja niemand vergisst, dass wahre Kunst immer eigen ist. Darum finden wir Genres auch immer schwierig, mindestens, wenn nicht ekelerregend und todbringend. Nur ist es schade, dass ausgerechnet das Genre der Shoegazer so gänzlich aus unserer Wahrnehmung verschwunden scheint. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schubladendenken ist blöd und muss in jeder Musikpublikation mantraartig immer und immer verbal vernichtet werden, damit ja niemand vergisst, dass wahre Kunst immer eigen ist. Darum finden wir Genres auch immer schwierig, mindestens, wenn nicht ekelerregend und todbringend.<br />
Nur ist es schade, dass ausgerechnet das Genre der Shoegazer so gänzlich aus unserer Wahrnehmung verschwunden scheint. Einst in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern von großen Bands wie My Bloody Valentine, Cocteau Twins, Slowdive und Devics geprägt, weltvergessen und introvertiert, scheint das Genre einer logischen Schlussfolgerung erlegen zu sein. Wer die Nähe zum Publikum scheut, gerät in Vergessenheit. Aber plötzlich und unverhofft tauchte es wieder auf, dieses wunderschöne, lakonisch-ironische Wörtchen. Shoegazer. Gelesen auf last.fm in den Tags zu der Englischen Band Her Name is Calla.<br />
Nur wachsen die Briten bereits mit ihren ersten Veröffentlichungen über die Grenzen des Begriffs hinaus, experimentieren, versuchen sich mit der lässigen Attitüde einer Band, die eh nicht so ganz groß rauskommen will, an ihrem ganz eigenen Sound – und sie zeigen, wie harmonisch  rockuntypische Instrumente wie Posaune und Geige sich in das klassische gitarrenzentrierte Songwriting einfügen können. Was sie mit den originären Shoegazern eint: eine gewisse Weltvergessenheit und Introversion.<br />
Die legten sie auch bei ihrem Konzert im relativ gut gefüllten Berliner Schokoladen an den Tag. Nach der sehr ätherischen Eröffnung durch The Horrible Trees hat sich das allerdings erstens relativiert, und zweitens gewannen die Songs live deutlich an Dynamik – auch und gerade in Sachen Lautstärke, was den Soundmenschen ganz offensichtlich forderte. Viele Stücke begannen leise und zögerlich, um dann in einem Lärminferno zu gipfeln, langsam und stetig, in etwa, als würde ein Gewitter aufziehen, alles verwüsten, das Dach abdecken, Bäume entwurzeln, das Fahrrad ein paar Meter weiter parken und dann ganz plötzlich wieder verschwinden.<br />
Das Highlight, und auch einer der stärksten Titel der Studioaufnahmen, war sicher „Nylon“. Unauffällig in der Mitte des Sets platziert, zeigten Her Name Is Calla hier ihr songwriterisches Können in Perfektion und hinterließen ein freudig staunendes Publikum. Und angesichts des  Gitarren, Trommeln und Geige geradezu vernichtenden Finale Grande. Diesmal hat das akustische Gewitter eigentlich nur noch Staub, Asche und wahrscheinlich den einen oder anderen Hörsturz hinterlassen.<br />
Hoffen wir auf Spontanheilung bei den Schokoladengästen. Und natürlich darauf, dass Her Name Is Calla uns bald wieder vernichten, denn es war großartig.</p>
<p>Offizielle Website: <a href="http://www.hernameiscalla.co.uk/">hernameiscalla.co.uk</a><br />
Her Name Is Calla bei MySpace: <a href="http://www.myspace.com/hernameiscalla">myspace.com/hernameiscalla</a></p>
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		<title>THE PRETTY FACES: Another Sound</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 20:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pretty Faces, hübsche Gesichter, sind ja so eine Sache: Hand aufs Herz, wir alle mögen schöne Menschen. Darum lächeln die uns (die breite Masse mit der breiten Nase, der einen Augenbraue, den „Bingo Wings“ und dem hängenden Doppelkinn – normale Menschen halt) inflationär von jedem Magazincover an. Mit ihren weißen Zähnen, der clearasilen Haut, vermutlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2009/06/cover2-1.jpg" alt="The Pretty Faces" title="cover2-1" width="200" height="184" class="size-full wp-image-2229" />Pretty Faces, hübsche Gesichter, sind ja so eine Sache: Hand aufs Herz, wir alle mögen schöne Menschen. Darum lächeln die uns (die breite Masse mit der breiten Nase, der einen Augenbraue, den „Bingo Wings“ und dem hängenden Doppelkinn – normale Menschen halt) inflationär von jedem Magazincover an. Mit ihren weißen Zähnen, der clearasilen Haut, vermutlich irgend so ein Photoshop-Filter, und all dieser charakterlosen schamlosen Makellosigkeit. Also wirklich, wer will das denn sehen? Hand aufs Herz? Eben.</p>
<p>Diese Pretty Faces riechen stattdessen nach Benzin und haben Jack Daniel’s getankt, keine Scheu vor akustischer dirtyness und abgebrochenen Fingernägeln. Und mal ehrlich: Nichts ist so sexy wie eine schöne Frau an einer kosmetisch dekorativen E-Gitarre! Die schlechte Nachricht: Gitarristin und Aushilfs-Vocalistin Hannah ist mit Frontmann Jeph verheiratet, dessen Bruder Thomas das Trio an den Drums komplettiert. Klarer Fall: It runs in the family!</p>
<p>Einen hörbaren Einfluss auf die Band haben Punkbands der wilden 70er, avantgardistisch rockige Bands wie The Velvet Underground oder Iggy and The Stooges werden ebenfalls auf der Myspace-Seite der Band genannt. Allerdings biedern die Pretty Faces sich weder an ihre Idole an, noch wird hier stumpf vor sich hin plagiiert. Was das Album „Another Sound“ auszeichnet, ist gutgelaunter Gitarrenrock, made in Florida und mit ordentlich Sonne im Herzen.</p>
<p>Zugegeben, so richtig neu wird das Rad hier nicht erfunden. Ob der Name „Another Sound“ darum so ganz passt, sei dahingestellt. Aber das ist auch gar nicht nötig, statt dessen bekommt die geneigte Hörerschaft einen hohen Spaßfaktor und den perfekten Soundtrack für laue, bierselige Sommernächte. Achso, und das schwarzweißpinke Retro-Artwork ist auch nicht zu verachten. Pretty. Very, very pretty!</p>
<p>The Pretty Faces auf MySpace: <a href="http://www.myspace.com/theprettyfaces">myspace.com/theprettyfaces</a></p>
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		<title>Sara Lov @ Café Zapata, Berlin &#124; 27.04.2009</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 22:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[What are you made of, Sara Lov? Durch die Türen des Café Zapata im Kunsthaus Tacheles dürften schon zahllose Musiker gegangen sein. Mittlerweile droht dem gesamten Kulturzentrum die Zwangsversteigerung. Abende wie das Konzert von Sara Lov und ihrem Support Act Petula, der durch charmante Ansagen und authentisch entspannte Singer-Songwriter-Klänge betörte, lassen das Unverständnis darüber unermesslich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>What are you made of, Sara Lov?</strong></p>
<p><img src="http://www.saralov.com/galleryMisc/1184359647.jpg" alt="Sara Lov" title="Sara Lov" class="alignleft size-full wp-image-2036" width="201" height="300">Durch die Türen des Café Zapata im Kunsthaus Tacheles dürften schon zahllose Musiker gegangen sein. Mittlerweile droht dem gesamten Kulturzentrum die Zwangsversteigerung. Abende wie das Konzert von Sara Lov und ihrem Support Act Petula, der durch charmante Ansagen und authentisch entspannte Singer-Songwriter-Klänge betörte, lassen das Unverständnis darüber unermesslich steigen. Als hätte Mitte das Tacheles nicht nötig – als gäbe es schönere Orte, urban gewachsen aus Mauern und Pflastersteinen und Sand, bemalt und zerfallen und wieder überbemalt, um einen Abend lang etwas Besonderes zu hören.</p>
<p>Vor sieben Jahren waren auch Dévics schon mal da, erinnert sich Sara Lov, damals Sängerin der Band und heute solo mit ihrem ersten Album auf Tour. Überhaupt war der Abend voller Erinnerungen: Zunächst war da diese wunderschöne Hommage an Billie Holiday, „Good Morning Heartache“, a cappella gesungen mit zerbrechlich starker Stimme, Sara Lov ganz allein auf der Bühne. Die zweite Coverversion, „My Body Is A Cage“, im Original von Arcade Fire, fügte sich so nahtlos und unbemerkt in Sara Lovs restliches Set als wäre es für sie geschrieben, auf den Leib geschneidert, perfekt angepasst.</p>
<p>Dann die Überraschung, dass auch Dustin O’Halloran anwesend ist. Der Pianist war früher ebenfalls bei Dévics, ist mittlerweile als Solokünstler vor allem für seine Filmmusik, zum Beispiel <img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/31jnaKTOpdL._SL500_AA240_.jpg" alt="Sara Lov" title="Sara Lov" class="alignleft size-full wp-image-2036" width="200" height="200">für „Marie Antoinette“, bekannt und wohnt mittlerweile in Berlin. Außerdem ist er Sara Lovs bester Freund und Partner in Crime: Mit  ihm schrieb sie ihr erstes Solo-Stück „New York“, das nach zehn Jahren in der Schublade nun endlich einen Weg auf ihr Album fand. Wie die meisten Stücke auf „Seasoned Eyes Were Beaming“ ist auch dieses angenehm zurückhaltend,fast schon meditativ – und doch schleicht es sich ins Herz und in die Ohren, um dort zu bleiben, ganz subtil und doch unglaublich präsent. Fast in alter Originalbesetzung gab es auch noch ein paar Dévics-Klassiker zum Abschluss, unter anderem das bezaubernd melancholische „Salty Seas“. Das Publikum – nicht so zahlreich, wie Petula und Sara Lov es verdient hätten, aber halbwegs voll wurde es dann doch – hat’s sichtlich genossen, schweigend und glücklich, wie verzaubert und irgendwie verloren.</p>
<p>Bleibt die Hoffnung, dass Sara Lov in sieben Jahren wieder im Tacheles vorbeikommen und in Erinnerungen und Anekdoten versinken kann. Oder in siebzig Jahren. Und zwischendurch ganz oft.</p>
<p><a href="http://www.saralov.com/">Offizielle Homepage von Sara Lov</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/saralov">Sara Lov bei MySpace</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/supersonicsleep">Petula bei MySpace</a></p>
<p>Fotoquelle: <a href="http://www.saralov.com">saralov.com</a></p>
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		<title>HJALTALÍN: Live in Wien @ B72 / „Sleepdrunk Seasons“</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 20:25:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sharif El Mahdi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir schreiben den elften Januar 2009. Es ist ein bitterkalter Sonntagabend in Österreichs Bundeshauptstadt. Im Alternativ-Radio wurde heute auf ein ganz besonderes Ereignis hingewiesen: Die junge isländische Band Hjaltalín gastiert im Rahmen ihrer ersten eigenen Europatournee in Wien. Eine beachtliche Zahl an Kennern und Neugieriggewordenen fand sich an diesem Abend im B72 ein und wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schreiben den elften Januar 2009. Es ist ein bitterkalter Sonntagabend in Österreichs Bundeshauptstadt. Im Alternativ-Radio wurde heute auf ein ganz besonderes Ereignis hingewiesen: Die junge isländische Band Hjaltalín gastiert im Rahmen ihrer ersten eigenen Europatournee in Wien. Eine beachtliche Zahl an Kennern und Neugieriggewordenen fand sich an diesem Abend im B72 ein und wurde daraufhin ausgezeichnet unterhalten:</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/01/hjaltalin-by_-hordur-sveinsson1.jpg" alt="Hjaltalín _ by Hordur Sveinsson" title="Hjaltalín _ by Hordur Sveinsson" width="233" height="350" class="alignleft size-full wp-image-1563" />Eine äußerst positive Überraschung war der in Graz beheimatete Singer/Songwriter Effi, der mit Hilfe von Ukulele, Akustikgitarre, Laptop, Loopmaschine, seiner fabelhaften Stimme sowie einem Bassisten das Vorprogramm bestritt. Der sympathische Steirer präsentierte ein wahres Ohrwurmfeuerwerk mit einer gehörigen Portion Sonnenschein. Seine MySpace-Seite sei hiermit aufs Wärmste empfohlen. Anspieltipps: „Happy“ und „Lovefiles“.</p>
<p>Um circa 22:00 Uhr betraten Högni Egilsson (Gesang/Gitarre), Sigríður “Sigga” Thorlacius (Gesang), Axel Haraldsson (Schlagzeug), Rebekka Bryndís Björnsdóttir (Fagott), Guðmundur Óskar Guðmundsson (Bass), Viktor Orri Árnason (Violine) und Hjörtur Ingvi Jóhansson (Klavier) die für dieses Septett beinahe zu klein geratene Bühne des B72. Ein freundliches „Gott Kvöld“ und ein perfekt vorgetragenes „Guten Abend“ eröffneten ein energiegeladenes, dank zweier Zugaben ca. siebzigminütiges Set an neuem, alt bewährtem und fremdem Songmaterial. Die Band spielte eine Art „Best Of“ ihres Erstlingswerkes „Sleepdrunk Seasons“, welches Anfang März auch endlich im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wird. Den Anfang machte das nach einer leisen Intro frisch und kräftig daherkommende „I lie“, gefolgt von richtigen Ohrwürmern wie „The Trees Don’t Like The Smoke“ und „Goodbye July / Margt að ugga”. Nicht umsonst wurde die Band bereits unter anderem für ihr tolles Songwriting bei den Icelandic Music Awards ’08 mit einer Auszeichnung belohnt. Die Überraschungen des einstündigen Konzertes waren neben zwei neuen, viel versprechenden Kompositionen namens „Sweet Impressions“ und „Wuthering Fields“ auch die erste Zugabe in Form einer Coverversion von Páll Óskars „Þú komst við hjartað í mér“, einem islandweitem Dance/Pop-Radiohit aus dem Vorjahr. Ins Deutsche übersetzt könnte der Titel in etwa „Du hast mein Herz berührt“ heißen. Mit einer zweiten und finalen Zugabe beendete die Sängerin Sigga das durch und durch spannende Konzerterlebnis mit einem brillant vorgetragenem Serge Gainsbourg (Größter Hit: „Je t’aime“) Song.<br />
Um es als Ebay- Bewertung zu sagen: „Danke! Gerne wieder!”</p>
<blockquote><h4>HJALTALÍN Setlist</h4>
<p></br></p>
<p>I Lie<br />
Selur<br />
The Boy Next Door<br />
Sweet Impressions<br />
The Tree&#8217;s Don&#8217;t Like the Smoke<br />
Trailer Music<br />
Wuthering Fields<br />
Goodbye July / Margt að ugga<br />
Traffic Music<br />
&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
Þú komst við hjartað í mér (Páll Óskar Coverversion)<br />
&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
L&#8217;anamour (Serge Gainsbourg Coverversion)
</p></blockquote>
<p></br><br />
</br></p>
<p>Das bereits Ende 2007 in Island erschienene, von Gunnar Örn „Gunni“ Tynes (Múm) und Benni Hemm Hemm produzierte, Debutalbum Hjaltalíns, „Sleepdrunk Seasons“, kommt nun auch endlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Freitag, den 6. März 2009 auf den Markt. Wer nicht so lange warten will, kann sich „Sleepdrunk Seasons“ sowie die Páll Oskar Coverversion aber auch jederzeit aus dem Internet nach Hause holen. Die Download- und Bestellplattform Grapewire (<a href="http://kimi.grapewire.net" target="_blank">Kimi Records Store @ Grapewire</a>) bietet das Album für ein kleines Entgelt in dreifacher Ausführung an: Als Mp3-, Vinyl&#038;Mp3- oder Cd&#038;Mp3- Package.</p>
<p>Für Fans von gutem, ohrwurmreichem Songwriting ist diese Platte ein Muss!</p>
<p>&#8211;</p>
<p>Hjaltalin @ Myspace: <a href="http://www.myspace.com/hjaltalinband" target="_blank">www.myspace.com/hjaltalinband</a></p>
<p>Páll Óskars “Þú komst við hjartað í mér” @ <a href="http://de.youtube.com/watch?v=1jWw_mV9VLU" target="_blank">YouTube</a><br />
Hjaltalíns „Þú komst við hjartað í mér”- Cover @ <a href="http://de.youtube.com/watch?v=wT-mM2bQjpU&#038;feature=related" target="_blank">YouTube</a></p>
<p>Effi @ Myspace: <a href="http://www.myspace.com/effimusic" target="_blank">www.myspace.com/effimusic</a></p>
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		<title>&#8220;Who Killed AMANDA PALMER?&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/11/27/who-killed-amanda-palmer/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 23:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
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		<category><![CDATA[dresden dolls]]></category>
		<category><![CDATA[indie]]></category>
		<category><![CDATA[piano]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir haben ja keine Zeit! 2008 geht zur Neige, und dieses Jahr sind so viele tolle Platten herausgekommen, dass wir kaum mit dem Hören hinterherkommen. Das Album von Amanda Palmer, Dresden Doll auf Solowegen, möchten wir Euch aber auf gar keinen Fall vorenthalten. Darum zack zack – schnell einen (leider nicht ganz so zeitsparenden) Klassiker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben ja keine Zeit! 2008 geht zur Neige, und dieses Jahr sind so viele tolle Platten herausgekommen, dass wir kaum mit dem Hören hinterherkommen. Das Album von Amanda Palmer, Dresden Doll auf Solowegen, möchten wir Euch aber auf gar keinen Fall vorenthalten. Darum zack zack – schnell einen (leider nicht ganz so zeitsparenden) Klassiker aus dem alten Musikjournalisten-Hut gezaubert &#8211; das „Track-by-Track-Review“ &#8211; und hopp!</strong></p>
<p><em>1. Astronaut: A Short History of Nearly Nothing</em></p>
<p>“Who Killed Amanda Palmer” beginnt mit einem Schrei und einem gewitterhaften Dreiklang-Stakkato, um kurz darauf ganz leise Saiten anzuschlagen. Und wieder laut. Und wieder leise. Und dann wieder ganz laut. Was für ein Opener! Dieses wundervolle Energiebündel könnte leicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier mit einer todtraurigen Astro-Elegie zu tun haben, wären da nicht diese gewaltigen Violinenstürme und diese immer wieder hervorbrechende Zerbrechlichkeit. Astronaut handelt von Distanz und Nähe, unerfüllbarer Liebe und Sehnsucht und Abschied.<br />
Um es gleich vorwegzunehmen, Astronaut ist mein persönliches Highlight des Albums und hat mich viele Stunden Schlaf gekostet, weil diese Zeilen einfach nicht verschwinden wollen – da hast du dein Ziel erreicht, das mit dem Afterthought und den Reminders, zumindest bei mir&#8230;</p>
<blockquote><p>But you are, my love, the Astronaut<br />
Flying in the face of science<br />
I will gladly stay an afterthought<br />
Just bring back some nice reminders</p></blockquote>
<p><em>2. Runs in the Family</em></p>
<p>Auch im zweiten Song geht es um Zwischenmenschliches, jedenfalls an der Oberfläche. Woran liegt es, dass wir sind, wer sind? In der Familie? Vor der kann man jedenfalls nicht davonlaufen, I cannot run from my family, they’re hiding inside of me, singt Amanda sich durch leicht redundante knappe drei Minuten. Ostinato sagt da wohl der Fachmann, ich belasse es lieber vorsichtig bei einem „ganz schön eingängig“. Trotz allem ein sehr starker Song.</p>
<p><em>3. Ampersand</em></p>
<p>Das &amp;-Zeichen, Ampersand auf Englisch, ist mehr als eine Konjunktion, es ist eine Lebenseinstellung, jedenfalls hier. Es wird zum Sinnbild dessen, was man ja irgendwie ständig sieht, im Freundeskreis, im Café und auf Straße: <img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/amanda_palmer.jpg" alt="" title="Who killed Amanda Palmer?" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1284" />Menschen, die sich nahe sind, verschmelzen bis zur Unkenntlichkeit, bis sie nicht mehr sie selbst sind. Da gibt’s Paare, die könnten auch Zwillinge sein. Gleiche Mimik, gleiche Sprache, am besten noch die gleichen Jack-Wolfskin-Outdoor-Schwedenurlaub-Regenjacken. Schön, wenn man sich jemandem verbunden fühlt, aber genauso schön, dass endlich mal jemand sagt, dass Persönlichkeit auch gelebter Individualismus ist. Vielleicht ist das nicht jedermanns Ansicht (und vielleicht verstehe ich Amanda auch total falsch), aber es ist es allemal wert, darüber nachzudenken. Und das kann man bei diesem unaufdringlich ruhigen Song richtig gut.</p>
<p><em>4. Leeds United</em></p>
<p>Hier dürften sich Dresden-Dolls-Fans ganz besonders an das gemeinsame Werk von Amanda Palmer und Brian Viglione erinnert fühlen. Es darf getanzt werden, sofort!</p>
<p><em>5. Blake Says</em></p>
<p>Ein ganz schön harter Schnitt zum Vorgänger, ist „Blake Says“ doch eines der schwerfälligsten Lieder auf dem Album und auch ein wenig anstrengend. Schon mutig, einen solchen Rausschmeißer in der Mitte des Albums zu platzieren, aber komischerweise fügt er sich nahtlos ins Gesamtwerk ein, auch, wenn ich ein paar mal versucht war, ihn einfach zu überspringen.</p>
<p><em>6. Strength through Music</em></p>
<p>Zeit für ein Geständnis: Ich liebe Spoken-Word-Intros, und das erleben wir hier in absoluter Perfektion. Das sparsame Arrangement zeigt einmal mehr, dass die Kraft nicht immer im Brachialen liegt. Bestimmt wunderschön, zu diesem Lied nachts durch die Straßen zu fahren, wenn die Lichter an einem vorbeirauschen und man sich vorkommt wie in einer Parallelwelt, ohne andere Menschen. Es hat etwas surreales, entrücktes, unerwartet minimalistisches.</p>
<p><em>7. Guitar Hero</em></p>
<p>Auf einem so vielseitigen Album darf natürlich auch ein Partykracher nicht fehlen – et voilà. Guitar Hero ist eine ziemlich klassische Rocknummer, wieder mal was zum Tanzen, endlich!</p>
<p><em>8. Have to Drive</em></p>
<p>Ohje, besser nicht hören, wenn man psychisch labil, in einer „merkwürdigen Phase“ oder sonst irgendwie emotional vorbelastet ist, denn dann könnte diese Ballade einen unglaublich fertig machen. Stabilere Leute werden sie vielleicht ein bisschen zu offensichtlich, zu sehr Herzschmerz, finden. Zwiespältig, aber liebenswert und wundervoll introvertiert.</p>
<p><em>9. What’s the Use of Wond’rin?</em></p>
<p>Ist das wirklich die gleiche Amanda Palmer, die im Song zuvor so unfassbar tief und eindringlich gesungen hat? Angesichts des Falsetts kaum zu glauben, aber darum heißt es ja auch so. Überhaupt ist die gesangliche Vielfalt, diese Kraft in Stimme, einfach großartig. Auch in diesem Track, der fast zum Schluss noch mal eine ganz andere Amanda aus dem Hut zaubert.</p>
<p><em>10. Oasis</em></p>
<p>Und wieder ein rumpeliger Übergang zum Vorgänger-Song: Oasis ist definitiv das poppigste, partytauglichste und plakativste der 12 Lieder und könnte fast von Pink stammen – wer’s mag&#8230; Laut YouTube ist der Song Sarah Palin gewidmet, jener radikal-dümmlichen Hockey Mom, die in den US-Wahlen als McCains Running Mate im kleinen Schwarzen und Gummistiefel legendär versagt hat, von Freidenkern, Promis, jungen Menschen, Alten, Frauen und Männern und Kindern leidenschaftlich gehasst. Allein dafür sollten wir Amanda lieben. Und das Lied ist wirklich nicht so schlecht. Seht selbst:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/mUba4aq8imk&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/mUba4aq8imk&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><em>11. The Point of It All</em></p>
<p>Gen Ende des Albums kommt melancholische Abschiedsstimmung auf. Schade, denn wofür gibt es die Repeat-Funktion? Ehrlich gesagt hat mich dieses Lied von allen am wenigsten gepackt, und darum kann und will ich gar nicht viel dazu sagen, aber vielleicht kommt das noch. Wofür gibt’s schließlich die Repeat-Funktion.</p>
<p><em>12. Another Year: A Short History of Almost Something</em></p>
<p>Überflüssig zu erwähnen, dass dies der Versuch einer Brücke zwischen erstem und letztem Song ist. Und ähnlich wie Astronaut ist auch der letzte Song tieftraurig, und auch hier geht es um Distanz und Unerreichbarkeit. Und um das Warten, bis sich etwas ändert.</p>
<blockquote><p>But that could take forever<br />
I think i&#8217;ll wait another year<br />
It&#8217;ll be the best year ever<br />
I think i&#8217;ll wait another year<br />
Can&#8217;t we just wait together<br />
You bring the smokes, i&#8217;ll bring the beer<br />
I think i&#8217;ll wait another year</p></blockquote>
<p>Hoffen wir, dass wir nicht bis zum Sanktnimmerleinstag auf ein neues Album von Frau Palmer warten müssen. Vielleicht nur ein weiteres Jahr? Das wäre toll. Bis dahin können wir uns ab demnächst mit dem Buch zu &#8220;Who Killed Amanda Palmer?&#8221; trösten, das neben vielen Photos Texte von Neil Gaiman enthalten wird (einen Vorgeschmack darauf gibt es auf dem Albencover).</p>
<p><strong>„Who Killed Amanda Palmer?“ hat allergrößtes Heavy-Rotation-Potential. Das liegt auch an dem fast schon poppigen Songwriting, denn trotz all ihrer brachialen Energie und dem brechtpunkkabarettigen Pianogehämmer sind die Lieder sehr zugänglich. Rund wird es durch die Songs, die aus diesem Schema ausbrechen, die man vielleicht beim ersten Durchhören sofort wieder vergisst. Schönes Gesamtkunstwerk in vielen Facetten!</strong></p>
<p>MySpace: <a href="http://www.myspace.com/whokilledamandapalmer">myspace.com/whokilledamandapalmer</a><br />
Offiziell: <a href="http://whokilledamandapalmer.com/">whokilledamandapalmer.com</a></p>
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		<title>Lauter &amp; Dichter: Poesie f&#252;r alle Sinne</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/11/22/lauter-dichter-poesie-fuer-die-sinne/</link>
		<comments>http://rockzoom.de/2008/11/22/lauter-dichter-poesie-fuer-die-sinne/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 09:18:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Volkmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass zwischen Musik und Lyrik untrennbare Bande bestehen, dürfte kaum jemand ernsthaft anzweifeln. Das wussten schon die alten Griechen, die der Musenchefin Kalliope einfach mal mehrere Aufgaben in die von Zeus und Mnemosyne behütete Wiege gelegt haben: Sie war in erster Linie für die Dichtkunst zuständig, aber auch für Musik, und schließlich hatte sie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass zwischen Musik und Lyrik untrennbare Bande bestehen, dürfte kaum jemand ernsthaft anzweifeln. Das wussten schon die alten Griechen, die der Musenchefin Kalliope einfach mal mehrere Aufgaben in die von Zeus und Mnemosyne behütete Wiege gelegt haben: Sie war in erster Linie für die Dichtkunst zuständig, aber auch für Musik, und schließlich hatte sie in Orpheus auch noch einen ganz schön begabten Sohn, der mit seiner Lyra selbst Hades und Persephone, die Herrscher der Unterwelt, betörte.</p>
<p>Im Mittelalter, als kaum jemand lesen konnte und dafür umso mehr Geschichten erzählt wurden, blieb die Grenze zwischen Musik und Dichtung fließend – zum Beispiel beim Minnesang, der höfischen Liebeslyrik, die in aller Regel gesungen vorgetragen wurde.</p>
<p>Und wie sieht’s heute aus, in der Postmoderne sozusagen? Genauso. Musik und Lyrik wirken nach wie vor wie Zwillinge, mal bemerkt man die Ähnlichkeit sofort, mal erst auf den zweiten Blick. Hier gibt’s eine kleine Auswahl von Künstlern, die das erkannt haben und die Gedichte aus ihrer Rolle als Nischenkunst befreien, ohne sie zu entfremden. Im Zusammenhang mit der Zwillingsmetapher klingt das jetzt ein bisschen nach Inzest, aber was soll’s, das haben die in der Antike ja nicht so eng gesehen&#8230;</p>
<p>Stellvertretend für die unzähligen Künstler, die Poesie vertont oder erschaffen haben, konzentrieren wir uns auf:</p>
<li>Blood Axis &amp; Les Joyaux de la Princesse und Marie Corelli</li>
<li>Subway to Sally, In Extremo, Klaus Kinski und François Villon</li>
<li>Sascha Mersch, Leander Sukov u.a.</li>
<li>Qntal und Walther von der Vogelweide</li>
<li>The Doors und Jim Morrison</li>
<li>Algebra Suicide und Algebra Suicide</li>
<p><strong><br />
Blood Axis &amp; Les Joyaux de la Princesse und Marie Corelli</strong></p>
<p>Hui, brisante Mischung, hat sich Blood Axis-Frontrezitateur, Lords of Chaos-Coautor und Nietzsche-Freund Michael Moynihan doch nicht gerade durch political correctness beliebt gemacht. <img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/absinthe.jpg" alt="" title="Absinthe" width="220" height="197" class="alignleft size-full wp-image-1251" />Und auch Les Joyaux de la Princesse, ein französisches Musikprojekt, das man im weitesten Sinne als Industrial bezeichnen könnte, lehnen sich gern mal etwas weiter aus dem Fenster und fallen durch doof-nationalistische oder zumindest merkwürdig-militaristische Songtitel à la „Sur la tombe d&#8217;un Camarade (1919)“ oder „Pour la Patrie (Croix de Feu et Combattants volontaires)“ auf.</p>
<p>Dass es ausgerechnet diesen Künstlern gelungen ist, den Geist des Fin de Siècle zu neuem Leben zu erwecken, mag nicht fair sein. Abstreiten lässt es sich jedoch nicht. Sie haben Lieder über die grüne Fee, Absinth, geschrieben, jene streitbare Muse der modernen Künstler, die van Gogh ein Ohr und manch anderen den Verstand gekostet haben soll. Eine Art moderner Mythos, der in seiner zwiespältigen Mischung aus Inspiration, Kreation und Destruktion für reichlich Stoff für Gedichte gesorgt hat. Eine der bekanntesten und wichtigsten – wenn auch eher unbekannten – Autorinnen, die sich mit der Faszination Absinth auseinander gesetzt haben, war Marie Corelli. Sie hat 1890 mit „Wormwood“ (engl. Für Wermut, aus dem wiederum Absinth gewonnen wird) den Roman für Absintheure und ähnlich gesinnte Feingeiste geschrieben, und ihr sind auch einige Gedichte über die grüne Fee zu verdanken.</p>
<p>Diese wiederum haben Blood Axis &amp; Les Joyaux de la Princesse für ihr Album verwendet, vertont und eine einzigartige Stimmung beschworen, die ähnlich kontrovers ist wie ihre Schöpfer selbst.</p>
<p>Leider ein seltenes Pflänzchen im Plattenladen, doch es lohnt sich unbedingt, ein Ohr zu riskieren!</p>
<p><strong><br />
Subway to Sally, In Extremo, Klaus Kinski und François Villon</strong></p>
<p>„Ich bin nach deinem roten Mund so krank&#8230;“ – ob François Villon wohl auch nur ansatzweise ahnen konnte, welch weite Kreise seine Gedichte ziehen würden, als er so zärtlich wahnsinnig über sein Abendweib mit Wurzelhaar und Tiergesicht schrieb? Im spätmittelalterlichen Paris dürfte er wohl andere Sorgen gehabt haben, als sich Gedanken über die Rezeption seines Werks zu machen.</p>
<p>Gut möglich, dass der alte Nachtgemahl sich in seinem Grabe umdrehen würde, würde er die von Subway to Sally und In Extremo neu interpretierten Versionen seiner Dichtung hören. Da könnte ihm die wirklich, wirklich großartige Interpretation von Klaus Kinski doch deutlich besser gefallen, gleich und gleich, ihr wisst schon – beide waren in der Halbwelt zu Hause, Villon mehr, Kinski sicher weniger, beide waren gewissermaßen Vagabunden und immer versucht, die Schmerzgrenzen zwischen Gut und Böse, Trieb und Vernunft, Ich und Es, Wahnsinn und Gesellschaft auszuloten. Dass die beiden Künstler gut 300 Jahre trennen, mit Aufklärung, industrieller Revolution, zwei Weltkriegen und allem was so dazugehört, mag man nicht glauben, wenn man Kinskis irrsinnig naher Stimme lauscht. Kongenial, hier passt es endlich, das Wort.</p>
<p><strong><br />
Sascha Mersch, Leander Sukov u.a.</strong><br />
<img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/mersch.jpg" alt="" title="Sascha Mersch - Herbstlaub" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1252" />Kongenial geht es auch weiter, nicht im verruchten Paris des 15. Jahrhunderts, sondern jetzt und in Berlin, jenem liebenswerten Großstadtloch, das sich so gerne als „arm, aber sexy“ verkauft. Sexy, aber reich, und zwar an Inspiration und echter, ungekünstelter, tabuloser Emotion sind die Werke von Sänger und Piano-Schläger Sascha Mersch, der auf seiner aktuellen EP „Herbstlaub“ Gedichte von Leander Sukov und anderen in ein kompromissloses musikalisches Korsett schnürt, dass einem der Atem stockt. Möglich, dass einen das beim ersten Hören (RockZOOM verweist hier mal vorsichtig auf <a href="http://www.lastfm.de/music/Sascha+Mersch">Last.fm</a>, <a href="http://www.myspace.com/saschamersch">MySpace</a> und die <a href="http://www.sascha-mersch.de/">Künstlerhomepage</a>) umhaut – aber was sich gleich beim ersten Hören erschließt, ist beim zweiten oft schon langweilig, und hier ist definitiv das Gegenteil der Fall.</p>
<p>&#8220;Vor deinen Augen rasen Bilder, immer schneller, immer wilder&#8230;&#8221; – besser als durch dieses Textbruchstück lässt sich die Zusammenarbeit wohl kaum beschreiben. Und das lässt sich übrigens mit etwas Glück auch live erleben, zumindest gab es in der Vergangenheit Lesung und Konzert zugleich zu bewundern. Hoffen wir auf 2009 und viele neue Bühnentermine!</p>
<p><strong>Qntal und Walther von der Vogelweide</strong></p>
<p>Ernst Horn ist zwar vorwiegend durch seine Arbeit mit Alexander Veljanov bekannt – als Deine Lakaien -, hat aber auch mit einigen anderen Projekten von sich reden gemacht, mit Helium Vola zum Beispiel, oder eben Qntal.</p>
<p>Letztere verbinden authentische mittelalterliche Elemente mit Elektro-Klängen zu einem neuen Ganzen, das in sich erstaunlich geschlossen wirkt. Die Texte stammen zum Teil aus der Feder Walther von der Vogelweides, zum Beispiel das „Palästinalied“ oder „Am Morgen Fruo“. Walther ist wohl so was wie der Phil Collins des Minnesangs, schreibt eine Ballade nach der anderen und ist einfach nicht totzukriegen. Nur, dass seine Dichtung dann doch etwas „höhere“ Kunst ist, sorry, Phil.</p>
<p><strong>The Doors und Jim Morrison</strong></p>
<p>Jim Morrison, der Dichter, mag zwar um einiges unbekannter sein als Jim Morrison, der Doors-Frontmann, doch als Morrison auf die Bühne geht und dem Publikum einige seiner Gedichte rezitiert, gewährt er seinen Zuhörern einen einmalig tiefen Einblick in alles, was in ihm vorgeht, so kurz vor seinem Tod an Herzversagen im Sommer 1971.</p>
<p>Dass diese Lesungen mitgeschnitten wurden, ist bis heute ein großes Geschenk an die nicht enden wollende Doors-Fangemeinde. Aber dieses Geschenk ist auch den restlichen Bandmitgliedern zu verdanken, die Jahre nach Jims Tod zusammen kamen und ein Album daraus gestrickt haben: „An American Prayer“. Das Ergebnis ist mehr als ein Tribut an einen der wichtigsten Musiker des vergangenen Jahrhunderts; noch dazu knüpft es nahtlos an das bisherige Doors-Oeuvre an und könnte mühelos als Jim Morrisons persönlichstes Vermächtnis angesehen werden.</p>
<p><strong>Algebra Suicide und Algebra Suicide</strong><br />
<img src="http://RockZOOM.de/uploads/2008/11/algebra.jpg" alt="" title="Algebra Suicide" width="220" height="208" class="alignleft size-full wp-image-1253" />Willkommen im New Yorker Underground der wilden 80er! Algebra Suicide, das sind Lydia Tomkiw und Don Hedeker, widerlegen das alte Klischee, dass Zusammensein und zusammen Arbeiten nicht funktioniere. Gerüchten zufolge – nichts genaues weiß man nicht, Underground eben – ist die Formation aus dem Zufall heraus entstanden: Tomkiw dichtete und Hedeker machte Musik, beide waren ein Paar, verheiratet. Als Tomkiw eines ihrer Gedichte laut rezitierte, griff Hedeker zur Gitarre, und der Rest ist Geschichte. Ganz unspektakulär: Irgendwann ging die Ehe in die Brüche und Algebra Suicide vor die Hunde, Lydia Tomkiw starb 2007. Ihre Solowerke prägten unter anderem die legendären Legendary Pink Dots, und von Algebra Suicide bleiben eine Handvoll sehr hörenswerter Tracks.</p>
<p>Eine schwer nachvollziehbare Geschichte ist es obendrein, alles, was hier steht, beruft sich auf einen mühsam aus meinem Langzeitgedächtnis gegrabenen Beitrag auf Motor FM, irgendwann dieses Jahr. Doch es lohnt sich, die Ohren offen zu halten und zu forschen!</p>
<p><strong>…Soviel also zu diesem Thema, überflüssig zu erwähnen, dass das nur mehr ein Bruchteil dessen ist, was es an spannenden Poesie-Musik-Crossovers gibt. In diesem Sinne: Fühlt Euch nicht übergangen, sondern schreibt uns, wenn Euch etwas fehlt!</strong></p>
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