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Synje Norland @ ufaFabrik, Berlin | 28.05.2011

15. Juni 2011

Synje Norland live in Ufa Fabrik Berlin

Diese Singer/Songwriter aus Skandinavien klingen einfach grandios: Könnte man denken, wenn man zum ersten Mal mit Synje Norland in Berührung kommt. Um ehrlich zu sein, war genau das unser Gedanke als wir die in Wirklichkeit in Hamburg wohnhafte Sängerin zum ersten Mal (natürlich per Zufall, umso schöner) im großen weiten Internet entdeckten. Neulich erst wurde ihr Album „To The Other Side“ veröffentlicht und zum Song „Love Shuffle“ ein Video gedreht, auf dem Rummelplatz in Hamburg: Low-Budget-produziert, aber äußerst charmant wirkend. Das liegt natürlich auch am Song, der ein wenig untypisch für das gesamte Album frech und fröhlich vor sich hertippelt. Die anderen Lieder sind eher welche von der ruhigen Sorte. Doch immer wieder spielt das Thema „Alltag“ eine Rolle, entsprechend hoch der Identifikationsfaktor.

Wir wollten unbedingt mehr von dieser norddeutschen Künstlerin erfahren und wo geht das besser als auf einer Konzertbühne. Die stand in der ufaFabrik zu Berlin.

Als wir den Saal betraten, war dieser schon herrlich gefüllt. Die Menschen – von jung bis älter – hatten auf Stühlen Platz genommen, auf der mächtigen Bühne, die auch für Theater-Vorführungen genutzt wird, stand lediglich ein Cello samt Hocker, eine Akustik-Gitarre, davor ein Mikrofon, daneben eine Bierflasche und ein Tetra-Pak gefüllt mit Wasser.

Eigentlich hat Synje Norland eine Band um sich herum versammelt. Ihre Tour allerdings bestritt sie von Cellist Michael Becker begleitet nur in kleinem Rahmen. Das bedeutet, dass man deswegen schon auf ein vernünftiges, zuhöreifriges Publikum hoffen musste und das war hier in Berlin definitiv der Fall. Aus unserer Sicht natürlich etwas herausfordernd, weil man manchmal eine Stecknadel hätte fallen hören können und deswegen definitiv das Geklicke unserer Kamera vernahm – gefühlt bis in Reihe 20. Synje Norland live in Ufa Fabrik BerlinAls die barfüßige Synje irgendwann meinte: „Ich kann euch gar nicht richtig sehen.“ fiel uns ein Stein vom Herzen, es war halt recht dunkel im Publikumsrund und so sah uns wenigstens niemand die Scham an.

Das Publikum hingegen hatte beste Sicht auf die beiden Hauptakteure, standen diese während der Songs doch im perfekten Scheinwerferlicht. Besonders verträumt wurde es als sich gegen Ende der meisten Stücke rotes, blaues, manchmal grünes Licht an den fünf Meter langen Vorhängen im Hintergrund festkrallte und die Musiker mit einem malerischen Silhouettenschimmer versah.

Wie bereits kurz angedeutet, war die Gesamtstimmung des Abends eine ruhige – im positiven Sinne, denn das gefühlvolle Gemisch aus akustischem Saitenzupfen und eigensinniger Celloakrobatik gefiel einfach. Natürlich klingt es seltsam, wenn bei solch international klingender Musik Ansagen auf Deutsch erfolgen. Während der Songs vergisst man halt immer wieder, es mit einer deutschen Künstlerin zu tun zu haben, was eindeutig für Synje Norland spricht. Fernab von Kitsch erzählte sie uns Geschichten davon, dass je schneller sie rennt, umso langsamer vorankommt und sie immer dort sein möchte, wo sie gerade nicht ist: Ist sie endlich wieder zuhause, möchte sie auch eigentlich schon wieder weg.

Auch eine für Abwechslung sorgende Eigenkomposition auf dem Cello von Michael Becker fand den Weg auf die Setlist, ebenfalls eine Coverversion von Kate Bush. Und das Publikum wollte die beiden Akteure gar nicht wieder hinter dem Vorhang verschwinden lassen. Unzählige Male kamen sie zurück bis das Licht dann doch irgendwann erlosch. So gingen alle zufrieden nach Hause, jedoch nicht bevor sie Synje an der kurzerhand eingerichteten Merchandise-Ecke am Eingang auf die Schulter geklopft hatten.

>> Zu allen Bildern von Synje Norland in der Ufa Fabrik

Synje Norland im Internet:
Offizielle Homepage: www.synjenorland.com
Facebook: www.facebook.com/synjenorland
Twitter: twitter.com/synjenorland
MySpace: www.myspace.com/synjenorland
YouTube: www.youtube.com/user/norlandmusic

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