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Sunflower Bean – Human Ceremony

28. März 2016
Sunflower Bean - Human Ceremony

Sunflower Bean – Human Ceremony

Manche Alben hallen lange Zeit nach, während andere recht schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Sunflower Bean blicken trotz kurzem Wirken bereits auf eine beachtliche Summe an Live-Aktivitäten und eine EP („Show Me Your Seven Secrets“) zurück. Es war daher nur eine Frage der Zeit bis das Trio aus dem New Yorker Umland sein erstes Album vorlegen würde. „Human Ceremony“ hat alles was man sich von einer psychedelischen Indierock-Shoegaze-Platte wünschen kann. Sofern sich das überhaupt irgendwie eingrenzen lässt. Detailverliebtes Geschraube und monatelanges Feilen an den eigenen Kompositionen ist jedenfalls nicht im Sinne von Julia Cumming, Nick Kivlen und Jacob Farber. Vielmehr das Spontane oder das Aufgreifen der Stimmung eines Moments. Das Album war demnach auch genauso spontan im Kasten.

Was „Human Ceremony“ so abwechslungsreich macht, ist der Twist zwischen den Stilen. Zusammengefasst doch eher getragen, brechen Sunflower Bean gerne und auch recht häufig aus ihrem verträumten shoegazigen Gefüge aus, um das Tempo anzuziehen. „Wall Watcher“ und „Come On“ atmen Postpunk, „I Was Home“ geht in die Stonerrock-Ecke, der Titeltrack könnte jedoch genauso gut mit den Cocteau Twins aufgenommen worden sein. Es ist ein bisschen wie Genre-Flipper spielen. Ganz gleich wo der Pinball aufschlägt: es klingt einnehmend schön, lässt den Puls hochschnellen, absinken – oder auch beides. Denn nur zu gerne kombinieren Sunflower Bean auch wild innerhalb eines Songs. Das Gute: dieses Flipperspiel fühlt sich zu keiner Zeit anstrengend oder gar gewollt durchdacht an. Spontan eben! „Human Ceremony“ kann man immer hören und das nicht oft genug. Alles gleitet, poltert und groovt. So in etwa wäre dann auch die Vorstellung des perfekten psychedelischen Indierock-Shoegaze-Albums.

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