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Son Lux – Lanterns (Review)

17. November 2013
Son Lux - Lanterns

Son Lux – Lanterns

Son Lux aka Ryan Lott hat mit Mitte Dreißig schon so Einiges an musikalischer Erfahrung unterschiedlichster Färbung machen können. Angekommen ist er letztlich dort, wohin ihn sein Kindheitstraum seit jeher geleitet hat: beim Komponieren, beim Kreieren ungekannter Klangfasern und dem Verflechten eben jener Fasern zu einer ganz besonders schillernden Wall of Sound. „Lanterns“ ist Album Nummer drei – und geizt nicht mit orchestralem Pomp, der dennoch federleicht und groovend daher kommt. Son Lux greift tief in die melodramatische Kiste und entschwebt mit „Lanterns“ in andere Sphären. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass dies der perfekte Soundtrack für eine ungewisse Expedition im All ist. Gewappnet für alle Eventualitäten. Kein minimalistisches Werk, eher die volle Packung. Und das Resultat klingt dennoch – oder gerade deswegen sehr emotional und mitreißend.

„Alternate World“ wird als Einstieg zwar jedem Klischee gerecht, wirkt durch Lotts brüchig sehnsüchtigen Gesang und die eher zurückgeschraubte Instrumentalisierung und im Refrain eingestreuten Chorgesänge jedoch wunderschön und entrückt. „Lost It To Trying“ legt danach allerdings ordentlich zu. An allem: Pomp, opernhaftes Melodram, Glitzer und Sternenstaub – einfach ein großartiger Titel! „Easy“ hingegen schleppt sich von Bläsern unterstützt durch den Weltraum. Der vorhin angesprochene Groove kommt hier deutlich zum Vorschein – die obligatorische Prise Drama rundet das Ganze dann vollends ab. „No Crimes“, „Pyre“ oder „Ransom“ – es fällt schwer dieses Klang-Ungetüm von Ryan Lott in wenigen Worten zu beschreiben. Und wenn man es dann doch versucht, wird man ihm und seinem Hunger nach dem Erschaffen ganzer Melodie-Galaxien doch nicht gerecht. Ich persönlich fühle mich beim Hören von „Lanterns“ relativ oft an Queen erinnert – soviel Pathos, soviel Schmerz und Glück auf einmal, soviel Berg – und Talfahrt. Selten wurden Emotionen so homogen mit Musik verknüpft. Wer eingängige Elektro-Opern mag, der darf hier sein Herz verlieren.

Son Lux im Internet:
Bandcamp

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Soundcloud

Tourdaten:
14.01. 2014 – Bi Nuu, Berlin
15.01.2014 – ArtTheater, Köln
16.01.2014 – Palace, St. Gallen
17.01.2014 – Rotonde, Luxembourg

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