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Soap&Skin: Narrow

17. Mai 2012

Anja Franziska Plaschg ist zurück. Drei Jahre nach ihrem Debüt „Lovetune for Vacuum“ stand im Februar diesen Jahres die Veröffentlichung ihres Nachfolgers „Narrow“ an.
Mit ihren gerade mal 22 Jahren blickt Anja Plaschg bereits auf eine facettenreiche musikalische Vergangenheit zurück. Seit ihrem sechsten Lebensjahr spielt sie Klavier – und so prägt auch der Klang dieses Instruments ihre Musik. Sie ist sozusagen die Tori Amos Österreichs.

Der Einstieg ist für jene, die den Vorgänger „Lovetune for Vacuum“ kennen, denkbar einfach. Beide Alben gehen nahtlos ineinander über – die Instrumentierung dabei auf das Nötigste reduziert, um Frau Plaschgs Stimme den Raum zu bieten, die sie braucht, um sich entfalten zu können. Man hat das Gefühl, die Musik wurde um sie herum komponiert – und so thront über allen Songs die Orkanstimme der jungen Österreicherin. Manche Stücke, wie unter anderem “Vater“, welches ihrem verstorbenen Vater gewidmet ist, sind hierfür das beste Beispiel. Leise und doch impulsiv mit schnörkellosem Text, die Trauer wird hier geradezu greifbar. Auch auf „Narrow“ wiegt der Klang gewohnt schwer und voller Sehnsucht. Geradezu verträumt kommt „Boat Turns Towards The Port“ daher. Und wieder andere Songs schrauben sich zu wahren Schlagwerkorgien in die Höhe („Deathmental“). Schwermut zieht sich zäh als Hauptmotiv durch das gesamte Album, ohne dass es dabei jemals an Schönheit verliert. Irgendwie keine frische Musik für einen sonnigen Tag. Und irgendwie doch. Es braucht schon mehrere Durchläufe, um Zugang zu diesem, sagen wir mal: avantgardistischen Werk zu finden.

Soap & Skin kann man eben nicht mit einer Tafel Milka Vollmilch vergleichen. Soap & Skin ist wie Zartbitterschokolade. Am Anfang gewöhnungsbedürftig – und eigentlich gar nicht lecker, weil sie nicht die Süße von normaler Schokolade hat. Dafür klebt sie gefühlte Ewigkeiten am Gaumen und hinterlässt einen vollen runden Geschmack, der noch lange nachwirkt. Allein das Cover von „Voyage Voyage“ (Desireless) ist einen Testlausch wert. Ich habe selten etwas Besseres gehört! „Narrow“ öffnet die Arme weit – und man muss sich eigentlich nur noch fallen und tragen lassen.

Termine.
24.06. – Kölner Philharmonie, Köln
21.09 – Astra, Berlin, DE (with ensemble & choir)

Soap&Skin im Internet:
Homepage: soapandskin.com
Facebook: www.facebook.com/soapandskinofficial

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