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Sleater-Kinney – No Cities To Love (Review)

28. Januar 2015
Sleater-Kinney-No Cities To Love

Sleater-Kinney-No Cities To Love

Die Riot-Grrrls sind zurück. Schlappe zehn Jahre liegen zwischen Sleater-Kinneys letztem Album „The Woods“ und ihrer frisch veröffentlichten Platte „No Cities To Love“. Das rockende Damentrio aus Olympia (Washington) vertrieb sich die Zwischenzeit mit einigen anderen musikalischen Projekten, ihre Bande überdauerte jedoch die vergangene Dekade. Treu sind sie sich geblieben. Obwohl das auch nicht anders zu erwarten war. Wer sich einmal der Independent-Szene verschrieben hat, tut das aus tiefster Überzeugung heraus und lässt sich selten in fremde Klanggefilde locken. Fertiggestellt wurde „No Cities To Love“ dann auch mit Unterstützung von John Goodmanson, der bereits am 1997er Album „Dig Me Out“ mitwirkte.

Keine Experimente, dafür knackig punkig rockende Songs. Corin Tucker und Carrie Brownstein singen und schrammeln, Janet Weiss gibt die ungekrönte Königin am Schlagzeug. Die Kompositionen gehen ohne viel schmückendes Beiwerk nach vorne, sind schlicht, kratzig und trumpfen dennoch mit cleveren Hooklines auf. Während andere Musiker nach längerer Pause verzweifelt versuchen an frühere Erfolge anzuknüpfen, ihr Alter überspielen und dadurch leider nur noch unglaubwürdiger wirken, scheinen Sleater-Kinney ihren Sound in einem Schritt in die Gegenwart gewuchtet zu haben. Allumfassende Gesellschaftskritik (u.a.„Price Tag“) trifft auf hymnenhafte Indie-Melodien („Fade“) und rumpelig-schöne Songs mit Garagen-Charme („Surface Envy“, „Gimme Love“). Man spürt zum einen, dass die Drei richtig Bock auf die Platte hatten, zum anderen, dass über die Jahre nichts von ihrem antreibenden Schwung auf der Strecke geblieben ist. Einziger Wermutstropfen: die doch recht kurze Spielzeit von knapp 33 Minuten und lediglich ein Livetermin in Deutschland. Die Mädels machen eben nach wie vor einzig das was sie wollen. Aber auch das verzeiht man ihnen gerne. Dafür hören wir „No Cities To Love“ dann einfach noch einmal.

Sleater-Kinney im Internet:
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Soundcloud

Tourdaten:
18.03. – Huxleys Neue Welt, Berlin

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