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Skyclads „Weekend of Woes“

30. Juli 2007

"Flight 529, the DOA and the Weekend of Woes..."

Originaltext: Kevin Ridley (Skyclad – git. & voc.)
Übersetzung: Katrin Kropf

Schon seit Wochen (wenn nicht gar Monaten) fieberten wir von Skyclad einmal mehr dem Dong Open Air (DOA) entgegen. Mittlerweile findet sich dieses Festival alle zwei Jahre als festes Event in unserem Terminkalender wieder. So spielten wir bereits 2003 und 2005 auf, doch das Dongwochenende 2007 startete für uns wahrlich nicht gut, und über die folgenden 48 Stunden – es kam uns wesentlich länger vor! – sollte es sogar noch schlimmer werden… dann wieder besser… und schließlich viel viel schlimmer! Hauptsächlich ist das unserer „budgetfreundlichen“ Fluggesellschaft zu verdanken (ratet mal welche das war…), die es zunächst fertig brachte, alle unsere Instrumente zu verlieren (und diese Dinger sind ja nicht gerade unwichtig, wenn man zu einem Gig fliegen möchte) und dann noch mit starken Verzögerungen und Flugstreichungen aufwartete.

Es begann morgens um 5:30 Uhr britischer Ortszeit am Flughafen Newcastle. Wir wurden mit großem Tumult begrüßt, als etwa 20 Flüge versuchten, gleichzeitig einzuchecken und dann auch Gepäckgurte kaputt gingen. Unser Flug nach Stansted hatte natürlich Verzögerung, doch als wir dann schließlich dort ankamen, mussten wir feststellen, dass unsere Instrumente (jedoch nicht alle, um genau zu sein) es nicht bis Stansted geschafft hatten. Also begaben wir uns in den Pub (wie man das um 8 Uhr in der Frühe nunmal tut) und beratschlagten, was nun zu tun sei. Wir beschlossen, dass wir die guten Leute auf dem Dong nicht einfach hängen lassen könnten, und so riefen wir bei den Veranstaltern an, um uns von irgendwoher noch ein paar Instrumente für den Auftritt zu besorgen… und dann ging es ab nach Düsseldorf.

Skyclad @ RockZOOM-Stand 2007Nach der Misere in England – es hat dort auch noch die letzten sechs Wochen geregnet, falls ihr’s noch nicht wusstet – war es toll, nicht nur die Sonne, sondern auch so viele fröhliche Leute zu sehen, die eine gute Zeit haben. Wir haben schließlich mit den RockZOOM-Leuten eine Autogrammstunde vereinbart, und dort trafen wir auf ein paar alte Freunde und hoffentlich auch auf einige neue.

Doch wie war nun der Auftritt selbst? Nun, da wir uns ja schon lange auf das DOA gefreut hatten, wollten wir uns natürlich nicht durch so eine Kleinigkeit wie fehlende Instrumente stoppen lassen (hat ja auch bei Van Canto geklappt). Nach wildem Herumgestimme und Anpassungen des geliehenen Equipments ging’s dann also tatsächlich los. Stephan (Dong-Orga) bei Skyclad @ DOA 2007Ich muss sagen, dass die Atmosphäre auf dem Dong immer etwas ganz Besonderes ist. Kein Wunder, dass es jedes Jahr ausverkauft ist, und in diesem Fall ist es wirklich klein aber fein. Der Grundtenor ist hier klar „Qualität statt Quantität“ und sofort als wir die Bühne betraten, war die Menge voll dabei.

Für die diesjährige Show entschieden wir uns für ein paar Tracks, die das Ganze etwas anders aussehen lassen sollten, ein wenig spezieller. Auf Anfrage vom Stephan (Dong-Mitorganisator) spielten wir also „Helium“. Das war das erste mal dass die Band diesen Song gespielt hat. Hauptsächlich deswegen, weil da eine Bassfolge drin vorkommt, von der Bean (unser Bassist) meint, dass er sie nicht wiedergeben könne (und er hatte Recht!). Aber mal im Ernst, angesichts der Tatsache dass er mit geliehenem Equipment (und einem Gitarrenverstärker?) spielen musste, machte er einen großartigen Job und wir alle hatten so großen Spaß an „Helium“ – gut möglich, dass es nicht das letzte mal war.

Neben unseren typischen „Singalongs“ („Parliament of Fools“, „Anotherdrinkingsong“ etc.) spielten wir außerdem „They Think It’s All Over“ von unserer „Jig-a-Jig“-EP, die ja beim letzten Dong noch nicht veröffentlicht war, Skyclad @ DOA 2007sowie eine „Weltpremiere“ des neuen Songs „Still Small Beer“. Dieses Stück, schön nett und im Auftakt, schien ziemlich gut angekommen zu sein… haltet also nach unserem nächsten Album Ausschau! Da wir entschieden haben, dieses Jahr nicht zu headlinen, kamen wir noch zu einer angemessenen Zeit von der Bühne, um selbst die verbliebenen wenigen Stunden zu genießen. Wir hatten zum Beispiel alle viel Spaß an Ensiferum gehabt.

Nach all dem mögt ihr vielleicht denken, dass unsere Heimreise schön unkompliziert verlief… Falsch! Als wir zurück nach Stansted kamen (England again), mussten wir über sechs Stunden auf unseren Anschlussflug warten. Das war Flug Nummer „529“ und so schrieben wir also eine epische Metalballade mit dem Titel „Flight 529 and the Weekend of Woes“ (so etwa in einem Saxon „747“-Stylee mit echten Falsett-Metalscreams [Anm. d. Übers.: Slough Feg schrieben außerdem vor kurzem den „Frankfurt Hahn Airport Blues“, wenn man schon nicht physisch beflügelt wird, so reist doch wenigstens die Inspiration auf weiten Schwingen]), natürlich nur um die Langeweile zu mildern, ihr versteht schon. Das Flugzeug, welches uns dann eigentlich nach Hause bringen sollte, wurde vom Blitz getroffen, als es nach Stansted einflog (ja, ist wahr), also war es nicht mehr zu gebrauchen. Wir nahmen stattdessen den nächsten Flieger nach Newcastle (wo es, ihr ahnt es natürlich schon, immer noch regnete).

Aah, aber ich höre euch schon alle sagen ‚Was ist denn nun aus den Instrumenten geworden?‘ Nun, als wir da so am Sonntag Abend (!) am Stansted Flughafen warteten, bekam ich einen Anruf vom Düsseldorfer Flughafen: Einige unserer Instrumente seien angekommen und ob wir sie nicht gern zu unserem Hotel geliefert haben möchten? Ja, genau dem, welches wir einen Tag und acht Stunden zuvor besiedelt hatten.
„Äh nein“, antwortete ich.
„Nun, wo sollen wir sie hinschicken? Nach Stansted?“
„Versuchen Sie Newcastle, da wohnen wir“, schlug ich vor.

Am nächsten Tag also (Montag) erreichten uns schlussendlich zwei Gitarren und ein Bass nach ihrer netten Spritztour durch Europa – Die Instrumente wurden sogar über Paris geschickt. Leider brauchte es weitere fünf Tage ehe die Drumpedale ankamen. Letzenendes erschienen sie aber doch. Von daher shee ich die ganze Situation nun etwas positiver (obwohl eine gewisse Fluggesellschaft nicht amüsiert sein wird, wenn sie dann unsere Forderung auf Schadenersatz wegen eines ruinierten Wochenendes erhält).

Abschließend bleibt uns noch, einigen Leuten zu danken: Katrin und den RockZOOM-Leuten für ihre Hilfe (und diese Chance um meinem Ärger Luft zu machen), der DOA-Crew, die wie immer gut organisiert war, sich um uns kümmerte und erneut ein super Festival auf die Beine stellte (wir hoffen, 2009 wieder dabei sein zu können und sei es nur für „Bier und Würstchen“). Den Jungs von Synasthasia möchten wir für die ganze Hilfe mit dem Equipment auch ein riesiges „THANK YOU“ zukommen lassen, außerdem unserer „Holland Crew“, die sich wieder mächtig ins Zeug gelegt hat (vor allem Louis, der schön mit Ensiferum weitergefeiert hat – uns dazu aber nicht einlud) und danke auch allen Leuten auf dem DOA 2007 für diese tolle Zeit, auch wenn sie nur kurz war an diesem anstrengenden Wochenende.

Einer gewissen „Billigfluggesellschaft“, die es uns wahrlich nicht einfach gemacht hat, möchten wir gern „*#@< $£%" sagen! Ihr werdet außerdem von unseren Anwälten hören. Aber das ist nunmal die tägliche Arbeit, die man so mit einer durchschnittlichen Folk Metal Band hat, und davon darf man sich nicht niedermachen lassen. Nun, jedenfalls nicht bis zum nächsten Mal. Cheers’n’beers, Skyclad

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