Suche

Skunk Anansie + The Jezabels live @ Columbiahalle, Berlin | 16.11.2012

21. November 2012

SKUNK ANANSIE waren Ende der Neunziger so etwas wie die Helden unserer Teenager-Jahre. Der allgemeine Stempel Alternative Rock ließ sich schlecht verwischen, wenngleich die Band aus England gerne mal nach vorn und hinten auszubrechen vermochte. Mal ging es eher funky, mal heavy oder gar ultra-sanft zur Sache. 2001 dann der Bruch. Frontfrau Skin machte anschließend durch zwei Soloplatten auf sich aufmerksam. 2009 folgte die Reunion. Gar nicht so einfach als typische Neunzigerjahre-Band den Ansprüchen der Leute zu genügen, die heutzutage mit hippen musikalischen Modeerscheinungen zugepflastert werden. Eine Band wie Skunk Anansie muss sich da ganz besonders anstrengen. Vor allem muss man ständig kritischen Stimmen ausweichen, man sei mit durchschnittlich 45 Jahren nicht mehr wegweisend genug und sollte sich doch besser zur Ruhe setzen.

Seit ihrer Wiedervereinigung sind zwei Alben vergangen. Das jüngste Werk „Black Traffic“ steht gar erst seit September in den Läden. Das schrie nach einer Tour und genau die ist gerade in vollem Gange. Und da die Großstadt während der Teenager-Jahre noch viel zu weit weg war, bedeutete das für uns auch, Skunk Anansie zum ersten Mal live zu erleben. So richtig. Mittendrin.

Es dauerte nur wenige Sekungen bis man verinnerlichte, dass hier und heute die Sause des Jahres abgehen würde. Frontröhre Skin, mittlerweile mit Elektroschock-Irofrise („mind the hair“) statt gewohntem Kahlschädel hatte sich schon wie ein Flummi in der Luft festgeheddert bevor man überhaupt richtig hinschauen konnte. Alles was folgte war einfach nur Energie pur. Das Gute an Skunk Anansie ist, dass sie es drauf haben auch mal kräftig in die Eisen zu gehen, gerade live auf der Bühne wirkten ihre Songs noch eine Spur dynamischer und durchschlagskräftiger als auf Platte. Spaß und Freude kam auch nicht zu kurz, ebenso wenig wurden politische Statements ausgelassen. Wir versuchen es allerdings erst gar nicht, den Höhepunkt des Abends auszumachen, denn wir können uns beim besten Willen nicht entscheiden, ob wir es imposanter fanden, dass sich Skin bei „Weak“ für eine geschlagene Minute STEHEND vom Publikum hat auf Händen tragen lassen oder dass sie etwas später ganz unbehelligt durchs Publikum fegte, um in der Mitte der Halle, Hock- und Springanweisungen zu geben, ganz zu schweigen von dem Rückwärtsdive in Richtung Bühne.

Nicht unerwähnt lassen möchten wir den Auftritt von The Jezabels, einer noch recht frischen Band aus Australien, deren Songs man lauter macht, wenn sie im Radio laufen. Ihr harmonischer Indie-Rock mit allerhand Achtziger-Einflüssen passte eigentlich gar nicht zum Sound von Skunk Anansie. Es kann aber gut sein, dass die Kollegen aus England The Jezabels schlicht und einfach dabei haben wollten, weil sie sie selbst gut finden, denn wie sagte Skin so schön:

Wir haben jetzt unser eigenes Label und wir machen das, was wir für richtig halten.

>> Zu allen Bildern von The Jezabels in der Columbiahalle in Berlin

>> Zu allen Bildern von Skunk Anansie in der Columbiahalle in Berlin

The Jezabels im Internet.
Homepage: www.thejezabels.com
Facebook: www.facebook.com/TheJezabels
Twitter: www.twitter.com/thejezabels

Skunk Anansie im Internet.
Homepage: www.skunkanansie.net
Facebook: www.facebook.com/OfficialSkunkAnansie
Twitter: twitter.com/SkunkAnansie

Schreib einen Kommentar