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Sivert Høyem – Endless Love (Review)

25. Mai 2014
Sivert Høyem - Endless Love

Sivert Høyem – Endless Love

Norwegen brachte man in der Vergangenheit eher selten mit beeindruckenden Indie-Bands in Verbindung. Dann kamen Madrugada mit Frontmann Sivert Høyem. Sechs Studioalben und einen Todesfall (Gitarrist Robert S. Burås) später lösten sich Madrugada auf. Høyem suchte seinen eigenen Weg, um die Ereignisse zu bewältigen. Und was liegt für einen Musiker näher, als sich in einer solchen Situation ganz und gar seinen eigenen Kompositionen zu widmen? „Endless Love“ ist bereits sein viertes Soloalbum in Folge. Dennoch sind die bisherigen Werke eher im Underground angesiedelt. Kommerzieller Erfolg – und ein Wachsen seines Bekanntheitsgrades wollten sich noch nicht so recht einstellen. „Endless Love“ könnte hier einen Wendepunkt darstellen. Wenn nur genügend Menschen von der Existenz dieses Albums erfahren.

Und warum wir hier ein paar gute Worte für Sivert Høyem einlegen, ist denkbar einfach zu begründen. Er hat wohl eine der eindringlichsten groovenden Stimmen, die ihr je gehört habt. Tief, samtig und kraftvoll. Obendrauf ist Høyem mit dem Talent gesegnet, Songs zu schreiben, die bis ins Mark treffen. Schwermütig, ja-aber keinesfalls von dieser bleiernden Last gefesselt, die einen selbst immer tiefer reißt. Man lehnt sich eher zurück und wird schnell Teil dieses kleinen sehr intimen Roadmovies. Röhrende Ausbrüche sind nicht zu erwarten. Høyem fokussiert sich vornehmlich auf seine Stimme, die auf „Endless Love“ als multifunktionales Werkzeug zum Einsatz kommt. So schlägt der Norweger seinen eigenen Weg in Richtung Moritatenkünstler ein, erinnert an Nick Cave oder Tom Waits und macht seine Sache dabei wirklich gut. Der Titeltrack groovt, „Handsome Saviour“ gospelt, „Free As A Bird/Chained To The Sky“ schwummert folkig durch die Boxen, „Wat Tyler“ tanzt mit Countryklängen fabelhaft aus der Reihe, „Görlitzer Park“ verbreitet theatralisch gefärbt eine wohlige Untergangsstimmung. Klar, ein luftiges Sommeralbum klingt anders. Sivert Høyem aber steht über dererlei Dingen. Melancholie kennt keine Jahreszeiten. Und so schön in Songs gerahmt kann auch Traurigkeit glücklich machen.

Tourdaten:
25.05. – Hamburg, Knust
26.05. – Frankfurt, Das Bett
27.05. – Berlin, Heimathafen
29.05. – Zürich, Komplex
30.05. – Bern, Bierhübeli

Sivert Høyem im Internet:
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