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Sigur Rós live @ Tempodrom, Berlin | 22.02.2013

25. Februar 2013

Sigur Rós live in BerlinBei der Nachbetrachtung eines Konzertes von Sigur Rós steht man vor einem gewaltigen Problem: Wo soll man beginnen, wo soll man einen Zwischenstopp einlegen, wo soll man aufhören? Die Isländer sind eben an Intensität kaum zu überbieten, so sehr, dass selbst der Fan erfürchtig erstarrt und dessen Aktionsradius sich höchstens zwischen Augen auf und Augen zu bewegt.

„Valtari“, das sechste reguläre Studioalbum von Sigur Rós, auf das die Fans ganze vier Jahre ausharren mussten, steht inzwischen auch schon wieder seit einem Dreivierteljahr in den Regalen. Nach heutigen Maßstäben klingt das zunächst wie eine halbe Ewigkeit, es fühlt sich jedoch an, als sei es gestern erst gewesen als man das lang herbeigesehnte Werk endlich in den Händen hielt. Diese verzerrte Wahrnehmung muss eindeutig an ihrer zeitlos vorgetragenen Musik liegen. Die Band umschreibt sie selbst als Slow Motion Rock. Unter der Kuppel des Tempodrom in Berlin hieß es nun, „Valtari“ den Fans im Rahmen einer 67 Konzerte umfassenden Welttournee erstmals vorzustellen.

Obwohl die Halle die Durchschnittsgröße eines herkömmlichen Konzertes überstieg, kam man sich so manches Mal vor als befände man sich inmitten einer Tropfsteinhöhle. Wer schon mal Glühwürmchen-Erfahrungen gesammelt hatte, den erinnerten die kleinen aufflackernden Lämpchen auf der Bühne an die winzigen an die Dunkelheit gefesselten Leuchtkäfer. Auf der breitgezogenen Leinwand im Hintergrund überschlugen sich pompöse Filmsequenzen, auf die man sonst nur in seinen verwunschensten Träumen trifft.

>> Zu allen Bildern von Sigur Rós @ Tempodrom in Berlin

Der obligatorische Vorhang, der die Band um „Jónsi“ Birgisson in große Silhouetten-Monster verwandelte, sorgte für eifrig viel Knistern. Erst mit Beginn des vierten Songs löste sich der schwere Stoff von der Decke. Die Sicht war frei auf die Bühne, auf der elf großartige Musiker mit ihren Instrumenten jonglierten und diese für gigantische zwei Stunden eigenwillig bearbeiteten. Die Rufe nach einem zweiten Zugabenblock wollten nicht verhallen, doch die Band war endgültig am Ende ihres Sets angelangt. Sehr rührend der Moment als Sigur Rós aufgrund des tobenden Applauses unplanmäßig noch einmal vor ihr Publikum traten, um sich zu verneigen.

Wir ihr merkt, hat das mit der Rundum-Analyse nicht so recht geklappt, aus diesem Grund sei euch unsere Fotogalerie dieses Mal ganz besonders ans Herz gelegt.

Sigur Rós im Internet
Homepage: www.sigur-ros.co.uk
Facebook: www.facebook.com/sigurros

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht und die Bilder sind echt spitze geworden. (Hab meine DSLR leider im Hostel gelassen, nachdem man sie mir 2008 abgenommen hat).
    Immer wieder ein Genuss Sigur Rós live zu erleben. Das Tempodrom ist dafür auch echt geschaffen. Bomben Sound dort. Dafür fahre ich auch gerne nach Berlin.

    #38813
  2. […] Micha zu Sigur Rós live @ Tempodrom, Berlin | 22.02.2013 […]

    #49705

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