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Savages live @ Kesselhaus, Berlin | 22.11.2013

24. November 2013

Savages @ Kesselhaus, Berlin - 22.11.2013Dem Mythos der Vergangenheit nachgehen: Das haben viele versucht, meistens blieb es beim bloßen Abkupfern. Eine Band, die stilistisch in einem Atemzug genannt wird mit Siouxsie and the Banshees oder Joy Division ist SAVAGES aus London. Und sie scheinen so einiges besser zu machen als die besagten Musiker, denen man schamloses Kopieren nachsagt. Die vierköpfige Frauenband ist mit ihrem ganz eigenen düsteren Charme ausgestattet, und vor allem spürt man, dass sie unter Beimischung bandeigener Post-Punk-Elemente zu etwas Großem heranreifen könnte. Ihr Debüt „Silence Yourself“ hat jedenfalls so einigen einen gehörigen Schauer über den Rücken gejagt – in England sind sie bereits DAS Ding schlechthin. Und auch ihre Show neulich im Kesselhaus in Berlin ließ einen regelrecht den Atem stocken. Die Gänsehaut wollte sich über die ein bisschen mehr als einstündige Spielzeit wahrlich nicht verabschieden. Es ist doch schön, wenn sich gewisse Dinge auf der Bühne bewahrheiten. Während man ihre drei Mitstreiterinnen nur schemenhaft zu Gesicht bekam, stand Frontfrau Jehnny Beth während des ganzen Konzertes über in einem blassen, aber grellen Lichtkegel, der ihre pinkfarbenen Lippen und dunklen Augen akzentuierte. Ein wenig angsteinflößend kam sie daher, aber jedoch mindestens genauso betörend, ihre schnellstockenden Bewegungen wirkten sonderbar wunderbar. Unverwechselbar.

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Nach dem vorletzten Song applaudierte das Publikum so frenetisch, dass die gebürtige Französin Jehnny mit einem Kompliment konterte: „It feels like home!“ Und plötzlich warf sie alle Prinzipien übers Nichtreden auf einem Konzert über Bord und erzählte wie der nun folgende Song „Fuckers“ zustande kam, ganz unbeeindruckt, ob jemand die Geschichte bereits kannte. Nach einer langen Nacht des Redens mit einem guten Freund hinterließ dieser am Morgen die Notiz „Don’t let the fuckers get you down!“ Bevor es mit dem überragenden, explosiven Zehnminüter losging, rief sie dazu auf, sich jene Worte an den Kühlschrank zu kleben, damit man die Message der Band stets mit sich herumtragen würde. Nach dem Song folgte übrigens keine Zugabe mehr, wahrscheinlich weil jeder weitere der Atmosphäre Abbruch getan hätte. Wenn es am besten ist, soll man bekanntlich aufhören.

Savages im Internet:
Offizielle Homepage: www.savagesband.com
Facebook: www.facebook.com/savagestheband
Twitter: www.twitter.com/savagesband


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