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Sara Lov @ Café Zapata, Berlin | 27.04.2009

30. April 2009

What are you made of, Sara Lov?

Sara LovDurch die Türen des Café Zapata im Kunsthaus Tacheles dürften schon zahllose Musiker gegangen sein. Mittlerweile droht dem gesamten Kulturzentrum die Zwangsversteigerung. Abende wie das Konzert von Sara Lov und ihrem Support Act Petula, der durch charmante Ansagen und authentisch entspannte Singer-Songwriter-Klänge betörte, lassen das Unverständnis darüber unermesslich steigen. Als hätte Mitte das Tacheles nicht nötig – als gäbe es schönere Orte, urban gewachsen aus Mauern und Pflastersteinen und Sand, bemalt und zerfallen und wieder überbemalt, um einen Abend lang etwas Besonderes zu hören.

Vor sieben Jahren waren auch Dévics schon mal da, erinnert sich Sara Lov, damals Sängerin der Band und heute solo mit ihrem ersten Album auf Tour. Überhaupt war der Abend voller Erinnerungen: Zunächst war da diese wunderschöne Hommage an Billie Holiday, „Good Morning Heartache“, a cappella gesungen mit zerbrechlich starker Stimme, Sara Lov ganz allein auf der Bühne. Die zweite Coverversion, „My Body Is A Cage“, im Original von Arcade Fire, fügte sich so nahtlos und unbemerkt in Sara Lovs restliches Set als wäre es für sie geschrieben, auf den Leib geschneidert, perfekt angepasst.

Dann die Überraschung, dass auch Dustin O’Halloran anwesend ist. Der Pianist war früher ebenfalls bei Dévics, ist mittlerweile als Solokünstler vor allem für seine Filmmusik, zum Beispiel Sara Lovfür „Marie Antoinette“, bekannt und wohnt mittlerweile in Berlin. Außerdem ist er Sara Lovs bester Freund und Partner in Crime: Mit ihm schrieb sie ihr erstes Solo-Stück „New York“, das nach zehn Jahren in der Schublade nun endlich einen Weg auf ihr Album fand. Wie die meisten Stücke auf „Seasoned Eyes Were Beaming“ ist auch dieses angenehm zurückhaltend,fast schon meditativ – und doch schleicht es sich ins Herz und in die Ohren, um dort zu bleiben, ganz subtil und doch unglaublich präsent. Fast in alter Originalbesetzung gab es auch noch ein paar Dévics-Klassiker zum Abschluss, unter anderem das bezaubernd melancholische „Salty Seas“. Das Publikum – nicht so zahlreich, wie Petula und Sara Lov es verdient hätten, aber halbwegs voll wurde es dann doch – hat’s sichtlich genossen, schweigend und glücklich, wie verzaubert und irgendwie verloren.

Bleibt die Hoffnung, dass Sara Lov in sieben Jahren wieder im Tacheles vorbeikommen und in Erinnerungen und Anekdoten versinken kann. Oder in siebzig Jahren. Und zwischendurch ganz oft.

Offizielle Homepage von Sara Lov
Sara Lov bei MySpace
Petula bei MySpace

Fotoquelle: saralov.com

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