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Santigold @ Astra, Berlin | 20.07.2012

24. Juli 2012

Wenn man so jemanden wie Santigold mal live gesehen hat, zieht man unmittelbar Parallelen zu Madonna. Allerdings eher im kritischen Sinne. Die Queen Of Pop will ja immer auf möglichst zeitgemäße Art ihren Senf in den internationalen Hitlisten dazugeben. Sie scharrt die hippesten Produzenten um sich und am Ende kommt etwas dabei raus, was man am ehesten als „unauthentisch“ bezeichnen kann. Früher fand man sie doch irgendwie töfte, heute wünscht man sich nichts mehr als dass sie endlich aufhört.

Es gibt nämlich viel talentiertere Musiker, von den Gesangsqualitäten mal ganz zu schweigen – Santigold zum Beispiel. Santigold ist nicht nur die bessere Musikerin, sie hat auch einen wegweisenden Sound geschaffen, der sich vielleicht als „Umtrunk mit M.I.A.“ bezeichnen lässt. Die 35-jährige Amerikanerin, die bis 2009 noch als Santogold ihr Unwesen trieb, weiß wie man Leute für sich begeistert, die auf unterschiedlichste Musikrichtungen stehen. Sie hat den Dreh raus, sie praktiziert kreatives Vermischen, deshalb liegen ihr so viele zu Füßen. Sie ist Rock-Band und Groovemaschine in einem, selbst wenn es mal ruhiger wird. Dann trägt ein beschwingter Beat den Song bis ans Ziel. Santigold beeindruckte (untertrieben ausgedrückt) im ausverkauften Astra. Mehr als tausend Menschen rasteten förmlich aus. Es hätte nicht viel gefehlt und die Halle hätte sich eine Tropfsteinhöhle verwandelt. Selten hat man Menschen so exzessiv tanzen gesehen. Spätestens als Santigold mehr als zwei Hände voll Fans zum Popo-Schwingen auf die Bühne bat, gab es kein Halten mehr. Apropos Schwung: Ihre beiden Tänzerinnen waren in Sachen Coolness kaum zu überbieten. Sie stellten die abgefahrensten Sachen mit ihrem Körper an, Highlight war ein Handstand-Hintern-Schüttler. Oft wirken Tänzer wie ein Fremdkörper, sie hingegen waren der verlängerte Arm von Santigold, die ab und zu mit in die Choreografie einstieg. Vier Kostümwechsel, ein „Pferd“ auf der Bühne und ausgiebiges Interagieren mit den Fans sorgten für weitere Erheiterung.

Etwas schade war, dass der Sound an den Seiten abdriftete und einem fast das Trommelfell zersplitterte. Aber was nimmt man für eine astreine Performance nicht alles in Kauf! Und ansonsten empfehlen wir euch unbedingt in Santigolds neues Album „Master of My Make-Believe“ reinzuhören.

>> Zu allen Bildern von Santigold im Astra

Santigold im Internet.
Homepage: www.santigold.com
Facebook: www.facebook.com/Santigold


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