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Sallie Ford @ Musik und Frieden, Berlin | 11.11.2015

18. November 2015

Sallie Ford am 11. November 2015 live in Berlin im Musik und Frieden - fotografiert von Jana Legler für RockZOOM.deAls Sallie Ford im Musik und Frieden in Berlin spielte, war die Welt noch in Ordnung. Und passend zum Tag, an dem kurzzeitig der Karnevals-Klamauk Einzug hielt, herrschte bei der Musikerin und ihren beiden Band-Mädels aus Portland Partystimmung auf der Bühne.

Selten kündigen sich derart illustre Gäste an und selten macht es derart Spaß, Teil des Publikums zu sein.

Sallie Ford & The Sound Outside trennten sich nach zwei grandiosen Album-Veröffentlichungen vor exakt zwei Jahren. Ihr Sound war geprägt von allerhand Fünfziger-Jahre Rock’N’Roll-Elementen. The Sound Outside, Sallies drei männliche Webgefährten, gingen von Bord, doch ihre ehemalige Frontfrau wollte nicht einfach so abtauchen. So begab sie sich auf die erfolgreiche Suche nach neuen Bandmitgliedern, dieses Mal stieß sie auf ausschließlich Frauen. Eine neue All-Girl-Band war geboren. „Slap Back“, ihr gemeinsames Debüt schlägt in eine ähnliche musikalische Kerbe wie das Vorgänger-Projekt, allerdings bewegt sich die neue Sallie Ford zwischen den 50ern und 90ern, man hört ebenfalls Garage mit Surf und straighten Rock heraus.

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Das, was uns live am meisten imponierte, war die rohe Energie, die von den drei Musikerinnen (leider fehlte die Keyboarderin) ausging. Den Hang zum leidenschaftlichen Musizieren spürte man bis in die Zehenspitzen, die unausgesprochene Message, dass man sich selbst gar nicht mal so wichtig nimmt, schwebte über den Köpfen. 22 Songs fanden ihren Weg auf die Setlist, nun ja, Vierminüter suchte man mit der Lupe, ebenfalls wurden alte Songs neu aufgelegt. Das Motto lautete: nur kurz und knackig bringen wir es am besten auf den Punkt. Was uns sonst noch auffiel: Sallies eindringliche Stimme, Barfuß-Getrommel, (bis auf den Mittelfinger) rotlackierte Fingernägel, ein tanzwütiges Publikum, fetzige, teilweise grandiose Songs („Coulda Been, I Swear“), außergewöhnliche Tattoos, und ohne Ende kesse Sprüche. Vieles kamen ihnen gar auf Deutsch über die Lippen. Ihr Wunsch die Disco-Kugel anzuknipsen, wurde vom Lichttechniker zur Freude aller erfüllt, woraufhin Sallie Ford erwiderte: „Ich will eine Discokugel für meine Wohnung, damit meine Katzen, Lichtpunkte zum Fangen haben.“ Mit dem Nirvana-Klassiker „About A Girl“ verabschiedeten sich die Mädels, aber nicht ohne vorher noch einmal schelmisch grinsend ins Publikum geblickt zu haben. Ach, war das schön!

Sallie Ford im Internet
Homepage: www.sallieford.com
Facebook: www.facebook.com/salliefordmusic


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