Suche

Review: White Lies – Big TV

16. August 2013
White Lies - Big TV

White Lies – Big TV

Erst 2009 haben sie ihr Debüt abgeliefert, seitdem im 2-Jahrestakt Alben veröffentlicht. Nun kehren White Lies mit „Big TV“ im Gepäck zurück. Ein Album, das sich thematisch mit dem schönen Schein der Gesellschaft befasst. Eine Reise durch Oberflächlichkeiten, monetäre Höhenflüge – und dem Verlangen nach all diesen Trugbildern. Einige emotionale Täuschungen später landet man dann wieder am Ausgangspunkt. Mit der abschließenden Erkenntnis, dass der schöne Schein vor allem eins ist: Schein. Reichtum gegen geistige und emotionale Leere zu tauschen ist wohl kaum der Lebenstraum eines Freigeistes. Um dieses Konzept schlingen sich nun zwölf Titel, die aneinandergereiht schimmern wie eine Indie-Perlenkette (die sie ja gar nicht sein will). Musikalisch gab es rückblickend auf die bisherigen Alben „To Lose My Life“ (2009) und „Ritual“ (2011) keine gravierenden Veränderungen.

Der typische White Lies-Sound, melancholisch und euphorisch zugleich, wirkt jedoch deutlich reifer. Das Londoner Trio wird also erwachsen. Die Lust dem Mainstream zu folgen hat an Reiz verloren. Der Drang Musik aus dem Bauch heraus zu komponieren war stärker. Zum Glück. Noch mehr Synthies, mehr große Gefühle, mehr große Melodien. Und: noch mehr Harry McVeigh, der sich mit einer Mischung aus Coolness & Sanftmut durch die Titel schmachtet. Das klingt kitschig, ist es aber nicht. „Big TV“ lässt einen gleich zum Einstieg dahinschmelzen: mitreißende Melodie trifft auf schillernde Synthieflächen, die alles mit einem 80er-Schleier überziehen. „There Goes Our Love Again“ legt tempomäßig schon etwas zu, um mit „First Time Caller“ wieder sanftere Sehnsuchtstöne anzuschlagen. Dieses Wechselspiel aus ruhigeren Songs und treibenden Pophymnen, die allesamt genug Hitpotential in sich tragen, setzt sich somit schon fast traditionell fort. „Getting Even“ vereint dann ohnehin alles was man zum glücklich sein braucht. Vielleicht haben wir hier den Song des Sommers? Die vertonte Drama-Queen – ein Indie-Pop-Schauspiel in knapp fünf Minuten. Mag sein, dass die Platte im Gegensatz zu ihren Vorgängern mehrere Durchläufe benötigt, um sich vollends zu entfalten. Dafür liebt man sie dann aber auch umso mehr.

White Lies im Internet:
Facebook
Homepage
Twitter
Instagram
Soundcloud

Tourdaten:
09. Nov – Live Music Hall, Köln
11. Nov – Gibson, Frankfurt
12. Nov – Theaterfabrik, München
13. Nov – Gasometer, Wien
15. Nov – Komplex, Zürich
27. Nov – Große Freiheit, Hamburg

Schreib einen Kommentar