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Review: White Hills – So You Are…So You´ll Be

18. August 2013
White Hills - So You Are...So You´ll Be

White Hills – So You Are…So You´ll Be (VÖ 20.08.)

„Fuzzed out motorik spacerock.“ So umschreibt das New Yorker Duo White Hills seine Musik. „So you are…so you´ll be“ bildet da keine Ausnahme. Ihre Veröffentlichungen sind seit jeher experimentell und greifen mit Dynamik – vielleicht schon Aggressivität – nach den Sternen. Zum anderen graben sie sich tief ins Unterbewusstsein. Produziert wurde das neue Album erneut von Martin Bisi, der auch schon Sonic Youth und Swan einen rauen Holzsplittersound verpasste. So wartet „So you are…so you´ll be“ mit einem Rundflug durch Raum und Zeit auf, der vor allem durch eins besticht: harsche Rasererei mit schwerelosen Zwischenstopps.

„In Words“ führt bleepsig und fiepsig geradewegs „In Your Room“: einer 7-minütigen Nummer, die an Chaos und Trash kaum zu überbieten ist – bis sich mittendrin der Klang wendet und in Richtung Krautrock zuppelt. Sehr nett! „The Internal Monologue“ erinnert entspannt an die Space Night der Öffentlich-rechtlichen, der folgende Titeltrack groovt irgendwo zwischen Stoner- und Space Rock. David W. und Bassistin Ego Sensation sind definitiv keine Freunde harmonisch-leichter Klangkost. Denn ganz so simpel erschließt sich einem dieses elegisch-wummernde White Hills – Schlachtschiff nicht. Mag man jedoch ausufernde Gitarrensoli, entrückten Gesang und den trancigen Sog, der dadurch ausgelöst wird – ist der Space Rock-Himmel greifbar nah. „Forever In Space“ rüpelt sich nach Sternenstaub-Intro ungeniert durch Punk und Grunge, „Rare Upon The Earth“ gleitet dann wieder leicht durch den Hörgang. „MIST (Winter)“ wirkt mit seinem Ambient/Trance – Gewand schon fast harmlos im Vergleich zur Dynamik der restlichen Platte. Ist aber nicht minder schön anzuhören. „So you are…so you´ll be“ ist kein Spaziergang und kein Album, das sofort Anklang findet. Zeit – und eine Schwäche für avantgardistischen Space Rock sollte man schon mitbringen. Und dann eintauchen – in die Dichte von White Hills Utopia. Oder wie David W. es charmant umreißt: „Fuck you. We are here. We rock, therefore we are.“

„So you are…so you´ll be“ kann man sich auf Pitchfork übrigens komplett im Stream anhören.

White Hills im Internet:
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Soundcloud

Tourdaten:
01.10.2013 – White Trash Fast Food (Berlin)
02.10.2013 – UT Connewitz (Leipzig)
03.10.2013 – Chelsea Club (Wien)
08.10.2013 – Rote Fabrik/ Ziegel oh Lac (Zürich)
09.10.2013 – Reitschule Rossli Bar (Bern)
10.10.2013 – Alte Hackerei (Karlsruhe)
11.10.2013 – Komma (Esslingen)
12.10.2013 – Vortex (Siegen)
13.10.2013 – Hafenklang (Hamburg)
14.10.2013 – Sonic Ballroom (Köln)

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