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Review: Underground Lovers – Weekend

4. August 2013
Underground Lovers - Weekend

Underground Lovers – Weekend

Underground Lovers aktuelles Album „Weekend“ ist gerade in Deutschland erschienen. Lang genug hat´s gedauert; in ihrer Heimat Australien ist die Platte immerhin schon seit April zu haben. Von Melbourne aus in die Welt. Tourte die Band vornehmlich in den USA, England und eben Australien, dürfte sie daher – trotz 23 Jahren (inklusive einer längeren Pause) im Geschäft – in unseren Breitengraden weitestgehend unbekannt sein. Das wird sich allerdings ändern, ginge es nach uns. Underground Lovers Klangwurzeln greifen im Wave/Darkwave der Achziger, liegen aber mindestens genauso in den Genren Shoegaze, Indierock oder bluesbetontem Rock´n Roll. Eine klare Linie ist kaum auszumachen. Dieses Fehlen einer festen Soundstruktur verpasst „Weekend“ jedoch einen ganz eigenen abwechslungsreichen Anstrich.

Der Wechselgesang zwischen Vincent Giarrusso und Philippa Nihill ist mindestens genauso ein Markenzeichen der Australier, wie der blues-orientierte Rock ´n Roll, welcher den Sound mit aufgemotzten elektronischen Elementen in eine ganz andere Richtung lenkt. „Spaces“, der erste Song, startet verträumt shoegazig – schlängelt sich durch den Midtempobereich und besticht durch die sanfte Stimme Nihills. Darauf folgt „Can For Now“ und bringt den bereits angesprochenen Klangwandel mit sich: Balladen, die im Fahrwasser der Cocteau Twins schwimmen, treffen auf groovenden Indierock. Ein musikalischer Tapetenwechsel mit jedem weiteren Song – und das 10 schöne Tracks lang. „Haunted“ kommt auf leisen Sohlen geschlichen und bleibt nach dem ersten Hören; eine Melodie, die einen um Jahrzehnte zurückwirft. „Au Pair“ lässt´s mal ordentlich krachen, „Riding“ steuert hingegen wieder den Bereich poppiger Electronica-Songs an. Der Albumtitel „Weekend“ klingt nach Programm. Gelassen und harmonisch bis zur letzten ausufernden Nummer „The Lie That Sets You Free“ treibt man 45 Minuten lang im Sog dieses Sextetts. Verschlungene Texturen und frickelige Soundstrukturen sind zum Glück nicht ihr Ding. Dafür trägt Underground Lovers versierte Geradlinigkeit gute Laune und ein Gefühl von sommerlicher Entspannung in sich.

 

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