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Review: Turbonegro – Sexual Harassment

9. Dezember 2012
Turbonegro - Sexual Harassment

Turbonegro – Sexual Harassment

Totgesagte leben länger! Turbonegro – die Halbgötter in Jeans und Lippenstift sind zurück. Fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum „Retox“ und etlichen Differenzen, welche die Auflösung, Reunion und den Wechsel des Leadsängers mit sich brachten, drehten Turbonegro mit „Sexual Harassment“ dieses Jahr wieder auf. Hank von Helvete kehrte dem Rest der Band den Rücken. Jeder weiß, dass es wohl kaum etwas Unerfreulicheres gibt, als den Weggang des Leadsängers. Im Fall von Turbonegro umso schmerzhafter, da Hank die ultimative Identifikationsfigur darstellte. Man entschloss sich dennoch dazu Turbonegro wieder auferstehen zu lassen. Als neuen Frontmann und Nachfolger von Hank ernannte man Tony Sylvester. Obwohl der Gesang der beiden nicht unterschiedlicher sein könnte (klingt Tony Sylvester doch eher nach Lemmy Kilmister) passt sich unser neuer Kapitän wunderbar dem Gefüge aus Maskerade und Rock´n Roll an.

Turbonegro sorgten und sorgen nach wie vor für Gesprächsstoff. Sie provozieren, sie polarisieren. Sie beherrschen die Verschmelzung von Schweinerock und plakativem Auftreten derart gut, dass man ihnen diese Masche ohne Zweifel abkauft. Man liebt sie, oder hasst sie. Aber darüber zu entscheiden sei jedem selbst überlassen. Wir befassen uns hier ausschließlich mit dem musikalischen Aspekt von „Sexual Harassment“. Vorab: am Sound hat sich nichts geändert. Er ist vielleicht etwas rauer, was auch der bärbeißigen Stimme Tony Sylvesters zuzuschreiben ist. Textlich bewegen wir uns ebenfalls wieder in der deathpunkigen Parallelwelt von Happy Tom, Euroboy und ihren Mitstreitern. „I Got A Knife“ geht direkt in die Vollen – und so hält sich das Tempo das gesamte Album hindurch. Man springt von einem Song in den nächsten – von dem knackig punkigen „Buried Alive“, über das beinahe schon poppige „Shake Your Shit Machine“ – bis hin zu meinem persönlichen Favouriten „Dude Without A Face“. Die Titel bleiben direkt an einem kleben, und man fühlt sich dabei sehr wohlig – sleazig. Wer hier Tiefsinniges und verschachtelte Klangstrukturen sucht, wird kaum fündig. Jenen, die sich schon lange nach einem weiteren rotzigen Arschtritt der „Denim Demons“ gesehnt haben, wird zehn Titel lang das Hinterteil versohlt. Die Mission der Wiederauferstehung der vielleicht besten Schweinerockband der Welt ist also geglückt.

Turbonegro im Internet:

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