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Review: Tocotronic – Wie wir leben wollen

30. Januar 2013
Tocotronic - Wie wir leben wollen

Tocotronic – Wie wir leben wollen

20 Jahre Tocotronic und 10 Alben. „Wie wir leben wollen“ ist frisch draußen. Man fragt sich einerseits warum die Zeit derart an einem vorbeischnellt, andererseits machen sich Zufriedenheit und Freude breit, weil die Tocos einen soeben reich beschenkt haben. Das Wohlgefühl siegt am Ende. Lobeshymnen, die momentan ihre Kreise ziehen – und Vergleiche mit gutem Wein (der ja bekanntlich immer besser wird, je…) anbringen, werden wir hier getrost ignorieren. Tocotronic sind kein guter alter Wein. Sie spielen mit Worten, sie spinnen Geschichten, reimen in kryptischen Versen. Wenn ein Vergleich her muss, dann kann man vielleicht noch am ehesten von einem zerlesenen Buch sprechen, dessen Worte wir schon aus dem Stand heraus aufsagen könnten. „Wie wir leben wollen“ beinhaltet 99 Thesen, die als Anreiz zur weiteren Gestaltung des eigenen Lebens dienen könnten. Oder aber man lässt sich von Tocotronic inspirieren und stellt selbst Dogmen auf. Wie wollen wir denn leben? Losgelöst? Ausgeschlafen? Tagträume verwirklichend? Gesättigt? Es ist interessant wie sehr einen diese Grundidee beschäftigt. Und wie sehr sie einen gefangen hält.

Musikalisch haben sich Tocotronic wie jede andere Band mit einem gewissen Anspruch natürlich weiterentwickelt. Aufgenommen wurde das Album mit einer analogen Telefunken-Vierspurmaschine; Nostalgie eben. Oder Reduktion auf das Wesentliche. Tocotronic klangen nie jünger und besser. Dirk von Lowtzow kann mittlerweile singen und verleiht den Songs einen charmanten sanften Anstrich. Der Klang ist ein Ganzes –  ein Teppich aus Melodien mit weichem Ohrschmeichel-Faktor. Man zog Parallelen zu Element Of Crime. Und ja, die Strukturen und der Einsatz der Stimme kommen dem dem alten Bärbeiß Regener schon recht nahe. Sei´s drum. Tocotronic haben Kopf und Herz genug, um jeder Komposition ihren eigenen unverkennbaren Stempel aufzudrücken. Das Geschrammel der wilden Anfangsjahre ist melodischen Tönen gewichen. Die so plakativen und intelligenten Texte sind soviel besser geworden. Parolen für die Ewigkeit. Wir sind glücklich. Danke!

Wer gerne in das Album reinhören möchte, klickt bitte hier.

Tocotronic im Internet:

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Termine:
01. Februar – Fzw Visions Party, Dortmund
06. Februar – Fm4 Präsentiert: Burg in Concert, Wien
06. März – Modernes, Bremen
07. März – Zakk, Düsseldorf
08. März – Halle 02, Heidelberg
09. März – Rote Fabrik, Zürich
10. März – Haus Der Jugend, Freiburg
12. März – LKA-Longhorn, Stuttgart
13. März – Capitol, Offenbach
14. März – Jovel, Münster
15.+16. März – Große Freiheit 36, Hamburg
03. April – Capitol, Hannover
04. April – E-Werk, Köln
05. April – Posthalle, Würzburg
06. April – Tonhalle, München
07. April – Orpheum, Graz
09. April – Vienna Arena, Wien
10. April – Posthof, Linz
11. April – E-werk – Saal, Erlangen
12. April – Haus Auensee, Leipzig
13. April – Alter Schlachthof, Dresden
14. April – Columbiahalle, Berlin

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