Suche

Review: Small Black – Limits Of Desire

20. Mai 2013
Small Black - Limits Of Desire

Small Black – Limits Of Desire

Small Black machen den Mai bauschig weich wie Watte. „Limits Of Desire“ steht seit ein paar Tagen in den Regalen. Das zweite Studioalbum des Quartetts aus Brooklyn wartet mit gefälligen Synthieklängen auf, die der Platte einen ganz eigenen Akzent verleihen. Parallelen zu 80s-Pop und Italodisco kann man hier gerne ziehen. Small Black erschaffen jedoch allen Einflüssen zum Trotz ein eigenes Stück individueller Popkultur, das sich nahtlos in den Soundtrack des Lebens einfügt. Man durchlebt verpasste Chancen, falsche Entscheidungen, das Gefühl der Unsicherheit, das sich in einem verbreitet, weil einem die ganze Welt offen steht. Ein bisschen also der Fluch des Erwachsenwerdens. Und gleichzeitig die Gewissheit, dass jeder Rückschlag auch einen Schritt in die Zukunft bedeutet.

Musikalisch betrachtet haben Small Black in Eigenregie ihren verträumten Sound seit dem Debüt „New Chain“ noch mehr in die gewünschte Richtung leiten können. „Limits Of Desire“ klingt wie der Wind im Frühsommer; sanft, wärmend und Gänsehaut verursachend zugleich. Synthies bestimmen die eher sphärische Basis; durchbrochen von Drums, Gitarre und Trompetenklängen. Josh Koleniks Gesang ist nicht exponiert, sondern begleitet die Songs aus dem Hintergrund heraus. Und allein das gibt der Platte einen zusätzlich entspannten Grundton. „Free At Dawn“ pulsiert eingehend mit groovendem Beat, „Canoe“ schlägt die Brücke zwischen Neuzeit und dem Synthiepop der 80er, der Titelsong „Limits Of Desire“ bringt vielleicht am Besten auf den Punkt, was diese Platte ausmacht: intelligenter schmachtender Dreampop. Seidig schmeichelnd – ohne Gefahr zu laufen dabei zu kitschig zu klingen. Diese Gratwanderung ist Small Black erneut geglückt. Wer also seit einigen Jahren die Wiedergeburt des Shoegaze, kombiniert mit poppigen Melodien, aufmerksam verfolgt und genießt, wird mit Small Blacks „Limits Of Desire“ ein weiteres Kleinod für sich entdecken. Die Vielfalt dieses Albums lässt einen auch beim zehnten Mal neue Facetten an den einzelnen Songs erkennen. Small Black ganz groß!

Small Black im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter
Instagram
Tumblr

Schreib einen Kommentar