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Review: Rue Royale – Remedies Ahead

7. September 2013
Rue Royale - Remedies Ahead

Rue Royale – Remedies Ahead

Abhilfe schaffen, Heilung in Sicht. „Remedies Ahead“ von Rue Royale läutet auf leisen Sohlen schleichend den Herbst ein. Das anglo-amerikanische Duo um Ruth und Brookln Dekker zog nach zwei selbst finanzierten Alben die Crowdfunding – Plattform Kickstarter hinzu. Binnen kürzester Zeit kam genug Geld zusammen, um „Remedies Ahead“ in einem Studio aufnehmen zu können, anstatt im heimischen Wohnzimmer. Das dritte Platte des Ehepaars aus Chicago mit Wohnsitz in Nottingham hat somit die entscheidende Hürde genommen; den Blick nach vorne gerichtet kann es jetzt nur noch aufwärts gehen. Warum man sich dessen sicher sein kann? Weil Rue Royale hervorstechen. Und das in jeder Hinsicht.

Mittlerweile ist es schwer sich in der Flut aus Folkbands und Singer/Songwritern, die allesamt betonen besser, schöner und anders als der Rest zu sein, einen Überblick zu verschaffen. Rue Royale tragen keine waldschratigen Bärte oder Cordschlaghosen und sehen dabei aus wie mein Vater in den Siebzigern. Sie ziehen nicht mit der Gitarre durch Wälder (obwohl…). Und schon gar nicht loben sie sich selbst in den Himmel. Die beiden machen einfach Musik, die aufgrund der engen Zusammenarbeit von Ruth und Brookln bereits beim ersten Stück „Changed My Grip“ ein wärmendes Feuer entfacht. Auf Werk Nummer drei gibt es keine unvorhergesehenen Wendungen und Hakenschläge – „Remedies Ahead“ ist vielmehr die geradlinige Weiterentwicklung einer Formation, die ihre musikalische Mitte gefunden hat. Dieses Heim wird nun ausgebaut, eingerichtet und abgerundet. Zugegeben: der Harmoniegesang des Ehepaars macht aber auch ganz schön was her. Unterlegt mit sparsam eingesetzten elektronischen Beats und Samples wirkt ihr Folk durchaus poppig und massentauglich. Melancholie und Nostalgie müssen nicht immer weinerlich sein. „Set Out To Discover“ hüllt Wehmut in ein kraftvoll strahlendes Gewand, „Almost Ghostly“ ist dann im Gegenzug wieder puristisch: blank, nackt, reduziert und unfassbar schön. Ein Album, das den Hörer entdeckt – nicht umgekehrt.

Rue Royale im Internet:
Homepage
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Bandcamp
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Tourdaten:
16.09. – Düsseldorf, FFT Kammerspiele
17.09. – Frankfurt, Ponyhof Club
19.09. – Hamburg, Prinzenbar
20.09. –  Berlin, Privat Club
23.09. – Nürnberg, Club Stereo
24.09. – Differdange, Autre Part
15.10. –  Bamberg, Morph Club
16.10. –  Aarau, Tuchlaube
17.10. – Zürich, Amboss Rampe
18.10. – Winterthur, Portier
19.10. – Erfurt, Franz Mehlhose
22.10. – Görlitz, Stille Post Klub
23.10. – Göttingen, Junges Theater
24.10. – Hannover, Feinkostlampe

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