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Review: Portugal. The Man – Evil Friends

6. Juni 2013

Portugal The Man - Evil Friends ReviewAuf der Suche nach ganz besonderen, sozusagen entzückenden Klangmomenten kommt man an einer Formation nicht vorbei: Portugal. The Man. Ob es nun ihren (abgespeckt formuliert) retro-esken Sound betrifft oder die sich einbrennende, in höheren Gefilden angesiedelte Stimme von Frontbarde John Gourley. Das Beste: Sie entwickeln sich kontinuierlich weiter und das lässt die Neugier auf jeden neuen Release steigen. Bei allzu vielen Bands mit einem Frontmann mit herausstechendem Gesangsstil ist die Vorfreude auf ein neues Werk oft größer als die Freude während des Konsumierens. Bei Portugal. The Man klingt – grenzenloser Kreativität sei Dank – kein Song wie der Vorgänger und genau deshalb zählt die in Portland angesiedelte Band aus Alaska zu den bedeutendsten Acts einer manchmal doch recht unüberschaubaren Indie Rock-Szene. Sie reihen sich ganz oben ein.

Eine nicht zu verachtende Tatsache ist obendrein, dass sie innerhalb der letzten sechs Jahre sechs Studioalben kreierten und einspielten. Noch gar nicht allzu lang her ist demzufolge der letzte Release „In The Mountain In The Cold“ und seit ein paar Tagen steht „Evil Friends“ in den Läden – das im Übrigen von keinem Geringeren als Danger Mouse – dem Supermann schlechthin an den Reglern – produziert wurde.

Einen Full-Album-Stream gibt es hier:

Ihre erste gleichnamige Singleauskopplung hat zunächst mit der entschleunigten Grundstimmung des Vorgängerwerkes wenig gemeinsam. Nach dem ersten Hördurchlauf stellt sich heraus, dass es auf der besagten Single und auf dem Album generell weitaus beschwingter zugeht. Man mag es also flott! Die einzelnen Tracks erscheinen ebenso ein bisschen geschliffener, jedoch kein bisschen schnörkelloser als gewohnt. Experimentierfreunde steht ganz oben auf der Tagesordnung. Kein Wunder, dass so allerhand knackige, hinreißende Refrains – mit beschwingtem mehrstimmigen Gesang – entstehen konnten.

Und jetzt nachdem „Evil Friends“ bereits dreimal im Player rotierte, stellt sich das überwältigende Gefühl ein, dass es da noch so viel mehr zu entdecken gibt als man es eben noch in drei knackigen Sätzen beschrieben hat. Ihre Songs kleben sich einmal mehr an einem fest und lassen sich nur unfreiwillig abschütteln, manchmal muss man halt einfach mal sowas wie schlafen. Allerdings schlummert man eine Runde gemeinsam, im besten Fall teilt man glückselige Träume. Das einzige, was schwerfällt, ist einen repräsentativen Song von „Evil Friends“ herauszupicken, dazu ist das Album einfach zu sehr eine runde Sache.

Portugal. The Man im Internet:

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