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Review: On And On – Give In

6. April 2013

On And On - Give In (2013)

On And On – Give In (2013)

Ein Debüt, ein Debüt! Dabei klingt „Give In“ gar nicht unbedingt wie eines. ON AND ON aus Chicago und Minneapolis sind nämlich keine Frischlinge und sich vor allem selbst nicht fremd. Alissa Ricci, Nate Eiesland und Ryne Estwing sind vielmehr die Überbleibsel der Indieband Scattered Trees, die es ja nach dem Tod von Nate Eieslands Vater auch deutlich melancholischer angehen ließen. Und da standen sie nun wie angewurzelt da, dem alten Bandnamen folgeleistend, wie verstreute Bäume, eines schönen Tages im Jahr 2012: Studio gebucht, Produzent Dave Newfeld verpflichtet, zwei Musiker weniger. Doch die drei Wochen Studiozeit hat das mittlerweile Trio optimal genutzt und einfach dezimiert unter dem Namen On And On weitergemacht.

Dabei herausgekommen ist eine für die Kürze der Entstehungszeit beachtlich gute Indiescheibe mit vielen in sich gekehrten Dreampopklängen ( „All The Horses“, „I Wanted To Say More“) und hier und da dem ein oder anderen Ausbrecher in groovigere, lautere Gefilde („Bad Mythology“, „The Hunter“). Zwei oder drei hitverdächtige Tracks sind auch dabei: die schwebende Akustik-Beatmaschine „Cops“ und natürlich das schmissig-eingängige „Ghosts“, welches ja schon Monate im Vorfeld des Albumreleases im wahrsten Sinne des Wortes im Netz und sogar bei einer Folge „Grey’s Anatomy“ herumgeisterte und für einigen Hype um die Band gesorgt hat. Am Ende nicht ganz zu recht, muss man sagen. Denn diese Scheibe braucht schon den ein oder anderen Hördurchlauf mehr, damit sie nicht nur unauffällig an einem vorbeiplätschert, sondern damit man auch auf die ganz klar vorhandenen Details in der kühlen Ruhe aufmerksam wird. Die Unterkühlung rührt wohl maßgeblich vom ätherischen, manchmal fast schon blechern klingenden Gesang Nate Eieslands („Every Song In The World“, „American Dream“ oder „The Hunter“) und vom fast schon exzessiven Synthgebrauch.

Man merkt aber deutlich, dass On And On klar wissen, was sie hier tun (wollen). Man höre nur einmal auf die Rhythmus-Details bei „All The Horses“, auch einem ganz starken Track von „Give In“. Dann gibt’s aber auch Nummern, die eher nicht viel hergeben. Ein paar Wochen mehr Zeit für Komposition und Aufnahme hätte dem Album sicher doch gut getan. Am Ende lässt es mich doch ein bisschen ratlos dastehen und ich weiß nicht ganz, ob ich hier mitfeiern oder ein wenig enttäuscht sein soll, weil doch die Erwartungen so hoch waren. Mal sehen, wie sie es live und auf eventuell kommenden Scheiben anstellen werden. Im Mai sind On And On dann nochmal in Europa, ein paar wenige Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind auch dabei:

May 09 Gebäude 9, Köln, Germany
May 10 Haus Ungarn (ex HBC), Berlin, Germany
May 12 Chelsea, Wien, Austria
May 14 Papiersaal, Zürich, Switzerland

On And On im Internet:

Offizielle On And On Homepage
On And On @ Facebook
On And On @ Twitter
On And On @ Bandcamp

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