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Review: O Children – Apnea

13. Januar 2013
O Children - Apnea

O Children – Apnea

O Children, das britische Quartett um Tobias O´Kandi kehrt in Kürze für einige Konzerte nach Deutschland zurück. Grund genug, um an dieser Stelle noch einmal ihr 2012er-Album „Apnea“ unter die Lupe zu nehmen. Sorgten O Children bereits 2009 dafür, dass man beim Hören ihres selbstbetitelten Erstlings überrascht aufschaute, so erwartete man für „Apnea“ nicht weniger als die konsequente Fortsetzung dieses wärmenden Déjà-vus. Denn beim Erklingen von Tobias O´Kandis Stimme und dem Einsetzen der Synthies fühlt man unweigerlich in die 80er zurückversetzt. Joy Division, Bauhaus oder Nick Cave & The Bad Seeds lassen grüßen. Allerdings auf eine autarke und faszinierende Art. O Children plagiieren keinen der genannten Künstler. Sie agieren auf einer anderen Ebene, in einer anderen Zeit. Geschöpft wird aus einer scheinbar nie versiegenden Quelle, die den vier Londoner Musikern vor allem eins schenkt: die Gabe alte Song – und Soundstrukturen so aufbranden zu lassen, als würde man etwas komplett Neues hören.

 „Apnea“ unterscheidet sich lediglich in Nuancen vom Debütalbum. Die düstere Atmosphäre dient natürlich nach wie vor als roter Faden; wenngleich sie einen poppigen, weniger schwermütigen Anstrich erhalten hat. Überhaupt wird wieder viel gegroovt. „Holy Wood“, der erste Track wirkt da im Vergleich noch am ehesten wie ein Stück aus der alten Zeit. Schleppend, sehnsüchtig – jedoch so raffiniert umgesetzt, dass man die starke Assoziation zu den Fields Of The Nephilim oder den Sisters Of Mercy gern verzeiht. „Oceanside“ ruft sogar leichte Hula-Hula-Gefühle hervor. „Red Like Fire“ hingegen beschreitet wieder den darkwavigen Weg, bevor der absolut großartige Song „Chimera“ mit einer gut abgestimmten Prise Pathos direkt in Kopf und Ohr hängen bleibt. Wunderbar! Ein rundum vollkommenes Album, das allerdings auch entdeckt werden muss. Und um Euch den Einstieg zu erleichtern, gibt´s  „Apnea“ direkt zum Anhören. Anschließende Teilnahme an einem der fünf Konzerte nicht ausgeschlossen. Versprochen!

 

O Children im Internet:

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Homepage

Termine:

05.02. Köln – Underground
06.02. Berlin – Monarch
07.02. Hamburg – Hafenklang
09.02. München – Atomic Café
10.02. Stuttgart – Keller Klub

 

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