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Review: Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

22. Februar 2013
Nick Cave & The Bad Seeds - Push The Sky Away

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Musiker, Dichter, Schriftsteller, Schauspieler. Es gibt nichts, das Nick Cave nicht kann. Der Kunst entsagen vielleicht. „Push The Sky Away“ ist da. Das fünfzehnte Album der Bad Seeds. „Dig, Lazarus, Dig!!!“ liegt immerhin auch schon 5 Jahre zurück. Untätig war Nick Cave natürlich nicht. Das beweist er, indem er sich immer wieder in unbekannte Gefilde wagt – und so zu jeder Zeit präsent ist. In seinem Nebenprojekt Grindermann packte er das Rauhbein aus – dreckig und rumpelig. Sein Buch „The Death Of Bunny Munro“ wurde in 30 Ländern veröffentlicht. Wie nebenbei komponiert Herr Cave Filmsoundtracks – um letztlich zu seiner wahrscheinlich größten Leidenschaft zurück zu kehren. Den Bad Seeds. Nick Cave hat sich offenbar ausgetobt. Denn dieses Album ist ein einzige wunderschöne Ballade. Das merkt man schon beim ersten zaghaften Durchlauf.

Der Weggang von Gründungsmitglied Mick Harvey hatte wohl auch seine guten Seiten. Cave rückte nur noch näher mit Multiinstrumentalist Warren Ellis zusammen. Soundtüftler und Poet. So gesehen konnte „Push The Sky Away“ nichts anderes werden, als eine warme Nebelwand, die alles sanft umschließt und erst wieder loslässt, wenn die Spielzeit rum ist. Die Reise beginnt mit „We No Who U R“ und endet mit meinem Favouriten, dem Titeltrack „Push The Sky Away“. Dazwischen liegen Fabelwesen, Elementarteilchen und Miley Cyrus. Warren Ellis steuert wunderschöne Klangcollagen bei, die – einer Rauchwolke gleich – Caves Geschichten umhüllen. Nick Cave flüstert, schmeichelt, leidet. Schon immer durchwanderte er melancholische Flure – vielleicht ist Nick Cave Schöpfer und König dieses warm-grauen Moorlandes zugleich. Man taucht in seine Stimme ein, lässt sich von ihr tragen – und geht vollkommen darin auf. „Push The Sky Away“ ist ein verdammtes Meisterwerk! Über Spekulationen zum Thema „Alterswerk“ habe ich rein gar nichts zu sagen. Cave ist nicht alt. Er hat gerade erst wieder Blut geleckt. Und mit wieviel Innigkeit er hinter dieser Perlenkette an Songs steht, konnte man bereits bei der Präsentation des Albums im Admiralspalast (Berlin) sehen. Eine Tour in ausgewählten Städten folgt im Spätherbst, Festivalteilnahmen mal ausgeschlossen.

Nick Cave & The Bad Seeds im Internet:

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Homepage

Termine:

10. November – Sporthalle, Hamburg
12. November – Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
13. November – Stadthalle, Offenbach
21. November – Zenith, München

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